Frage von DummImKopf, 188

Mutter hatte nahtod Erfahrungen durch Koma wo kann man Sowas melden/berichten für Wissenschaftliche Zwecke?

Ja frage sagt alles.
Meine Mutter hatte eine nahtod Erfahrung und ich habe ihr davon erzählt, dass man diese Erfahrungen zu wissenschaftlichen Zwecken an (logischer Weise) wissenschaftlern weiter geben kann. Da ich im Internet aber keine Anlaufstelle dafür finde, wollte ich euch mal fragen wo man dies machen kann?

Antwort
von holodeck, 87

Gleich mehrere Nahtoderfahrungen?

Nun, das ist recht ungewöhnlich. Normalerweise haben die Leute eine NTE pro Koma ;-)   

Scherz beiseite.

Wer an einer der großen prospektiven Studien über die NTE teilnimmt, bestimmt ohnehin der Zufall. Die TeilnehmerInnen stammen aus dem Patientenpool von Akutkrankenhäusern mit Rettungsstelle und werden unmittelbar nach ihrer Wiederbelebung nach einem streng festgelegten Protokoll befragt.

Im Rahmen einer solchen Studie können zusätzlich die medizinischen Daten der Wiederbelebung ausgewertet und ggf. Zeugen befragt werden. Auf diese Weise wurde beispielsweise bekannt, dass ein Patient der AWARE Studie noch zutreffende Angaben zum Rettungsgeschehen aus Minute 3 seiner Wiederbelebung machen konnte. Ein medizinisches Ding der Unmöglichkeit nach heutigem Kenntnisstand.  

Aber auch die Nahtodberichte selbst werden natürlich wissenschaftlich ausgewertet, und hieran kann sich deine Mutter beteiligen, wenn sie das möchte. Über die qualitative Auswertung der Berichte kennen wir die typischen Elemente einer NTE und wissen über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie die unterschiedlichen Tiefen einer NTE Bescheid. Für Menschen, die über ihre Nahtoderfahrung berichten und die Wissenschaft unterstützen möchten, gibt es eine Anlaufstelle beim Netzwerk Nahtoderfahrung e.V.. Dort freut man sich sehr, wenn Nahtodbetroffene Kontakt aufnehmen und über ihre Erlebnisse berichten.

Zur systematischen, wissenschaftlichen Auswertung der Berichte wurde ein Datenblatt entwickelt, das man herunterladen und für den Bericht verwenden kann:

http://www.netzwerk-nahtoderfahrung.org/dokumente/DatenblattNTE-NTKFormblatt.pdf

Das ausgefüllte Datenblatt kann man dem Verein zusenden, mailen oder faxen.

Es ist für Nahtodbetroffene ohnehin empfehlenswert, mit anderen Betroffenen und/oder Experten das Gespräch zu suchen. Hierfür gibt es in vielen Orten Gruppen, die ebenfalls auf der Seite des Netzwerkes recherchiert werden können. Eine Nahtoderfahrung verändert im Nachgang - in Abhängigkeit von ihrer Tiefe - mitunter ganze Lebensentwürfe und -haltungen. Dies kann eine umfangreiche psychische Integrationsarbeit notwendig machen.

Außerdem wäre natürlich differentialdiagnostisch zu klären, dass kein Oneiroid-Syndrom vorlag und es sich tatsächlich um eine Nahtoderfahrung handelte.

Antwort
von JTKirk2000, 50

Google mal nach Nahtoderfahrungen. Normalerweise stößt man dabei auch auf Anlaufstellen und Kontaktmöglichkeiten. Aber nur um das klarzustellen: Wenn, dann sollte es dem Willen und der Handlung Deiner Mutter obliegen, ob sie sich über ihre Nahtoderfahrung mit jemanden unterhalten möchte. Das hat Dich eigentlich gar nicht zu interessieren, wie sie damit umgeht. Was würdest Du denn schon berichten wollen? Du hast es ja nicht selbst erlebt, sondern sie. Du könntest allenfalls wiedergeben, was sie Dir erzählt hat.

Antwort
von Goodnight, 112

Die Nahtoderfahrungen sind erforscht, deine Mutter sollte Hilfe bekommen um ihr Trauma zu verarbeiten.

Kommentar von DummImKopf ,

Hilfe braucht sie keine sie ist top fit :)

Kommentar von holodeck ,

Die Nahtoderfahrungen sind erforscht   

Falsch.  
Die Nahtoderfahrungen werden erforscht und diese Projekte sind auch innerhalb der etwas ferneren Zukunft keineswegs abgeschlossen. Wie kommst du denn darauf?   

Antwort
von konstanze85, 95

Wer hat Dir denn gesagt, dass man sowas zu wissenschaftlichen Zwecken weitergeben kann und sollte? Es gibt schon so viele Menschen,die von ähnlichen Erfahrungen berichtet haben. Ich denke, Deine Mutter muss sowas nicht tun und braucht es auch nicht.

Kommentar von DummImKopf ,

Na ja sie hat Interesse es weiter zu geben, da sie zb von Leuten geträumt hat, welche sterben und diese sind auch tatsächlich während ihrer Zeit im koma gestorben.

