Frage von OhBamby, 61

Nachbarskater greift Schwiegermutters Kater an und verletzt ihn heftig. Was tun?

Hallo zusammen!

Meine Schwiegermutter ist vollkommen verzweifelt. Sie hat seit neuestem neue Nachbarn, deren Kater ebenso wie ihre zwei Katzen tagsüber frei durch die Gegend streift (im Haus wohnen insgesamt an die 10 Familien). Der neue Kater greift ihre beiden ständig an und verletzt sie heftig. Eine Katze hat sie bereits für eine Weile weggegeben, damit sie sich erholen kann, der Kater ist immer noch bei ihr und musste letztens nach einem Angriff des Nachbarskaters notoperiert werden. Der hat ihm komplett das Hinterteil aufgerissen, After, Enddarm etc. - alles vollkommen zerfetzt. Dabei scheinen das nicht mal Rangkämpfe zu sein, weil der Kater meiner Schwiegermutter nicht kämpfen will. Der sitzt einfach nur da und lässt alles mit sich machen, er rennt nicht mal weg. Dabei ist er riesig (ist ein Maine-Coon-Mischling). Ein-zwei kräftige Pfotenschläge würden schon genügen, aber er ist eben friedfertig und ruhig wie ein Buddha.

Die Nachbarn lassen nicht wirklich mit sich reden. Sie haben zwar einen Teil der Tierarztrechnung übernommen, aber das war's auch. Meine Schwiegermutter hat jetzt Angst, dass ihr Kater die nächsten Angriffe, wenn er erstmal wieder auf den Beinen ist, nicht überleben könnte.

Habt ihr einen Tipp, was man da machen kann? Gleich Anzeige erstatten? Irgendwie müssen die ja weiter zusammenleben im Haus...

Lieben Dank im Voraus!

Antwort
von fuchsente, 33

Ist euer Kater kastriert und der von euer Nachbarn nicht? Oft sind kastrierte Kater sehr friedlich und suchen keinen Streit (kann aber auch einfach nur so sein, Tiere haben ja auch charaktere). Der Grund, warum es überhaupt zu dem Streit gekommen ist, ist dass sie das selbe Revier haben, sich aber trotzdem nicht von Geburt an kannten. Daher kommen Katzen aus einer Familie oder Katzen die sich fsst von Geburt an kannten, meist gut mit einenander im selben Revier klar, Katzen die aber erst zusammengekommen sind als sie älter waren eher weniger...

Sucht am Besten noch einmal das Gespräch mit euren Nachbarn und wenn sie nichts machen wollen, dass ihr Kater an den Stellen wo eurer ist, nicht hindarf oder sie ihn kastrieren (dadurch werden sie zu Menschen oft zahmer, lieblicher usw. Ich weiß nicht wie es gegenüber anderen Katzen aussieht)

Kommentar von OhBamby ,

Danke, wir werden tatsächlich mal das Gespräch suchen und zwecks Kastration nachfragen. Revierkämpfe sind ganz klar normal und an der Tagesordnung in der Situation, aber das ist halt extrem heftig.

Antwort
von Lichtpflicht, 32

Was soll eine Anzeige bringen? Bei Schäden von Tieren durch Raufereien untereinander haben beide Tierhalter Mitschuld (rechtlich gesehen, siehe "Tiergefahr").

Haben die Halter der anderen Katzen bereits zur Rechnung dazugezahlt, ist durch eine Anzeige überhaupt nichts weiter zu erreichen.

Die Halter können nicht dazu gezwungen werden, die Katzen in der Wohnung einzusperren. Wenn es schon lebenslang freilaufende Katzen sind, wäre dies auch Tierquälerei. Leider ist es keinem der Halter möglich, die Tiere 24/7 zu überwachen, zudem sind es nunmal, trotz aller Domestizierung... Raubtiere.

Ich würde noch einmal das Gespräch mit den Nachbarn suchen und sie in die Lösung des Problems miteinbeziehen. Vielleicht müssten die Angreifertiere nur kastriert werden. Eine sachliche, neutrale und freundliche Person sollte der Schwiegermutter in dem Gespräch beistehen. Vielleicht wäre es auch möglich, die Zeiten in denen die Tiere frei herumlaufen so abzustimmen, dass sie sich nicht so leicht begegnen können!

