Frage von CoraundderRest, 121

Nachbar mit Behinderung - wie einen Riegel vorschieben?

Moin.

Wir haben seit geraumer Zeit ein kleines/großes "Problem", welches ich leider immer wieder runterschlucken musste. Aber langsam geht es mir gewaltig auf den Keks.

Unter uns wohnt eine Familie, Mann und Frau, und haben zwei Söhne. Beide haben eine Behinderung, und einer von ihnen klingelt minimum 10 Mal täglich an unserer Tür, und das geht seit über einem Jahr.

Ich nenne euch mal Beispiele, die wir wirklich täglich mitbekommen:

• Er schaut in unsere Briefkästen. Aber nicht nur von uns, sondern von allen 8 Familien die in diesem Haus leben.

• Wenn wir die Treppe hoch laufen, rennt der Mann sofort an die Tür, reißt sie auf und beobachtet die Personen, die hoch laufen.

• Er klingelt täglich (ja, auch an Feiertagen) solange, bis einer aufmacht. Er möchte nämlich meinen Bruder sprechen, da er ihm was vorlesen soll. Hierbei verstehe ich widerrum seine Eltern nicht; wieso lesen die ihm das nicht vor?

• Wenn er es dann tatsächlich in die Wohnung rein geschafft hat, gafft er mindestens 5 Minuten in jedes Zimmer hinein (Bei offener Badezimmertür, auch dort hinein)

• Wenn meine Mutter ein Nachmittagsschläfchen haltet, beobachtet er sie, wie sie schläft.

• Er bittet meinen Bruder dauernd, ob er ihn zu MediaMarkt fahren kann. Einmal hat mein Bruder leider zugesagt, und als sie dort waren, wollte er plötzlich gar nicht dahin und wollte, dass mein Bruder ihm eine Pizza kauft.

• Er klingelt zu jeder Tageszeit. Morgens um 6 an Weihnachten, Sonntags um 23 Uhr, immer, wenn es ihm gerade passt.

Seine Gründe, warum er das alles macht? - Er schaut in die Briefkästen und nimmt die Post heraus, weil sie sonst "nass geworden wäre". - Er klingelt alle 10 Minuten bei uns, damit wir ihm die DVD-Schachtel vorlesen, ob mein Bruder ihn irgendwo hinfahren kann. Dabei nutzt er die Gelegenheit und läuft, selbst auch in Schlafanzug, durch die Wohnung und starrt in jedes Zimmer, ob die Tür geöffnet ist, oder nicht (Wenn's sein muss öffnet er sie)

Diese Situation geht mir allmählich tierisch auf den Geist, und immer wieder frage ich meine Eltern, wieso sie nichts dagegen tun. Mein Vater ist auch schon am Ende mit den Nerven, aber meine Mutter meint ständig 'Ach, lass den armen Kerl, der hat eine Behinderung'.

Behinderung hin oder her, lange mache ich das nicht mehr mit und ich garantiere für nichts mehr.

Ich möchte aber wissen, wie ich mit so einer Person Tacheles reden kann, ohne dass mich seine Eltern gleich anpöbeln.

Antwort
von schneeblumeA, 58

Das Problem ist wohl am ehesten die Nachsicht Deiner Mutter. Das müssen Deine Eltern machen, die können entweder mit mehr Autorität mit seinen Eltern reden oder die Polizei verständigen.

Antwort
von XHeadshotX, 39

Klingt ein bißchen wie Monk, oder Sheldon Cooper aus Big Bang Theory mit zu viel Kaffee...;-) Aber ich glaub gern, daß euch das so ziemlich jeden Nerv zieht. Wenn er ein Autist ist (und das läßt mich deine Beschreibung vermuten) kannst du es ihm schon versuchen zu erklären, aber ich denke nicht, daß er da groß aus seiner Haut kann.

Diese sich immer wiederholenden Rituale sind ein Teil der Krankheit. Wahrscheinlich wird er gar nicht verstehen, daß das vielleicht störend sein könnte. Ironie, Sarkasmus kommt bei solchen Leuten nicht an, die können damit nichts anfangen und tun sich generell schwer, Emotionen einzuordnen. Sie haben eine andere Art, ihre Umwelt zu betrachten.

