Nach Ende des 2. Weltkrieges kamen ja viele Flüchtlinge hierher und denen wurde sicherlich auch geholfen. Wie war das mit "unseren Soldaten", die zB. aus der?

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8 Antworten

Ich glaube nicht, dass sich nach dem 2. Weltkrieg irgendwer über die geistige Verfassung der heimgekehrten Soldaten Gedanken gemacht hat.

Es gibt in meiner Verwandtschaft kein Haus, in dem nicht mindestens einer der Söhne gefallen ist. Mein Großvater war ein Stalingrad-Überlebender.

Ich kenne ihn nur als alten Mann mit einem zernarbten Gesicht und ständig betrunken.  Er wollte über seine Kriegserlebnisse zeitlebens nicht reden.

Dass er jemals eine Entschädigung bekommen hätte... davon hab ich nie gehört.

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Kommentar von Steffhase
12.04.2016, 14:11

ja, ich finde es halt sehr ungerecht. Als Kind hat man sich ja keine Gedanken darüber gemacht. Aber jetzt im Alter überlegt man doch mal, warum einiges so war wie es war....und ob es anders hätte sein können

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Die zumeist sehr jungen Soldaten wurden eher von ihren Familien unterstützt, bzw. wieder aufgenommen, wenn sie die noch hatten. Damals war die Sorge ums Überleben und eine sichere Unterkunft die Größte.

Meist haben sie Jahrzehnte gar nicht über ihre traumatischen Erfahrungen gesprochen, selbst später nicht mit der eigenen Familie....das hatte zur Folge, dass sie oft erst mit Beginn des "senilen" Alters damit anfangen und dann kommt es aber gewaltig, mit Heulen etc, was sich für die Generation gar nicht gehört.

Geh mal in ein Altenheim.....schau dir die 90-jährigen Bewohner im Eingangsbereich an, viele Heulen dort so vor sich hin....

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Kommentar von Steffhase
12.04.2016, 14:05

ja, das ist echt traurig. Mein Vater war auch jung im Krieg. Ich bin zwar ein "Nachzügler", aber es wurde nie mit uns darüber gesprochen.

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Die "einheimische" Bevölkerung wollte von rückkehrenden Soldaten oder Flüchtlingen nichts wissen,sofern es keine Verwandten waren. Die waren auf sich alleine gestellt. Hilfe aus der Bevölkerung gabs nicht, aber Ablehnung jede Menge.

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Nach dem 2. Weltkrieg gab es keinerlei Hilfe für heimkehrende Soldaten, wo es mit Sicherheit etliche mit Traumata oder Post-Traumatischen-Belastungsstörungen gab. Jeder musste selbst sehen wie man damit klar kam. 

Wenn man die Generation heutiger Großmütter/väter , den damaligen Nachkriegskindern, erzählen hört, können mit Sicherheit einige von "schwierigen" Vätern erzählen. Psychische Probleme wurden totgeschwiegen. 

Dass man über psychische Probleme offen reden kann und es auch mehr Therapiemöglichkeiten gibt, hat sich erst in den letzten 20-30 Jahren geändert und in unserer Gesellschaft als anerkannte Erkrankung etabliert.

Heutige Situation der Soldaten, jeder Soldat der Bundeswehr, der aus einem Auslandeinsatz zurückkommt, muss verpflichtend Einsatznachgespräche führen. Sollte es tatsächlich zu einer PTBS kommen, gibt es Therapiemöglichkeiten für die Soldaten.

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Im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg bezieht man den Begriff "Flucht" eher auf die Zivilbevölkerung, die die Ostgebiete (und auch andere) verlassen musste, und weniger auf die Soldaten, die ja mit ihren Einheiten im Feld standen.

Aber davon ab kann man dann beide Personengruppen (Zivilbevölkerung und Soldaten) natürlich als Geflohene/Vertriebene bezeichnen und so wurden sie auch genannt.

Eine mit heute vergleichbare psychologische Betreuung gab es nicht, beinahe die gesamte Bevölkerung hatte Belastendes erledigt - dies war eher die Regel als die Ausnahme. 

Es gab ja zunächst auch kein funktionierendes Gemeinwesen oder eine adäquate gesundheitliche Versorgung, das Land war zerstört. Zunächst gibg es um das Überleben und den Wiederaufbau. Überhaupt bestand auch viele Jahrzehnte lang keine oder nur wenig Offenheit, sich psychologisch behandeln zu lassen.

Da aber viele Menschen ähnliche und vergleichbare Erfahrungen gemacht hatten, stützten sie sich oft gegenseitig und tauschten sich aus. Dies ersetzte zum Teil heutige Beratungsangebote.

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Kommentar von Accountowner08
13.04.2016, 20:00

"beinahe die gesamte Bevölkerung hatte Belastendes erledigt" 

genau. z.B. Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen...

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https://de.wikipedia.org/wiki/Heimkehrerentschädigungsgesetz

Viel mehr gab es nicht, wer nicht invalide war, musste arbeiten gehen. Bei den damaligen echten Flüchtlingen gab es außerdem noch eine Entschädigung für verlorenen Immobilienbesitz, aber das kann auch erst in den späten 1950ern gewesen sein


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Kommentar von hauseltr
12.04.2016, 14:05

Lastenausgleich

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Soweit die aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrten ehemaligen Soldaten verwundet und arbeitsunfähig bzw. behindert/schwerbeschädigt waren, erhielten sie eine entsprechende Rente. Wer gesund war und keine Arbeit fand, erhielt Arbeitslosengeld, aber in den Anfangsjahren der Bundesrepublik herrschte Vollbeschäftigung; ein Arbeitslosenproblem existierte damals noch nicht.

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Kommentar von hauseltr
12.04.2016, 14:07

1950 = 11 % = kein Arbeitslosenproblem?

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sie wurden nur gering vom eigenen staat unterstützt. und es hat auch keiner erwarte das sich alle nach ihm richten müssen und er doch bitte voll versorgt werden muss

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