Frage von Ashleeeeeee99, 36

Mutter ignoriert meine psychischen Probleme - wie reagieren?

Liebe Community!

Kurz zur Vorgeschichte, ich bin 26 Jahre alt und hatte schon immer ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter. Sie ist ein absoluter Leistungsmensch und hält Sachen wie Freundschaften, Hobbies, etc. für überlfüssig und lebt auch danach. Ein Mutter-Tochter Gespräch gab es noch nie, das einzige was immer gezählt hat, waren meine Noten und was ich tue, wie schnell ich es tue, wie gut ich es tue. Dennoch habe ich mein ganzes Leben lang mit aller Energie versucht, es ihr recht zu machen. Weswegen ich nun hier sitze mit 26 und zwei Studienabschlüssen, oberflächlichen Freundschaften und noch nie eine Beziehung gehabt habe.

Um es kurz zu machen, meine Probleme haben vor ca. 4 Jahren schrittweise angefangen. Es ging mir immer mal wieder sehr schlecht, aber ich habe versucht, stark zu sein und erst recht Gas zu geben, was ein Fehler war. Das letzte Semester an der Uni war die Hölle für mich und es hat mich alle Kraft gekostet, die ich noch aufbringen konnte. Nachdem Studienabschluss kam dann schließlich der Zusammenbruch und ich erhielt eine eher unschöne Diagnose. Daraufhin hab ich ein halbes Jahr ausgesetzt, war in Therapie und mache nun seit Oktober eine Zusatzausbildung, die mir Spaß macht und ich versuche, es locker anzugehen.

Das Problem ist, meine Mutter tut, seitdem die Therapie vorbei ist, so als ob nichts gewesen wäre. für mich ist das aber eine Sache, mit der ich leben muss, jeden Tag aufs Neue. Manchmal würde ich gerne darüber reden, aber sie hält das für jammern und sich beklagen. Ich müsse mich zusammenreißen, heißt es. In unserer Familie soll es, laut ihr, bloß niemand erfahren. Zugegeben, ich habe eine sehr gehässige Familie, die sich freut, wenn es jemandem schlecht geht, aber ich will kein Geheimnis aus sowas machen.

Wie würdet ihr reagieren auf das Verhalten meiner Mutter? Danke!

Antwort
von Giwalato, 8

Hallo Ashlee,

Du schreibst, daß Dir die Zusatzausbildung, die Du jetzt machst, Dir Spaß macht und Du es locker angehen willst. 

Bravo! Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Bisher hast Du versucht, den Ansprüchen Deiner Mutter gerecht zu werden und hast dabei verlernt, Deine eigenen Bedürfnisse wahr zu nehmen.

Im Prinzip ist Deine Mutter ein bedauernswerter Mensch. Jemand, dem wichtiger ist, was andere über sie denken und der permanent darauf bedacht ist, eine Fassade aufrecht zu halten, damit niemand bemerkt, daß sich hinter dieser Fassade eine riesige Leere und viel Angst befindet.

Ich hoffe, daß Du nach wie vor regelmäßig einen Psychotherapeuten aufsuchst, bei dem Du Deine Gefühle reflektieren kannst.

Und es ist Deine Entscheidung, wem Du von Deiner Depression erzählen willst, an der Deine narzisstische Mutter nicht ganz unschuldig ist. Je offener Du damit umgehen kannst, desto stärker schwindet der Einfluss Deiner Mutter auf Dich und Dein Leben, und Du wirst Unterstützung bekommen.

Mit 26 wird es höchste Zeit, Dich mental und räumlich von Deiner Mutter zu lösen. Im Gegensatz zu ihr bist Du ein sehr empathischer Mensch, der sich gut in andere Menschen hineinversetzen kann und spürt, was diese brauchen. 

Nun mußt Du noch lernen, Deine eigenen Wünsche wahrzunehmen und einen gesunden Egoismus entwickeln, um sie auch gegen Widerstände von anderen durchzusetzen.

