Frage von EinEinhorn78, 186

Mutter schreibt Kind vor was es mit seinem Geld kaufen soll. Darf sie das?

Hey. Meine Freundin hat ca 600€ zur Jugendweihe bekommen. Sie ist 14. Nun hat direkt die Mutter ihr das Geld weggenommen und schreibt ihr vor damit ein Laptop zu kaufen, dabei will sie aber bisschen Geld haben (ca 50-100€) um damit mal bisschen shoppen gehen zu können. Jedoch gibt die Mutter kein Geld raus. Darf sie das?

Antwort
von Pudelwohl3, 87

Um Deine Frage zu beantworten - ja, sie darf das. Ob das jetzt besonders geschickt oder nett ist, ist eine andere Frage. Als Erziehungsberechtigte darf sie es jedenfalls ...

Manchmal helfen freundliche Gespräche, manchmal mit einem gewissen Nachdruck geführt oder mit einer unnachgiebigen Beharrlichkeit ...

Antwort
von Realisti, 63

Wir nahmen unseren Kindern auch das Kommuniongeld weg und haben es angelegt. Was glaubst du wie froh unser Sohn mit 17 Jahren war, als er Geld für den Führerschein hatte? Damals hätte er sich lieber Gameboy, Playstation, iPad und Spiele dafür gekauft.
Diese Sachen hat er sich vom Taschengeld zusammengespart und gebraucht erstanden. So hatte er mit 18 nicht nur Spielzeug ....

Ich denke die Mutter wird sich gut überlegt haben warum sie so handelt. Auch wenn deine Freundin derzeit sauer ist. Die Mutter weiß wie die finanzielle Situation ist. Shoppinggeld kann man bestimmt mal anders auftreiben.

Im Übrigen kenne ich nicht wenige Familien, die den Kindern das Geld abnehmen um dann die teure Feier damit zu bezahlen. Auch das Geld muss ja irgendwo herkommen.

Kommentar von Wischkraft1 ,

noch schöner wäre halt schon doch gewesen, wenn er zu seinem 17ten das Geld für den Führerschein gekriegt hätte . . . 👀

Kommentar von Realisti ,

Und wer hätte es ihm geben sollen?

Kommentar von Apolon ,

sind die Kinder Vollwaisen ? oder haben die Eltern kein Geld ?

Kommentar von Realisti ,

Wir haben gebaut und nur normale Jobs. Damit kommen wir gerade so rum. Da ist kein Führerschein als Extrausgabe drin. Zumal auch Geschwister da sind, die das dann auch haben wollen.

Nicht jede Familie hat das Geld den Kindern den Führerschein zu finanzieren. Daher der langfristige Gedanke, diese große Summe schon mal rechtzeitig dafür in Sicherheit zu bringen.

Wir sind schon 10 Jahre nicht mehr im Urlaub gewesen. Die Kinder waren im Zeltlager.

Antwort
von Dahika, 71

Sie sollte es nicht tun. Sie darf das GEld aber zumindest weitgehend einkassieren und dann für das Kind auf ein Sparbuch legen. Ich würde vermutlich auch nicht erlauben, dass das Kind das gesamte Geld verballert.  Aber einen Teil, 100 Euro z.B., würde ich zur freien Verfügung stellen.

Antwort
von franneck1989, 47

Darf sie das? 

Sie darf bestimmen, dass das Geld auf dem Sparbuch verbleibt und nicht ausgegeben wird. Das liegt im Rahmen der elterlichen Vermögenssorge

Sie darf aber nicht das Kind dazu zwingen, gegen ihren Willen einen Laptop zu kaufen, den sie wahrscheinlich dann selbst nutzt

Kommentar von Wischkraft1 ,

Die anderen sagten, sie darf das Geld in Verwahrung nehmen.
Deine Antwort ist aber treffender. Ob sie rechtlich zutrifft, weiss ich nicht aber gut ist die Antwort auf jeden Fall. Danke!

Kommentar von franneck1989 ,

Der Begriff "Verwahrung" passt aber doch ganz gut. Ich möchte nur darauf hinaus, dass die elterliche Vermögenssorge auch Grenzen hat. Die Eltern dürfen das Geld nicht für eigene Zwecke verwenden - es wäre ja denkbar, dass das Kind dazu gezwungen wird mit dem Geld Dinge zu kaufen, die eigentlich die Eltern nutzen (z.B. eben einen Laptop)!

Kommentar von uni1234 ,

Die Mutter darf das Geld allerdings nicht nur verwahren, sondern darüber hinaus auch verwerten! Dem Recht der Mutter sind zwar grundsätzlich Grenzen gesetzt, jedoch sind diese hier nicht einschlägig.

Abgesehen davon ist es durchaus sinnvoll, dass eine 14-Jährige einen Computer hat, z.B. für Hausaufgaben, vernünftigem Umgang mit dem Internet etc.

Kommentar von franneck1989 ,

jedoch sind diese hier nicht einschlägig.

