Frage von RollercoasterXX, 92

Nachhause Während Vollstationärer Therapie?

Es ist mein zweiter tag hier wegen Depression und sozialen Phobie heute morgen bekam ich mein erstes AD und den morgen und mittag versuchte ich mir einzutrichtern es würde wirken und habe beim Arzt gesagt es würde mir besser wie gestern gehen aber das tat es nicht abends war meine Stimmung auf dem Nullpunkt ich kann nichts essen seit ich hier bin habe ich am Tag nur 1/4 oder noch weniger von dem gegessen was ich normalerweise esse vorhin hab ich den Entschluss gefasst abzubrechen dann kamen mir die Konsequenzen in den Sinn. Könnte man es nicht vereinbaren dass ich nach hause kann bis die Medikamente anfangen zu wirken? Ich kann mich gerade wirklich nicht auf das alles hier einlassen.

Antwort
von Seanna, 53

Ehm... Nein.

Nimm die Chance oder lass es, aber so ein hin und her macht keine Klinik mit.

Was meinst du wie viele auf so nen Platz warten die es wirklich wollen?!

Außerdem wirken Antidepressiva erst nach ca. 3 Wochen und vorher geht's einem eher schlechter als besser. Das ist normal, weil sich erst ein Pegel im Körper aufbauen muss (Steady State).

Stell dich mal nicht so an und bleib am Ball. Kannst nicht ernsthaft erwarten dass es dir in 3 Tagen dort super toll geht..

Kommentar von RollercoasterXX ,

Fakt ist Ich kann mich ohne medikamentöse Hilfe nicht überwinden und benzos dürfen die mir wohl keine geben während man AD nimmt bzw wollten es auch garnicht. Nur wenn ich jetzt 3 Wochen hier bleibe und much abkapsle wird es danach umso schwieriger weil alle denken ich wolle in ruhe gelassen werden (falls das ad überhaupt wirken sollte). Ich wollte ja eigentlich auch nur Antidepressiva während einer normalen psychotherapie zuhause nehmen aber mein Arzt wollte mir nichts verschreiben deswegen wurde ich quasi genötigt stationär zu gehen 

Kommentar von Seanna ,

Was auch sinnvoll ist, weil Medikamente besser im stationären Setting eingestellt werden, wo man Leute beobachten kann und die ersten 3 Wochen mit erhöhten Risiken va von Suizidalität deutlich sicherer sind. Benzos sind höchst gefährlich, speziell bei Angst und Depressionen WEIL sie so gut wirken und daher extrem schnell psychisch abhängig machen. Gut dass das nicht verschrieben wird. Die Behandlung ist völlig korrekt und sehr professionell und sicher.

Antwort
von Anna1107, 54

Ich würde die therapie nicht abbrechen.
Medikamente brauchen einige zeit bis sie einen spiegel aufgebaut haben. Solange sollte auch beobachtet werden ob es nebenwirkungen gibt und wie sie anschlagen.
Das du weniger isst kann auch an dem fremden liegen? Fremde umgebung, fremde menschen, fremdes essen....
Gib der therapie einige tage die chance damit es dir im end effekt besser geht.
Du kannst natürlich auch offen mit den ärzten reden wie du dich fühlst usw....
Alles gute für dich :-)

Antwort
von JaniXfX, 17

Hallo Rollercoaster,

Antidepressiva haben folgendes Problem: Depressionen beinhalten, dass die Patienten sich oftmals suizidieren wollen, aber dafür den Ars** nicht hoch bekommen. Nun nehmen sie AD. Was in der Wirkung passiert, ist Folgendes: Zunächst passiert nichts. Richtig, der Spiegel muss erst aufgebaut werden - andernfalls wäre das Medikament auch zu heftig. Nach einer Weile kommt es zu Aktivitätssteigernde Wirkung. Du wirst spüren, dass Du mehr Antrieb hast, Dinge zu tun - wie z.B. jetzt einfach abzuhauen. Erst 1-3 Tage später setzt wirklich eine Stimmungsaufhellende Wirkung ein. In der Zwischenzeit jedoch, wenn man Antrieb hat, aber die Stimmung noch im Keller liegt, bringen sich Patienten oft um - sie haben jetzt einfach den Antrieb, ihren Suizid umzusetzen. Deshalb macht man die Medikamentöse Einstellung stationär.

Nicht nur der mögliche Suizid ist ein Grund. Es ist nicht leicht, AD zu dosieren. Das ist wie Alkohol: manche vertragen mehr und bauen schneller ab, manche weniger. Deshalb muss das beobachtet werden: wie viel ist zu viel, wie viel ist gut, wie viel ist zu wenig?! Das kann wirklich mal 3 Wochen dauern... Was ich Dir noch mal dringend sagen will: In diesem stationären Aufenthalt geht es UM DICH. NUR UM DICH! Es nützt Dir gar nicht, den Arzt anzulügen, damit Du schneller raus kommst - denn den schaden trägst Du selbst, da dann die Dosierung nicht stimmt. Der Arzt ist es übrigens gewohnt, dass man ihm nicht ganz die Wahrheit sagt. Deshalb ist es ratsam, dass Du nochmals hingehst und sagst, dass Du einfach heimweh hast und gehofft hattest, mit "es hilft schon" schneller raus zu kommen. Dass aber noch keine Wirkung eingesetzt hat.

Und noch etwas: Es sind nur verdammte 3 Wochen. In 3 Wochen bist Du nicht aus Deinem Leben raus. Man kann auch ein halbes Jahr ins Ausland gehen und danach weiterleben, oder in den Urlaub fahren. Du solltest für Dich beschließen, diese 3 Wochen mal auszuhalten. es ist Licht am Ende des Tunnels. Sieh es vielleicht als eine Art spannenden Workshop, in welchem Du etwas für Dich mitnehmen kannst.

Antwort
von wilees, 54

Wie lange mußtest Du warten, bis Du aufgenommen werden konntest?

Kommentar von RollercoasterXX ,

Ca. 3-4 Monate 

Kommentar von wilees ,

Also macht ein Abbruch keinen Sinn, denn dann wartest Du möglicherweise wieder so lange. Du sollst ja gerade während Deines stationären Aufenthaltes medikamentös eingestellt werden. Und es ist vollkommen normal wenn Medikamente dieser Art erst nach ca. 3 Wochen anschlagen.

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