Frage von Kunzoric, 138

Nach 30 Jahren aus dem Job / Abfindung?

Guten Tag, Meine Mutter ist nach ca. 30 Jahren in ihrem Job nun knapp 2 Jahre vor Renteneintritt Das Problem ist, dass Sie nun massive Probleme mit Ihrer Arbeitgeberin hat. Ihr werden Aufgaben gestellt, die für normale Menschen unschaffbar sind außerdem hat sie nun eine Vorgesetzte bekommen, die auf respektlos Weise ihre Arbeit kritisiert.. Nun hatte Sie einen Nervenzusammenbruch und ist bis ende des Monats krank geschrieben. Gibt es für Sie eine Möglichkeit aus dem Job auszutreten und eventuell die Chance auf eine Abfindung zu haben?

Vielen Dank für Ihre Mühen

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 94

Abfindungen gibt es nicht automatisch und bei Eigenkündigungen sowieso nicht.

Der AG bietet i.d.R. eine Abfindung an um Arbeitnehmer die schwer zu kündigen sind "loszuwerden", um eine Kündigungsschutzklage zu vermeiden oder auch um lange Kündigungsfristen zu umgehen.

Außerdem gibt es Abfindungen wenn ein Arbeitsgericht diese vorschlägt/festlegt oder im Rahmen eines Sozialplans bei betriebsbedingten Kündigungen.

Wenn Deine Mutter gesundheitlich nicht in der Lage ist zu arbeiten, wird sie ihr Hausarzt auch weiterhin arbeitsunfähig schreiben. Eine Eigenkündigung nach so vielen Jahren und kurz vor der Rente wäre das Dümmste was sie machen könnte.

Da hätte die Arbeitgeberin doch erreicht, was sie wahrscheinlich möchte: Deine Mutter aus dem Job zu ekeln und das möglichst billig.

Antwort
von Parhalia, 84

Sie sollte es nun darauf ankommen lassen, entweder noch zwei Jahre durchzuhalten oder trotz bestmöglicher ( ihr körperlich noch möglich ) Arbeitsausübung auf eine personenbedingte Kündigung z.B. wegen nicht mehr betrieblich verantwortbarer Wirtschaftsleistung begründeter Kündigung seitens des Arbeitgebers zu warten. Dagegen kann sie notfalls dann noch arbeitsrechtlich angehen versuchen.

Wenn sie über 55  Lenze bereits erlebte, so dürften ihr ggf. sogar 18 Monate ALG I nun zustehen, wenn ihre Arbeit sozialversicherungspflichtig im Angestelltenverhältnis läuft.

Wenn sie wegen Psyche oder Physischer ( körperlicher ) Beschwerden aktuell arbeitsunfähig vom Doc geschrieben ist, so ist das auch noch kein "Beinbruch" . Ungünstige medizinische Prognose müsste Ihr der Arbeitgeber im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen / Gutachten im Vorlaufverfahren für eine berechtigte Kündigung dann auch erst einmal gutachterlich nachweisen können.

Sie soll / darf nur nicht selbst kündigen und auch keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Bei einer "personenbedingten Kündigung" durch den Arbeitgeber ( gesundheitlich / altersbedingte Minderleistung oder negativer Gesundheitsprognose ) kann ihr beim ALG I und / oder ALG II kein "Strick" daraus gedreht werden hinsichtlich Sperrzeit oder Sanktion.

Einen general- / und grundrechtlichen Anspruch auf eine Abfindung bei einvernehmlicher Kündigung gibt es leider nicht. Das wäre im Rahmen eines "Vergleiches" dann oft nur eine "Aushandlungsbasis" um eine einvernehmliche Kündigung entweder "schmackhaft zu machen, oder bei arbeitgeberseitig nur schwach bis kaum begründbarer "ordentlicher Kündigung" Rechtsstreitigkeiten mit Urteil zu vermeiden.

Nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit dürfte sie mindestens 7 ( oder 9 ? ) Monate "ordentliche Kündigungsfrist" haben, wenn der AG sie einseitig "ordentlich" kündigen wollte. ( also bloss keinen Aufhebungsvertrag abschliessen )

Antwort
von MuttiSagt, 82

Das sollte sie nicht machen. Sie kann sich die letzte Zeit krankschreiben! Es wird jetzt keine Abfindung mehr geben. Die Arbeitgeber sind das gewohnt, dass sich viele zum Schluss krankschreibenden lassen, deshalb auch dieses Verhalten und den Prozess zu forcieren. Hart, aber herzlich.

Antwort
von Bartstoppel1902, 82

Hallo Kunzoric,

warum soll Sie Anspruch auf eine Abfindung haben? nur weil Sie 30 Jahre dabei ist? - So einfach geht das nicht. Eine Abfindung muss der AG nur unter besonderen umständen zahlen. Das deine Mutter überfordert ist und kündigen möchte gehört aber nicht dazu.

Für das Problem gibt es sicherlichlich viele Lösungsansätze. Schöne und auch nicht so schöne.
Das wichtigste Ziel sollte es sein, das deine Mutter noch die nächsten Zwei Jahre bis zum Renteneintritt ununterbrochen in einem Beschäftigungsverhältnis bleibt- Sonst kann es zu Probleme mit der vollen Auszahlung kommen (ich weiß die genaue Jahreszahl nicht).

Hat deine Mutter den mal mit Ihrer vorgesetzten gesprochen? Evtl um Verlegeung gebeten oder um ein neues Arbeitsumfeld?

Kommt für euch eine reduzierung z.B. in Altersteilzeit in Frage?

Im schlimmsten Fall, würde ich an deiner Mutters stelle mit einem Arzt darüber sprechen. Je nach Art und Beschaffenheit des Betriebes sollte deine Mutter, solange Sie sich nichts zu schulden kommen lässt, so gut wie "unkündbar" sein. - Ihr must dabei aber starke Nerven bewaren.

Sollte garnichts mehr helfen muss der Arzt Sie eben aus psychischen Gründen immer wieder mal für ein paar Wochen/Monate krank schreiben. Spätestens dann kommt auch Ihr AG mal auf die Idee etwas an Ihrer Stelle zu ändern.

Antwort
von Ifm001, 69

Ich würde zu einer Beratungsstelle wie bei der AWO oder Caritas gehen. Ich kenne Fälle mit solchen Aussagen, bei denen ich den Vorwurf als berechtigt sehe, aber auch Fälle, bei denen such der Arbeitgeber Mühe gibt und der Mitarbeiter sich trotzdem schlecht behandelt fühlt. Bei einer Beratung gibt es eine neutrale Sicht.

Ein Recht auf Abfindung gibt es grundsätzlich nicht.

Antwort
von Gerneso, 71

Nein. Entweder sie geht weiter arbeiten oder sie lässt sich krank schreiben. Aber wenn sie das Unternehmen verlassen möchte kann sie nur selbst kündigen.

Antwort
von Ernsterwin, 55

Schau mal hier: http://www.abfindunginfo.de/abfindung-vs-schmerzensgeld.html

Allein wird sie das wohl kaum schaffen, aber mit einem guten Anwalt sollte das möglich sein.

Antwort
von Jahreskalender, 62

Abfindung muss der AG nur zahlen wenn er kündigt. Aber ich glaube sogar, das Abfindungen auf völlig freiwilliger Basis bestehen.

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