Frage von Directioner1995, 112

Nach dem Abi will eine einfache Arbeiterin werden (ohne Ausbildung )?

hei ich habe mein Abi mit 2,6 beendet . Und habe keine Ahnung was ich für einen Beruf will .Nun arbeite ich dieses jahr über in einer Firma ,wo man keine Ausbildung benötigt .Ich muss dort nur einpacken und so was machen ,aber diese leichte Arbeit macht mir total spaß und ich möchte es am besten für immer machen .Man muss sich über nichts Gedanken machen ,einfach arbeiten .Es gefällt mir wirklich total gut dort .Doch viele meinen es ist dumm mit abi nur zu arbeiten und nichtmal eine Ausbildung zu machen :doch ich möchte diese Arbeit wirklich .Ich habe keine Lust auf lernen und sich geistig immer so viele Gedanken zu machen .ich will einfach nur arbeiten . Was haltet ihr davon ? Würdet ihr das machen ?

Antwort
von Tasha, 112

Mache das doch jetzt erst mal weiter!

Dass man mit 40 "keine" Ausbildung mehr bekommt, ist so auch nicht ganz richtig.

Aber bis 40 musst Du ja nicht warten. Vielleicht ändert sich in 2 bis 4 Jahren Deine Einstellung. Andere warten so lange auf den Studienplatz, orientieren sich um etc. Es gibt immer nicht zulassungsbeschränkte Studienplätze, die man noch annehmen könnte, und Du hättest sogar schon einen "Nebenjob".

Vielleicht brauchst Du jetzt wirklich eine Pause vom Lernen, und wenn Du dabei noch Geld verdienst und glücklich damit bist, ist das doch klasse!

Und ja, es gibt Menschen, die eine Ausbildung haben und trotzdem später als "ungelernter Helfer" in einem anderen Bereich arbeiten, weil sie in dem gelernten Bereich nichts gefunden haben. Grundsätzlich ist das also keine Schande, wenn man mit dem verdienten Geld auskommt!

Kommentar von Directioner1995 ,

also meinst du ich soll erst mal dort ein paar Jahre arbeiten ,weil es mir gefällt

Kommentar von Tasha ,

Momentan bist Du doch gut versorgt und augenscheinlich glücklich. Jetzt auf Krampf eine Ausbildung oder ein Studium anzufangen, mit dem Du zur Zeit gar nichts anfangen kannst, ist evtl. kontraproduktiv, weil Du dem alten Leben nachtrauerst und Dich dann nicht richtig auf die Ausbildung konzentrierst. Hier schreiben sehr viele, dass sie ihre Ausbildung abbrechen oder wechseln wollen: Man muss sich schon reinhängen wollen und sicher sein, für den Bereich motiviert und geeignet zu sein.

Dir geht es also momentan gut. Andere wechseln zwischendurch die Ausbildung oder machen ein paar Jahre gar nichts (sind Hausfrau/ -mann, oder jobben eben nur). Wenn Du später genau erklären kannst, warum Du diesen Weg gewählt hast, ist doch alles gut. Immerhin machst Du ja etwas, Du hängst nicht einfach nur so wartend rum.

Vielleicht brauchst Du diesen Weg gerade für Deine Psyche. Vielleicht ist Dir die Arbeit irgendwann zu langweilig oder Du bist so motiviert, etwas anderes anzufangen, dass Du sehr schnell und erfolgreich eine Ausbildung/ Umschulung/ ein Studium etc. absolvierst. Andere orientieren sich wie gesagt später noch um, oder fangen erst mit 30 an, etwas zu lernen aus verschiedenen Gründen, weil sie vorher keinen Platz bekommen und gejobbt haben etc. 

Wenn Du jetzt mit Deiner Situation gut zurecht kommst und zufrieden bist, würde ich nicht krampfhaft etwas ändern, weil andere das sagen. Immerhin gibt es auch Uniabsolventen, die keinen Job in ihrer Branche bekommen und ungelernt etwas anderes arbeiten und dann teilweise dabei bleiben (weil sie sich daran gewöhnen, nicht mehr weitersuchen wollen oder einfach aus Mangel an Alternativen).

