Frage von FckTheSystem, 72

Mutter versucht mich ständig zum Beten zu überredden. Was soll ich tun?

Meine Mutter glaubt sehr an Gott, betet 2x täglich und geht regelmäßig in die Kirche, dafür fährt sich auch gerne mal fast 100 km bis zur nächsten russisch-orthodoxen Kirche. Sie versucht mich fast täglich zu überreden mit ihr zu beten. Anfangs hab ich das ab und zu noch mitgemacht aber seit ca einem Jahr wehre ich mich dagegen! Ich hab ihr mehrmals erklärt, dass ich zwar an Gott glaube aber es ist doch meine Entscheidung ob ich bete und in die Kirche gehe oder nicht, schließlich herrscht in Deutschland Religionsfreiheit und außerdem bin ich fast volljährig. Ich hab ihr gesagt wenn sie sich so gerne damit beschäftigt dann soll sie es doch gerne tun und es sagt ja niemand was dagegen aber dann soll sie doch bitte nicht mich ohne meinen Willen miteinbeziehen? Sie hat jedes mal gesagt "ok, deine Entscheidung" und paar Wochen später hat sie wohl alles wieder vergessen und hat versucht mich erneut zu überreden. Das belastet mich sehr, vor allem weil's mir jedes mal vorkommt als wäre sie total enttäuscht von mir. Was soll ich nicht tun oder wie kann ich ihr endlich klar machen dass sie es endlich lassen soll ?

Antwort
von quopiam, 8

Der Sache nach hast Du völlig Recht: Es ist Deine Entscheidung. Um aber Konflikte darum nicht eskalieren zu lassen, wäre es wichtig, zu verstehen, warum überhaupt ein Konflikt da ist.

Versuch einmal kurz, die Position Deiner Mutter einzunehmen. Sie ist besorgt um Deine Seele, um Deine Beziehung zu Gott. Sie will nicht, daß Du aus ihrem Glauben herausfällst, weil Du ja ihr Kind bist und sie Dich liebt. So wie Du das schreibst, habe ich nicht den Eindruck, daß Deine Mutter Dich "bekehren" will oder etwas in der Art. Es geht ihr anscheinend nur darum, Dir auch für Dein geistliches oder religiöses Wohl Fürsorge angedeihen zu lassen. Eigentlich ist das doch schön von ihr, nicht wahr?

Nun zu Deiner Position. Dir tut es weh, wenn Deine Mutter enttäuscht scheint von Dir. Du willst sie nicht kränken, wenn ich Dich richtig verstehe. Du möchtest aber, daß sie Deine Position und Dein Verständnis Deines Glaubens akzeptiert. 

Die Lösung könnte sein, daß Du ihr signalisierst, daß Du Dich sehr wohl über ihre Fürsorge und ihre Gedanken über Dich freust. Daß Du siehst, daß sie Dich liebt. Erkläre ihr, daß "zur Kirche gehen und beten" für Deine Beziehung zu Gott nicht entscheidend ist. Erkläre ihr, daß die Zukunft Deines Glaubenslebens ja noch offen ist. Bitte sie, Dir Zeit zu geben, daß Du das leben kannst, wovon Du überzeugt bist. Erkenne an, daß sie Dir etwas zu geben versucht und laß die Möglichkeit offen, daß Du vielleicht eines Tages darauf zurückgreifen wirst. Und wenn Du Dich überwinden kannst, geh an für sie wichtigen Festtagen zusammen mit Deiner Mutter in die Kirche. Damit setzt Du ein gutes Zeichen für Eure Beziehung. Viel Glück! q.

Antwort
von Naturmacht, 23

In welchem Tonfall sagst du es ihr denn? Sagst du es ihr ausschließlich in einem normalen Tonfall, als ob du dich gerade mit deinen Freunden unterhalten würdest? Oder reagierst du eher offensichtlich genervt, wenn sie versucht dich zu überzeugen?

Wenn das Erste zutreffend ist, versuch es doch mal mit einem abschließenden Tonfall. Soll heißen, du sagst ihr direkt ins Gesicht, dass du das nicht möchtest und dass sie dich damit in Ruhe lassen soll, ohne dabei gleich aggressiv und/oder beleidigend zu werden. Bleib ruhig und signalisiere ihr verbal, dass bei dir in Bezug auf dieses Thema auch mal irgendwann eine Grenze erreicht ist. Wenn man es schafft, so etwas seinem Gesprächspartner/Gegenüber klar zu machen, kann das meiner Erfahrung nach sehr schnell mindestens zu einem Themenwechsel führen.

Kurz gesagt: Sag ihr klipp und klar, dass dir ihr Verhalten in Bezug auf die Religion so langsam reicht.

Wenn du aber eher offensichtlich genervt reagierst, solltest du vielleicht mal versuchen freundlicher zu reagieren. Anstatt "Boah, nicht schon wieder, darüber haben wir jetzt aber schon zig Mal gesprochen, lass mich endlich in Ruhe!" oder so was in der Art sollte der verletzend wirkende Teil der Aussage formulierungstechnisch geändert werden. Du könntest es z.B. so formulieren: "Hör mal, ich weiß ja, dass es dir viel bedeutet, aber bitte lass mich meine Religion doch so ausüben, wie ich es möchte und wie ich es für richtig halte!"

