Frage von GenExperiment, 96

Nach Autounfall durch Fremdverschuldung Anspruch auf Geld durch Erhöhung des Versicherungstarifs?

Ich hatte letztes Jahr im Dezember einen Autonfall der einen Totalschaden verursacht hat. Ich bekam keine Teilschuld zugesprochen, somit war der Unfallverursacher 100% haftend. Ich bekam Schmerzensgeld, Autoausfallpauschale, Erstattung des Unfallwagens und sonstige Zahlungen für Neuanmeldegebühren usw.

Als ich die neue Versicherung meines Autos abschließen wollte, wurde mir gesagt, dass seit diesem Jahr die "Vergünstigung" für Autofahrer ab 23 Jahren erhöht wurde auf 25! Somit ist der neue Versicherungstarif wesentlich teurer als vorher, da ich momentan 24 Jahre alt bin.

Und da man doch bei einem Unfall so ausbezahlt wird, als hätte man niemals einen Crash gehabt müsste ich rein rechnerisch bei der Anschaffung eines identischen Autos immer noch den gleichen Betrag zu Lasten haben wie vorher? Somit entstanden mir für den zwangsweisen Wechsel des Versicherungstarifs (aufgrund der Neuanmeldung eines anderen Autos) folgekosten, die höher sind als zuvor.

Kennt sich jemand zu diesem Thema ein wenig aus? Ich wäre Dankbar über jede Information/Quelle etc.

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Antwort
von KfzSVnrw, 30

Als ich die neue Versicherung meines Autos abschließen wollte, wurde mir gesagt, dass seit diesem Jahr die "Vergünstigung" für Autofahrer ab 23 Jahren erhöht wurde auf 25! Somit ist der neue Versicherungstarif wesentlich teurer als vorher, da ich momentan 24 Jahre alt bin.

Wenn du aufgrund eines wirtschaftlichen Totalschadens mit Reparaturkosten über dem Wiederbeschaffungswert "gezwungen" warst dir ein anderes gleichwertiges Auto anzuschaffen, sehe ich rechtlich gute Anhaltspunkte die nur durch die Ersatzanschaffung, zu der du aufgrund des Unfalls "gezwungen" warst begründete Versicherungsbeitragserhöhung als Kosten die dir nur aufgrund des Unfalls entstanden sind geltend zu machen.

Das wird jedoch ein schwieriger rechtlicher Prozess, bei dem du nur mit einem fachlich sehr gut qualifizierten Fachanwalt für Verkehrsrecht eine Chance haben wirst.  Mir sind dazu keine ähnlichen Urteile bekannt.

Antwort
von Samy795, 24

Die Frage ist, ob Dich diese Anpassung mit dem alten Vertrag ebenso getroffen hätte oder nicht.
Wenn nicht, hast Du theoretisch gesehen durchaus einen Anspruch - zumindest bis Jahresende, da wohl spätestens da ohnehin der Vertrag angepasst worden wäre.
Praktisch gesehen ist es aber ein recht heikler Zusammenhang, wo Du wahrscheinlich mehr Arbeit als Ertrag hast. Du hast ja nicht genau das gleiche Auto wieder angemeldet, so dass hier viel Interpretationsspielraum bleibt.

Und für den Fall, dass die Anpassung so oder so gekommen wäre, hast natürlich keinen Anspruch.  

Antwort
von rena101955, 5

Ich muß mich entschuldigen, war von mir ein Lesefehler! Ich habe gedacht, Dir wurde eine Teilschuld an dem Unfall gegeben! Ich würde an Deiner Stelle mich auch noch einmal bei einer anderen Gesellschaft erkundigen, ob es nicht günstigere Konditionen für Dich gibt und auch noch einmal mit der jetzigen Versicherung verhandeln! Viel Glück

Antwort
von rena101955, 17

Du schreibst in Deiner Darstellung, dass Dir eine Teilschuld zugesprochen worden ist und dann wiederum, dass der Unfallgegner zu 100 % haftbar war, darin liegt für mich ein Widerspruch! Dein neuer Versicherungstarif ist unabhängig von dem Unfall! Würde mich aber noch einmal bei einer anderen Versicherung erkundigen, ob du da nicht günstiger weg kommst! Bei einem Fahrzeugwechsel darf man auch immer die Versicherung wechseln!!