Ich kenne einen BWL-Absolventen, der in einem kleinen Laden 15 Jahre lang nach seinem Studium gearbeitet hat. Vermutlich nicht die ideale Karriere für BWLer. Dann musste der Laden schließen und nun hat der Absolvent einen ähnlichen, eigenen Laden eröffnet, der ganz gut läuft. Also die erste eigene Karriere - vorher war er da so reingerutscht, um Zeit zu überbrücken - mit Mitte 40. Eine andere Bekannte von mir hatte studiert, bekam Kinder, blieb zu Hause, rutschte nach 13 Jahren in eine andere "Karriere" - sie sprang als Hausaufgabenhilfe in der Schule ein, was nichts mit ihrem Studium zu tun hatte - und ist nun auf diese Weise über viele kleine Stufen als Quereinsteigerin Lehrerin für einen Bereich geworden, der nichts oder fast nichts mit ihrem Studium zu tun hat. Ebenfalls mit Mitte 40. Die sagte übrigens, man wollte sie explizit einstellen, weil klar war, dass sie nicht mehr wegen Schwangerschaft fehlen würde (auch wenn man ihr das unter der Hand zu verstehen gab).

Eine Internetbekanntschaft von mir ist glückliche ungelernte Kraft im Einzelhandel, kann aufgrund von psychischen Problemen keine Ausbildung machen und sagt, trotz bescheinigtem hohen IQ, dass sie dort ihren Traumjob (mit Grundsicherung!) gefunden hat!

Es gibt viele Wege, glücklich zu werden und den richtigen Beruf zu finden und viele "krumme Lebensläufe", oft auch von bekannten Personen (evtl, sagt Dir Ann Castro etwas, die hat gar keine Ausbildung im Bereich Tiere/ Biologie/ Papageien). Martin Rütter ist auch abgebrochener Sportstudent, der eher durch Umschulungen/ Kurse etc. an seine "Qualifikation" gekommen ist. 

Davon gibt es sehr viele Beispiele.

Ich hatte in der Schule einen Lehrer, der früher in einer Werkstatt gearbeitet hatte und dessen Traumberuf angeblich Postbote war ("alle sind dann immer fröhlich, einen zu sehen!") - und ja, das meinte er ernst!

Kommentar von Directioner1995 ,

Vielen Dank ,ja ich bin zurzeit echt glücklich mit der Arbeit dort und kann mir überhaupt nicht vorstellen welche Ausbildung /Studium ich machen möchte.Ich möchte dort gerne weiter arbeiten ,doch meine Familie möchte natürlich das ich ne Ausbildung mache und alle meinen ich soll schnell studieren gehen oder so ,das macht einen echt Druck wenn man gar nicht weiß was man will .Und ja wie gesagt bin ich mit der einfachen Arbeit zurzeit total zufrieden.

Antwort
von dannyotti, 95

An sich ist dieser Ansatz zu denken schon richtig, ich will auch nur das machen, was mir Spaß macht. Aber solltest du schon bedenken, dass du das Abi gerade erst gemacht hast. Momentan bist du das Lernen von der Schule Leid und hast wahrscheinlich auch keine Lust viel Verantwortung zu übernehmen. Das geht jedem Nach der Schule so, mir auch. Ich habe erst einmal ein halbes Jahr nichts, gar nichts gemacht, bis mir klar wurde, dass ich schon irgendwie gebraucht werden möchte. Auf dauer ist das Gefühl, nutzlos zu sein, dann doch nicht all zu schön. Diese einfachen Arbeiten sind vielleicht auf den ersten Blick wunderbar, nur wirst du dort keine Aufstiegsmöglichkeit haben, ohne eine Ausbildung.

Ich würde dir schon raten eine Ausbildung, ein Studium oder sowas zumindest anzufangen, damit du irgendwas hast. Mit abi bist du nach 2 Jahren mit deiner Ausbildung fertig und kannst dort ja wieder in der Firma anfangen. Der Vorteil ist, dass du immer noch eine andere Möglichkeit hast, falls dir das mal zu langweilig wird, oder du den Job nicht mehr hast.

Mit 40 ist es schwer eine Ausbildung zu bekommen:)

Antwort
von conelke, 101

Jeder sollte das tun, was er mag! Doch vielleicht ist es ein wenig naiv zu glauben, dass Dir dies ein Leben lang Spass machen könnte. Irgendwann will der Geist auch mal gefordert werden, sonst verkümmert er. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du bei dieser Arbeit genug verdienst, um mal auf eigenen Beinen zu stehen. Sprich Dir eine Wohnung zu leisten, vielleicht ein Auto, vielleicht mal in den Urlaub fahren etc. etc.. Im Moment ist es unter Umständen das, was Du möchtest. Dir keine großartigen Gedanken machen, sondern einfach nur etwas Verpacken. Einfach und keine große Herausforderung für Dich.

