Frage von mima11, 192

Nach 99% iger Diagnose Leberzirrhose.Ärzte gaben mir nur noch 3 Monate Hat jeman ähnliche Erfahrung gemacht?

Im August 2014 wurde ich, aufgrund monatelangem Alkoholmißbrauch, in das Uniklinikum eingeliefert. Ich konnte nicht mehr laufen. Mein Urin war rot. Meine Haut und die Augen tiefst gelb. In der Klinik wurde festgestellt dass ich kaum noch Natrium oder Salze im Körper hatte.

Billirubin: weit über 30 Gamma GT: 2500

Diagnose: zu 99 % Leberzirrhose.

Eine Woche später, ich war inzwischen von der Intensivstation auf die normale Station verlegt worden, wurden mir und meiner Frau mitgeteilt, dass ich zu 100% keine Überlebenschance hätte und ich daran definitiv und ganz sicher innerhalb der nächsten 3 Monate sterben würde. Die einzige Chance dies zu Überleben, wäre eine Lebertransplantation.Als Alkoholiker käme ich allerdings erst nach einem halben Jahr überhaupt auf die Warteliste. Würde es zeitlich also gar nicht erst auf besagte Warteliste schaffen. Ein, nach dieser eindeutigen Prognose, geplanter Selbstmordversuch in der Klinik scheiterte aufgrund meines körperlichen Zustands (zu schwach) Man schickte mir eine Psychaterin auf das Zimmer, die mich auf das Sterben vorbereiten sollte. Und entließ mich nach 6 Wochen auf eigenen Wunsch zum Sterben nach Hause. Ich konnte nicht laufen. War physisch und psychisch völlig am Ende.

Nach Monaten der Einnahme von Kortison,Hepamerz, Pantoprazol,Ursofalk,Konakion und Prednisolon. der intensiven Pflege meiner Frau, Lebergerechtem Kochen und einem großen Kampf meinerseits, schaffte ich es zu überleben. Selbst eine Lebertransplantation war nicht mehr nötig.

Der Leberarzt der Klinik, der mir am 18 November 2014 mitteilte, dass ich es, wie auch immer, geschafft hätte, sprach von einem Wunder. Er und seine Kollegen würden kopfschüttelnd über meinen Blutwerten sitzen. In den nächsten Monaten kämpfte ich mich ins Leben zurück.Lernte wieder gehen, begann meine Muskeln aufzubauen. Alleine das dauerte nach der schweren Krankheit beinah ein Jahr, Aber inzwischen geht es mir gar besser als VOR der Krankheit.

Über diese Zeit: Einlieferung, Diagnose, Hoffnungslosigkeit, meinem Kampf zurück ins Leben und dem ,, Wunder,, habe ich, um dies alles verarbeiten zu können, sogar ein Buch geschrieben. Das allerdings ist nicht öffentlich sondern nur für mich und meine Freunde. Aber mit diesem Post möchte ich sterbenskranken Patienten aufzeigen, dass da immer noch irgendwo ein kleines Licht am Horizont ist, ohne dass ich unberechtigte Hoffnung entfachen will. Man sollte einem Patienten stets die Wahrheit sagen. Aber ihm komplett alle Hoffnung nehmen, wäre , zumindest in meinem Fall, beinah schief gegangen. Und ich möchte denen, die dies hier lesen, ob selbst Betroffener, Angehöriger ,Freund etc sagen... Egal was die Ärzte sagen. Es gibt nie ein 100%ig Gebt nie auf. Kämpft weiter. Vetraut auf die Behandlung der Ärzte. Aber nicht immer auf ihre,,100%ige,, Todesnachrichten. Meine Frage. Hat jemand ähnliches erlebt?

Antwort
von Radesch, 134

Wow, das ist ja herzallerliebst!

Viel Glück noch und nutze deine Chance, die ohne die Hilfe deiner Frau nicht möglich wäre. Unglaublich was der Menschliche Körper aushält. Solche Geschichten retten mir meinen Büroalltag :D.

Mach was draus Nutze die Chance!

Kommentar von mima11 ,

sehr nett, ja mach ich;-)

Antwort
von valvaris, 110

Herzlichen Glückwunsch auch von mir.

Normalerweise sehe ich Alkoholkranke etwas mit Verachtung und Gleichgültigkeit an, da ich leider lange Jahre Erfahrungen mit einem der uneinsichtigen Sorte sammeln musste, aber wenn jemand die Chance ergreift, sich zu ändern, dann verdient das Respekt.

Ich würde dir raten, geh in Selbsthilfegruppen und versuch dort, anderen mit deiner Geschichte Mut zu machen und Ihnen Hilfe anzubieten. Und vor allem kannst du besser als jeder andere zeigen, wie viel besser es ist, nicht zu trinken als der scheinbare Glückszustand, den man im Suff hat.

Kommentar von mima11 ,

Du hast so recht.Danke

Antwort
von Kandahar, 107

So ähnlich ging es meinem Bruder. Auch er hatte die Diagnose Leberzirrose und war lange im Krankenhaus. Man sagte im, dass er nicht mehr genesen werde und nur noch 1-2 Jahre zu leben hätte.

Das ist jetzt fast 8 Jahre her.

Heute ist er zwar kein Ausbund der Gesundheit, aber seine Leber hat sich größtenteils erholt und es geht ihm gut.

Die Leber ist ein Organ, welches sich sehr gut wieder regenerien kann und das wissen die Ärzte. Dass man Betroffenen, so wie dir und meinem Bruder da gleich mit dem Schlimmsten aller Fälle kommt, finde ich nicht in Ordnung. Wenn es einen Funken Hoffnung gibt, dann sollte man das den Menschen auch sagen.

Antwort
von NSchuder, 101

Dann sag ich mal: herzlichen Glückwunsch zu deinem 2. Leben und mach was draus! So eine Chance bekommen nur ganz wenige nochmal neu zu starten.

Antwort
von Sora90, 86

Das ist wirklich toll :) Schön zu hören, dass du es geschafft hast mit deinem Leben eine 180° Drehung zu vollziehen und dir und deiner Frau zuliebe an dir zu arbeiten!

Ich hoffe jemand der solche Worte hören sollte liest deinen Beitrag hier und kann davon etwas mitnehmen.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und mach so weiter :)

Antwort
von ApfelTea, 70

Das ist ne chatfrage.

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