Frage von AuroraRich, 222

Nach der Geburt alle Pflichten und Rechte abgeben an Kindsvater?

Gibt es die Möglichkeit nach der Geburt des gemeinsamen Kindes alle Rechte und Pflichten an den Kindsvater abzugeben. Also selbst wenn dieser verstirbt, dass man sich nicht um das Kind kümmern muss? Also man einfach kein Kontakt mehr zu dem Kind haben möchte und der Vater sich allein darum kümmern will/muss (mit seinem Einverständnis natürlich).

Antwort
von Bitterkraut, 110

Du kannst auf Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht verzichten, der Vater bekommt dann beides alleine. Um die Unterhaltszahlungen kommst du natürlich nicht herum, die mußt du leisten.

Wenn der Kindsvater verstirbt, kann das Sorgerecht auf das Jugendamt oder auf seine Eltern/Verwandte übertragen werden.

Allerdings hat das Kind ein eigenes Recht auf Umgang mit beiden Eltern. D.h. es kann dieses Recht auch einklagen. So einfach kommst du also nicht aus der Verantwortung.

Kommentar von AuroraRich ,

Also ist es einfach es zur Adoption frei zu geben? Damit komme ich ja um alles herum.

Kommentar von Bitterkraut ,

Dazu brauchst du das Einverständnis des Vaters. Alleine kannst du das nicht. und da er das Kind ja haben will, wird er es wohl kaum zur Adoption freigeben. Und daß der Vater sein eigenes Kind nicht adoptieren kann und muß, ist ja wohl klar.

Kommentar von Menuett ,

Nee, das funktioniert nicht.

Kommentar von AuroraRich ,

Also ist der einzige Weg eine Abtreibung. Okay. Danke.

Kommentar von Bitterkraut ,

Über eine Abtreibung kannst du allein entscheiden. Geh zu Pro familia für ein Beratungsgespräch.

Kommentar von AuroraRich ,

Wie das abläuft weiß ich, danke.

Ich dachte nur, dass es, wenn es eine Möglichkeit gibt keine Pflichten und dementsprechend auch Rechte dem Kind gegenüber zu haben, das eben auch eine Möglichkeit für mich wäre.

Kommentar von HobbyPianistin ,

Zum Beratungsgespräch bei der profa müsstest du sowieso - ein solches Beratungsgespräch ist gesetzliche Pflicht für eine Abtreibung. Wenn diese kein medizinischer Notfall ist, brauchst du dafür einen sog. "Beratungsschein".

Kommentar von Bitterkraut ,

Vielleicht verzichtet der Vater ja freiwillig auf Unterhalt - Allerdings wirst du immer die Mutter dieses Kindes sein, solange es nicht adoptiert wird.

Kommentar von AuroraRich ,

Ja, klar würde er. Er verdient genug und bei einer Studentin wäre jetzt eh nicht so viel zu holen. Aber ich möchte mich ungern darauf verlassen, entweder das ist zu 100% abgesichert oder ich lasse es lieber bleiben.

Kommentar von HobbyPianistin ,

Ich denke nur die finanziellen Dinge, sollten nicht dafür entscheidend sein ob du das Kind abtreibst oder nicht - dafür gibt es immer Lösungen, selbst wenn der Vater Unterhalt verlangen sollte - auch über die Leistungen des deutschen Sozialstaates dafür kann dich u.a. pro familia beraten. Denk daran dass du damit hinterher für dich auch einigermaßen leben können musst und dass es dafür sicherlich eine Rolle spielt, welche Gründe du für dich hattest.

Aber ich habe den Eindruck dass du vielleicht noch ziemlich "durcheinander" bist und ich weiß nicht ob generell Antworten hier - zumindest zum Thema Abtreibung - so gut für dich sind. Solche Themen sind zu schwerwiegend um in einem Forum wie hier besprochen zu werden - wende dich dafür bitte an pro familia, da kann sich eine Beraterin intensiv und behutsam (was hier, wie die Antwort von Aquilaya beweist) um dich kümmern und dir helfen deine Enscheidung zu finden. Wie gesagt - für eine Abtreibung wäre es sowieso Pflicht.

Kommentar von AuroraRich ,

Ich bin kein bisschen durcheinander. Ich bin mir sogar ziemlich klar über das was ich will und was ich nicht will. Und klar ist und war immer für mich, dass ich nie Kinder haben will. Und wäre es möglich, dann hätte ich mich direkt mit 18 sterilisieren lassen. Geht aber nicht. Auch es war an dem Unfall kein Verhütungsfehler meinerseits Schuld.

