Frage von Silvester02, 214

Nach Kündigung keinen Lohn bekommen?

Hier meine Kündigung die ich am 10.01.16 bekommen habe.

wir kündigen das mit Ihnen zum xx.xx.xxxx geschlossene Arbeitsverhältnis fristgerecht zum 15.02.16. Wir stellen Sie unter Anrechnung etwaiger noch bestehender Urlaubstage, etwaiger geleisteter Überstunden und sonstiger etwaiger finanzieller Ansprüche sofort von Ihren Tätigkeiten frei.

Jetzt hab ich ein Problem. Nachdem ich die Kündigung bekommen hatte, bin ich nach Hause gegangen, da ich Feierabend hatte. Ich musste also nicht mehr Arbeiten kommen und bis zum 15.02.16 bin ich also zuhause. Ich hatte mich in vielen Betrieben beworben, habe jetzt auch eine neue Stelle, wo ich am 16.02.16 anfange. Mein Problem ist jetzt, dass am 07.02.16 mein Geld auf dem Konto drauf sein sollte, aber ich hatte nichts drauf. Hab gedacht ,,okay wegen Karneval''. Hab ich noch bis zum 10.02.16 gewartet, aber immer noch nichts drauf. Bekomme ich kein Geld mehr? Und wo kann ich mir Hilfe holen?Ich war nachdem ich die Kündigung bekommen hatte, schon mal beim Anwalt, weil die Kündigung durch nicht Begründung unrechtens ist. Ich wollte sie anfechten, hab die Klage aber fallen lassen aus Angst, wieder dort arbeiten gehen zu müssen. Dann hätte ich ja kündigen müssen. Dadurch, dass ich noch keine neue Stelle hatte, hätte ich ne Sperre beim Arbeitsamt bekommen. So 3 Wochen waren um. Nur in den 3 Wochen kann man dagegen vorgehen. So in der Zeit hatte ich meinen Anwalt schon mal gefragt, ob ich denn noch Lohn bekomme bis zum 15.02.16 und der meinte ,,ja''. Also was stimmt und was nicht? Geld für den Anwalt habe ich nicht, was mach ich? Ich brauche Hilfe!

Antwort
von Familiengerd, 111

So in der Zeit hatte ich meinen Anwalt schon mal gefragt, ob ich denn
noch Lohn bekomme bis zum 15.02.16 und der meinte ,,ja''. Also was
stimmt und was nicht?

Selbstverständlich hat der Anwalt Recht - denn Du hast ebenso selbstverständlich Anspruch auf Deinen Lohn bis zum 15.02.2016.

Wir stellen Sie unter Anrechnung etwaiger noch bestehender Urlaubstage,
etwaiger geleisteter Überstunden und sonstiger etwaiger finanzieller
Ansprüche sofort von Ihren Tätigkeiten frei.

Da sind mindestens zwei Punkte nicht in Ordnung!

Erstens hast Du Anspruch auf Entgeltung von noch bestehenden Urlaubsansprüchen, da (unter der Voraussetzung, dass es nicht noch andere Formulierungen zur Freistellung gibt) es sich nicht um eine unwiderrufliche Freistellung handelt, denn nur bei einer solchen unwiderruflichen Freistellung dürfen bestehende Urlaubsansprüche angerechnet werden.

Zweitens kann der Arbeitgeber nicht einseitig "sonstige etwaige finanzielle Ansprüche" für mit der Freistellung erledigt erklären; gibt es solche Ansprüche, bestehen sie selbstverständlich weiterhin!

Lediglich die Anrechnung von Überstunden auf die Freistellung ist in Ordnung!

Wenn Du also noch Urlaubsansprüche oder sonstige Ansprüche hast, mache sie schriftlich gegenüber Deinem Arbeitgeber geltend und setze eine angemessene Frist für die Zahlung; für den Fall des Verstreichenlassens der Frist oder einer Weigerung drohst Du mit Klage beim Arbeitsgericht (meistens hilft das schon).

Wie johnnymcmuff schon geschrieben hat, brauchst Du für eine Klage in der 1. Instanz des Arbeitsgerichtsverfahrens keinen Anwalt. Die Rechtsantragstelle eines Gerichts nimmt die Klage entgegen; sie nimmt sie auch zur Niederschrift auf und hilft dabei, wenn Du unsicher bist, kostenlos bei der Formulierung der Klage.

