Frage von LucasCosta, 211

Nach Ubuntu 15.10 update startet die GUI nicht mehr. Nur noch Blackscreen?

Ich habe heute mein Ubuntu 15.04 auf 15.10 updaten wollen. Die installation und die Bereinigung ... dieser ganze Prozess klappte auch problemlos bis es zum Neustart ging. Er rebootete also und ich bekam nur die eine nette Zeile :

fsck from util-linux 2.26.2 ubuntu

Wie kann ich ohne neuaufsetzen zurück in meinen Computer kommen ? Ihn also mit der GUI nutzen wie vor dem Update ?

Antwort
von Linuxhase, 130

Hallo

Nur noch Blackscreen?

Dazu bitte mal lesen und verstehen:

Das nomodeset Problem
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Viele von uns müssen diesen Parameter mit GRUB an den Kernel übergeben, so fragt man sich irgendwann:
"Warum wird ein Kernelparameter/eine Bootoption, die von so vielen benötigt wird um nicht vor einem dunklen Bildschirm zu sitzen, nicht standardmäßig gesetzt?"

Eine Antwort darauf bringt vielleicht ein Erklärungsversuch.

A) Was tut 'nomodeset' eigentlich?
B) Probleme auftreten können
C) Wo tritt das Problem auf?
D) Wie und wo kann nomodeset übergeben werden?
E) Vorteile von nomodeset
F) Entwicklung
G) Erläuterung zur Entstehung von Treibermodulen unter GNU/Linux
H) Lösungsvorschlag
I) Anhang

A) Was tut 'nomodeset' eigentlich?
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- Der Parameter 'nomodeset' schaltet den X-Server ab, übergeht ihn also und gibt die Ansteuerung der Grafikhardware an den Kernel (über Kernel Mode Setting {KMS}) ab.
- Dieses ist seit der Kernelversion 2.6.28 fest eingebaut, hat also nichts damit zu tun ob man openSUSE, Ubuntu oder eine andere Distribution benutzt.
- Der Kernel übernimmt nun die Kommunikation mit der Grafikkarte direkt über das entsprechende Kernelmodul.

B) Probleme auftreten können:
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- Bei einigen Karten kann der Boot-Splash hängen bleiben
- Man landet direkt in einem Blackscreen
- wobei man in beiden Fällen nicht mehr sieht was das System gerade tut.¹
- Das Problem kommt auf verschiedenen Rechnern mit unterschiedlichen Grafik-Karten/-Chips vor. Dabei unterscheidet sich die Art des Ansprechens bei jeder Karte.
- Dieses Verhalten tritt unter anderem beim freien NVIDIA-(nouveau)-Modul auf, verschwindet aber nach der Installation des proprietären Treibers.
- Hierzu muß aber die nomodeset-Option dann wieder entfernt werden

C) Wo tritt das Problem auf?:
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- Die Übergabe des Kernelparameters 'nomodeset' veranlasst im Grunde den Kernel, das KMS abzuschalten und die Ansteuerung wieder an den X-Server zurück zu geben
(wie es früher war).
- Dieser X-Server ist dann aber möglicherweise langsamer oder hat einige andere Probleme, die sich an anderer Stelle bemerkbar machen können.

D) Wie und wo kann nomodeset übergeben werden?
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Einfach den String in der Kernelzeile des Bootloaders eingeben.

E) Vorteile von nomodeset:
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- Speichermanagement während eine separate Funktion mit eigenen Rechten läuft. Das ist hier enthalten, weil es eine Voraussetzung für die Kernel-Mode-Setting (KMS) ist.
- Durch 'nomodeset' ist es möglich, dass zum Beispiel ein hochauflösender Splash-Screen flimmerfrei dargestellt werden kann. (sonst wäre man wieder bei einer Auflösung
von 640x480 wie anno 1995.)
- Kernel Mode Setting (KMS) unterstützt auch ein schnelleres umschalten zwischen verschiedenen Grafikmodi, sowohl in der Konsole als auch in einer grafischen Umgebung.
- Angeschlossenen Displays können so früh wie möglich in ihrer nativen Auflösung geladen werden.
- KMS unterstützt auch native Auflösungen in VTs auf einigen Laptops und Netbooks, welche, dafür ausgelegt sind (z.B. kann man: 800×600 auf einem 1024×600 Pixel
Bildschirm darstellen)
- Grafische Dienste, wie der X-Server und der Plymouth Bootmanager, benutzen einfach die bestehenden Display-Einstellungen wenn diese übereinstimmen.
- Dies ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen Bootscreen und Login-Bildschirm.
- Schnellere Benutzerwechsel sind ein weiterer Vorteil dieser Technologie, und wenn beide Benutzer dabei die gleichen Bildschirmauflösungen verwenden, gibt es kein
flackern.
- Aber selbst wenn sie unterschiedliche Bildschirmauflösungen verwenden, so muß der Kernel nur genau einmal statt zweimal den Grafikmodus umschalten.
- Schließlich, da dem Kernel bekannt ist, welche Regionen des Videospeichers benutzt werden, kann die Panik-Meldungen auf dem Bildschirm ausgeben, was bei der
Fehlersuche hilfreich ist.

