Frage von CanyouAnswer, 90

Nach 3 jähriger Trennung, Sorgerecht?

Hallo,

meine Frau und ich haben uns vor ca.3 Jahren getrennt u. lebe seid dieser Zeit ca. 400 km in einem anderen Bundesland. Mein Grund dazu war auch die Hoffnung , das eine gewisse "Normalität" wieder einkehrt, und es womöglich auch besser für unsere Kinder wäre auch für meiner Frau. Soll aber kein Schuldeingestaendniss meinerseits jetzt sein. Habe regelmäßig Kontakt zu meinen Kindern die sich darüber auch sehr freuen. Gehöre zu den "gutmütigen Menschen". Wir haben 2 Töchter, die auch eine schwierige pupertäre Zeit durchleben. Eine unserer Töchter scheint größere Probleme seid unsererTrennung zu haben, verbunden mit starker Gewichtszunahme. Nur leider ist meine Frau dami völlig überfordert, deshalb wird unsere Tochter seid fast 2 Jahren nun stationär in begleitung einer psyhatrischen Klinik und dem Jugendamt behandelt. Mittlewerweile habe ich aber den Eindruck, vieles wird schlimmer und ihr Zustand hat sich dramatisch in den letzten 2 Jahren verschlechtert. Das Paradoxe daran ist noch ich als Mann und Vater werde hier kaum mit eingebunden.

Nun habe ich hier Fragen:

Habe ich als Vater überhaupt noch Sorgerechte (wovon ich eigentl. ausgehe) über unsere Kinder trotz Trennung (Frau wollte dies schließlich) und zeitgleich habe ich Anspruch auf Krankenkakteneinsich meiner 15 jährigen Tochter auch in einer "Kopieform"? Ein Umfang zu ihrer Krankheit scheinen so Komplex zu sein was in einer kurzen mündl. Aufklärung womöglich sehr schwer verständlich sind . Habe ich die möglichkeit, Einsicht über Kopien solcher Befunde zu bekommen, und habe ich Sorgerechte über meine Töchter nach 3 jahren Trennung? Für jeden wertvollen Hinweis bin ich äußerst dankbar!

Mit freundlichen Grüßen CanyouAnswer

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Antwort
von blumenkanne, 52

wenn ihr verheiratet wart, hast du auch nach wie vor mit deiner exfrau das gemeinsame sorgerecht. wenn du einmal das gemeinsame sorgerecht hattest, dann hast du es solange, wie es gerichtlich nicht entzogen wurde.

wenn ihr nicht verheiratet wart, keine sorgerechtserklärung beim jugendamt unterschrieben habt, dann hattest du noch nie sorgerecht.

gehen wir also davon aus, da du immer von deiner frau sprichst, das ihr verheiratet seit oder wart, dann hast du nach wie vor gemeinsames sorgerecht. mit diesem kannst du alle krankenakten einsehen, mit den ärzten gespräche führen und dir eine prognose und diagnose geben lassen. wenn das kind schon solange in einer psychiatrie ist, scheint es sich nicht um irgendeine pubertäre laune zu handeln, sonern vermutlich um ein komplexes psychisches problem.

nimm dir also die zeit, dich mit den ärzten in verbindung zu setzen, zu schauen wo das problem liegt und wie es aus ärztlicher sicht weitergehen könnte. denke vielleicht auch darüber nach, das kind zu dir zu holen und dir eine zweite meinung einzuholen.

Kommentar von CanyouAnswer ,

Vielen Dank!

Ja wir sind verheiratet.

Entschuldigung wie meinst du das jetzt genau mein Kind zu mir zu holen? Meine Tochter befindet sich stationär in einer psychiatrischen Klinik., wo es knallharte Regeln und Abmachungen mit dem Jugendamt gibt. Seid fast 2 Jahren ist meine Tochter auch nicht mehr in der Lage überhaupt noch in eine Schule zu gehen und fügt sich mittlerweile Selbstverletzungen zu.

Bin völlig am Ende mit meinen Nerven, zumal alles unter deren Aufsicht läuft :-(

Kommentar von blumenkanne ,

somit hat sich die sorgerechtsfrage dann ja bereits geklärt.

ich wußte nicht, dass das jugendamt involviert ist. dann wirst du keine entscheidungen mehr erwarten dürfen. die trifft seit übernahme des falls das jugendamt.

die frage wäre weiterhin gewesen, ob es für deine tochter besser gewesen wäre vielleicht zu dir in die nähe zu kommen oder du ziehst näher zu ihr, damit du öfter mit ihr in kontakt sein kannst.

sie scheint schwer psychisch krank zu sein. es sieht wohl nicht aus, dass es in naher zukunft verbesserungen oder veränderungen geben wird. ehr scheint es wird deine tochter noch sehr lange in der psychiatrie verbleiben. vielleicht nimmst du diesen gedanken in deine überlegungen mit auf und siehst zu das du an infos über den gesundheitsstand deiner tochter kommst, über die prognosen der zukunft und den derzeitigen iststand. die frage sie zu dir zu nehmen hat sich damit erledigt, das ein jugendamt involviert ist.

