Frage von Gerhart, 45

Nach Ablauf der Eichfristen wären im Mietshaus die Wärmemengenzähler zu tauschen. Können diese Kosten in der Betriebskostenabrechnung inkludiert werden?

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 22

Erst einmal ein klares "Nein"!

Wenn die Geräte dem Hauseigentümer gehören, muss er jetzt neue anschaffen. Die Anschaffung und Montage sind dann Vermietersache. Unter Umständen ein ziemlich teurer Spass.

Jeder Mieter würde wohl sagen, wie lange sind die geeicht? 5 Jahre oder 6 Jahre? Und was ist, wenn ich nächstes Jahr ausziehe? Bekomme ich dann wieder was zurück? So funktioniert das also nicht.

Viel besser daher:

Eine Abrechnungsfirma, ISTA, Techem, Brunata etc. stellt künftig diese Geräte mietweise zur Verfügung. Künftig fällt also eine jährliche Gerätemiete an, sowie der Aufwand für Ablesung und Erstellung der Betriebskostenabrechnung zumindest für die mit den Zählern gemessenen Verbräuche.

Alle diese Kosten können direkt auf die Mieter zeitanteilig umgelegt werden und werden in der Regel auch von den Mietern problemlos anerkannt, da sie sich im Vergleich zu den eigentlichen Verbrauchskosten eher niedrig ausnehmen und weil dieses Prozedere allgemein üblich ist.

Wenn nach 5 oder 6 Jahren die Eichfrist erneut abläuft, ist es deren Sache, die Messkapseln oder was auch immer da verbaut wird, wieder auszutauschen und diese Arbeiten, Material etc. sind schon mit der Gerätemiete bezahlt.

Beispiel aus unserer Praxis: Wir übernahmen ein Haus mit Wasser- und Wärmemengenzählern und als die ersten Geräte wieder zum Austausch zwecks Eichung anstanden, haben wir alles einer Abrechnungsfirma übergeben. Den Mietern haben wir erklärt, dass wir ansonsten die Miete erhöhen müßten und schon war das Thema durch.

Kommentar von anitari ,

Lies mal was im Link den WhoozzleBoo eingefügt hat steht.

Kommentar von bwhoch2 ,

Die Betriebskostenverordnung gibt die Anschaffung neuer Messgeräte nicht  her. Wörtlich steht unter 4 a:

sowie die Kosten der Verwendung einer Ausstattung zur Verbrauchserfassung einschließlich der Kosten der Eichung

Zuvor steht noch was von Miete oder anderer Kosten der Gebrauchsüberlassung. Es steht jedoch nichts von "Kauf" solcher Geräte drin. Unter "Kosten der Verwendung" darf man sicher nicht die Kosten er Anschaffung solcher Geräte verstehen, wäre jetzt meine Auslegung.

Schon allein die Möglichkeit unterschiedlicher Auslegung ergibt doch schon die Basis für Streit womöglich mit mehreren Mietern ohne Ende. Dann lieber doch den ersten Teil dieses Satzes anwenden:

die Kosten der Anmietung oder anderer Arten der Gebrauchsüberlassung einer Ausstattung zur Verbrauchserfassung

Hierbei glaube ich nicht, dass mit anderer Art der Gebrauchsüberlassung der Kauf gemeint ist, denn das ist wäre nicht nur Gebrauchsüberlassung, sondern der Eigentumserwerb, der weit darüber hinaus geht.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 25

Die Kosten der Eichung wären umlegbar, die Kosten des Austauschs dagegen nicht.

Sind die Zähler gemietet oder gekauft?


Kommentar von Gerhart ,

Die Zähler wurden durch die Eigentümer gekauft.

Antwort
von schleudermaxe, 8

... welche Kosten sollen anfallen?

Bei uns entstehen keine, wenn getauscht wird.

Kommentar von schleudermaxe ,

siehe ggf.:


Die Kosten für Kauf, Austausch und Montage sind umlagefähige Kosten lt. Heizkostenverordnung § 7 Abs. 2. Wir empfehlen diese Kosten durch die Nutzungsdau- er (Eichdauer) verteilt in Ansatz zu bringen. Kostet der Austausch von 10 Warmwasserzähler beispiels- weise 350,00€, dann könnten 350,00€ : 5 Jahre Nutzungsdauer = 70,00€ pro Jahr angesetzt werden.


Ich suche noch nach WMZ.



Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 10

Die Kosten des Wechsels ja, neuer Zähler nein. An die Stelle einer fälligen Eichung tritt regelmäßig der Wechsel des Zählwerkes.

Antwort
von Adolar, 20

Ja, wenn die Geräte eichpflichtig sind und das scheint ja hier der Fall zu sein.

Antwort
von WhoozzleBoo, 26

Ja, diese Kosten sind gemäß der Betriebskostenverordnung umlagefähig.

Kommentar von anitari ,

Es geht nicht um die Eichkosten, sondern den Austausch der Zähler.

Kommentar von WhoozzleBoo ,

War mir auch nicht ganz sicher, aber wenn man googelt, steht überall, dass auch die Kosten für den Wechsel umlagefähig sind. z.B. hier:

http://www.nebenkostenabrechnung.com/eichung-von-messgeraeten/#7

Kommentar von anitari ,

tatsächlich

Bin angenehm überrascht.

Da muß ich doch noch mal schnell die BK-Abrechnungen für 2015 korrigieren;-)

Kommentar von bwhoch2 ,

Nicht alles, was so im Internet steht, ist auch "tatsächlich". Ich würde das hier ganz stark bezweifeln, dass man den Austausch der Zähler anstelle von Eichung, die kaum möglich sein wird, über die Betriebskosten umlegen kann. Ganz sicher nicht auf einmal, sondern allenfalls aufgeteilt auf die Dauer bis zur nächsten Eichung bzw. notwendigem Austausch.

Die Streitereien, die man sich damit an den Hals holt, würde ich zwingend vermeiden wollen.

Beispiel:

Wasserzähler (kalt oder warum): Preis ca. 20 € je Stück

Wärmemengenzähler je Heizkreis: über 100 € je Stück

Wärmemengenzähler zur Erwärmung des Warmwasser ca. 250 € das Stück.

Da kommen dann Kosten auf die Mieter zu, die sie womöglich erst einmal umhauen. Ärger ist vorprogrammiert.

Kommentar von WhoozzleBoo ,

Der Link war nur ein Beispiel. Ich finde gerade keine Seite, die das Gegenteil behauptet.

Kommentar von bwhoch2 ,

In einem anderen Kommentar habe ich dargestellt, dass ich schon aufgrund dieser Unsicherheit leiber den sicheren Weg wählen würde, nämlich Anmietung und Verwaltung durch Abrechnungsfirma.

Kommentar von anitari ,

@bwhoch2

Ich stimme Dir zu und werde die Abrechnungen natürlich nicht korrigieren. Darum ja das ;-) hinter meinem Kommentar.

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