Frage von Katzilove, 96

Nach der Ausbildung bleiben, ja nein?

Hallo ihr lieben,

Ich brauche dringend euren Rat, es geht um meinem Freund. Er ist Koch bei der Deutschen Bahn. Seine Ausbildung endet im Juni. Er war schon in mehreren Restaurants etc, aber er sagt, es war nirgendwo so stressig wie bei der Bahn. Er hat keine Pausen, muss Überstunden durchführen, Wochenende arbeiten, inkl sonntags, etc pp. Lauter so Sachen, die üblich sind, in der Ausbildung. Er weis nicht was er tun soll. Nach seinem Urlaub, zählt er die Tage bis zum nächsten. Jeden Montag freut er sich auf seinen freien Tag. Es ist echt schlimm. Er hat von der Bahn einen unbefristeten Vertrag zugeschickt bekommen, jetzt ist er erst recht durcheinander, so, WEIL! Er will in eine andere Kantine, die er sich in Ruhe suchen will, sprich, er wollte das Angebot ablehnen, und 2-3 Monate zum Amt. Dass Problem ist aber, dass das Amt ihm kein ALG I zahlt, weil ihm 12 volle Monate fehlen, die er gearbeitet hat (Koch war ne Umschulung vom Beikoch, deshalb nur 10 Monate). Ihm fehlen also 2 Monate sozialversicherungspflichtige Arbeit, damit er Hilfe vom Amt bekommt. Er weis nicht, ob er das Angebot ablehnen soll, und diese 2 Monate in irgendeiner Zeitfirma überbrücken soll, und sich dann was sucht, in Ruhe. Oder aber, das Angebot einfach annehmen, und sich dann währenddessen was neues suchen soll, was aber auch stressig ist, Zweck Probearbeiten. Er weis auch, wenn er es annimmt, kommt er da schwer wieder raus, weil sich die deutsche Bahn daraufhin natürlich, voll auf ihn verlässt. Es ist so ein Durcheinander, dass mir auch die Antwort fehlt, dachte ich frage euch mal, es wäre mir ne große Hilfe, wenn ihr mal eure Meinung dazu sagt. Also, bleiben, und währenddessen was suchen? was der sichere Weg wäre. Oder ablehnen, Zeitarbeitsfirma suchen, dann später was geeignetes auf Dauer.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, 22

 Er hat keine Pausen,

Die stehen ihm gesetzlich zu und der AG muss diese gewähren.

 muss Überstunden durchführen

Es gibt doch bestimmt einen Betriebs-/Personalrat der die Ü-Stunden genehmigt (oder auch nicht). Was steht denn zu Überstunden im Arbeitsvertrag? Freizeitausgleich, Bezahlung?

Wochenende arbeiten, inkl sonntags,

Als Koch wird das nicht die Ausnahme sondern die Regel sein.

Geld würde er m.E. auch nicht sofort vom Amt bekommen wenn er die fehlenden Monate hätte. Er hat doch ein Angebot für einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Wenn er den ohne dringenden Grund ablehnt, ist er an seiner Arbeitslosigkeit selbst schuld und würde eine Sperre des ALG bekommen (das Amt fragt auch mal nach).

Dein Freund sollte das Angebot annehmen. Er kann sich jederzeit nach einem anderen AG umschauen und dann, wenn der neue Arbeitsvertrag unterschrieben ist, kündigen.

Wie schon erwähnt werden die Anforderungen die an einen Koch gestellt werden bei einem anderen AG nicht unbedingt weniger. Im Gegenteil bei einem kleineren/anderen Betrieb kann es noch ganz andere Nachteile geben.

Antwort
von Dicksy, 40

Moin...er soll so lange bleiben, bis er eine andere unbefristete ! Arbeitsstelle gefunden hat. Man kann sich auch trotz Arbeit woanders bewerben, vorstellen und erklären, warum man sich beworben hat. Koch sein ist anstrengend, auch woanders. Und einen unbefristeten Arbeitsvertrag abzulehnen wäre in der heutigen Zeit blöd. Solch ein Angebot bekommt man nicht alle Tage. Das heisst, es ist auch indirekt ein Lob für seine Arbeit und er arbeitet gut ! Die meisten bekommen erst einmal befristete Angebote.

Viel Glück auf seinem weiteren Lebensweg und auf Deinem...


Kommentar von Katzilove ,

Vielen Dank!

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 9

Selbstverständlich muss dein Freund sich selbst entscheiden, aber es wäre falsch, das unbefristete Angebot nicht anzunehmen.

