Frage von MrInvisible19, 90

Nach Ablauf der AU erneut krank melden?

Hallo! Folgende Frage:

Nach einem Autounfall(Wegeunfall zur Berufsschule, also Arbeitsunfall) bin ich nun bereits 4 Wochen wegen starken Rückenschmerzen krankgeschrieben. Morgen (28.11.) ist nun der letze Tag der AU, allerdings geht es mir immernoch nicht besser. Verdacht auf Bandscheibenvorfall heißt es bei mir mit meinen 21 Jahren. Als wäre das alles nicht bereits schlimm genug, kam mein Chef heute bei unserer Weihnachtsfeier meiner Firma (Ich wurde fast genötigt dort zu erscheinen, weil ja für mich schon gezahlt wurde usw) ohne "Hallo" o.ä. an und meinte, dass ich mich am heutigen Tag (27.11) bei Ihm hätte melden müssen, wie es bei mir aussieht und hat mir sofort mit einer Abmahnung gedroht. Ist dies nun korrekt oder kann ich ohne bedenken auch Montagmorgen anrufen und Bescheid geben, dass ich weiterhin krank sein werde? Was anderes bleibt mir ja nun nichts übrig. Der Abend war dann für mich gelaufen und ich bin auch einfach wortlos nach Hause gefahren.

Das Problem ist, Ich und auch einige meiner Arbeitskollegen sind der Meinung, dass mein Chef Gründe sucht mich kündigen zu können. Da drehen die sich auch die Rechte wie sie möchten und nötigen/drohen auch gern. Ps: Ich befinde mich in der Aubildung, falls das rechtlich etwas ändert bzw aussagt.

Liebe Grüße

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Antwort
von Dilithium, 90

Hi, Du schreibst leider nicht, welchen Beruf Du ausübst. Es gibt durchaus Möglichkeiten, auch zur Arbeit zu gehen, wenn man Rückenschmerzen oder einen Bandscheibenvorfall hat. Das tun täglich sehr viele Menschen. Es macht eben einen komischen Eindruck, wenn man so jung so lange krank ist. Wenn Du im Büro arbeitest, findet sich sicher eine Möglichkeit, abwechselnd zu stehen, zu gehen oder zu sitzen, dass Du klarkommst. Zu Hause geht das ja auch.

Anders sieht es freilich bei körperlich harter Arbeit aus oder wenn man zum Beispiel LKW Fahrer ist.

Ein Berufausbildungsverhältnis kann vom Arbeitgeber nur aus wichtigem Grund gekündigt werden - heißt, alle GRünde, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen, kommen in Frage. Krankheit - auch langfristig - gehört nicht dazu. Jedoch könnte es sein, dass Du wegen langen Fehlzeiten nicht zur Prüfung zugelassen wirst und dann länger ranmußt. Wieviele Monate das aber sein können, weiß ich nicht.

Kommentar von MrInvisible19 ,

Hallo!

Ja, also ich übe schon einen körperlich Anstrengenden Beruf aus. Ich habe tagtäglich schon damit zu kämpfen mich eigenständig anziehen zu können. Auf der Arbeit müsste ich 8 Stunden lang in gebückter Haltung (was mir fast unmöglich ist) arbeiten, oder auf irgendwelchen Leitern rumturnen etc. 

Kommentar von Familiengerd ,

zur Arbeit zu gehen, wenn man [...] einen Bandscheibenvorfall hat

Wohl kaum - es sei denn, der Bandscheibenvorfall ist also solcher nicht nicht beeinträchtigend und behindernd (was wohl eher seltener vorkommt).

Antwort
von Interesierter, 75

Nun, aus rechtlicher Sicht kann er dir nichts anhaben, wenn du am Montag zum Arzt gehst und dir eine Anschlussbescheinigung holst. 

Allerdings ist dein Verhalten dem Chef gegenüber sehr ungeschickt. Ihr beide habt miteinander einen Vertrag. Dieser besagt, dass du arbeitest und er zahlt dir Geld. Nun bist du krank und kannst eigentlich nichts dafür. Dein Chef hat aber doch ein Interesse daran, dass du möglichst zeitig wieder auf Arbeit kommst. Es wäre daher schon von dir zu erwarten, dass du deinen Chef rechtzeitig darüber in Kenntnis setzt, ob du am Montag wieder kommst oder ob du weiter krank bist. 

