Frage von Bibu1983, 57

Nachmieter gefunden, Vermieter lehnt jedoch ab. Darf er das bei einem Härtefall?

Die Wohnung meiner Mutter wurde zum 31.01.2017 gekündigt. Sie hat eine neue Arbeitsstelle. Auch ist ein Einkommen weggefallen, die Wohnung alleine also nicht mehr tragbar. Eine Miete wurde jetzt schon von der Bank zurückgebucht. Vom Vermieter durften wir Nachmieter suchen ( mündliche Absprache, Inserat unsererseits, Mietschild am Haus, seinerseits) Wir haben auch welche gefunden ( zwei), die bereit wären zum 01.11.2016 einzuziehen. Die wollte er nun aber doch nicht, sondern er hat selbst auch gesucht. Natürlich ist er nicht verpflichtet, unsere Nachmieter zu "nehmen". Bei denen, die jetzt den Zuschlag bekommen haben, wissen wir aber nicht, wann die einziehen können.

Mir geht es darum, ob meine Mutter noch weiter Miete zahlen muss, bis die anderen eingezogen sind? Wir haben ja Nachmieter gesucht und auch gefunden. Jetzt möchte er sie nicht, und nimmt welche, die später einziehen.

Ganz allgemein gefragt: wenn die neuen Mieter erst zum 01.12.2016 einziehen können ( weil sie ja selbst auch Kündigungsfrist haben), muss meine Mutter dann doppelt zahlen ( Sylt und alte Wohnung), oder müssen die neuen Mieter jetzt schon den Vertrag unterzeichnen und doppelt zahlen? Wir haben ja explizit nach Nachmietern zum 01.11.2016 gesucht. Und auch gefunden. Wer zahlt denn nun doppelt?

Es tut mir leid, dass es so lang geworden ist. :-(

Über eure Hilfe wäre ich sehr dankbar

Antwort
von ChristianLE, 38

Wer zahlt denn nun doppelt?

 

Deine Mutter. Kündigungsfristen sind grundsätzlich bindend, eine Arbeitslosigkeit ist keine Härte im rechtlichen Sinne.

Solange es keine echte Nachmieterklausel im Mietvertrag gibt, hat deine Mutter kein Recht, vorzeitig aus dem Vertrag entlassen zu werden.

Antwort
von anitari, 35

Ganz allgemein gefragt: wenn die neuen Mieter erst zum 01.12.2016
einziehen können ( weil sie ja selbst auch Kündigungsfrist haben), muss
meine Mutter dann doppelt zahlen

Ja

oder müssen die neuen Mieter jetzt schon den Vertrag unterzeichnen und doppelt zahlen? 

Nein

Wer zahlt denn nun doppelt? 

Deine Mutter

Kommentar von Bibu1983 ,

bei Immonet habe ich folgende Aussagen gefunden, die doch eigentlich auf meine Mutter zutreffen :

Gesetzliche Rahmenbedingungen: Wann darf ich einen Nachmieter stellen?

In bestimmten Fällen ist ein Mieter berechtigt, ein Mietverhältnis vorzeitig zu beenden und einen Nachmieter zu stellen. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag eine Nachmieterklausel enthält oder der Mieter ein berechtigtes Interesse für eine vorzeitige Beendigung vorweisen kann. Ein solches berechtigtes Interesse kann vorliegen, wenn:

der Mieter aus beruflichen Gründen zu einem Ortswechsel gezwungen ist

und:

Wenn sich der Vermieter weigert

Weigert sich der Vermieter aus unzulässigen Gründen, den vorgeschlagenen und geeigneten Nachmieter zu akzeptieren, muss der Mieter von dem Tag keine Miete mehr zahlen, zu dem ein Nachmieter die Wohnung angemietet hätte.



Kommentar von ChristianLE ,

Merkwürdig ist nur, dass Immonet hierzu keine Quelle benennt.

Unabhängig davon (das steht in dem Artikel leider nicht geschrieben), geht es bei einer solchen Nachmieterstellung nicht um das Umgehen/Verkürzung einer Kündigungsfrist, sondern die Beendigung von befristeten Mietverträgen oder solchen mit Kündigungsausschluss.

Kommentar von 1q3c6njjj ,

Die Quelle wird doch benannt: der Vertrag.

Kommentar von anitari ,

Bitte den Link dazu.

Ich bin mir aber ziemlich sicher das noch was von langfristigen Mietverträgen steht.

Denn nur dann kann ein Mieter vielleicht die vorzeitige Entlassung aus dem Vertrag verlangen.

Bei Mietverträgen die vom Mieter ganz normal zum Ablauf des übernächsten Monats gekündigt werden können, ist es dem Mieter zuzumuten die Kündigungsfrist einzuhalten.

Kommentar von Bibu1983 ,

Sie hat einen Mietvertrag auf unbestimmte Zeit, also eine dreimonatige Kündigungsfrist.