So oder so empfehle ich dir auf jeden Fall ein Gespräch mit deiner Mutter, am besten unter vier Augen. Am besten nehmt ihr euch beide etwas Zeit dafür. Dann kannst du ihr deine Situation und deinen Wunsch diesbezüglich in aller Ruhe detailliert erklären. Dabei kannst du auch ruhig sagen (wenn du das möchtest), dass weitere Überzeugungsversuche sinnlos sind und dich nur noch mehr belasten, was Eltern sich ja an sich für ihre Kinder nicht wünschen. Zeig ihr anhand von ausführlichen Beschreibungen, wie es dir dabei geht, wie du dich dabei fühlst!

Ich hoffe, ich konnte dir helfen^^

Antwort
von Shiranam, 32

Wenn sie das nächste Mal ankommt, sagst Du nur: "Mama, meine Entscheidung."

Das sie enttäuscht ist, wirst Du nicht verhindern können. Das wird Dir noch oft im Leben passieren, wenn Du deine eigenen Entscheidungen triffst.

Antwort
von AriZona04, 31

Da kommt mir spontan das Bild der Zeugen Jehova in den Kopf, die oft im Einkaufszentrum mit ihrem Wachturm stehen oder von Tür zu Tür gehen: Die MÜSSEN werben, nicht wahr? Vielleicht muss Deine Mutter das auch: Neue "Kunden" anwerben? Weiß ich nicht. Ich kann Dir nur raten: Sei standhaft und vertrete Deine Meinung! Denn die hast Du und das darfst Du!

Kommentar von glidrisi ,

Nee zona, die MÜSSEN nicht..die machen das freiwillig die zeugen

Wieso postest du so Lügen hier rum? Die werben nicht ..sondern verkündigen das Evangelium ..sprech sie doch mal an, oder hast du schiss?

Kommentar von FckTheSystem ,

Nein so ist das nicht. Ich denke, dass gehört einfach so sehr zu ihrem Leben, dass sie mich unbedingt auch davon überzeugen muss. Wie oft wollen wir denn Menschen von Dingen überzeugen die uns selber so gefallen? Nur leider versteht nicht jeder ein "nein" :/

Antwort
von nachdenklich30, 6

Das Problem ist, dass gerade die orthodoxen Kirchen ihre eigene Frömmigkeit für verbindlich halten und allen anderen überstülpen wollen oder ihnen den wahren Glauben bestreiten.

Wenn Deine Mutter sich daran gebunden fühlt, macht sie sich wegen Dir große Sorgen und versucht, Dich irgendwie mit ins Paradies zu nehmen.

Aus meiner Sicht hast Du grob zwei Möglichkeiten:

Mit Deiner Mutter in dieser Hinsicht auf schroffe Konfrontation zu gehen. Das heißt: Du gehst Deinen Weg und machst Dich von jedem Schuldgefühl deswegen frei.

Die andere Möglichkeit könnte darin bestehen, dass Du Dich intensiver mit dem Glauben befasst, damit Du Deiner Mutter einen Weg aus ihrer engen Frömmigkeit in eine gelassenere und fröhlichere und weniger zwanghafte Religiosität ermöglichen kannst. (Das ist sicher wesentlich aufwendiger, aber langfristig auch der befriedigendere Weg - allerdings ohne Erfolgsgarantie.)

Antwort
von FouLou, 37

Erinnere sie daran und lass es dir dann schriftlich geben. Immer wenn sie dann wieder ankommt zeig ihr einfach ihre unterschrift auf dem schriftstück und sage die sache ist doch geklärt.

Ich würde da gar nicht  mehr drauf eingehen und jegliche diskussion abwürgen.

Kommentar von AriZona04 ,

Das finde ich gut!!

Antwort
von ThomasJNewton, 9

Werd' erwachsen.

Das bedeutet, dass du dein Leben lebst, und nur für dein Leben zuständig bist.

Falls du mal Kinder hast, gilt das nicht weniger, sondern erst recht.

Antwort
von beangato, 19

Schreib Ihr einen Brief, wenn sie aufs Reden nicht reagiert.

Antwort
von JTKirk2000, 10

Mutter versucht mich ständig zum Beten zu überredden. Was soll ich tun?

Sage ihr in einem normalen Tonfall, dass Dir jemand gesagt hat, dass es für einen Christen wichtig sein sollte, was in http://www.bibleserver.com/text/EU/1.Korinther13 steht, insbesondere, was den Vers 7 angeht. Wenn sie meint, dass das nicht wichtig sei, dann kannst Du sie gern auf http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus22,37-40 hinweisen. Wenn sie meint, dass das auch nicht wichtig sei, dann ist sie spätestens dann keine wirkliche Christin, denn dann scheint für sie unwichtig zu sein, was laut der Bibel Christus gelehrt hat.

Antwort
von minaray1403, 33

Sag ihr, wie sehr es dich belastet. Das muss sie verstehen. Keiner muss beten und in die Kirche gehen, wenn er nicht will.

Antwort
von ichweisses2000, 20

Bete dafür das sie damit aufhört

Kommentar von FckTheSystem ,

sehr witzig

Kommentar von ichweisses2000 ,

ist kein Witz

Antwort
von fricktorel, 10

Deine Mutter ist falsch informiert, denn sie kann dich nicht bekehren, das kann nur Gott (Mk.4,12).

Mutter denkt wohl, sie müsse dich "belehren", um dich zu retten (Jak.5,20), aber es geht nicht gegen deinen Willen (Joh.6,44).

Falls deine Mutter zu den "heute berufenen" Menschen gehört, - prima (Mt.22,14) !

Aber alle anderen Menschen haben "ihre Chance" erst später (Offb.20,5).

Trotzdem, "ehre deine Eltern", das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat (Eph.6,2).

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