Das habe ich auch nicht grundsätzlich behauptet, nur auf die theoretische Möglichkeit hingewiesen die in diesem Zusammenhang besteht

Antwort
von Socat5, 68

Ja, sie darf und muss das Vermögen der Tochter sinnvoll verwalten. Ich persönlich halte es aber für sinnvoll, ein bisschen vom Geld in die Hand zu geben und damit mehr oder weniger machen lassen was sie will. Nur um auch mal zu sehen wie schnell es weg ist und was man eigentlich am Ende davon hat. Schade, dass die Mutter das anders sieht, aber das darf sie.

Antwort
von AntwortMarkus, 57

Natürlich  darf sie das. 

Es gibt sogar den Taschengeld Paragraphen,  der besagt,  dass Käufe die teurer  sind als die Summe des Taschengeldes, was man regelmäßig in einer Summe bekommt, von den Eltern autorisiert werden müssen,  sonSt ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam. 

Die Eltern können also verlangen,  dass der Händler die Ware zurück nimmt  und das Geld zurück zahlt.

Kommentar von PatrickLassan ,

Du hast anscheinend den Taschengeld-§ (§ 110 BGB) falsch verstanden.

Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__110.html

Kommentar von AntwortMarkus ,

Nein,  genau richtig verstanden. Der Vertrag ist schwebend unwirkam,  so lange die Eltern nicht zugestimmt  haben. Sie müssen  also mit dem Kauf einverstanden sein,  können ihn also auch verbieten. 

Kommentar von franneck1989 ,

Das ist alles richtig, es gibt aber keine "Taschengeld-Grenze". Es geht beim §110 BGB auch überhaupt nicht speziell um Taschengeld, sondern um "Mittel, die [...] überlassen worden sind"

Kommentar von AntwortMarkus ,

Und da es keine Grenze gibt,  wird die Grenze von den Eltern gesetzt.

Kommentar von AalFred2 ,

Was ja nun ziemlich deutlich dem widerspricht, was du in deiner ursprünglichen Antwort behauptet hast.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Das Minderjährigenrecht soll den Minderjährigen vor allem schützen und dem Erziehungsrecht der Eltern Genüge tun. Deshalb nehmen die meisten Stimmen laut MüKo an, dass es kein "totales Taschengeld" gibt, mit welchem der Minderjährige so verfahren kann, wie er möchte. Selbst die Zurverfügungstellung des Taschengelds zur freien Verfügung kann deshalb Einschränkungen beinhalten, die im Innenverhältniszwischen dem Minderjährigen und den Eltern begründet liegen.
Deshalb muss ausgelegt werden, ob die Eltern für den Minderjährigen erkennbar die Verwendungsbefugnis eingeschränkt haben. Das ganze kann sowohl ausdrücklich als auch konkludent, also aus den Umständen ersichtlich, geschen.
Hierzu der Leitsatz einer Entscheidung des AG Freiburg (NJW-RR 1999, 637)

"Ein von einem Minderjährigen geschlossener Vertragist nicht nach § BGB § 110 BGB wirksam, wenn dem Minderjährigen klar war, daß seine Eltern mit der Verwendung der ihm grundsätzlich zur freien Verfügung überlassenen Mittel für 
einen derartigen Kauf nicht einverstanden waren."

Antwort
von Bitterkraut, 58

Ja, das darf sie. Eltern sind u.a. auch die Vermögensverwalter für ihre Kinder.

Da es aber preiswerte Laptops gibt, sollten auch noch 100 Euro zum Shoppen drin sein.

Kommentar von Julihelferan ,

1. Richtig

2. 600 Euro Laptops sind dann nach 1nem Jahr im Ar...

Kommentar von Bitterkraut ,

ich hab vor 2 Jahren einen gebrauchten für 200 euro gekauft, der tut immer noch, was ich will.

Antwort
von vikodin, 57

ist ne schwere sachen, den schließlich ist es das eigentum deiner freundin, da sie aber noch nicht voll geschäftsfähig ist und die mutter der vormund ist kann sie das geld für ihre tochter verwalten... 

Antwort
von rosenstrauss, 55

klar darf sie das. ist ein lapptop nicht viel sinnvoller als für einen haufen geld make up oder klamotten auszugeben, die du in einem halben jahr in die tonne wirfst?

Kommentar von Socat5 ,

Das ist richtig, aber wie soll sie es lernen, wenn sie nicht wenigstens einmal ein bisschen Geld sinnlos verballert, um eben das hinterher selbst festzustellen. Durch eigene Erfahrung lernt man und nicht durch die Erfahrung anderer.

Kommentar von rosenstrauss ,

@socat: aber gerade in dem alter sollte man das doch im auge behalten. 

Antwort
von kabatee, 20

Sie darf! Das Geld ist bestimmt nicht zum verscchleudern geschenkt worden!

Antwort
von Julihelferan, 53

Leider ja, sie ist noch nicht 18.

Antwort
von miriam1223456, 93

Ich denke nicht

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