Frage von susistrolch96, 67

Nachnamensänderung wegen schlechtem Ruf der Eltern?

Hallo,

ich hab eine wichtige Frage. Aufgrund vieler negativer Geschehnisse in meiner Familie seitens meiner Eltern, würde ich gerne meinen Nachnamen ändern... Eine Änderung meines Namens auf den meines Vaters wäre denke ich kein problem, allerding besteht hier das gleiche problem. Beide Namen sind durch Betrügerei durch meine eltern "beschmutzt". Wo immer man meinen Namen liest, werde ich damit in Verbindung gebracht. Nur bin ich mir nicht sicher, ob dies ausreichen würde für eine Änderung.

Angenommen ist heisse** Meier** und mein Vater Schmitz, und ich möchte keinen dieser Namen annehmen, aber ich könnte meinen Namen Ändern (dazu wüsste ich gerne, wie man für einen Antrag auf Änderung vorgehen muss), könnte ich im Falle dass die Änderung erlaubt wird, mich zum Beispiel "Bauer" nennen? Oder wie würde das ablaufen? Ein einfaches "verdrehen" der Buchstaben würde keinen Sinn ergeben und in jeder Form sehr seltsam klingen. Wie würde das ablaufen? Wohin muss ich mich wenden? Was wird von Seiten der Behörden verlangt?

Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von aetnastuermer, 21

Dein Problem ist nicht neu, das gibt es immer wieder. Sobald man irgendwo seinen Namen angibt, wird man völlig zu Unrecht von der negativen Vergangenheit seiner Eltern eingeholt, sei es bei einem größeren Kauf, bei einem Kredit oder bei einer Bewerbung. Dies führt oftmals ohne weitere Prüfung zu einer negativen Entscheidung. Wenn du bei der Namensänderungsbehörde aus deiner bisherigen Erfahrung mehrere Beispiele solcher Art anführen kannst, müsste das als wichtiger Grund für eine Namensänderung akzeptiert werden. Bemühe dich aber nicht, aus den Namen deiner Eltern einen neuen zu kreieren, sondern wähle einen aus deinen Vorfahren (Familien- oder Geburtsnamen), sofern dies keine Sammelnamen sind wie z. B. Meier, Müller, Schulz usw.

Kommentar von aetnastuermer ,

Danke für den Stern! Ich wünsche dir, dass du mit meinem Vorschlag bei der Namensänderungsbehörde Erfolg hast!

Antwort
von Dailytwo, 41

Laut Namensänderungsgesetz lässt sich der Familienname wie auch der Vorname nur ändern, wenn ein wichtiger Grund das rechtfertigt. Doch was wichtig und was nicht wichtig ist, darüber schweigt das Gesetz. Näheres findet man erst in der dazu erlassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschrift. Als wichtig genug für eine Namensänderung gelten demnach unter anderem:

• ein Name, den die Mehrheit mit anstößigen Gedanken verbindet,

• ein lächerlich klingender Name oder der zu entsprechenden Wortspielen verleitet,

• ein Name, der sich nur schwer schreiben bzw. aussprechen lässt oder

• eine Rückkehr zum früheren Nachnamen für Verwitwete oder Geschiedene - das gilt nach einer Scheidung auch für Kinder, wenn fortan ein Elternteil das alleinige Sorgerecht hat.

Nichtgefallen, Wünsche nach einem klangvolleren Namen oder Ähnlichem reichen dagegen nicht. Schwer wird es auch für Schuldner oder Vorbestrafte. Schließlich ließe sich die Namensänderung auch zur Verschleierung missbrauchen. Andererseits kann ein Täter nach verbüßter Strafe zur weiteren Resozialisierung seinen seltenen und eng mit der Straftat verbundenen Nachnamen ändern lassen. Dafür muss die breite Bevölkerung aufgrund der vorherigen Berichterstattung aber beim Hören des Namens an die Tat denken.

Ganz allgemein gilt, dass eine Änderung des Nachnamens höheren Hürden als der des Vornamens begegnet. Dasselbe gilt für Erwachsene, die schon im Leben stehen, im Vergleich zu Kindern.

(Quelle Frankfurter Rundschau)

Kommentar von LisaHelene ,

Ergänzend zu dem sehr gut recherchierten Beitrag:
du brauchst Nachweise für "dein Leid", im Zweifel auch ein Attest vom Psychologen.
Bei deiner Begründung kommt es natürlich auch auf die Häufigkeit deines Namens an. Ist der sehr häufig und fällt in der nächstgrößeren Stadt nicht auf, wirst du damit nicht durchkommen, nur weil in deinem Dorf mit 500 Einwohner du die einzige Meier bist.
Aber: Versuch macht klug. Dir kann ja bis auf einer Absage nichts schlimmes passieren, wenn du es ausprobierst.

Antwort
von cleverino, 34

Das ist nur sehr schwer durchsetzbar und mit hohen Kosten verbunden. Du musst triftige Gründe haben. Das die deinigen ausreichen, bezweifel ich.

Kommentar von susistrolch96 ,

Was wäre denn ausser "Mein Nachname macht mir nur Probleme" noch ein triftiger Grund? (Ja ich weiss... A. Hitler, Tom Mate... Frank Reich... Rose N. Kohl...) ich kann nirgendwo meinen namen nennen weil jeder sofort über meine eltern herzieht (berechtigt) und das ganze (unberechtigt) auf mich überträgt á la "da ist ja die tochter von dem pack"...

Kommentar von cleverino ,

Ich versehe was du meinst, aber dennoch glaube ich, dass das nicht für die Durchsetzung einer Namensänderung ausreicht. Probieren und beantragen kannst du das aber dennoch. Dann weisst du es genau...

Antwort
von Ludi1982, 32

Das geht nicht, dann würde ja jeder Vorbestrafte oder Betrüger seinen Namen ändern und zum Beispiel sich ins Ausland oder ähnlichem absetzen. Uns ist somit clean. Adoption oder eine Heirat ermöglichen dir eine Namensänderung.

Kommentar von susistrolch96 ,

Ich hab nichts verbrochen, sondern meine Eltern. Und dadurch werde ich ständig angegriffen aufgrund des gleichen Namen (es ist eine sehr ungewöhnlicher und seltener name den ausser in meiner familie niemand trägt... also sehr auffällig und kein allerweltsname) und wo auch immer ich mit diesem Namen auftauche, weiss jeder sofort wer meine eltern sind, was mir wiederrum in allen Lebenslagen Probleme einbringt.

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