Frage von Pietze01, 80

Nach Bestellung bei WISHde und Rechnung über Klarna ohne Erinnerungs- oder Mahnschreiben Inkasso Schreiben von Coeo bekommen,ist das Rechtens Was kann ich tun?

Habe heute ein Schreiben von Coeo Inkasso bekommen, habe aber von Klarna zuvor keine Mahnung erhalten. Beim Inkasso Unternehmen liegt nur die ursprüngliche Rechnug vor die ich auch nur erhalten habe. Soll jetzt aber 2x 9,90€ Mahnkosten + 0,02€ und 0,11€ Zinsen und 45€ an Coeo Inkasso Zahlen. So sollen aus ursprünglichen 41€ nun 114,97€ geworden sein. Habe die 33+8=41€ die Klarna bekommen sollte an Klarna Überwiesen. Was mache ich jetzt mit dem Inkasso Unternehmen? Kann mir da wer helfen?

Antwort
von mepeisen, 44

Bezahle die Hauptforderung und damit ist gut.

1. Braucht Klarna sowieso keine Hilfe von Inkassos. Die Gebühren sind nicht durchsetzbar.

2. Ist man typischerweise auch bei Klarna ohne Mahnung nicht in Verzug.

3. Für die korrekte Zustellung der Mahnung ist Klarna beweispflichtig.

Kommentar von Pietze01 ,

Habe die Hauptforderung Überwiesen. Soll ich das Inkasso jetzt einfach ignorieren?

Kommentar von jakob1953 ,

Das würde ich nicht empfehlen, denn dann kommen nur weitere Gebühren hinzu. Du kannst allerdings bei dem Onlineshop anrufen und fragen, ob er aus Kulanz auf die Inkassogebühren verzichtet. Möglicherweise warst du krank und hast die Rechnung erst deswegen so spät bezahlt ...? 

Fragen kostet nichts, manchmal lassen sich Händler darauf ein, wenn man sagt, dass man ja so gerne wieder dort bestellen will.

Kommentar von Pietze01 ,

Habe Klarna angerufen und angeschrieben. Sie meinen das sie nicht in der Lage sind über ihre eigenen Rechnungen zu bestimmen. Absolute Abzocke der verein. Es wirt nur darauf spekuliert das man es vergisst, denn Klarna hat ohne Erinnerung oder Mahnung direkt ein Inkasso einschaltet das sie angeblich nicht mehr beeinflussen können. Einfach nur miese Abzocke

Kommentar von mepeisen ,

dann kommen nur weitere Gebühren hinzu

Welche Gebühren sollen das denn sein?

und fragen, ob er aus Kulanz auf die Inkassogebühren verzichtet.

Wieso Kulanz? Wenn etwas per se nicht vor Gericht durchsetzbar ist, braucht man nicht hinter her rennen, dass es erlassen wird.

Kommentar von Pietze01 ,

@mepeisen Hast du schon mal von erfolgen bei deinem vorschlag gehört?

Kommentar von EXInkassoMA ,

Ich bin zwar nicht mepeisen aber ich habe 3 jahre für acoreus inkasso gearbeitet. Acoreus ging 2012 insolvent 

Coeo inkasso hat den forderungseinzug damals von acoreus ubernommen

Meiner Meinung nach gibt es eine Kick Back Vereinbarung zwischen klarna und coeo bezüglich der Gebühren. 

Kommentar von mepeisen ,

Oft genug. Es ist in den Urteilsdatenbanken tatsächlich nicht eine erfolgreich geführte Klage auf Inkassokosten zu finden für solche Fälle.

Wichtig ist, dass man sich auf die drei Umstände beruft, die ich oben geschrieben habe.

Die Inkassokosten gehören ganz grundsätzlich zur Kategorie der "Verzugsschäden". Wie der Name schon sagt entstehen sie grundsätzlich nur dann, wenn der Schuldner in Verzug ist. Das BGB regelt eindeutig, wann du im Verzug bist und beim typischen Online-Handel gerätst du nur durch Mahnungen in Verzug. Der Gläubiger muss beweisen, dass du eine Mahnung erhalten hast.

Da auch gleichzeitig die Kategorie "Schaden" gegeben ist, ist §254 BGB wichtig. Im Prinzip bedeutet das: Der Gläubiger (Klarna) muss abwägen, welcher Weg erfolgsversprechend ist und kostengünstig. Einfaches Beispiel: Klarna könnte Dieter Bohlen beauftragen, dir per Helikopter in der Fußgängerzone den Mahnbrief zuzustellen. Bezahlen musst du dann trotzdem maximal Briefporto und nicht Bohlens Tageshonorar.

Antwort
von EXInkassoMA, 50

Inkassogebuehren sind im zusammenhang mit einem onlinebezahldienst wie klarna nicht durchsetzungsfaehig und werden mangels erfolgsausichten nicht expl eingeklagt. 

Lass Dir keinen baeren aufbinden

Brauchst du dazu links zur rechtsprechung dann nochmal bescheid sagen

Kommentar von Pietze01 ,

Danke für deine Antwort. könntest du mir die links mal schicken? Und was schreibe ich dem Inkasso?

Kommentar von EXInkassoMA ,

Schicke ich heute abend

Antwort
von jakob1953, 41

Kein Unternehmen ist verpflichtet, Mahnungen zu versenden, somit können offene Forderungen jederzeit ans Inkassobüro oder sogar ans Mahngericht weitergegeben werden. Da du die Rechnung offenbar nicht rechtzeitig bezahlt hast und das Inkassobüro aktiv geworden ist, musst du nun selbstverständlich auch die Inkassogebühren zahlen.

Kommentar von mepeisen ,

Kein Unternehmen ist verpflichtet, Mahnungen zu versenden

Ist hier wieder ein Märchen-Erzähler unterwegs? Das BGB sagt etwas völlig anderes.

Kommentar von jakob1953 ,

Dann solltest du dir § 286 BGB noch einmal genauer durchlesen. ;)

Kommentar von EXInkassoMA ,

Da nuetzt der Augenzwinker smiley nichts 😉

In den grossen urteilsdatenbanken  ist nicht eine einzige klage zu finden.

Kommentar von mepeisen ,

Vielleicht solltest du dir das mal genauer durchlesen, denn was steht da als erstes? "Leistet der Schuldner auf eine MAHNUNG des Gläubigers nicht [...] so kommt er durch die MAHNUNG in Verzug."

Wo leitest du bitte ab, dass niemand mehr eine Mahnung schreiben muss?

Die Ausnahmen, wann eine Mahnung weggelassen werden kann, sind dann in der Folge im selben Gesetz definiert.

Der Regelfall lautet also: Jeder muss eine Mahnung schicken.

Eine der Ausnahmen ist übrigens der Wohnraummietvertrag. Denn bei diesem speziellen Vertrag ist entweder direkt im Vertrag ein fester Termin vereinbart oder aber das Gesetz schreibt einen festen Termin vor: §556b BGB.

Ich empfehle, wenn man schon bei einem Thema mitreden will, sich vorher genauer zu informieren.

P.S.: Und nein, ein reines Zahlungsdatum auf der Rechnung reicht für den Verzug grundsätzlich nicht aus, so wenig wie ein Satz "Nach 14 Tagen befinden Sie sich in Verzug" gegenüber Verbrauchern ausreicht.

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