Es geht um eine Familie aus der Nachbarschaft: Der Sohn geht auf die Grundschule, 3. Klasse, und soll jetzt aufgrund seiner Schwächen in Mathematik...Nachhilfe bekommen! Für mich ist das ein Alarmzeichen, dass die Eltern entweder mit dem Kind überfordert sind oder sich nicht genug Zeit nehmen! Es kann doch nicht sein, dass sich während des Tages nicht eine Stunde pro Tag findet, um mit dem Sohnemann die Grundrechenarten durchzugehen! Was denkt ihr, ist Nachhilfe im Grundschulalter sinnvoll?

Wenn die Eltern mit den Hausaufgaben oder den schulischen Dingen ihrer Kinder überfordert sind, ist eine professionelle Hilfe immer noch besser, als dem Kind krampfhaft zu versuchen was beizubringen, was man selbst nicht versteht. Das würde dann eher in die Hose gehen.

Ja finde ich sehr sinnnvoll. Manchmal ist es eben besser, wenn eine neutrale Person mit dem Kind Mathe übt. Oft ist die Hausaufgaben/Lernsituation mit den Eltern schon so zugespitzt, dass nichts mehr rein geht. Und wenn die Noten in Mathe schlecht sind, warum nicht frühzeitig entgegenwirken?

Sinnvoll auf jeden Fall..Aber ich gebe dir Recht...In der Grundschule sollten sich die Eltern noch damit auseinander setzen. Ab 7-8 Klasse kann ich eine Nachhilfe verstehen, da die Themen doch schon sehr schwierig sind und wir Eltern es teils auch nicht mehr wissen...
Ich höre aus deiner Frage deutlich mehr heraus als nur Kritik daran, dass deine Nachbarn ihrem Kind Mathenachhilfe geben lassen anstatt selbst zu versuchen, damit klar zu kommen. Darauf will ich aber nicht weiter eingehen. Du solltest auch daran denken, dass es Kids gibt, die an einer sog. Dyskalkulie, einer anerkannte Matheschwäche leiden. Das ist ganz vereinfacht ausgedrückt das Gegenstück zur Legasthenie im Bereich Deutsch. In solchen Situationen ist es mit Sicherheit angebracht, wenn Fachleute die Unterstützung und Förderung übernehmen. Das wird oft im Bereich der Familie und Nachbarschaft dann als Nachhilfe bezeichnet, das kommt besser an als Sonderförderung. Außerdem gibt es Familien, in denen es wirklich sinnvoller ist, wenn die Schulgeschichten von Außenstehenden betreut werden, weil es innerhalb der Familie entweder Dauerknatsch gibt oder die Eltern dem Lerninhalt nicht gewachsen sind - warum auch immer. Ich persönlich hätte lediglich Vorbehalte, wenn Eltern aus einem Ehrgeiz heraus, den das Kind nicht erfüllen kann, auf Biegen und Brechen meinen, in den Kinderkopf was reinhämmern zu müssen, um das dann wahrscheinlich überhöhte Prestigedenken der Eltern zu befriedigen.
Ich habe früher öfter Grunschulkindern Nachhilfe gegeben. Es gibt bestimmt Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen, oft wählen die Eltern aber auch ganz bewußt einen Nachhilfelehrer, da das für die Kinder angenehmer ist.

Also in der 3. Klasse geht es in Mathe um die Grundrechenarten und das in überschaubaren Zeiträumen! Da braucht's normal wirklich keine spezielle Nachhilfe. Das sollten die Eltern ihrem Kind schon vermitteln können! Wie gesagt, sollten!

Habe auch schon eltern erlebt,die den Nachhilfeunterricht bei den Lehrern als "Alibi" benutzen:"Habe meine/n Sohn/Tochter Monate lang zum Nachhu.geschickt und eine Menge bezahlt,und dann lassen Sie ihn doch durchrasseln" :(

Ich gebe Grundschülern Nachhilfe. Und ich wundere mich auch, dass Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern die Grundrechenarten zu vermitteln. Ich höre von denen nur immer: "Ich kann das nicht erklären." Unbegreiflich!
DH!....ich würde den Eltern auch raten, den Junior auf Dyskalkulie testen zu lassen. Wenn früh erkannt kann das Kind gut gefördert werden...LG