Vergeude Deine Lebenszeit nicht damit, es Deiner Mutter recht machen zu wollen, sondern vertraue auf Dein eigenes Urteilsvermögen und pflege Kontakte zu Menschen, von denen Du Dich angenommen und verstanden fühlst.

Alles Gute für Dich,

Giwalato 

Antwort
von Dahika, 4

du bist 26, also in einem Alter, wo du dich langsam mal abgrenzen solltest von deiner Mutter. Soll sie doch denken, was sie will. Das Recht hat sie. Und dein Recht ist es, dich nicht zu kümmern, was sie denkt  und fühlt und will.

Es wird Zeit, dass du dich nicht mehr nach dem Wollen der Mutter richtest, es wird aber auch Zeit, dass du aufhörst, deine Mutter für deinen Seelenzustand verantwortlich zu machen.

Mich wundert, dass die Therapie bereits zu Ende ist. Das sind doch die zentralen Themen in deinem Alter: nämlich eine neue, erwachsene Beziehung zu den Eltern zu finden. Und wenn das nicht funktioniert, dann eben sich von den Eltern verabschieden.
Hör auf, es deine Mutter recht zu machen, das schaffst du wahrscheinlich sowieso nicht.

Guck nicht darauf, was sie will, sondern kümmere dich um dich selbst.

Mit Hilfe einer neuen Therapie, die aber länger dauern  sollte als ein halbes Jahr.  Ein halbes Jahr ist nichts.

Antwort
von Irgendwerxyz, 5

Hi,
ich kann Dir empfehlen zu akzeptieren, dass Du von Deiner Mutter nicht bekommen wirst was Du möchtest. Das ist bitter aber es zu akzeptieren wird verhindern, dass Du noch darauf hoffst. Du hast genug Erfahrung mit ihr gesammelt.

Wenn Du magst kannst Du schon mal ein Donnerwetter los lassen. Vielleicht macht Dir das Luft. Vielleicht wird Deine Mutter sich dann wenigstens mit Kritik zurück halten. Wenn Deine Mutter es nicht schafft, kann ich Dir raten Abstand zu nehmen. Lebe Dein Leben, versuche Dir Freundschaften aufzubauen, genieße Deine eigene Gesellschaft und mach was Dir gut tun. Triff Deine Mutter nur wenn Du es möchtest und wenn Du weißt, Du bist gerade stark genug sie zu ertragen. Vielleicht gibt sie sich auch mehr Mühe wenn Du nicht mehr ständig präsent bist.

Wenn Deine Familie so gehässig ist würde ich auch nichts erzählen wollen. Wozu? Damit Du mit Spott überzogen wirst und man hinter Deinem Rücken redet? Damit verheimlichst Du nichts sondern schützt Dich. Mit psychischen Sachen umgehen ist für Außenstehende immer sehr schwer. Wenn sie dann noch gehässig sind geht’s ja gar nicht.

Such Dir wo anders Verständnis und Hilfe und schütze Dich jetzt vor dummen Bemerkungen und Unverständnis. Du hast jetzt was, was dir Spaß macht. Mach das. Konzertiere Dich drauf was Dir gut tut.

LG

Antwort
von anniegirl80, 13

Ich bin 10 Jahre älter als du, wohne seit über 15 Jahre Hunderte Kilometer von meiner Mutter entfernt und kämpfe hin und wieder mit ählichen Problemen. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist wohl die schwierigste, die es gibt. Das führt teilweise bis zum totalen Kontaktabbruch seitens der Tochter.

Zuerst einmal: Du musst dich nicht schämen! Wenn du kein Geheimnis aus deinen Problemen machen willst, dann musst du es nicht verheimlichen. Wenn deine Mutter ein Problem damit hat, dass du mit anderen darüber redest, dann ist dies ihr Problem. Sie muss lernen damit klarzukommen dass du mit anderen drüber redest. Vermutlich gibt ihr das aber das Gefühl, als Mutter versagt zu haben. Damit muss sie aber selber klarkommen.

Wohnst du denn noch zuhause? Wenn ja: Versuch eine eigene Wohnung zu finden.

