Frage von Hansall, 70

Mutter lebt alleine in einer Mietwohnung, Wohngeld möglich?

Hallo, bräuchte mal expertenrat.

Meine Freundin bekommt im Januar ein Kind (vater bin ich).

Nun ist es mir aus verschiedenen Gründen nicht möglich nächstes Jahr zu ihr zu ziehen.

Das heißt, sie würde mit dem Kind alleine in einer Mietswohnung (Miete zirka 350€) leben.

Inwiefern ist es möglich eine staatliche Unterstützung für die Mietszahlung zu bekommen? Momentan verdient sie 1400 Euro, und würde ab Geburt Elterngeld bekommen, welches zirka 900Euro beträgt.

Hat jemand Erfahrung damit?

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Antwort
von isomatte, 16

Sie kann einen Antrag auf Wohngeld stellen,dazu muss sie aber schon Mieter / Eigentümer von selber bewohntem Wohnraum sein und dazu braucht sie ein Mindesteinkommen !

Das sollte sie durch ihr Elterngeld / Unterhaltszahlungen erreichen,auch wenn das Elterngeld dann bis auf 300 € nicht angerechnet wird,es hilft aber um Mindesteinkommen zu erreichen.

Sie braucht dann min. 80 % vom Bedarf nach dem SGB - ll ( das was ihnen im ALG - 2 bzw.Hartz - lV - Bezug ) zustehen würde.

Solange ihr nicht zusammen lebt würden das dann min. derzeit 404 € Regelsatz für den Lebensunterhalt sein + 145,44 € Alleinerziehenden Mehrbedarf + 237 € Regelsatz Kind + angenommen 350 € für die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),würde ein Bedarf von min. 1136,44 € ergeben.

Davon dann min. 80 %,würden ca. 900 € erben.

Kannst im Internet ja mal einen kostenlosen Rechner für das Wohngeld suchen und da den evtl.Anspruch mal berechnen lassen.

Du kannst sie ja auch noch freiwillig unterstützen,solltest aber nur deinen gesetzlich vorgeschriebenen Unterhalt zahlen,solange ihr nicht zusammen wohnt.

Dazu könnte dann unter Umständen auch noch Unterhalt ( Betreuungsunterhalt ) für sie kommen,dass Elterngeld würde aber bei der Berechnung berücksichtigt und der Kindesunterhalt geht auch vor.

Es müssen dir dann nach Zahlung des Kindesunterhalts noch min. 1200 € Netto bleiben,dass ist dein Selbstbehalt beim Trennung bzw.Betreuungsunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle.

Es käme dann zwar dem Grunde nach auch eine Aufstockung durch das Jobcenter in Betracht,sollte kein Anspruch auf Wohngeld bestehen,aber dafür hat sie dann wahrscheinlich mit deinem Unterhalt zu viel anrechenbares Einkommen,auch wenn hier dann vom Elterngeld bis zu 300 € pro Monat als Freibetrag vom Elterngeld abgezogen würden.

Außerdem müsstest du dann Auskunft und Nachweise über Einkommen / Vermögen erbringen,dass Jobcenter würde dann prüfen wollen ob du auch schön Unterhalt nach deinem Einkommen zahlst.

Der ALG - 2 Anspruch würde also wie oben bei min. 1136,44 € liegen.

Wenn sie das Elterngeld auf 1 Jahr bezieht,dann liegt der Freibetrag bei 300 €,demnach hätte sie bei 900 € Elterngeld ein anrechenbares Elterngeld von 600 €.

Für das Kind gibt es dann derzeit 190 € Kindergeld und würdest du dann angenommen noch 310 € Unterhalt zahlen müssen,dann hätte euer Kind ein anrechenbares Einkommen von 500 €.

Der Bedarf des Kindes würde dann derzeit bei 237 € Regelsatz für den Lebensunterhalt liegen und dazu käme dann der Kopfanteil der KDU - also bei 2 Personen würden das bei 350 € Warmmiete 175 € sein,die kämen dann zum Regelsatz dazu.

Dann läge der Bedarf bei min. 412 € pro Monat,euer Kind hätte dann einen Überschuss von ca. 88 € pro Monat und diesen bräuchte es dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr.

Es würde dann dieser Überschuss dem Kindergeld zugerechnet und bis auf max. 30 € Versicherungspauschale auf den Bedarf deiner Freundin angerechnet.

Ihr Bedarf läge dann bei vorerst 404 € Regelsatz + 145,44 € Alleinerziehenden Mehrbedarf + 175 € Kopfanteil der KDU = min. 724,44 €.