Einem jungen Menschen kann man immer wieder nur klar machen, dass eine fundierte Ausbildung das A und O in unserer heutigen Zeit ist. Du hast Abitur gemacht, hast dementsprechend einen IQ, mit dem Du Dir die Frage mit Sicherheit selbst beantworten könntest und mit Sicherheit auch weißt, dass Deine Einstellung auf Dauer nicht die Beste ist.

Aber wie gesagt, jeder ist seines Glückes Schmied und muss selbst den richtigen Weg für sich finden. Wenn Dir das im Moment ausreichen sollte. Na dann bitteschön, aber Du solltest auch an Deine Zukunft denken und ohne Ausbildung bist Du im Grunde genommen auf dem Arbeitsmarkt nichts aber auch gar nichts wert.

Antwort
von GTH2014, 58

Ein Abitur hast du dann beinahe umsonst gemacht. Dieses qualifiziert dich doch erst für eine Berufsausbildung oder ein Studium. Du bist dann von jetzt auf gleich, auf einem Level mit Menschen die ungelernt sind.
Wofür dann die Mühe mit dem Abitur ?
Mit 2,6 ist deine Auswahl für ein Studium zwar begrenzt, aber auf dem Ausbildungsmarkt für eine duale Berufsausbildung, kannst du dich damit gut positionieren. Denk darüber nach. Es gibt auch Ausbildungsberufe die später wenig verantwortungsvolle Arbeiten beeinhalten, aber viel besser bezahlt werden als ungelernte Kräfte die den ganzen Tag schuften.

Kommentar von Directioner1995 ,

Welche Berufe beinhalten denn wenig Verantwortung und werden gut bezahlt?

Kommentar von GTH2014 ,

Eine ganze Berufsgruppe als verantwortungslos zu bezeichnen kann ich nicht. Es gibt aber bei Großkonzernen die Möglichkeit einen Beruf zu erlernen, der ohne Studium viel Geld bringt.
Da gibt es immer einige Stellen die nach wenigen Wochen anlernen zur Routine werden und leicht sind. Ich hab Freunde die Schichtarbeit machen und nir Bereitschaft haben. Also nur wenn erwas kaputt geht, müssen sie ran. So kann es sein, dass man weniger als 10 Arbeitsstunden die Woche hat aber trotzdem 40 Std. die Woche anwesend war und diese auch gut bezahlt bekommt. Wie wäre es mit RWE ?

Kommentar von Directioner1995 ,

Was genau ist RWE ? 

Antwort
von johnice, 53

Ich fände es schade mit Abitur so einer Arbeit nachzugehen. Jetzt mag dir die Arbeit vielleicht noch Spaß machen, aber wie sieht es in ein paar Jahren aus? Lass dich am besten beraten. Bestimmt findest du etwas.


Antwort
von Brot454, 77

Meiner Meinung nach solltest du wenigstens eine Ausbildung machen, Ohne Ausbildung keine Zukunft.

Aber das ist nur meine Meinung. Danach kannst du ja das weiter machen was du da machst. Aber nicht das du es irgendwann bereust

Antwort
von Glueckskeks01, 59

Nun, im Prinzip soll jeder tun, was ihm gefällt. Die Frage ist nur, was ist, wenn es dir in ein paar Jahren überhaupt keinen Spaß mehr macht? Und man ändert seine Einstellung zu Dingen schon ab und an, auch wenn man es sich im Moment so gar nicht vorstellen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass dir die Arbeit nach ein paar Jahren viel zu stupide ist. Im Moment willst du deine Ruhe haben und hast keine Lust mehr zu lernen, was ich gut verstehen kann, aber auf Dauer ist ein bisschen Gehirn anstrengen nicht verkehrt und macht sicher auch mehr Spaß.

Antwort
von Zicke1008, 67

Was ist, wenn Dir diese Arbeit in ein paar Jahren keinen Spaß mehr macht? Dann stehst Du ohne Ausbildung da, welche Du wahrscheinlich für einen anderen Beruf benötigst. Du verbaust Dir viele Chancen, wenn Du jetzt nicht etwas für Deine Bildung tust.

Antwort
von aribaole, 46

1. Warum hast du dann überhaupt Abi gemacht?
2. Denkst du nicht an später?
Nichts gegen ungelernte Berufe, aber mit einer Berufsausbildung hast du bessere Perspektiven, als ohne!

Antwort
von Suizidbutterfy, 56

Geh zum Bund. Kein "normales" lernen und gute Bezahlung

Antwort
von captron15, 61

ich würde mich wundern, wo man ein abi mit diesen rechtschreib- und grammatikkenntnissen bekommt?

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