Frage von Lisaaa1974, 45

Nach welcher Abmahnung darf gekündigt werden?

Hallo,

sagen wir mal Person A hat eine Abmahnung von dem Chef bekommen, die gerechtfertigt war, eine Abmahnung, die aber nicht wirklich gerechtfertigt ist und jetzt möchte der Chef Person A kündigen, darf er das schon oder muss eigentlich noch eine weitere Abmahnung folgen?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 27

Ein Arbeitnehmer kann gekündigt werden wenn er wegen demselben "Vergehen" schon eine Abmahnung bekommen hat und in dieser darauf hingewiesen wurde dass im Wiederholungsfall arbeitsrechtliche Konsequenzen zu erwarten sind.

Hier reicht eine Abmahnung um bei der nächsten "Verfehlung" gekündigt zu werden.

Was meinst Du mit: Der Chef möchte Person A nach einer gerechtfertigten und einer "nicht wirklich" (?) gerechtfertigten Abmahnung kündigen?

Wenn die zweite Abmahnung nicht gerechtfertigt ist, kann man gegen die Kündigung klagen. Ist sie gerechtfertigt kann der AG aus diesem Grund nicht mehr kündigen. Der Kündigungsgrund ist mit der Abmahnung "verbraucht". Der Chef muss darauf warten dass sich der AN dann wieder falsch verhält. Dann kann er kündigen.

Antwort
von DarthMario72, 21

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Einem AN kann man kündigen, wenn er wegen demselben Fehlverhalten schon eine Abmahnung bekommen hat und dabei darauf hingewiesen wurde, dass im Wiederholungsfall arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zu einer Kündigung zu erwarten sind. Je nach Schwere des "Vergehens" kann aber auch ohne vorherige Abmahnung gekündigt werden.

Der AG darf aber nicht ein und dasselbe Fehlverhalten abmahnen und gleichzeitig deswegen kündigen - möglich ist nur eins von beiden.

Wenn man als AN der Ansicht ist, dass eine Abmahnung nicht gerechtfertigt ist, hat man die Möglichkeit, eine schriftliche Gegendarstellung einzureichen und die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte zu fordern.

Außerdem hat man im Fall der Kündigung die Möglichkeit, innerhalb von drei Wochen nach Erhalt vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigung zu klagen. Tut man das nicht, wird aber auch eine an sich unwirksame Kündigung wirksam.

Antwort
von dadamat, 10

Dazu gibt es abweichende Rechtsprechungen. Einer ungerechtfertigten Abmahnung kannst du Widersprechen, einer Kündigung auch. Dann kommt es auf dein "Vergehen" und den Richter / Rechtsanwälten an.

Antwort
von PeterSchu, 19

Eine Abmahnnung besagt sinngemäß "Wenn das nochmal passiert, kann es eine Kündigung geben."

Und das darf man ruhig auch wörtlich nehmen.  Allerdings darf der Betrieb nicht für ein Fehlverhalten erst eine Abmahnung erteilen und dann - ohne ein weiteres Fehlverhalten - kündigen.

Antwort
von Spediteur1953, 15

Pauschal lässt es sich nicht sagen.Unter Umständen reicht bereits eine Abmahnung.Bei einem Kündigungsschutzprozess entscheidet allein der Richter, ob eine Abmahnung gerechtfertigt ist.

Antwort
von DietmarGre, 1

Wie schon einige hier sagten, kann man diese Frage so pauschal nicht beantworten, da gibt es wirklich eine Menge Faktoren, die beachtet und ausgewertet werden müssen, bis dir eine eindeutige Antwort gegeben werden kann, am besten wäre es, wenn du dich in dieser Sache von einem kompetenten Anwalt wie diesen hier beraten lassen würdest:
http://www.rechtsanwalt-galka.de/

Antwort
von Dog79, 22

Mit der dritten Abmahnung darf die Kündigung ausgesprochen werden, dabei ist es egal welche Begründungen die Abmahnungen hatten.

Kommentar von DarthMario72 ,

Entschuldige, das ist Humbug

Kommentar von Dog79 ,

Belege für deine Aussage?

Kommentar von Familiengerd ,

Mit der dritten Abmahnung darf die Kündigung ausgesprochen werden

Ein offensichtlich unausrottbares Märchen ...

Eine solche Regelung - "nach der dritten Abmahnung darf gekündigt werden" - gibt es nicht.

Ob eine Kündigung ohne Abmahnung oder bei Wiederholung des Pflichtverstoßes nach der 1., 2, 3., ... Abmahnung angemessen/möglich ist, hängt alleine von den konkreten Umständen, Anlässen und den gegenseitigen Interessenslagen ab.

Kommentar von Dog79 ,

Danke, was einige Wörter mehr doch ausmachen können.....

Kommentar von PeterSchu ,

In einer Abmahnung steht sinngemäß "wenn dieses Fehlverhalten nochmal passiert, kann es zu einer Kündigung kommen."

Ob der Betrieb dann wirklich kündigt, hängt von seinem Ansinnen bzw.Wohlwollen ab. Möglich ist eine Kündigung aber durchaus im nächsten Wiederholungsfall. Von drei erforderlichen Abmahnungen ist im Arbeitsrecht nirgends die Rede, dennoch wird diese angebliche Regelung immer wieder zitiert.

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Bei mehreren Abmahnungen wegen des gleichen Pflichtverstoßes kommt es allerdings darauf an, dass der Warncharakter nicht durch zu viele "folgenlose" Abmahnungen "verbraucht" wird.

Dann könnte eine Abmahnung nämlich nicht mehr zur Stützung einer Kündigung heran gezogen werden.

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