Ausserdem: Schaue dass du weiterhin irgendeine Art von Therapie machen kannst. Und wenn es nur niederschwellige seelsorgerische Gespräche sind. Das wird dir sehr helfen zu reflektieren!

Wie mogwai schon geschrieben hat, kannst du deiner Mutter auch einen Brief schreiben. Achte einach darauf dass du keine Vorwürfe machst, sondern Ich-Botschaften formulierst.

Such dir Hobbies, am Besten in Vereinen. Leg deiner Mutter keine Rechenschaft ab über das was du tust und nicht tust. Du bist 26 und damit für dich selber verantwortlich - nicht sie für dich. Es wird schwierig werden und Zeit brauchen - aber es wird sich für dich lohnen!

Ich wünsche dir alles Gute!

Antwort
von Mogwai123, 15

Ich gebe supersuni96 Recht, du solltest wirklich keinen Wert mehr darauf legen was deine Mutter für dich am Besten hält. Falls es dir aber wichtig ist mit ihr darüber zu Reden, wäre eine Möglichkeit ihr genau diesen Beitrag von dir zu zeigen, oder eben einen Brief. Hier wird ja deutlich, dass du dir im klaren darüber bist, wie deine Mutter das ganze sieht.

Mach ihr klar dass du nicht jammern willst, sondern dir mütterliche Hilfe wünschst.

Ich persönlich würde allerdings ganz darauf verzichten, aber dir scheint es wichtig zu sein.

Antwort
von Lukei, 2

Mit 26 Jahren hast du das Recht dir eine eigene Wohnung zu haben. Solltest du das nicht finanzieren können, so hilft dir das Jobcenter und diese übernehmen vorübergehend die Miete.

Es ist am besten du ziehst von zu Hause aus und trennst dich von deiner Familie.Du brauchst Abstand und du musst zur Ruhe kommen. Erst dann kannst du tun und lassen was du möchtest und musst dich nicht immer nach deiner Mutter richten.

Soziale Kntakte wie Freundschaften und auch eine Beziehung sind sehr wichtig.

Antwort
von Crazysalat, 13

Ganz ehrlich...  lass ein wenig luft zwischen euch kommen, Eltern-Kind beziehungen sind teils sehr schwierig und festgefahren.

Die Probleme lösen sich nicht auf aber manche sind dann einfacher anzusprechen bzw. umzusetzten.

Wie du es beschreibst würde ich dann sowieso abstand von der familie halten. Bei mir ist das ähnlich gewesen nur das es nicht die ganze familie war.

Ich hab irgendwann ein strich gezogen und bin jetzt auf abstand mit den familien mitgliedern. Nicht komplett abgebrochen, eher so das man sich halt nur noch 2-3 mal im jahr sieht bei irgendwelchen familienfeiern oder so. Manchmal denke ich darüber wie es jetzt ist und ob das wirklich so schlau war, es ist ja auch immer noch familie aber man muss sich nicht alles geben und nach jedem treffen weiß ich wieder warum ich das gemacht habe.

Ich kann dir nur raten finde einen guten mittelweg damit du auch glücklich dein leben leben kannst.

MfG

Antwort
von sabbelist, 16

Du bist 26 Jahre alt. Warum lebst Du nicht Dein eigenes Leben und belastest Dich damit, was Deine Mutter dazu sagt, oder davon hält.

Es gibt Menschen, die absolut kein Verständnis für psychische Probleme haben, wie Deine Mutter. Das kannst Du nicht ändern, nur hinnehmen, oder den Kontakt abbrechen, wenn es Dich zu sehr belastet

Antwort
von supersuni96, 14

Du bist 26. Keine Ahnung, warum du immer noch so viel Wert auf den Umgang mit deiner Mutter legst. Ich bin erst 20 und habe mich abgenabelt. Meine Eltern wohnen 500 km entfernt und bis auf ein wöchentliches Telefonat habe ich nichts mit ihnen zu schaffen.

Wenn du es nicht schaffst, dich von deiner Mutter zu lösen, kann dir keiner helfen.

Kommentar von Ashleeeeeee99 ,

Sehr einfühlsam formuliert ;) musst ich lachen.

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