Eigenes anrechenbares Einkommen hätte sie dann ca. 600 € vom Elterngeld + ca. 60 € vom Überschuss des nicht mehr benötigten Kindergeldes,also gesamt dann ca. 660 € anrechenbares Einkommen.

Die evtl.Aufstockung würde dann bei ca. 65 € pro Monat liegen und ob ihr deshalb dann die Antragstellung und die Offenlegung des Einkommens / Vermögens in kauf nehmen wollt müsstet ihr dann selber wissen.

Antwort
von elismana, 35

Sie bekommt neben dem EG auch noch Kindergeld und Kindesunterhalt, den du zahlen musst, wenn ihr nicht zusammenlebt.
Sofern du genug verdienst, musst du außerdem Betreuungsunterhalt zahlen.
Sollte dies nicht ausreichen, kann sie ergänzendes ALG2 beantragen.

Kommentar von Graecula ,

Lieber erstmal Wohngeld!

Kommentar von Hansall ,

Das heißt das Wohngeld ist nur für Leute die garkein Einkommen haben?

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Nein, Wohngeld ist für Leute, die nachweisen können, dass sie ihren Lebensunterhalt aus eigenem Einkommen bestreiten können. Wer kein Einkommen hat, bekommt auch kein Wohngeld.

Antwort
von Gerneso, 55

Nun ist es mir aus verschiedenen Gründen nicht möglich nächstes Jahr zu ihr zu ziehen.

Was Dich nicht von Deiner Zahlungspflicht entbindet. Du bist sowohl dem Kind als auch der Mutter zu Unterhalt verpflichtet.

Kommentar von Hansall ,

Das ist mir natürlich klar =)
Allerdings kommen da ja schon enorme Kosten auf die Freundin zu, sie muss sich selbst verpflegen, das Kind, sowie die Miete bezahlen. Dachte dass der Staat für solche Fälle auch was vorgesehen hat =(

Klar kommt noch Kindergeld und Unterhaltszahlung von mir hinzu, aller dings ist das im Endbetrag auch nicht die Welt finde ich.

900euro EG, 190euro KG, 370euro Unterhalt

1460 €uro Gesamt.

Da bleibt nicht mehr für übrig zum sparen würde ich behaupten.

400 Euro Miete

300 Kindskosten im durschnitt

200 Auto,Handy,Versicherung

150 Verpflegung

und noch einige andere Kostenpunkte...

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Wer hat was von Sparen gesagt? Sie hat genügend für sich und das Kind zum Leben. Der Staat ist nicht dafür da, dass Jemand sich Vermögen schaffen kann.

Kommentar von Kandahar ,

Es geht hier nicht darum, dass sie etwas Sparen kann. Mit 1460 Euro kann man mit einem Baby locker rumkommen. Wenn das Auto nicht ins Budget nicht passt, dann muss sie es eben abschaffen.

Für das ansammeln von Sparguthaben und den Unterhalt für ein Auto ist der Steuerzahler nicht zuständig.

Kommentar von Gerneso ,

Du darfst ihr gerne mehr Geld zahlen als Du müsstest.

Der Steuerzahler ist nicht zuständig.

Antwort
von Graecula, 30

Rechnet das mal durch, wieviel sie mit Elterngeld, Unterhalt und Kindergeld hat. Wenn dann noch was fehlt, empfehle ich die Aufstockung mit Wohngeld! Das haben wir während der Elternzeit auch so gemacht... Wohngeld wird nur dann nicht gezahlt, wenn einer der Bewohner von staatlicher Unterstützung lebt, oder das Einkommen zu hoch ist.

Antwort
von TreudoofeTomate, 18

Sie soll Wohngeld beantragen. Zwar ist die Miete für zwei Personen sehr gering, jedoch wird von dem Einkommen ja auch nicht alles angerechnet. Möglicherweise ergibt sich ja ein minimaler Anspruch.

Antwort
von Kandahar, 32

Das Elterngeld, dazu das Kindergeld und der Unterhalt des Kindsvaters zusammen genommen, sollte ausreichen, um die Miete und den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Antwort
von ErsterSchnee, 39

Du musst ja Unterhalt für beide zahlen, von daher wird der Staat vermutlich nicht einspringen.

Antwort
von martinzuhause, 36

"Momentan verdient sie 1400 Euro, und würde ab Geburt Elterngeld bekommen, welches zirka 900Euro beträgt."

dazu kommt dann aber noch der unterhalt für kind und mutter den du zahlen darfst. damit sollte das ausreichen

Antwort
von Larslos, 30

Sie wird normal mit Hartz4 aufgestockt, wenn sie zusammen mit dem Kind die Mindestgrenze nicht erreicht.

Wenn ihr zusammen ein Kind habt, solltest du aber in jedem Fall zu ihr ziehen.

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