Frage von Anasef, 64

MwSt. bei Lieferung von Dienstleistungen an deutsches Unternehmen (Lieferadresse) mit Muttergesellschaft in England (Rechnungsadresse) - S. Details unten?

Als Einzelunternehmer (Übersetzungsbüro) habe ich eine Übersetzung an ein Unternehmen in Deutschland geliefert. Die Rechnung ging aber an die Muttergesellschaft in England. Da ich die Bestellung aus der Tochtergesellschaft in Deutschland (gmbH) bekommen habe und auch an diese geliefert habe, habe ich die MwSt. ausgewiesen – die Rechnung wurde auch bezahlt. Nun meldete sich die Muttergesellschaft aus London mit der Forderung einer Rückzahlung der MwSt. weil angeblich die Übersetzung FÜR sie bestellt wurde.

Frage 1: Ist die Forderung nun rechtens, obwohl das Angebot an die deutsche Tochter ging, die Bestellung von dieser kam und die Lieferung auch an sie erfolgte??

Frage 2: Was tun, wenn eine Bestellung von einem Unternehmen aus dem EU-Ausland kommt, dessen Tochter- oder Muttergesellschaft in Deutschland ansässig ist? Können solche Unternehmen einfach so MwSt. „umgehen“, oder müsste hier MwSt. auf jeden Fall ausgewiesen werden? Schließlich kann man nicht wissen, wo die bestellte Leistung (Übersetzung) wirklich benötigt bzw. verwendet wird.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 28

Mit der Bestellung müsstest Du von dem Auftraggeber dessen USt-ID bekommen haben. Damit beweist der Auftraggeber, dass er umsatzsteuerlicher Unternehmer ist.

Die Lösung liegt dann in § 3 a UStG (Absatz 2).

   (2) Eine sonstige Leistung, die an einen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt wird, wird vorbehaltlich der Absätze 3 bis 8 und der §§ 3b, 3e und 3f an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Empfänger sein Unternehmen betreibt. Wird die sonstige Leistung an die Betriebsstätte eines Unternehmers ausgeführt, ist stattdessen der Ort der Betriebsstätte maßgebend. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend bei einer sonstigen Leistung an eine ausschließlich nicht unternehmerisch tätige juristische Person, der eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt worden ist, und bei einer sonstigen Leistung an eine juristische Person, die sowohl unternehmerisch als auch nicht unternehmerisch tätig ist; 

Wenn die USt-ID mit GB beginnt, wäre keine Steuer zu berechnen. Würde sie mit DE Beginnen, so wäre Steuer zu berechnen.

Antwort
von ichbinschris, 27

Du musst dem Unternehmen die Mwst nur erstatten, wenn die englische Mutter Gesellschaft an welcher die Rechnung ging keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hat.

Wenn eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vorhanden ist, dann weist du keine Mwst. aus. Das gilt aber natürlich nur für nicht deutsche Unternehmen.

Weiterhin empfehle ich dir einmal durchzulesen, worum es sich bei der UstID handelt: http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/USt_Identifikationsnummer/FAQ/FAQ_Ve...

Antwort
von ErsterSchnee, 28

Dafür gibt es dann die Umsatzsteuer-ID-Nummer.

Kommentar von Anasef ,

????

Antwort
von Asceroon, 19

Also die Umsatzsteuerthematik wurde ja schon beantwortet. Allerdings bin ich der Meinung man sollte erst mal prüfen mit wem der Vertrag über die sonstige Leistung geschlossen wurde. Laut Sachverhalt War der vertragsnehmer ein deutsches Unternehmen. Wer dann die Rechnung zahlt ist in dem Zusammenhang unerheblich. Sollte der vertragsnehmer tatsächlich ein deutsches Unternehmen sein würde ich keine Korrektur der Rechnung durchführen

Lg

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