Kommentar von CanyouAnswer ,

@blumenkanne,

vielen Dank, hast mir sehr geholfen mit deinen  interessanten Tips. Ehrlich möchte nicht alles über einen Kamm scheren, nur hab ich auch mit diesem Jugendamt meine größten Zweifel. Ehrlich nur Forderungen haben Sie gestellt u. mittlerweile soll meine Tochter tatsächlich auch noch "Wahnvorstellungen" in dieser Klinik bekommen haben.

Ich könnte heulen vor meiner Machtlosigkeit

Kommentar von blumenkanne ,

es ist menschlich, dass du das nicht glauben willst. es ist zu menschlich, dass du das nicht wahr haben willst. dafür ist es dein baby von dem sie da reden, es ist dein kleines mädchen das sie beschreiben, wie sie da irre vor sich in lebt. aber du musst der wahrheit in die augen sehn: dein baby ist krank, schwer psychisch krank wie du es beschreibst. sie braucht hilfe und bekommt diese auch gerade. wenn sie wahnvorstellungen, psychische störungen hat und sich selbst gefährdet, dann muss sie behandelt werden und das vielleicht ein leben lang oder nur mehrere jahre etc.

wenn du all das nicht verarbeiten, vertragen und verstehen kannst, dann ist auch das nur menschlich. such dir einen therapeuten. nicht weil du einen schaden hast, sondern weil du auch hilfe brauchst mit all dem klar zu kommen, das zu verarbeiten und zu lernen zu akzeptieren. deine tochter ist krank, nicht böse. ihr wird geholfen und nicht bestraft. such auch für dich hilfe und nimm sie an. lass dich nicht fallen und kämpfe nicht gegen windmühlen. unterstütze die behandlung und lass dich aufklären darüber welchen namen die ärzte dem problem deiner tochter geben. dann gibts zu therapeuten noch hilfegruppen für angehörige. auch hier kannst du dir hilfe, infos u. auch zuspruch und kraft holen. es ist für angehörige nie leicht mit all dem klar zu kommen ohne selber durchdrehen zu wollen.

Kommentar von CanyouAnswer ,

Puhhh ...... selten das jemand mit mir so offen u. ehrlich gesprochen hat. Vermutlich hast du noch Recht und ich ebenfalls Hilfe benötige. Ehrlich gerade überkommts mich ..... das alles muss ich erst mal verdauen.@blumenkanne ich Dank dir! Vielleicht melde ich mich nochmal bei dir. Hab ein schönes WE.

Kommentar von CanyouAnswer ,

Dazu möchte ich noch erwähnen, hatte mich die ganzen 2 Jahre auch rausgehalten. Wurde aber auch nicht eingebunden zu Familiengespräche.

Nur im Urlaub verbrachten meine beiden Töchter ihre Zeit bei mir, was eine glückliche Zeit für uns alle war.

Kommentar von Menuett ,

Auch wenn das Jugendamt involviert ist, hat es keinerlei Entscheidungsbefugnis. Dafür bräuchte es einen richterlichen Beschluß.

Kommentar von CanyouAnswer ,

Guten morgen Menuett,

gerade habe ich deinen Hinweis hier gelesen. Bedeutet deine Antwort, das wir Eltern, also auch ich als Vater v. meiner Tochter Entscheidungsbefugnise habe?

Entschuldigung was bedeutet das genau?

Kommentar von blumenkanne ,

es bedeutet das es zeit wird, dass du dich involvierst. das du dir informationen über gesundheitszustand, diagnosen und aktuellen behandlungen holst. es werden in der regel hilfeplangespräche geführt in regelmäßig abständen. auch dazu kannst du deine meinung abgeben. wenn du nicht mal eingebunden wirst und keine unterschriften leisten musstest, dann hat das jugendamt so wie es aussieht bereits die führung in dem fall übernommen und du hast keine entscheidungsbefugnisse mehr, sonst müsstest du regelmäßig anwesend sein. es wird zeit, dass du den kopf aus dem sand ziehst und loslegst.

Kommentar von Menuett ,

Wenn er keine Entscheidungsbefugnisse mehr hätte, dann hätte er einen Gerichtsbeschluss, in welchem stünde, dass das Jugendamt die elterliche Sorge zugesprochen bekommen hat.

Und nein, zum Hilfeplangespräch kommen nur die Eltern, die direkt mit dem Kind zu tun haben.

Da stehen hier 400km dazwischen. Da ist kein nennenswerter Kontakt möglich.

Kommentar von Menuett ,

Du kannst Dich da sehr wohl einmischen.

Du bist sorgeberechtigt, ich würde mich da aber gründlich vom Jugendamt beraten lassen.