Kommentar von OhBamby ,

Vielen Dank für Ihre Antwort, da sind wirklich gute Tipps dabei. Ich denke, wir werden mal nächstes WE hinfahren (sind 400 km entfernt) und mit den Nachbarn in RUhe reden. Meine SchwieMu ist da viel zu emotional, was in der Situation auch verständlich ist, aber so kommt es zu keinem konstruktiven Gespräch. Wir werden zwecks Kastration nachfragen und tatsächlich "Draußenzeiten" vereinbaren, wenn die Nachbarn da entgegenkommen. Danke nochmal!

Antwort
von schokocrossie91, 29

Schwierig, Kater sind revierbezogen, Kämpfe sind da eigentlich an der Tagesordnung. So heftig sollte das aber nicht ausfallen. Sind beide Tiere kastriert? Da ist natürlich auch die Frage des Umgangs der Nachbarn mit ihrem Kater. Fehlerziehung, Gewalt, etc., kann sich in solchem Verhalten ausdrücken.

Kommentar von OhBamby ,

Ja, nur kann man da leider auch nichts machen, wenn es tatsächlich am Umgang der Nachbarn mit ihrem Kater liegt. Wegen der Kastration werden wir nochmal nachfragen, danke!

Antwort
von portobella, 21

Normale Revierkämpfe unter Katern sind durchaus o.k. aber meist nicht so heftig, das ein Tier schwer verletzt wird und eine Operation nötig wird, ich würde dir gerne sagen, das gibt sich mit der Zeit, doch das glaube ich nicht, und so schwer das auch für deine Oma ist, sie darf sie nicht mehr raus lassen und es nützt auch nichts mit den Nachbarn zu reden, denn was sollen sie tun, finde es aber fair von ihnen das sie sich an den Kosten beim Tierarzt beteiligt haben, obwohl sie dazu nicht verpflichtet sind, ihr könntet aber mal wegen der Kastration nachfragen.

Kommentar von OhBamby ,

Ja, wegen der Kastration fragen wir demnächst nach. Den Kater nicht mehr rauszulassen wäre für ihn ebenfalls quälent, er kennt es ja von Geburt an nicht anders. Wäre das ganze ein typischer Revierkampf, wär es ja ok. Aber es ist halt extrem heftig....

Antwort
von hummel3, 21

Ich kenne solche Probleme aus eigener Erfahrung. - Leider gibt es dagegen aber kaum ein "Mittel". Und anders als bei Hunden, welche sich nach einer üblen Erfahrung aus dem Wege gehen, kann sich so eine Rauferei bzw. Kampf zwischen verfeindeten Katzen "100 Mal" wiederholen.  Wie ich von Tierärzten weiß, "lernen Katzen nicht aus negativen Erfahrungen dazu".

Das Grundproblem liegt einfach darin, dass die Menschen welche Katzen halten, viel zu eng aufeinander wohnen und bei der Umsetzung ihres Wunsches nach einem Tier keinerlei Rücksicht auf die schon gegebene Situation vor Ort legen. - Jeder lässt einfach seine neue und zusätzliche Katze los und denkt nichts dabei.

Es gibt also für den Kater deiner Schwiegermutter keinerlei Rat, außer ihn ins Haus zu verbannen. Gegenüber dem bösen Nachbars-Kater gibt es auch keine juristische Handhabe, soweit ich dies beurteilen kann. Und ob es etwas nützt einen Tierpsychologen zu kontaktieren, weiß ich nicht. 

Tut mir leid, denn meine Katze war auch schon häufig von neu hinzukommenden Nachbarskatzen ernsthaft verletzt. Nur Tierärzte können sich darüber freuen. :-)

Kommentar von OhBamby ,

Eigentlich ist da genug Platz, es ist sogar ziemlich paradiesisch für freilaufende Katzen dort :) Nur ist es nicht möglich, das Revier von Menschenhand irgendwie aufzuteilen durch Zäune o.ä. Ich glaube aber, im Haus würde er echt eingehen... Wir werden nochmal das Gespräch suchen.

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