Antwort
von johnnymcmuff, 102

ich wr nach dem ich die kündigung bekommen hatte schon mal beim Anwald weil die Kündigung durch nicht begründung unrechtens ist wollte ich sie anfechten hab die klage aber fallen lassen aus angst wieder dort arbeiten gehen zu müssen dann hätte ich kündigen müssen.

Das war nicht klug. man hätte nicht unbedingt wieder arbeiten müssen, oft kommt es zu einem Vergleich der mit einer Freistellung und einer Abfindung endet.

Bekomm ich kein geld mehr?

Geld steht Dir zu. Wann  wird der Lohn normalerweise überwiesen?

Sollte der übliche Zahltag schon vorbei sein, würde ich per Einwurfeinschreiben den Arbeitgeber unter Fristsetzung von 5 Werktagen auffordern den ausstehenden Lohn zu zahlen

Und wo kann ich mir Hilfe holen?

Zahlt der Arbeitgeber nicht kann man auch zum Arbeitsgericht gehen und auf Lohnzahlung klagen; das geht auch ohne Anwalt!

MfG

Antwort
von Allexandra0809, 105

Hast Du denn Deinen bisherigen Arbeitgeber schon mal gefragt, warum Du kein Geld bekommen hast?

Kommentar von Silvester02 ,

Nein erstens weil ich nicht mit dem reden und 2. weis ich ja noch nicht mal ob ich noch geld bekomme.

Kommentar von Allexandra0809 ,

Da Dich der Arbeitgeber freigestellt hat, musst Du auch Deinen restlichen Lohn erhalten. Wenn Du nicht mit ihm reden willst, dann fordere ihn schriftlich auf, Dir Deinen Lohn bis zum xxx zu überweisen.

Kommentar von Silvester02 ,

Ich trau mich das nicht hab angst das ich was falsch mache ich denke wegen dem Satz ,,etwaiger finanziellen Ansprüchen`` das ich kein anspruch habe auf weiteres geld weil ich nicht tätig war.

Kommentar von Allexandra0809 ,

So wie Du geschrieben hast, steht in der Kündigung, dass Du freigestellt bist. Das heißt, Du sollst nicht mehr zur Arbiet kommen. Dein Geld musst Du aber trotzdem erhalten.

Dann geh zu einem Anwalt. Lass Dich dort beraten und bitte darum, dass er Dir diesen einen Brief schreibt. Das wird dann nicht so teuer sein.

Kommentar von Silvester02 ,

dank dir das werde ich machen

Antwort
von DerHans, 69

Durch die möglichen Anrechnungen von Resturlaub, Überstunden usw. ist diese Endabrechnung etwas komplizierter und kann etwas länger dauern.

Du hättest aber zum letzten Arbeitstag eine Abschlagszahlung verlangen können.

Kommentar von Familiengerd ,

Bloß darf in diesem Fall - da es sich nach der Formulierung zur Freistellung nicht um eine unwiderrufliche Freistellung handelt - überhaupt kein Resturlaub angerechnet werden.

Aber selbst wenn: Dadurch wird nichts in der Endabrechnung "komplizierter", weil alles wegfallen und nur der normale Lohn gezahlt würde - und das wäre "einfach"!

Antwort
von tanja370, 97

Lohn musst du bekommen.Musst dir ein Beratungschein beim Gericht holen zum Anwalt - bei dem dann Prozesskostenhilfe unterschreiben dann brauchst du für den Anwalt nix bezahlen

Kommentar von Silvester02 ,

Okey werde morgen noch mal mit meinen Anwalt sprechen vlt. kann er mir sagen was ich tuhen soll.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Musst dir ein Beratungschein beim Gericht holen zum Anwalt - bei dem dann Prozesskostenhilfe unterschreiben dann brauchst du für den Anwalt nix bezahlen.

Gutefrage meint, das man nur antworten soll, wenn man eine Antwort weiß.

Dies hier ist definitiv falsch.

Bei arbeitsrechtlichen Sachen , kann man einfach zum Arbeitsgericht gehen und Klage einreichen und die erste Instanz kann man ohne Anwalt machen.

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