Ich möchte mit dem Kind nichts zu tun haben. Nicht persönlich, nicht finanziell, in keinster Weise. Ich wäre die schlimmste Mutter der Welt, da ich nur Gleichgültigkeit fühle und mit Kindern nichts anfangen kann.

Kommentar von HobbyPianistin ,

Ich hab auch nix von einem Verhütungsfehler deinerseits gesagt ;) Das geht mich und auch sonst niemanden was an ;).

Dann ist es doch gut wenn du dir sicher bist. Wie gesagt zu den rechtlichen Möglichkeiten, wenn du das Kind zur Welt bringst, hast du hier bereits einige gute Antworten bekommen: Beratung beim Fachanwalt oder beim Jugendamt einholen. Ansonsten gibt es auch noch die "Babyklappen" - zumindest in einigen Großstädten. Was natürlich extrem schade wäre, wenn es einen Vater gibt, der sich um sein Kind kümmern möchte - insbesondere schade dann für das Kind. Für eine Abtreibung MUSST du dir (ansonsten würdest du dich strafbar machen) einen Beratungsschein gem. §219 StGB holen (pro familia). So oder so: Alles Gute ;)

Kommentar von AuroraRich ,

Danke.

Antwort
von Menuett, 49

Du kannst zwar dem Vater die alleinige Sorge geben, aber Du mußt trotzdem zahlen. Dich kann niemand zwingen, Kontakt zum Kind zu halten.

Der Vater ist gesetzlich verpflichtet, Unterhalt von Dir fürs Kind einzufordern.

Kommentar von AuroraRich ,

Danke. Ist schon geklärt. Es wird abgetrieben. Danke trotzdem.

Antwort
von Othetaler, 85

Möglich ist das. Das solltet ihr gemeinsam mit dem Jungendamt besprechen.

Antwort
von Goodnight, 51

Ja das geht, selbst beide Eltern können ihre Rechte und Pflichten am Kind abgeben.

Antwort
von hertajess, 44

Wenn ich noch ergänzen darf:

Nehmen wir an Du gehst jetzt mit dem Kindsvater zum Notar, er bezahlt die Gebühr für den zwischen Euch zu schließenden Vertrag dass er das alleinige Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind von seiner Geburt an hat. 

Mit diesem notariellen Vertrag bist Du raus. 

Es macht keinen Sinn in einem solchen Vertrag festhalten zu wollen dass Du auch keine finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Kind übernimmst denn ein solcher Vertrag wäre rechtswidrig. Ihr könnt aber eine entsprechende persönliche Vereinbarung ohne Notar treffen wenn der Vater zum Zeitpunkt der Vereinbarung die nötige finanzielle Absicherung des Kindes nachweisen kann. Du kannst ihn also hier auffordern für das ungeborene Kind entsprechend finanzielle Mittel auf ein Konto zu schieben welches ab der Geburt auf dessen standesamtlichen Namen geführt wird. Es gibt dann die Möglichkeit festzulegen dass das Geld für die anfallenden Unkosten im Todesfall des Vaters zu verwenden ist. 

Ein Kind verlangt in der Regel erst Auskunft über den anderen Elternteil wenn es reif genug ist zu verstehen dass dieser andere Elternteil keine Gefühle entwickeln kann. Es gibt entsprechende Bücher so weit mir bekannt die die Vermittlung solcher Tatsache hilfreich unterstützen. 

Persönlich sind mir solche Fälle bekannt. Tatsächlich fällt es den Kindern bedeutend leichter diese Einschränkung eines Elternteils zu akzeptieren wenn es sich um eine bisher fremde Person handelt als wenn da so ein Gehört-Sich-Quark veranstaltet wird. 

Sollte nun der Vater versterben und das Kind ist noch fürsorgeberechtigt so ist es auf jeden Fall aus Sicht der zuständigen Fachmenschen leicht die Mutter als Sorgeberechtigte auszuschließen da ja das Kind seit seiner Geburt nachweislich abgelehnt wurde. Und da schon ein entsprechender notarieller Vertrag vorliegt gibt es dann auch keine Gründe für Sülzereien. 