Denn wenn er es ablehnt, wird er Probleme mit dem Amt bekommen, weil er an einer evtl. Arbeitslosigkeit auf Grund der Ablehnung selbst schuld ist und eine Sperre des ALG so gut wie sicher ist.

Wenn er dort bleibt, steht es ihm frei, sich nach anderen Arbeitsstellen umzusehen, aber ob es woanders bessere Bedingungen gibt, ist fraglich.

wenn er es annimmt, kommt er da schwer wieder raus,

Jedes Arbeitsverhältnis ist mit einer vorher vereinbarten Kündigungsfrist kündbar, wenn man die Arbeitsstelle wechseln möchte.

 Wenn die Kündigungsfrist im angebotenen Arbeitsvertrag nicht annehmbar ist, kann man auf einer Änderung vor Unterzeichnung des Arbeitsvertrages bestehen.


Antwort
von Sunnycat, 35

Er sollte den festen Arbeitsvertrag zunächst einmal annehmen und sich etwas anderes suchen. Es kommt immer besser im Lebenslauf, wenn man nach der Ausbildung erstmal vom Betrieb übernommen wurde, als wenn man sich aus Arbeitslosigkeit oder Zeitarbeit raus bewirbt. 

Er kommt immer aus dem Arbeitsvertrag raus. Jeder Arbeitnehmer hat ein Kündigungsrecht. Normalerweise hat man 4 Wochen Kündigungszeit (evtl. abweichendes steht im AV)...

Er sollte natürlich erst kündigen, wenn er wo anders einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat....

Viel Glück bei der Jobsuche.

Antwort
von blackforestlady, 34

Klar will die Bahn ihn behalten, da er zu allem ja sagt und Überstunden macht usw. Man sollte auf keinen Fall in der Firma bleiben wo man seine Ausbildung gemacht hat, man sollte sich lieber einen neuen Wirkungskreis suchen. Vielleicht kann er auch in einem Krankenhaus, Altenheim usw. bewerben, da hat pünktlich Feierabend und macht auch keine Überstunden.

Kommentar von Dicksy ,

"Vielleicht kann er auch in einem Krankenhaus, Altenheim usw. bewerben, da hat pünktlich Feierabend und macht auch keine Überstunden."

Ist ein Irrtum - meine Freundin muss auch oft Überstunden machen. Sie arbeitet als Diätköchin in einer renomierten Klinik.

Kommentar von Dicksy ,

Er sollte nicht zu allem Ja und Amen sagen, aber auch DAS (und wie) will gelernt sein. Überstunden müssen heutzutage oft überall gemacht werden, man spart sich Personal und Lohn. (oder man nimmt Arbeiter von einer Zeitfirma). Dafür kann man diese aber auch oft abbummeln. Ausbezahlen lassen würde ich mir das Geld nicht, denn es werden wieder zu viel Steuern dafür abgezogen und vom Geld bleibt nicht viel übrig...;-(

Antwort
von ShinyShadow, 12

Dass das arbeitsrechtlich nicht in Ordnung ist, was die da machen (keine Pausen usw.) wurde ja schon gesagt.

Ich weiß aus persönlicher Erfahrung,  dass es aber nicht immer so einfach ist, das nicht zu tun... Auch wenns Unbeteiligte gern behaupten...

Vermutlich wird sich das auch nach der Ausbildung nicht ändern... Und deshalb würd ich auf langfristige Sicht schon nen Jobwechsel anstreben...

Ich stimme den anderen zu, dass es das absolut sinnvollste wäre, den Job vorerst anzunehmen. Kündigen kann man (mit der gesetzlichen oder vereinbarten Frist) immer! Er soll also immer im Hinterkopf behalten, dass der Job nicht für die Ewigkeit ist :)

Klar wärs einfacher, sich aus der Arbeitslosigkeit zu bewerben... Aber es macht einfach nen viiel besseren Eindruck, wenn man weiterhin im Ausbildungsberuf tätig ist... und  die potentiellen Arbeitgeber sehen ja, dass er nen festen Job hat und werden darauf auch ein wenig Rücksicht nehmen in der Vorstellungs-Phase ;)

Antwort
von derBertel, 34

Bevor er gänzlich ohne was dasteht, sollte er das Angebot erstmal annehmen. Nach Alternativen kann er dann immer noch schauen. Und das in aller Ruhe.

Antwort
von meinerede, 30

weil sich die deutsche Bahn daraufhin natürlich, voll auf ihn verlässt.

Da soll er sich mal nicht so sehr d´rauf verlassen! Auch die Bahn entlässt! Und auch er ist nicht unersetzlich! In der heutigen Zeit erst recht nicht!

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