Ein guter Freund ist kürzlich Vater geworden. Bei einem persönlichen Gespräch erwähnte er, daß man 6 Wochen lang nach der Geburt keinen Sex haben darf (angeblich erhöte Infektionsgefahr). Gibt es dafür medizinische Gründe oder ist das aus der Luft gegriffen?
Antworten (6)
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19Antwort von
LissaLissa
Theoretisch ist Geschlechtsverkehr möglich, sobald der Wochenfluss versiegt ist, also nach etwa sechs Wochen.
Ärzte empfehlen, während des Wochenflusses wegen der Infektionsgefahr auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder auf jeden Fall ein Kondom zu benutzen.
Bei vielen Paaren dauert es jedoch Monate, bis sie wieder miteinander schlafen. Oft findet zwar nach etwa sechs bis acht Wochen ein erster Versuch statt, der aber meistens so gründlich schief geht, dass zunächst einmal wieder für ein paar Wochen Schluss ist.
Die meisten Paare sind sich darin einig, dass das erste sexuelle Beisammensein nach der Geburt ein "erstes Mal" ist. Und wenn Sie sich an Ihr allererstes Mal zurück erinnern, werden Sie zugeben müssen, dass das vermutlich auch nicht ganz so toll war. Ein Paar drückte es so aus: "Man hat ganz ausgeprägt dieses Gefühl: 'Es ist das erste Mal'. Man ist ein bisschen unsicher, ein bisschen schüchtern, und es fühlt sich anders an". Doch keine Angst, das Wiedererkennen setzt schnell ein!
Vor allem die Frauen sind in Bezug auf das erste sexuelle Beisammensein nach der Geburt sehr unsicher. Die Gründe dafür sind vielfältig:
Durch die Geburt sind die Geschlechtsorgane emotional mit Schmerz besetzt.
Die Frauen haben Angst vor Schmerz, falls zum Beispiel die Dammschnittnaht noch nicht vollständig abgeheilt ist.
Keine Frau sieht nach der Geburt sofort wieder aus wie zuvor. Eventuell hat sie Schwangerschaftsstreifen, der Bauch ist noch nicht vollständig zurück gebildet etc.
Die meisten Frauen sind erschöpft, weil sie schließlich einen Säugling versorgen müssen - den es nicht interessiert, ob seine Mutter genug Schlaf bekommt oder nicht.
Das Baby beansprucht manche Frauen emotional völlig. Sie haben einfach keine Lust auf Sex.
Die meisten Männer hingegen sind enttäuscht, wenn es nach der Geburt mehrere Monate dauert, bis sexuell wieder etwas läuft. Hebamme Lilo Edelmann kennt dieses Problem: "Ich habe in meiner Praxis immer wieder erlebt, dass Männer ihre Frauen kurz nach der Geburt bedrängen. Viele junge Mütter brauchen jedoch eine Phase der Ruhe, in der sie sich an ihren veränderten Körper gewöhnen möchten. Darüber hinaus haben Frauen häufig Angst vor Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Die Geburtswege sind noch gereizt, die Dammnaht noch nicht verheilt". Andererseits gibt es auch Männer, die nach der Geburt selbst nicht gleich wieder zu Sex bereit sind. Viele Männer kommen zum Beispiel schlecht damit klar, dass das Baby im Schlafzimmer ist, oder sie haben Angst, ihrer Frau weh zu tun.
Übrigens haben Umfragen gezeigt, dass die meisten Männer mit den körperlichen Veränderungen ihrer Partnerinnen durch Schwangerschaft und Geburt viel besser zurecht kommen als die Frauen selbst. Zahlreiche Veränderungen, die den Frauen auffallen, bemerken die meisten Männer gar nicht bzw. bewerten sie nicht als negativ. Viele Männer finden ihre Partnerin während der Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes erotischer als davor.
Viele Frauen empfinden das "erste Mal" nach der Geburt tatsächlich als schmerzhaft. Das liegt meistens daran, dass die Scheide nicht ausreichend feucht wird und sich der Penis an der zarten Haut der Scheide und der Genitalien sozusagen trocken rubbelt. Das tut weh. Passieren kann das auch, wenn frau richtig Lust auf Sex hat, denn nach der Geburt ist der Hormonhaushalt etwas durcheinander. Meistens fehlt es an Östrogen. Es wird nicht genug Sekret produziert. In solchen Fällen hilft ein Gleitmittel aus der Apotheke, das man allerdings nicht verwenden sollte, um fehlende Lust zu ersetzen.
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Partnerschaft/s_587.html
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MinaxMinax Ein toller Auszug, sehr hilfreich!
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7Antwort von
Roeschen Erst mal hat die Frau nach der Entbindung ca. 4-6 Wochen Blutungen. Außerdem wird oft ein Dammschnitt gemacht bzw. der Damm reißt ein. Solange das nicht verheilt ist, ist Sex nicht unbedingt empfehlenswert. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Manche Frauen haben auch noch länger körperliche Probleme bzw. bei den durchwachten Nächten keine Lust mehr auf Sex.
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3Antwort von
RolfHoegemannRolfHoegemann
Es kommt ja wohl auch darauf an, welche technik man "spielen" lässt. Es gibt ja auch Sex-Spielarten, die nicht unbedingt das körperliche Eindringen erfordern.... :-)
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0Antwort von
feuerschreck der grund dafür ist dass sich bei der rau erst mal die hormone wieder umstellen müssen man kann aber auch schon früher wieder sex haben man muss nur sehr gut aufpassen hatte 2 tage nach der geburt meiner 2ten tochter schon wieder sex kommt eben auf jeden selber an was er davon hält
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0Antwort von
mesiemesie
Es stimmt! Der Körper der Frau braucht ja Zeit,sich von dem Kraftakt Geburt erholen,und wegen Infektion ist es auch,Kaiserschnitt:da ist es bei mir so gewesen,soundsoviele Wochen eben nicht.Man kann sich aber zur Sicherheit mit dem zuständigen Frauenarzt,oder der Ärztin unterhalten.Ein Mann erlebt die Geburt ja nicht so "hautnah"wie eine Frau eben.
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0Antwort von
betraxbetrax
Eine medizinisch fundierte Antwort kann ich dir nicht geben, aber ich glaube nicht, das es einem der Partner schadet, vor Ablauf von 6 Wochen Sex zu haben. Wenn man sich jedoch dabei nicht sicher ist oder unwohl fühlt, sollte man zu einem Kondom greifen.
Kommentar von
konrad1983 Wichtig ist, dass der Wochenfluss der Frau aufgehört hat, also die Wunde, die die Plazentaablösung in der Gebärmutter verursacht hat, verheilt ist. Die kann sich nämlich durch aufsteigende Keime nach Sex entzünden. Während des Wochenflusses also definitiv nur mit Kondom!
Wow ich bin beeindruckt, danke für die ausführliche Antwort, bin noch kein Vater aber werde deine Tipps beherzigen.
Ich habs kopiert, dachte mir aber, der ganze Text könnte hilfreich sein.