Der Chef muss planen können und wird sich nun schon einigermaßen verschaukelt vorkommen. 

Kommunikation ist der Schlüssel zu gegenseitigem Verständnis. 

Kommentar von Familiengerd ,

Der Chef muss planen können

Das sollte er wohl nicht bei einem Auszubildenden!

Kommentar von Maximilian112 ,

Gerdi, auch eine Ausbildung muß geplant sein ;-)

Es gehört schon dazu das man den Betrieb beizeiten über seine Fehlzeiten informiert, vor allem wenn sie absehbar sind. Und auch wenn man Azubi ist.

Den letzten Satz mit der Kommunikation kann man dick und fett unterstreichen.

Kommentar von Familiengerd ,

Natürlich muss ein Betrieb planen können, ist er über Fehlzeiten zu informieren und ist Kommunikation wichtig.

Mein (eigentlich unnötiger) Kommentar wollte sagen, dass man mit einem Auszubildenden nicht so "planen" muss wie mit einem Arbeitnehmer, den der Arbeitgeber zur Aufrechterhaltung seines Betriebs benötigt.

Antwort
von tapri, 59

welche Ausbildung machst du denn und in welchem Ausbildungsjahr? Wenn deine AU bis heute gehst und du weißt, das du am Montag nicht zur Arbeit kommen kannst, dann finde ich auch, es wäre fair den Kollegen gegenüber und der Firma, wenn man kurz Bescheid gibt, dass man noch weiter fehlen wird, denn ich denke du arbeitest mit Kollegen die evtl. Urlaub planen möchten und was sonst so anfällt....... Das wäre die moralische und Sozialkomponente. Rein rechtlich musst du dem AG mitteilen, sobald du weißt dass du weiter krank bist. Also streng genommen mit der AU. Also Montag nach dem Arztbesuch, ausser, bei euch besteht Wochenenendarbeit, dann hättest du ihm Samstag Bescheid geben müssen

Antwort
von latricolore, 76

Morgen (28.11.) ist nun der letze Tag der AU

Dann hättest du heute zum Arzt gehen müssen. So hast du am Mo einen unentschuldigten Tag, falls dein Arzt dich nicht weiterhin krank schreibt.

Kommentar von Familiengerd ,

falls

Genau: "falls"!

Im Übrigen kann er, wenn er früh beim Arzt war, immer noch zur Arbeit!

Kommentar von latricolore ,

Jepp, verspätet, und der AG weiß nicht, ob er überhaupt mit ihm rechnen kann.

Kommentar von Familiengerd ,

Was heißt "mit ihm rechnen kann".

Wenn er zum Arzt geht und nicht zur Arbeit - das muss er ja sofort mitteilen -, weiß der Arbeitgeber, dass er unter Umständen nicht mit ihm rechnen kann.

Im Übrigen stimmt mit einem Betrieb etwas nicht, der darauf angewiesen ist, mit einem Auszubildenden rechen zu können!

Kommentar von Interesierter ,

Offenbar hast du keine Antenne für die "weichen Faktoren". Wer sich ausschließlich auf seine Rechte beruft, muss sich nicht wundern, wenn er genau so behandelt wird.

Kommentar von Familiengerd ,

Wer sich also ausschließlich auf die rechtlichen Aspekte beruft, muss damit rechnen, dass sein Gegenüber das ebenso macht.

Diese rechtlichen Aspekte muss man aber erst einmal in Erfahrung bringen, kenne, ausloten, um überhaupt sachgerecht mit einer bestimmten Situation umgehen zu können. Ohne solche Kenntnisse ist man "ausgeliefert" (ohne jetzt jedem Arbeitgeber grundsätzlich "böse" Absichten unterstellen zu wollen).

Selbstverständlich sollte man sich nicht auf einen bloßen Rechtsstandpunkt zurück ziehen, vor allem noch dazu, da doch allgemein bekannt ist, dass "Recht haben" und "Recht bekommen" oft zwei völlig "verschiedene Paar Schuhe" sind.

Mir selbst sind auch Leute suspekt, die bei jeder Kleinigkeit nach einem Anwalt schreien; das schließt aber nicht aus, dass man sich mit seinen Rechten vertraut macht - und dabei ist ein "moralischer Zeigefinger" unangebracht !

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