Frage von dutchii, 39

Nach Essstörungen normal essen, eure Erfahrungen?

Hallo ihr schönen da draussen, ich hatte 3-4 jahre ein essgestörtes verhalten, da ich mein wunschgewicht halten wollte und immer zu wenig gegessen habe. Nun möchte ich, dass mein Körper sich an normalen Mahlzeiten gewöhnt und esse gesundes bis ich satt bin und wann ich Hunger habe. Nun, ich habe viel mühe damit dass ich 7 kilo zugenommen habe in 2 Monaten und meine Stimmung fährt achterbahn. Ich wöre froh über alle, die ungefähr die gleichen Erfahrung wie ich machen oder gemacht haben, und dies mit mir teilen möchten? Liebe Grüsse und danke schonmal

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Katzenbaerin, 19

Hallo,

ich kann dir nachempfinden. Ich hatte bis vor Kurzem ein Jahr lang eine Essstörung und bin bis zu einem BMI von 18,5 runter gekommen. Gerne wäre ich damals noch tiefer gegangen, aber aufgrund meiner Arbeit, und den damit zusammen hängenden Konzentrationsschwierigkeiten, musste ich doch mehr essen, als mir lieb war.

 Ich fände mich, mit der untergewichtigen Figur von damals, immer noch wesentlich schöner. Allerdings habe ich durch eine Therapie gelernt, dass so eine Figur einen sehr hohen Preis hat: Konzentrationsschwäche, Haarausfall, komplett fehlendes Nervenkostüm, Schlaflosigkeit und so weiter (du weißt es ja sicher selbst). Durch die Erhöhung meines Tagesbedarfs hab ich zwar einen wesentlich besseren inneren Lebensstandard, allerdings eben auch zugenommen.

Und dadurch komme ich, so wie du, ständig in ein Gefühlschaos. Einerseits möchte ich so gern wieder dünn sein, aber andererseits bin ich jetzt, durch normales Essen, wesentlich ausgeglichener und kann viel besser Arbeiten. 

Leider muss ich, um meiner (persönlichen, aber auch ungesunden) Traumfigur nahe zu kommen, wieder sehr reduziert essen, was sich aber zu stark negativ auf meinen Alltag auswirkt.

Meine Therapeutin meinte, dass ich wahrscheinlich nie ein angemessenes Bild von einem schönen, gesunden Körper haben werde, sondern immer das Untergewicht als Schönheitsideal betrachten werde. Das Einzige, was sich ändern kann, ist die Entscheidung, wie man damit umgeht. Ob man damit Leben kann, sich permanent zu dick zu finden, obwohl man es eigentlich nicht ist, oder ob man dann doch lieber auf Lebensqualität und Gesundheit verzichtet, um sich nicht mehr dick zu fühlen.

Ich kämpfe leider, seit ich aus der Magersucht raus bin, sehr mit meinem Äußeren, und würde viel dafür geben, wieder dürr zu sein (momentan hab ich einen BMI von 21). Dementsprechend traurig bin ich auch, dass ich momentan therapeutisch so weit bin, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Magersüchtig sein zu wollen. 

Wie gesagt, ich verstehe den Zwiespalt, der in dir vor geht. Ich glaube, dass das Bild, das man von sich hat, wenn man einmal Magersüchtig war, im normalgewichtigen Bereich sehr zu leiden hat.

Kommentar von dutchii ,

Danke für deine ausführliche Antwort! Ich hatte den gleichen BMI, kenne leider den preis genauso wie du und will davon wegkommen. Nur leider können den knopf im kopf nicht so schnell umstellen, dass wir nicht liebenswert oder schön sind, wenn wir nicht dünn sind. Ich muss mich wohl mehr um die Akzeptanz kümmern, dass man so aussieht, wenn man gesund leben will.

Alles gute

Antwort
von joykax3, 16

Ich habe ähnliche Erfahrung gemacht und wiege jetzt mehr als vor dem gestörten Essverhalten. Es hilft aber, wenn man sich ganz langsam an die normale kcal Zufuhr tastet. Also man isst ganz langsam immer mehr, da ist der Jojo-Effekt dann nicht mehr so hoch, wie als wenn man von ein auf den anderen Tag plötzlich das doppelte an kcal zu sich nimmt. Der Körper muss sich ja auch erst daran gewöhnen. Gut wäre es dann auch (wenn du eine normale kcal Zufuhr erreicht hast), dass du versuchst immer ungefähr gleich viel zu essen und nicht bsp an einem Tag 600 und am anderen Tag dann 1500 oder so.
Ich hoffe du verstehst, was ich meine ^^

Antwort
von IsaSparkle, 13

Ich habe keine eigenen Erfahrungen, aber meine große Schwester war zwei Jahre lang magersüchtig.

Bei ihr war das so, dass meine Mutter ihr einen Essplan aufgestellt hat, das war am Anfang immer ganz wenig zum dran gewöhnen und wurde immer besser, bis es dann halt an einem Tag so viel war, wie ein Mensch normalerweise so isst.

Am Anfang als es ihr besser ging wollte sie nicht mit uns am Tisch essen, sondern immer bischen woanders, am Anfang zu anderen Zeiten, dann in einem anderen Raum, dann im selben Raum und zur selben Zeit aber ein paar Meter weiter weg und so weiter.

Seit es ihr wieder richtig gut geht und es auch keine richtige Rückfallgefahr oder so gibt, is(s)t sie richtig gesund.
Früher war sie vegetarisch, jetzt vegan, außerdem macht sie sehr viel Sport.

So schafft sie es, alles wieder ganz super unter Kontrolle zu kriegen, und die Essstörung ist bei ihr gar kein Thema mehr.

Alles Gute dir :D

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten