Frage von nichtnichtsamk, 37

Nach dem Abi ins Ausland: Aktion Sühnezeichen?

Hallo :) ich mache in ungefähr einem Jahr mein Abi und möchte danach wirklich gerne ins Ausland. Sowas wie Au Pair interessiert mich eher weniger, da ich mich lieber engagieren möchte. Ein Lehrer hat mir die Organisation Aktion Sühnezeichen empfohlen, aber ich habe gesehen, dass man da so einen Spenderkreis aufbauen muss, aber ich will mein Umfeld eher nicht um Spenden anbetteln. Kennt jemand noch andere Organisationen, die ähnliche Programme anbieten? Ich bin was die Programme angeht eigentlich recht offen. Ich würde halt gerne was sinnvolles tun. Das Land ist mir auch relativ egal, darf gerne etwas exotischeres sein und muss nicht unbedingt um die Ecke liegen :) Liebe Grüße und schon mal Danke für eure Antworten!

Antwort
von quarklabor, 21

Hi,

ein Spenderkreis ist die übliche Vorgehensweise bei einem FSJ/BFD/IJFD usw.. es gibt sehr viele Organisationen z.B. www.ijgd.de. Anonsten gib einfach mal "FSJ ausland" in die Suchmaschine ein. Ich hab mein FSJ damals in Japan gemacht. Das war exotisch. Indien oder Südamerika sind klassisch exotische Ziele. Man braucht aber auch ein wenig Sprachkenntnisse wenn man ins Ausland will.

Beim Spenderkreis geht es nicht ums betteln sondern darum, die Kosten für Organisation, Versicherung, Seminare, Betreuung usw. zu decken. Dies ist wiederum vom Bundesministerium zur Durchführung vorgeschrieben. Im Endeffekt sind die Organisationen froh, wenn du das Geld reinkommt. Wenn bei euch das Geld zu Hause rumliegt, könnt ihr es auch einfach bezahlen. Dann haben eben deine Mutter und dein Vater gespendet. Es gibt aber sehr viele kreative Leute (Flohmarkt, Konzerte, Artikel schreiben, etc) oder eben einfach Fragen. Oma, Opa, Schullehrer, Vereine, Politiker, lokale Unternehmen... den bietet man dann im Gegenzug etwas an (monatliche Berichte, Vortrag nach der Rückkehr usw.) Es geht darum kreativ zu sein und sich mit seinem Dienst auseinander zu setzen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig Einblick geben.

Grüße

Kommentar von nichtnichtsamk ,

Hi,

erstmal vielen Dank für deine Antwort. Ich verstehe ja, dass die Organisationen so einen Spenderkreis zur Absicherung gut benutzen können, aber was mich daran ein bisschen stört, ist, dass dadurch nicht jeder mitmachen kann. Es ist nunmal so, dass manche Bewerbe aus gewissen gesellschaftlichen Schichten nicht in der Lage sind, genügend Spender zu finden. Wobei ich auch sagen muss, dass ich nicht weiß, ob es für so einen Fall besondere Regelungen gibt.

Ich finde es prinzipiell gut, dass man als Freiwilliger Engagement zeigen soll, in dem man eben versucht, Leute davon zu überzeugen, einen finanziell zu unterstützen, aber trotzdem bin ich noch nicht wirklich überzeugt von diesem System...

Weißt du, was passiert, wenn ein Spender während des FSJs ausfällt? Muss man sich dann einen neuen suchen? Oh man, ich bin da echt noch sehr kritisch :D

Über welche Organisation hast du dein FSJ gemacht?

Viele Grüße :)

Kommentar von quarklabor ,

hm, also die grundsätzliche Überlegung beim Spenderkreis ist eigentlich, dass eben gerade auch die mitmachen können, bei denen zu Hause das Geld nicht so locker sitzt. Daher möchte man keine Finanzierung durch die Eltern sondern durch die Gemeinschaft.

Wie gesagt, die Träger brauchen das Geld, um ihre Ausgaben und die Programme zu finanzieren. Sie erhalten zwar auch Zuschüsse vom Staat, aber ohne die Spenden würde das alles nicht funktionieren. Ich kann dir auch sagen, dass die Mitarbeiter der Träger da sehr viel Idealismus reinstecken, die Bezahlung also wirklich nur dass ist, was man aus den sozialen Bereichen kennt.

Natürlich ist es nie einfach, Menschen um Geld zu bitten, aber wie oben geschrieben, kann man ja auch etwas anbieten. Nun kenne ich die genauen Umstände nicht, auf die du hinaus willst. Aber die Organisationen geben sehr viele Tipps zum Aufbau eines solchen Spenderkreises. 

Ich war und bin auch kein Fan vom Spenderkreis und würde mir auch wünschen, dass der Staat das Programm mehr fördern würde (andererseits macht es einem klar, dass nichts umsonst ist und man setzt sich, wie gesagt, mit dem Aufbau, Ablauf, Finanzierung etc mehr auseinander). Aber es ist vom Ministerium so aufgebaut, d.h. mit ausgebildeten Betreuern, Seminaren, etc.. und das muss zu einem Teil auch von den FSJlern getragen werden. Man erhält natürlich "für sein Geld" auch eine Menge: Seminare, Unterkunft, Verpflegung, Betreuung, Fahrtkosten, Taschengeld.. klar vieles erhält man von der Einsatzstelle, aber wenn man so will, bekommt man das ganze in anderer Form wieder.

Sagen wir mal so, ich kenne niemanden, der nicht Teilnehmen durfte, weil er den Spenderkreis nicht voll hatte... Es gibt Leute die mehr und Leute die weniger zusammen bekommen, man muss sich aber immer bewusst sein, dass das Konzept nur funktioniert, wenn im Schnitt die Summe erreicht wird.

Ich war damals mit ijgd in Japan. (nein ich arbeite nicht da ;) Die sind ziemlich groß und bieten praktisch überall auf der Welt etwas an.

Am besten ist, du rufst einfach mal bei einem der Träger an, wenn du dir ein Zielland ausgeguckt hast. Die Leute sind meist entspannt, helfen gerne weiter und beantworten alle Fragen. Auch zum Spenderkreis. Wenn du denkst, dass du es schwer hast, den Spenderkreis zusammen zu bekommen, sprich das direkt an. Die Leute kennen das und werden auf dich eingehen. 

ui langer Text..sorry

Antwort
von wwFreiwillig, Business, 11

Hallo,

Die Aktion Sühnezeichen ist eine Trägerorganisation von vielen, die Stellen im Rahmen eines geregelten Freiwilligendienstes anbietet. Laut deren Website sind dies der IJFD und der EFD. Daneben gibt es auch noch andere geregelte Freiwilligendienste wie weltwärts oder kulturweit. Und schließlich gibt es noch flexible Freiwilligenarbeit, die außerhalb solcher geregelten Dienste stattfindet.

Ob du die Trägerorganisation verlangt, einen Spendenkreis aufzubauen, hängt vom Programm ab.

Mehr Überblick im Begriffs-Wirrwarr verschafft dir unsere Präsentation http://www.wegweiser-freiwilligenarbeit.com/internationale-freiwilligendienste/f...

Viel Spaß beim Informieren

Frank Seidel von wegweiser-freiwilligenarbeit.com

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten