Frage von ThrowAwayLads, 66

Mutter verstorben, neuer Wohnort und Sorgerechtsfrage?

Also folgender Fall. Ich bin 16 Jahre alt und habe mit meiner Mutter in einer 3 Zimmer Wohnung gelebt. Letzten Sonntag ist es geschehen und zwar hat meine Mutter Selbstmord begangen. Da sie alleiniges Sorgerecht hatte stand ich nun ohne rechtlichen Vormund da. Seitdem bin ich bei meinem Vater untergekommen. Heute hatte ich ein Gespräch mit einem Mann vom Jugendamt mit meinem Vater.

Zuerst muss die Frage geklärt werden wer die Vormundschaft für mich übernimmt. Das Jugendamt hat bereits einen Vormund der Stadt angefordert, was bedeuetet das mir bald ein Vormund zugewiesen wird. Was müsste mein Vater genau tun für den Fall, dass er das Sorgerecht übernehmen möchte?

Dannach stellt sich die Frage wo ich auf längere Zeit unterkommen soll. Die Wohnung meines Vaters ist eine relativ kleine zwei Zimmer Wohnung wo ohnehin bereits meine Stiefmutter und Stiefbruder wohnen. Deshalb werde ich dort nicht lange bleiben können. Theoretisch bleibt die einzige alternative eine Wohngruppe. Ich persönlich bin sehr negativ gegenüber einer solchen Gruppe geneigt. Ich bin eine sehr introvertierte Person die daran gewöhnt ist, alles für sich selbstständig zu erledigen ohne in eine Gesellschaft gezwungen zu werden. Nun die Frage an die Personen die bereits Erfahrungen haben. Wie streng ist man gezwungen mit anderen Menschen Kontakt zu pflegen in einer solchen Wohngemeinschaft? Und wie streng sind weitere Regeln wie Computer-/ Internet Nutzung im Durchschnitt? (Mir ist bewusst, dass das variiert, nur ein ungefährer Schnitt)

Und falls ich mich gegen eine Wohngruppe entscheiden würde, bleiben dann eventuell doch noch alternativen?

Vielen Dank für Hilfe im voraus!

Mit freundlichen Grüßen, Cynthia.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo ThrowAwayLads,

Schau mal bitte hier:
Jugendamt Sorgerecht

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von autmsen, 10

Mein Beileid.

Ich versuche mal der Reihe nach wie ich vorgehen würde:

Die Freunde bitten mit ihren Eltern zu besprechen ob sie bereit sind mit Dir beim Familiengericht entsprechenden Antrag zu stellen dass ihnen das Sorgerecht übertragen wird und Du bei ihnen wohnen kannst.

Zum Amtsgericht gehen und dort um rechtlichen Beistand ersuchen. Du gehst da bitte wenn möglich nicht alleine hin damit Du Zeugen hast. Deine Zeugen sind still denn Was sie während des Gespräches sagen gilt als wenn Du es sagen würdest - es sei denn Du widersprichst sofort. Der rechtliche Beistand ist Dir in diesem Fall auf jeden Fall zu gewähren.

Du suchst Dir einen Anwalt für Familienrecht online. Dabei achtest Du darauf dass auf der Seite schon steht welche Seite innerhalb von Familie er vertritt bzw. fragst per Mail oder Telefon nach. Nicht jeder Familienanwalt vertritt die Rechte von Minderjährigen. 

Hast Du einen Anwalt wird jedes Gespräch mit dem JA und anderen Behörden, dem Vermieter der Wohnung, dem Beerdigungsinstitut und so weiter und so fort nur noch in seiner Gegenward geführt. Verlasse Dich nicht hundertprozentig auf den Anwalt sondern frage nach bis Du verstanden hast und einverstanden bist.

Mit dem Jugendamt besprechen wie nun sowohl die Beerdigung Deiner Mutter als auch die Auflösung der Wohnung vonstatten gehen sollen. Dem Jugendamt erst dann Kenntnis von rechtlichen Beistand geben wenn Du einen hast. 

Keine mündliche Aussage eines Mitarbeiters einer Behörde glauben. Nur das Schriftliche zählt. Es sei denn Du hast Zeugen die bestätigen können.

Wer unterstützt Dich da in welcher Weise?

Ist Dein Vater hier mit einzubeziehen?

Wie sieht es mit Erbe aus? Erbe bedeutet nicht nur Geld sondern eben auch Gegenstände. Wie viel Zeit wird Dir eingeräumt entsprechende Entscheidungen treffen zu könnenß

Gehe zur Psychiatrie. Bitte um ein persönliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt auf Station. Da bitte um eine Bescheinigung wie lange Deine Mutter dort stationär behandelt wurde. Es macht durchaus Sinn möglichst dafür zu sorgen dass ihre Erkrankung und die daraus resultierenden Einschränkungen im Alltag in dieser Bescheinigung aufgeführt sind. 

Denn schließlich geht es ja um eine für Dich sehr wesentliche Frage:

Wo wirst Du in Zukunft leben?

Wenn aufgrund dieser ärztlichen Bescheinigung der Nachweis erbracht werden kann dass Du bisher durchaus sehr gut alleine für Dich sorgen konntest

welche Argumente können dann bitte angeführt werden Dich in eine betreute Wohngruppe stecken zu wollen?

Auf Wikipedia findest Du unter dem Suchwort "Jugendamt" die gesetzlichen Regelungen gut dargestellt. Vor allen Dingen wenn Du die Links im Text auch öffnest. 

Ja. Es wird jetzt nötig sich manches neue Wissen zuzulegen und einige Dinge zu entscheiden. Hilfreich ist hier auf jeden Fall von Hand auf Papier Notizen zu machen und auch ein Tagebuch so zu führen. 

Kannst Du bei der Familie von Freunden wohnen ist ja schon das langfristig wesentliche Thema erledigt. Es mag dann sein dass das JA sich quer stellen will. Das Familiengericht ist aber verpflichtet Dich anzuhören und Dein Wohlergehen an erste Stelle bei Entscheidungen zu stellen.

Du solltest so schnell als möglich für einen Totenschein sorgen. Mit diesem gehst Du zur nächsten Beratungsstelle der Rentenversicherung. Dir steht immerhin Halbwaisenrente zu. Die Bearbeitung dauert in der Regel mindestens ein halbes Jahr. Du wirst Halbwaisenrente bis zum Ende der Erstausbildung erhalten. Aber lasse Dich da nicht nur beraten sondern frage auch nach entsprechenden Broschüren.

Womöglich brauchst Du hier und da noch einen kompetenten Ansprechpartner. Dann nutze bitte diese Seite: https://www.nummergegenkummer.de/cms/website.php

Antwort
von LiselotteHerz, 32

Erstmal herzliches Beileid zum Tod Deiner Mutter.

Ich wundere mich, dass jemand unter diesen Umständen einen solchen sachlichen Text formulieren kann. Das muss doch furchtbar für Dich sein?

Dein Vater muss, das hat man ihm ja bestimmt gesagt, einen formellen Antrag stellen, wenn er das Sorgerecht haben möchte. Da die Wohnsituation bei Deinem Vater allerdings nicht gerade rosig aussieht, könntest Du dort ja ohnehin nicht wohnen, dann müsstet Ihr wohl alle umziehen.

Hast Du keine anderen Verwandten, wo Du wohnen wölltest und könntest? Ansonsten bleibt nur eine Wohngruppe, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Alles Gute für Dich. lg Lilo

Kommentar von ThrowAwayLads ,

Vielen Dank erstmal für deine Antwort! Der Tod meiner Mutter ist ein sehr komischer Umstand für mich, da sie bereits seit Monaten in der Psychatrie war und seit Jahren psychisch instabil war was mich alleine und schneller "erwachsener" werden ließ.

Was das Sorgerecht angeht, vielen Dank für die Info soweit. Für meinen Vater ist das ganze relativ kompliziert da sein deutsch okay aber nicht gut ist.

Verwandte hätte ich leider nur außerhalb der Stadt an der ich gebunden bin (Schule, Freundeskreis etc.) Andererseits kenne ich einige Freunde die mir anbieteten bei ihnen unterzukommen. Wie würde es damit stehen?

Und bei Wohngruppen bleibt die Frage der Einschränkung.

Kommentar von LiselotteHerz ,

Da Du leider erst 16 bist, muss der Vormund bestimmen, ob Du bei Freunden wohnen darfst. Die Eltern dieser Freunde müssen ja schließlich auch einverstanden sein, so etwas muss schriftlich festgelegt werden. Die entsprechenden Eltern müssen eine Vollmacht erhalten, dass sie erziehungsberechtigt sind, alles nicht so ganz einfach.  Alles Gute für Dich. lg Lilo

Kommentar von ThrowAwayLads ,

Ich werde schauen das mein Vater die Vormundschaft/Sorgerecht übernimmt und dannach meine Optionen anschauen.

Ich verstehe.. Vielen Dank für Deine Hilfe! Mfg Cynthia

Antwort
von Indivia, 16

Erstmal mein Beileid!

Je nach deiner Reife ist es u.U auch möglich vom ja eine eigene Wohnung zu bekommen ( ich kenne welche die hatten sie ebreits mit fast15).

Mit den Regeln ,das ist wirklich sehr schwer zu sagen. Du wist dich zumidnest bei putzdiensten etc einbringen müssen udn Rücksciht nehmen müssen,aber das ist normal. Und evtl auch ebi besprechungen gruppenabenden anwesend sein.

Wie es mit Inetetc aussieht weiß ich leider nciht.

Antwort
von Strolchi2014, 31

Das kannst du alles nachher mit dem Jugendamt besprechen.

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