Heißt aber nicht, daß man sich alles gefallen lassen muß. Wie alt sind die 2 Jungs denn und ist es mit beiden gleich schlimm? Gut wäre wahrscheinlich eine Übereinkunft mit allen Leuten im Haus. Sowas Ähnliches wie Sheldon mit seiner Mitbewohnervereinbahrung aufgesetzt hat. Ein Vertrag, wo das gegenseitige Miteinander geregelt wird - völlig sachlich. Mit ihnen und nicht über sie hinweg.



Kommentar von CoraundderRest ,

Er ist kein Autist, Gefühle gibt's reichlich in dem ^^

Der Dauernervi ist 37, das Alter des anderen kenne ich nicht. Aber die Behinderung des anderen ist stärker ausgeprägt und demnach ist er nur zu Hause, mit ihm haben wir nie zu tun.

Antwort
von larry2010, 31

zum einen sollte eure familie sich mit seinen eltern treffen und darüber sprechen, was euch stört und wie man damit umgehen sollte. sprecht offen aus, das es in eurer familie für unruhe sorgt.

ich weiss natürlich nicht, welche behinderungen er hat und ob er regeln versteht und wie er damit umgeht. das muss man klären.

vielleicht kann er sich aufgrund der behinderung nicht an regeln halten

Antwort
von loggruf, 47

"Ich möchte aber wissen, wie ich mit so einer Person Tacheles reden kann, ohne dass mich seine Eltern gleich anpöbeln." Du musst mit seinen Eltern reden, damit die das unterbinden. Das sind ja unmögliche Zustände. Ich wäre da schon lange ausgezogen. Stellt die Klingel ab und lasst die Tür zu, wenn er klopft oder Theater macht. Wie alt ist "der Kleine" denn?

Antwort
von sternenmeer57, 40

Ihr könnt ihm ganz normal sagen was euch stört. Ausserdem einen festen Tag mit ihm ausmachen, an dem ihr was mit ihm macht .Dann geht es euch allen besser. Ihr müsst euch dann aber auch dran halten, sonst geht es nach hinten los.

Antwort
von Repwf, 46

Sprich mit den ELTERN Tacheles! DIE haben die Aufsichtspflicht! 

Aber im Ernst, solange er bei euch bekommt was er möchte... Selber schuld! 

Kommentar von CoraundderRest ,

Es geht ja jedem hier auf dem Geist, aber meine Mutter, siehe oben. Wenn wir ihm dann mal die Meinung sagen, dann gibt es Drama vom Feinsten von der Frau. 'Hilf ihm doch, er ist behindert'.. usw

Kommentar von Repwf ,

Dann ist deine Mutter das Problem! 

Der kann nichts dafür! Er "lernt" ja bei deiner Mutter das er alles richtig macht! 

Antwort
von Kandahar, 50

Warum redet ihr nicht mal mit den Eltern in aller Ruhe? Denen wird das auch nicht recht sein. Im übrigen müsst ihr den ja  nicht reinlassen und herum fahren müsst ihr ihn schon gar nicht. Manchmal muss man im Leben auch mal Tacheles reden und Nein sagen können.

Antwort
von CoraundderRest, 43

Zu seinen Eltern: Die bekommen das sehr wohl mit, sie WISSEN auch, dass es uns nicht wirklich Recht ist, aber diese sagten, ich zitiere: "Ach der Kleine ist nur neugierig, das ist doch nicht so schlimm." Und Tür war zu.

Antwort
von Goodnight, 48

Rede mit seinen Eltern und sag ihnen, dass es zu viel wird. Die haben vielleicht gar keine Ahnung, dass ihr Sohn stört.

Kommentar von CoraundderRest ,

Zu seinen Eltern: Die bekommen das sehr wohl mit, sie WISSEN auch, dass es uns nicht wirklich Recht ist, aber diese sagten, ich zitiere: "Ach der Kleine ist nur neugierig, das ist doch nicht so schlimm." Und Tür war zu.

Kommentar von Goodnight ,

Tja euch ist er zu neugierig, das reicht für ein Nein.

Wie alt ist denn der Kleine?

Kommentar von CoraundderRest ,

Der "Kleine" ist 37.

Kommentar von Goodnight ,

Alles klar, das geht so nicht.

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