F) Entwicklung
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KMS ist sehr hardwareabhängig.

- Die ersten Ziele waren ATI und Intel-Grafikchips, denn dazu existiert ausreichende Dokumentationsmaterial um Kernel-Treiber für diese umzusetzen.
- Der Aufbau des Kernel KMS-API ist noch immmer im Entwicklungsprozess und interagiert mit allen Kernel-Video-Memory-Management-Subsystemen (GEM, TTM, etc.)
- Plymouth und seine entsprechenden 2D-X-Treiber, mußten ebenfalls angepasst werden um die neuen KMS-APIs Funktionen verwenden zu können.

Die folgenden Grafikeinheiten müssen noch ausreichend getestet werden:

- Intel 915/945
- Intel 965 und oben
- Intel 865 und unten
- Radeon R500 und oben (dh ATOM BIOS aktiviert)
- Radeon R400 und unterhalb (dh nicht-Atom)
- Alles andere

Eine Plymouth Prüfung wird künftig wohl implantiert werden.
Für jede der oben genannten Konfigurationen, sollte es Plymouth Lösungen geben:

- Entweder grafischen Splash wenn KMS-Unterstützung, oder rein textbasierend
- Für jede vorhandene Konfiguration kann X gestartet werden , egal ob Plymouth aktiviert ist oder nicht.
- Darüber hinaus muss die schnelle Benutzerumschaltung getestet und bearbeitet werden.
- Für die viele Grafikchips sind weitere Test nötig (am besten kostenlos von freiwilligen Testern)
- Plymouth wird in Zukunft sowohl KMS als auch die vom Kernel bereitgestellten Module unterstützen.
- Plymouth wird weiterhin versuchen, den für die Entwicklung korrespondirenden Code zu erhalten
- Plymouth möchte nicht in die Enwicklung von Treibern einsteigen sondern als Schnittstelle der verschiedenen Kernelmodule dienen.

G) Erläuterung zur Entstehung von Treibermodulen unter GNU/Linux:
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Vielleicht würden die Menschen mehr Toleranz bei Fehlern in openSource Treibermodulen haben, wenn sie wüssten:

- Daß der Entwicklungsprozess meist über "Reverse Engineering" eines vorhandenen (Windows)-Treibers geschieht.
- Dabei wird meist ein Windowstreiber dissassembliert, also komplett zerlegt, um nachvollziehen zu können welche Funktionen er wann auslöst und welche Wirkung
das auch die Chips hat.
- Dies ist ein sehr zeitaufwendiger Prozess und da aber verschiedene Benutzer auch verschiedene Versionen vom gleichen Grafikchip haben können, kommt es vor,
dass das Ergebnis mal mehr und mal weniger gut funktioniert.
- Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem ist, dass einige Linux-Kernelmodule nicht ausreichend oder überhaupt nicht auf (speziellen)
Grafik-Karten/-Chips getestet werden können. Den Entwicklern steht ja nicht jede Grafikkarte und jedes Model zur Verfügung.

H) Lösungsvorschlag
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- Drücke eine beliebige Taste auf Deiner Tastatur sobald das erste Anzeichen von Ubuntu auf dem Schirm erscheint (bei allen Distributionen equivalent)
- Bewege den Cursor mit den Pfeiltasten zu dem Eintrag den Du booten möchtest und drücke den Buchstaben E bzw. TAB um den Eintrag zu editieren
- Navigiere den Cursor mit den Pfeiltasten zu dem Eintrag in dem der Pfad zum Kernel angegeben ist (vmlinuz, casper ect.)

In dieser Zeile entfernst Du das am Zeilenende stehende: quiet splash -- (bei "nicht Ubuntu Systemen" kann die Zeile abweichend aussehen z.B.: splash=silent quiet und schreibst an dieser Stelle:

nomodeset

I) Anhang
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¹ Streng genommen kommt es natürlich auch bei einem Blackscreen zu einer Bildausgabe, nur eben nicht zu der gewünschten.

Antwort
von androhecker, 122

Also als Linux Nutzer sollte man sich vorerst selber helfen können, zB schauen ob man in ein Terminal kommt und lightdm starten kann. Wenn das nichts bringt, dann kann man sich richtung Google bewegen, wenn das immer noch nicht bringt, DANN geht man zu ubuntuusers.

Kommentar von LucasCosta ,

Ich habe leider noch nicht viele Erfahrungen mit Linux gesammelt, da ich meist nach der Arbeit nicht dazu komme. Bei Google hatte ich brereits nachgesehen, habe jedoch keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Jetzt bin ich hier.

Kommentar von androhecker ,

Das ist nicht der richtige Ort, und zumindest ein Terminal ohne GUI sollte man benutzen können, dass gehört zu Linux Basiswissen. Man kann nämlich mit einer Tastenkombi die Screens wechseln, standardmäßig ist lightdm auf 7, auf allen anderen ein leeres Terminal, also auf irgendein leeres gehen.

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