Frage von Felix1337, 50

Nach welchem System benennen Verkehrsgesellschaften ihre Buslinien?

Ich habe gerade einen Artikel über eine regionale Verkehrsgesellschaft gelesen und da werden ständig die Linien genannt (zB. R11, C80. S20). Gibt es da ein System oder sind die Nummern willkürlich gewählt?

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von nordlyset, 32

Die von dir genannten Linien sind typisch für die VRL (Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe), VGM (Verkehrsgemeinschaft Münsterland) und VGWS (Verkehrsgemeinschaft Westfalen Süd). Bei denen sind C-Linien Stadtbusse, R-Linien Regionalbusse (R-Linien aber eher bei der VGWS) und S-Busse Schnellbusse. So kann man erkennen, ob der Bus überall hält oder eher eine schnelle Überlandverbindung ist.

Das macht jeder Verkehrsverbund anders. Hier im VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) z.B. sind die Linien in Fahrplanbereiche aufgeteilt, denen jeweils eine oder mehrere Städte angehören. Die normalen Liniennummern sind alle ausnahmslos dreistellig, an der ersten Ziffer erkennt man den Bereich. Schnellbuslinien sind zweistellig mit einem SB davor (z.B. SB81), hier fügt sich die Liniennummer entweder in das lokale Nummernsystem ein oder die erste Zahl bezeichnet den Bereich, U-/Stadtbahnlinien genauso, "U" und eine zweistellige Zahl (z.B. U76), wo die erste Ziffer den Bereich andeutet. In einigen Städten gibt es noch schnelle Stadtbuslinien, CE (CityExpress), hier ist das Nummernsystem aber auch nicht eindeutig. Viersen ist z.B. im Fahrplanbereich 0, d.h. die Linien sind dreistellig mit einer 0 an erster Stelle, die CE-Linie dort ist aber die CE89, weil das in das System der normalen Buslinien passt: 080, 081, 082, ... in Wuppertal (Bereich 6) passt es hingegen, z.B. CE64, normale Buslinien z.B. 601, 608.

In Düsseldorf (rechtsrheinische Ortsteile) und dem Kreis Mettmann hat man z.B. den 7er-Bereich, das heißt, die Straßenbahn- und Buslinien haben als erste Ziffer 7, z.B. die Straßenbahnlinie 701. U-Bahnen dito, U71, U72, U73, ... . In Dortmund hat man den 4er-Bereich, die Buslinien sind also im 400er-Bereich und die U-Bahnen auch (U41, U42, ...). Dadurch gibt es im gesamten Verkehrsverbund keine Doppelbelegungen - theoretisch. Seit der Übernahme der VGN gibt es die auch - mit dem 0er-Bereich. Die VGN hatten ein- und zweistellige Liniennummern, die es im alten VRR-Gebiet auch gibt, aber mit einer oder zwei Nullen davor. Das heißt, jetzt gibt es seit dem 1.1.2012 z.B. eine Linie 44 in Xanten und eine 044 in Krefeld, eine Linie 1 in Moers und eine Linie 001 in Mönchengladbach.

Der VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) macht das genauso, nur konsequenter. Unterschied hier ist, dass die Straßenbahn- und Stadtbahnlinien ein- und zweistellig sind und die Buslinien durchgehend dreistellig. Auch hier erkennt man an der ersten Ziffer den Bereich, auch hier gibt es SB-Linien mit zweistelliger Liniennummer, nur konsequenter im System, als im VRR. Köln hat z.B. den Bereich 1, die Straßenbahnen und Stadtbahnen sind entweder einstellig oder haben eine 1 als erste 10er-Stelle (z.B. 1, 7, 9, 16, 18) und die Buslinien sind alle im 100er-Bereich (z.B. 106, 131, 142, ..., Ausnahme: Linien aus anderen Bereichen, die nach Köln fahren, z.B. die 250 aus Solingen, die den 2er-Bereich durchfährt).

Jeder Verkehrsverbund kocht da sein eigenes Süppchen, beide Systeme scheinen so oder so ähnlich weit verbreitet zu sein.

Kommentar von nordlyset ,

Danke fürs "Sternchen"! :-)

Antwort
von Parhalia, 27

Grundlegend stehen die Kürzel ( Buchstaben ) für bestimmte Gebietsabdeckungen und Haltestellen der jeweiligen Linien.

 - C könnte für "City-Bus" stehen. Diese Linien verkehren dann nur im Bereich eines bestimmten Stadtgebietes.

 - R könnte für "Regionalbus" stehen. Diese Busse verkehren dann zwischen verschiedenen Städten einer bestimmten Region und haben viele Haltestellen auf ihrer Wegstrecke.

 - S könnte für "Schnellbus" stehen. Diese Busse verkehren zwar auch zwischen verschiedenen Städten einer Region, haben aber einerseits weniger Haltestellen auf ihrer Strecke und ggf. teilweise auch insgesamt eine kürzere Wegstrecke z.B. zwischen den bedienten Städten ihrer Tour.

Da kann es auch noch weitere Zusatzkennungen ( Buchstaben ) z.B. für Werksverkehre oder Schulbusse oder Sonderbusse geben. 

Die Liniennummern ( numerische Ergänzung ) gibt in der Regel dann grob die allgemeine Wegstreckenführung der jeweiligen Linien bekannt. ( also zwischen welchen Endhaltepunkten sie verkehren und ggf. noch die Feinunterteilung der exakten Wegestrecken durch jeweilige Ortsteile der Städte )

Antwort
von claushilbig, 9

Das macht jeder Verkehrsverbund nach eigenem Gutdünken, manchmal auch in Abstimmung mit den Nachbarverbünden (damit es bei grenzüberschreitenden Linien keine Verwechslungen gibt).

Bei einigen Verbünden kann man eine Systematik erkennen (z. B. das Linien mit gleichen Endziffern zumindest in Teilbereichen parallel fahren), bei anderen nicht ...

Ich vermute bei den von Dir angegebenen Liniennamen, dass die Buchstaben am Anfang den "Typ" der Linie angeben: R = Regional (über Land), C = City (nur innerstädtisch), S = Schnellbus (oder vielleicht auch Schülerverkehr)

Antwort
von revisorrkh, 12

Als die Deutsche Bahn (nach Übernahme der Postbusse) noch so ziemlich bundesweit den Regionalverkehr mit Bussen durchgeführt hat, gab es tatsächlich ein einheitlöiches System in ganz Deutschland, siehe unter dem Suchbegriff "Omnibuskursbuch" mit Gründung der Verkehrsverbünde ist dies hinfällig geworden. Im NVV (Nordhessischer VerkehrsVerbund) gibt mittlerweile die erste Stelle der Liniennummer den Landkreis an (5= Waldeck-Frankenberg, 2= Werra-Meißner, 3=Herdfeld-Rotenburg, 4= Schwalm-Eder, 1=Landkreis Kassel.

Antwort
von derhandkuss, 22

Jede Verkehrsgesellschaft vergibt die Nummern ihrer Buslinien nach eigenen Kriterien.

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