Solltest Du das Kind in eine Babyklappe legen gäbe es noch die Möglichkeit bei einem Notar wesentliche Informationen für das Kind zu hinterlegen die dann aber tatsächlich erst ausgehändigt werden wenn es entsprechend alt genug ist. Kannst Du so festlegen. Da kann dann auch stehen dass Du unbekannt bleiben willst. Deine Begründung ist ja stichhaltig genug dass dem Kind verständlich gemacht werden kann dass jede Aktion seinerseits mit Dir den Kontakt zu suchen Energieverschwendung darstellt 

Antwort
von HobbyPianistin, 94

Es gibt die Möglichkeit dass der Vater eine Übertragung des all. Sorgerechtes auf sich beantragt, mit deiner Zustimmung. Wenn er dann stirbt, entscheidet das Familiengericht wer das Sorgerecht bekommt (anders wenn ihr gem. Sorgerecht hättet - dann wird die volle Sorge automatisch auf den noch lebenden Elternteil übertragen). Eventuell würde dein Kind dann einen Vormund vom JA bekommen, der also das Sorgerecht übernimmt. Wenn es Niemanden anderen im Verwandtenkreis gibt der dafür geeignet wäre und bereit ist.

Ansonsten würde mir noch eine Adoption einfallen - allerdings weiß ich nicht ob das zwischen leiblichen Elternteilen möglich ist.

Einfach mal beim Jugendamt oder bei einem Familienrechts-Anwalt nachfragen, die können dir erklären welche Möglichkeiten es gibt.

Kommentar von Menuett ,

Adoption ist hier nicht möglich.

Antwort
von Strolchi2014, 99

Man kann ihm das alleinige Sorgerecht übertragen. Und wenn der Kindsvater verstirbt, zur Adoption freigeben. Oder am besten gleich nach der Geburt.

Kommentar von AuroraRich ,

Aber eben das meine ich nicht. Ich will nach der Geburt zu keinem der beiden mehr Kontakt haben. Auch nicht sollte er sterben nicht (was natürlich unwahrscheinlich ist).

Adoption finde ich sinnfrei, wenn der Vater das Kind ja gerne haben möchte und sich kümmern möchte.

Kommentar von HobbyPianistin ,

@ Strolchi2014: Wenn der Kindesvater im ersten Schritt allein sorgeberechtigt wird und danach verstirbt, kann das Kind anschließend nur derjenige zur Adoption freigeben der danach das alleinige Sorgerecht erhält - und wer das ist, entscheidet das Familiengericht.

@AuroraRich:

Ich will nach der Geburt zu keinem der beiden mehr Kontakt haben.

Du kannst im Krankenhaus so oder so, den Kontakt zu deinem Kind verweigern. Dann kümmern sich oft erstmal Krankenschwestern um den so wichtigen Hautkontakt. Jedoch wäre es natürlich besser, wenn das alles schon vor der Geburt geregelt ist und der Vater vielleicht dann schon direkt zur Stelle ist um diesen Kontaktaufbau zu leisten, der für ein Neugeborenes so wichtig ist, bzw. Geborgenheit zu geben. Das kann er tun, ohne das irgendwas rechtliches geklärt ist - diese sozusagen "rein praktische Ebene" lässt sich einfach mit dem Krankenhaus vorher absprechen: "Ich möchte nach der Geburt keinerlei Kontakt zu meinem Kind, da ich befürchte dass mir die Trennung sonst zu schwer fällt (oder warum auch immer), - bitte bringen Sie es mir nicht ans Bett. Der Vater wird da sein und sich kümmern."

Rechtlich ist es wie gesagt so, dass der Vater das alleinig. Sorgerecht beim Familiengericht beantragen muss und du zustimmen musst. Ob das schon vor der Geburt möglich ist, weiß ich nicht, da ich glaube dass das "Rechtsgut" "Kind" erst auf der Welt sein muss - einfach mal bei einem Familienrechts-Anwalt oder beim Jugendamt nachfragen. Alleine über das Jugendamt gibt es glaube ich keine Möglichkeiten, da man dort nur eine Sorgeerklärung zum gem. Sogerecht abgeben kann - aber nicht zum alleinigen - habe ich bisher jedenfalls noch nicht erlebt. Aber auch da gilt:

Beim Jugendamt oder Anwalt für Familienrecht nachfragen! Jugendamt ist sowieso kostenfrei und eine erste Rechtsberatung soweit ich weiß auch - und du bekommst sicherere Antworten als hier. Mach das einfach - die können dir alles sagen was du wissen möchtest - entweder alleine oder mit dem Vater zusammen.



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