Frage von Bigredmama, 50

Nachsitzen und Einträge im Doppelpack (!) für jede Kleinigkeit?

Meine Tochter hat vor gut 3 Monaten vom Gymnasium auf eine Realschule gewechselt.

In dieser Zeit wurde sie bereits 5-mal mit einer Kombination von Eintrag + Nachsitzen sanktioniert. Die Gründe waren

  1. Nach Schulschluss auf dem Heimweg (ca. 200m vom Schulgelände entfernt) eine rote Ampel missachtet.

  2. Handynutzung während einer außerunterrichtlichen Veranstaltung (die Handynutzung war für Fotos erlaubt worden und sie las eine zufällig eingehende WhatsApp Nachricht)

  3. Verbale Auseinandersetzung mit Lehrkraft während einer außerunterrichtlichen Veranstaltung (Sie hatte gemotzt, weil die Klasse zu Fuß zum Bahnhof gehen musste, statt mit dem Bus zu fahren)

  4. Handynutzung im Unterricht (Sie hatte vergessen, das Handy auszuschalten und es gab laut - dieses Vergehen hätte ich auch sanktioniert!)

  5. Schulbücher trotz mehrfacher Aufforderung nicht eingebunden.

Nur die Handynutzung im Unterricht stellt einen Verstoß gegen die Schul- und Hausordnung dar, wir haben die sehr genau gelesen.

Nachdem mir während des von mir gesuchten Gesprächs mit Lehrern und Schulleitung versichert wurde, dass in der Folge keine weiteren Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen zu befürchten seien, andere Maßnahmen als Eintrag+Nachsitzen seien an dieser Schule einfach nicht gebräuchlich, wollte ich eigentlich nur noch versuchen, das Mädel so zu beeinflussen, dass es nicht immer so weiter geht. Das war vor den letzten beiden Einträgen+Nachsitzen.

Als mir die mitgeteilt wurden, sagte ich meiner Tochter, sie solle das als gegeben hinnehmen und die Zeit sinnvoll nutzen, z.B. indem sie Mathe (ihr Angstfach) übt, worauf sie mir sagte, das sei verboten, man müsse da irgendetwas abschreiben, und auch wenn man das schnell erledige, dürfe man keinesfalls etwas Sinnvolles mit der übrigen Zeit anfangen.

Weil ich mir das nicht vorstellen konnte, schrieb ich die Klassenlehrerin an und in der Antwort hieß es: (...) Das Nachsitzen soll keine Nachhilfe sein, sondern eine Maßnahme, die in der Tat als sinnlos aufgefasst werden soll, so dass sie hoffentlich in Zukunft vermieden wird. (...)

Anders als diese Flut von Einträgen+Nachsitzen vermuten lässt, ist meine Tochter (auch nach Auskunft der Lehrer) keine aufsässige Schülerin, die es darauf anlegt aufzufallen und zu stören, sie neigt im Gegenteil dazu, sich möglichst unsichtbar zu machen.

(Parallel fiel übrigens der Mathe-Förderunterricht laufend aus, das nur als Fußnote)

Was können wir tun, damit das Mädel die nächsten 1 1/2 Jahre möglichst schadlos übersteht? Stillhalten und hoffen, dass es sich irgendwie normalisiert? Gegenhalten, aber wie?

Antwort
von LiselotteHerz, 31

Bei den Punkten 3-5 kann ich ja noch nachvollziehen, dass eine Schule dann Nachsitzen anordnet. Ist zwar reichlich sinnlos, wird aber immer wieder gerne durchgeführt.

Bezüglich der ersten beiden Punkte würde ich an Deiner Stelle nochmals das gemeinsame Gespräch mit dieser Lehrerin und der Schulleitung suchen. Diese Einträge müssen aus der Schülerakte gelöscht werden.

Kommentar von Bigredmama ,

Danke für deine Antwort, LieselotteHerz.

Jeder der Gründe ist, für sich gesehen, durchaus zumindest eine Ermahung wert. Was mich fassungslos macht ist, dass es keinerlei Abstufung geschweige denn erkennbares erzieherisches Ziel bei den Maßnahmen gibt, und vor allem dass die Sinnlosigkeit der Beschäftigung während des Nachsitzens bewusst gewollt ist.

Kommentar von LiselotteHerz ,

Ich kenne diese Form von nachsitzen nicht, also irgendwas abschreiben. In der früheren Schule meines Sohnes mussten die Schüler bei Regelverstößen einen bestimmten Raum aufsuchen (während des normalen Unterrichts) und unter Aufsicht einen Aufsatz über diesen Verstoß schreiben, das macht wenigstens noch etwas Sinn. Schaut euch doch mal in eurer Umgebung nach integrierten Gesamtschulen um, auch dort kann man die mittlere reife erwerben

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