Kommentar von blumenkanne ,

es sieht nicht so aus, dass er überhaupt infos bekommt, sonst müsste er in allen gesprächen einbezogen werden. wurde und wird er aber nicht. die entscheidungen trifft das jugendamt - somit ist das sorgerecht wohl nicht mehr groß vorhanden

Kommentar von CanyouAnswer ,

Das Problem hier liegt in einer Darstellung von einer mündl. Diagnose, wo man mir aber diesen Einblick zu einer schriftl. Diagnose meiner Tochter verweigert.

Ich umschreibs mal so,  ein Hausarzt möchte mir mündl. erklären, mein Kind hätte Husten und verschreibt ihr daraufhin einen Hustensaft. Nur hilft dieser  Saft nie so richtig. Jetzt komme ich als Vater u. habe meine Zweifel daran, da ich vermute das meine Tochter vielleicht Asthma hat.Deswegen  möchte ich gerne Einblick zu  diesen Befunde, um vieles dann besser zu verstehen. Nur der Hausarzt verwegert mir das.

Tatsächlich läufts hier auf einem psychischen Bereich, wo ich mittlerweile meine größten Zweifel habe, da nach 2 Jahren meine Tochter nun völlig am Ende ist, und ich keinen Einblick in diese Akten bekomme. Da dies alles sehr komplex u. umfangreich erscheint, hätte ichs gerne auch schriftlich, ums besser dann zu verstehen.

Ist mir mittlerweile sehr wichtig, bevor mit belanglosen Vollmachaserklärungen weiterhin über meine Tocher gerichtet wird.

Ich hoffe ich konnte jetzt mein Problem besser Darstellen?

Antwort
von Kamihe, 50

Sie sollten sich übers Jugendamt mit dieser Frage auseinander setzen, da es hier wohl viel zu berücksichtigen gibt auch der Wille der Kinder.

Kommentar von CanyouAnswer ,

Ja nur leider ist meine Erfahrung dabei, dass auch ein Jugendamt hier über 2 Jahre nichts bringt außer nur Forderungen stellt.

Kann das eine Lösung sein, wenn ein Kind dabei noch  in den "Wahnsinn" getrieben wird?

Kommentar von Menuett ,

Welche Forderungen stellt denn das Jugendamt.

Kommentar von CanyouAnswer ,

Beispiel Schule .

Meine Tochter (urspr. Gesamtschule/Gymnasium) hat größte Ängste vor Schulen und Mitschülern, warum auch immer. Obwohl Sie beliebt bei ihren Mitschülern schon immer war u. ist (Klassensprecherin), auch bei ihren Lehrern dort ist dazu ein kompletter Einbruch vor Jahren nach unserer Trennung ca. 3 monate später geschehen. Völlig isoliert lebt sie heute u. mit größter Mühe klappts mit dazu ausgerichteten besonderen Schulen. Klassen bestehen aus höchstens 3 Kindern. Nur habe ich das Gefühl dabei, als hätte eine "Ursache" weiterhin Bestand, diese wahnsinnige "ANGST" in ihr, wärend das Jugendamt beharrlich Ziele verfolgt, wie mittlere Reife .  Mir ist das alles egal, nur habe ich bei meiner Tochter ein seltsames Gefühl, als lägen Ursachen zu ihre großen Ängste wo ganz anders :-(


Kommentar von Menuett ,

Will sie denn eine Therapie machen?

Im Normalfall ist das Jugendamt sehr daran interessiert, dass sich die Jugendlichen in Therapie begeben.

Antwort
von CanyouAnswer, 44

Vermutlich leidet Sie gerade deshalb darunter, nur spricht man dies dort an wird man dabei nicht "Ernst" genommen. Ist mein Eindruck, vielleicht irre ich mich auch? :-(

Kommentar von Kamihe ,

Ich habe noch mal darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass Ihnen das Jugendamt auch nicht weiter helfen wird. Es kann Ihnen die Kinder auch nicht zusprechen, am Ende kann das nur ein Familiengericht endscheiten. Die Kinder sind Mündig und müssten vor Gericht ihren Willen ausdrücken bei Ihnen wohnen zu wollen.

Kommentar von CanyouAnswer ,

Ja das meint sogar meine Tochter. Und ich bin dazu völli zerrissen, zwischen Bauchgefühle und einer "angeblichen Vernunft"(Jugendamt und Klinikleitung).

Ehrlich ich weis nicht was ich dazu machen soll??? Dabei sehe ich noch wie es meiner Tochter dort immer schlechter geht :-(

Kommentar von Menuett ,

In der Psychiatrie geht es den Jugendlichen selten gut, das hat ja einen Grund, dass sie da sind.

Das ist Streß pur.

Wenn Deine Tocher doch schon 2 Jahre in Behandlung ist, dann wird es wenig zielführend sein, sie einfach zum Vater zu schicken.

Aus der Entfernung bekommt man nicht immer alles mit und während der Besuchszeit sind die Jugendlichen nicht so, wie sie sonst immer sind.

Hast Du überhaupt schon einmal mit einem Arzt gesprochen, welche Diagnose wurde denn da gestellt?

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