Kommentar von anitari ,

Ja gibt es denn überhaupt eine Nachmieterklausel im Vertrag?

Ohne die ist alles was Du hier anführst völlig ohne Bedeutung.

Sie hat einen Mietvertrag auf unbestimmte Zeit, also eine dreimonatige Kündigungsfrist.

Dann ist es ihr auch zuzumuten diese einzuhalten.

Mal davon abgesehen, der Vermieter hätte ohnehin eine Prüf-/Überlegeungsfrist von bis 3 Monate um sich für einen Vorgeschlagenen Nachmieter zu entscheiden ... oder nicht.

http://www.mieterbund.de/mietrecht/ueberblick/nachmieter.html

Kommentar von Bibu1983 ,

http://www.urteile-mietrecht.net/Nachmieter-Nachmieterstellung.html

Vermieter müssen Nachmieter auch ohne Klausel im Mietvertrag akzeptieren wenn:

- Der Mieter seine Arbeitsstelle und aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt ziehen umziehen muss.

- Eine schwere Erkrankung vorliegt  oder die Aufnahme in ein Alten- oder Pflegeheim erforderlich ist.

- Durch Familienzuwachs die Wohnung zu klein geworden ist.

Kommentar von anitari ,

Du liest und zitierst immer nur den Teil der dir in Kram paßt.

In dem Link steht u. a.

Der Vermieter hat eine angemessene Überlegungsfrist von bis zu drei Monaten, in der er prüfen kann, ob der vorgeschlagene Nachmieter akzeptabel ist.

Kommentar von Bibu1983 ,

https://www.gutefrage.net/frage/nachmieter-gefunden-vermieter-verlangt-schadense...

Nachstehend noch etwas dazu:

Hat der Mieter einen gültigen Zeitmietvertrag, so ist er an die vereinbarte Laufzeit gebunden. Ein Arbeitsplatzwechsel ist kein Grund für den Mieter, den Mietvertrag durch außerordentliche Kündigung vorzeitig aufzulösen. Gleiches gilt übrigens auch für den unbefristeten Mietvertrag - dieser kann jedoch mit der regulären Kündigungsfrist gekündigt werden. Hier stellt sich die Problematik daher in der Regel nicht, weil es für den Mieter zumutbar ist, das
Ende der Kündigungsfrist abzuwarten.

Der Wechsel des Arbeitsplatzes kann jedoch ein gerichtlich anerkannter wichtiger Grund sein, der den Vermieter zwingt, seinen Mieter aus dem Vertrag zu entlassen. Dies ist dann der Fall, wenn es dem Mieter nicht zugemutet werden kann, seinen neuen Arbeitsplatz von der bisherigen Wohnung aus aufzusuchen. Entscheidend sind also Entfernung und Verkehrsverhältnisse. Voraussetzung für einen Anspruch auf Abschluss eines Aufhebungsvertrags ist, dass der Mieter einen geeigneten Nachmieter stellen kann, der in die gegenwärtigen Vertragsbedingungen einsteigt. Nicht jeder Nachmieter muss vom Vermieter akzeptiert werden, vielmehr muss der Nachmieter für den Vermieter zumutbar sein.

Der vom Mieter vorgeschlagene Nachmieter muss bereit sein, den bestehenden Vertrag unverändert zu akzeptieren. Er muss wirtschaftlich in der Lage sein, das Mietverhältnis zu den bisherigen Bedingungen fortzuführen. Der Vermieter darf einen Mieterwechsel nur ablehnen, wenn dafür wichtige Gründe in der Person oder den wirtschaftlichen Verhältnissen des Nachmieters vorliegen.

Quelle: https://r.srvtrck.com/v1/redirect?url=http%3A%2F%2Fwww.anwaltonline.com%2Ftips%2...

Ob sich da eine gerichtliche, mit Kosten verbundene, Auseinandersetzung lohnt, sei dahingestellt.

Kommentar von anitari ,

Hat der Mieter einen gültigen Zeitmietvertrag, so ist er an die
vereinbarte Laufzeit gebunden. Ein Arbeitsplatzwechsel ist kein Grund für den Mieter, den Mietvertrag durch außerordentliche Kündigung vorzeitig aufzulösen. Gleiches gilt übrigens auch für den unbefristeten  Mietvertrag - dieser kann jedoch mit der regulären Kündigungsfrist gekündigt werden. Hier stellt sich die Problematik daher in der Regel nicht, weil es für den Mieter zumutbar ist, das Ende der Kündigungsfrist abzuwarten.

Womit die Frage beantwortet wäre.

Antwort
von christl10, 31

Deine Mutter zahlt solange die Miete weiter bis der Nachmieter einzieht bzw. dessen Vertrag beginnt. Daran kann sie auch nichts ändern. 

Antwort
von Berny2, 22

Der Vermieter muss einen vorgeschlagenen Nachmieter nicht akzeptieren, egal, wieviele Du vorschlägst und auch, ob sie ernsthaft nachmieten wollen.

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