Kommentar von GenExperiment ,

Ich wüsste jetzt nicht, in welchem Punkt ich mich Widerspreche?

Stell dir einfach mal vor, du wärst 22 Jahre alt. Und du weißt, dass deine Versicherung billiger wird, wenn du 23 Jahre alt wirst (das ist im Versicherungsvertrag so beschrieben, da Fahranfänger einen kräftigen Aufschlag zahlen). Jetzt wirst du endlich 23 Jahre alt und bekommst diese Vergünstigung (was ca 30% billiger war). Natürlich ist die Freude groß. Ein Jahr vergeht und du stehst an der Ampel bei rot und dein Hintermann kapiert nicht, dass du verkehrsbedingt anhalten musstest. Dieser Fährt auf dich auf und verursacht einen Totalschaden. So.. Jetzt kümmerst du dich erst mal um die Versicherung/Rechtsanwalt etc, dass du den Schaden zurückerstattet bekommst, da Du selbst ja keine Teilschuld bekommst. Da das Auto ja kaputt ist, kündigt sich der Versicherungsvertrag und Du suchst ein neues Gefährt. Gesucht - Gefunden. Auf zur Bank - EVB-Nummer beantragen, Zulassungsstelle besuchen, Auto anmelden und Termin für die Versicherung ausmachen. Dann sitzt du da vor dem Versicherungsvertreter und dann sagt er, dass sich die Vergünstigung (die davor ja bei 23 Jahren lag) auf 25 Jahre erhöht hat. Mit deinen stolzen 24 Jahren weißt du natürlich, dass es dich sofort mehr kosten wird. Und mein Anreiz zu dem Ganzen war eigentlich: Da ich ja nie wirklich die Absicht hatte ein Neues Auto zu kaufen bzw. den Versicherungstarif zu wechseln (was ich zwangsweise durch die Neuanmeldung ja machen musste) wurde meine Versicherung teurer. Das hat nichts mit den Schadenfreiheits-% zu tun. Die sind ja gleich geblieben. Jetzt sagen wir mal ich hatte Vorher einen BMW 5er und würde mir durch Zwang den Gleichen nochmals neu versichern lassen, dann springt mein Versicherungsvetrag von den damaligen Vergünstigungen die ab 23J. galten auf 25J. Das finde ich ungerecht.

Antwort
von kevin1905, 53

Der Unfall ist nicht zusammenhängend mit dem Grund für die Erhöhung.

Kommentar von Samy795 ,

Das würde ich gar nicht mal sagen. Es besteht ja die Möglichkeit, dass der alte Vertrag erst zum Jahreswechsel umgestellt worden wäre. Wenn jetzt aufgrund des Schadens der neue Vertrag bereits jetzt angepasst wird, basiert der finanzielle Nachteil durchaus auf dem Unfall. Zumindest theoretisch - praktisch wird das wohl eine neverending story ohne großartige Erfolgsaussichten...

Antwort
von Apolon, 36

 Nach Autounfall durch Fremdverschuldung Anspruch auf Geld durch Erhöhung des Versicherungstarifs?

Der neue Kfz-Vertrag steht in keinem Zusammenhang mit dem Unfallschaden, also kann man auch die Differenzkosten nicht geltend machen.

Einen Musterprozess gegen den Unfallverursacher anzustrengen, würde ich gerade mal nicht empfehlen, denn die Prozesskosten würde keine Rechtsschutzversicherung übernehmen und vermutlich würde der Kläger am Ende auf vielen Tausend € Gerichtskosten + Anwaltskosten sitzen bleiben.

Gruß N.U. 

Antwort
von martinzuhause, 56

der wegfall der vergünstigung hat aber nichts mit dem unfall zu tun. das hat deine versicherung so entschieden

Antwort
von Daguett, 60

Schau dich doch einfach nach einer anderen Versicherung um, wenn dir das zu teuer ist?.....Andererseits hat der Wegfall der Vergünstigung nichts mit deinem Unfall zu tun.

Antwort
von Nicops4, 36

Sag denen einfach, dass du wechselst, wenn du keine Vergünstigung bekommst!

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