Kommentar von konstanze85 ,

Das wurde aber alles schon analysiert und es gibt wissenschaftliche Erklärungen dafür.

Kommentar von holodeck ,

es gibt wissenschaftliche Erklärungen dafür

Das wäre ja Klasse. In diesem Fall hätten wir nämlich eine wissenschaftliche Erklärung für das Vorliegen von Telepathie / Präkognition.

Nein. Solche Dinge wurden zwar bereits mehrfach berichtet, wissenschaftlich erklären können wir sie aber nicht. Ebenso wenig wie Telepathie und Präkognition.   

Kommentar von DummImKopf ,

Wo sind die? Wo kann man die nachlesen?

Antwort
von Tokij, 96

Ich weiß nur, dass Pim van Lommel Nahtod Erfahrungen studiert.


Kommentar von MissMarplesGown ,

Die einzige wirklich vernünftige, sachliche und korrekte Antwort hier.

Pim van Lommel (Niederländischer Kardiologe und Forscher) hat die z.Zt. größte Langzeitstudie über Nahtod durchgeführt und ausgewertet - über 15 Jahre und an 33 Herzkliniken in den Niederlanden, Belgien und Deutschland - mit hochinteressanten Ergebnissen. Es gibt weltweit mehr als 3 Millionen sorgfältig registrierte Nahtoderfahrungs-Berichte.

Kommentar von holodeck ,

Man fragt sich doch wirklich, was das für ein user ist, der regelmäßig für sachliche Antworten ein Downvoting vergibt. Was motiviert ihn/sie nur dazu, das Thema an jeder seriösen Debatte vorbei zu manipulieren?

Kommentar von MissMarplesGown ,

Der Glaube. Nicht zuletzt auch der Glaube, dass man religiösen Schein-Belegen über Götter und Himmel Tür und Tor öffnen würde, wenn man zuließe, dass das Thema Nahtod in unserer Gesellschaft ernsthaft diskutiert und erforscht wird. Sie machen einen geistigen Schritt nicht:

Dass ein Interesse an den Inhalten von NTE-Forschung völlig ohne jeden religiösen Inhalt und Gedanken auskommt. Die Studienergebnisse zeigen ja im Gegenteil, dass Menschen mit NTE sich in auffälliger Weise von religiösen Inhalten abwenden, die zuvor über lange Zeit ihr Lebensinhalt gewesen waren.

Wenn diese Manipulateure und Verhinderer des Themas einmal drei Stunden mit Forschern an einem Tisch und im Gespräch sitzen würden (wissenschaftlich arbeitende Personen würden aber eher in anderer Gesellschaft und auf anderem Niveau Unterhaltungen über ihre Studienarbeiten führen), könnte sich das schnell ausmanipuliert haben.

Nahtodforschung bedient NICHT die Interessen religiöser Gruppen und deren Glaubensinhalte, sondern sie dient der Erfoschung von Gehirn und Bewusstsein - und in welchem Zusammenhang beides zueinander steht, Oder auch nicht, da sich an dieser Stelle klare Phänomene und Hinweise zeigen, die es weiter zu erforschen gilt.

Kommentar von Tokij ,

Auf die Frage warum die Wissenschaftlichkeit von NTE-Forschung von vielen angezweifelt wird, findet Pim van Lommel höchstselbst in seiner Vortragsreihe "Endloses Bewusstsein" ganz zu Anfang schon eine Antwort.

Wen das Thema interessiert, ist herzlich eingeladen, sich den Vortrag mal anzuschauen.

Übrigens zu diesem Thema auch interessant: "Wissenschaftswahn" von Rupert Sheldrake. Warum die Wissenschaft prinzipiell auch nur ein Glaubenssystem darstellt, kann man sich wie ein Gedankenexperiment vorstellen. Wirklich bewiesen ist mit Wissenschaft nach diesem Modell nämlich auch nichts.

Antwort
von TorDerSchatten, 95

Es gibt hier keine Wissenschaft über Nahtoderfahrungen. Das sind eher religiöse oder esoterische Interessen.

Die Wissenschaft glaubt nur an etwas, was bewiesen werden kann und was wiederholbar ist.

Kommentar von DummImKopf ,

Es gibt aber solche Leute die das Gehirn erforschen und die solche Situationen genau analysieren um das Gehirn besser zu verstehen und um evtl den Tod zu verstehen

Kommentar von TorDerSchatten ,

Gut. Dann geh zu "solchen Leuten" und gut is

Kommentar von DummImKopf ,

Und wie nennt man diese und wo finde ich sie? ;)

Kommentar von holodeck ,

wie nennt man diese und wo finde ich sie?

Die Nahtoderfahrungen werden interdisziplinär erforscht. In der Hauptsache von Neurowissenschaftlern, Medizinern und Psychologen.

Du findest sie auf den Webseiten der jeweiligen Universitäten und teilweise mit eigener Homepage im Netz.

Den NTE Forscher und Kardiologen Pim van Lommel kannst du beispielsweise über das Netzwerk Nahtoderfahrung e.v. erreichen.

Kommentar von holodeck ,

Es gibt hier keine Wissenschaft über Nahtoderfahrungen.  

Auch hier fragt man sich: wie kommst du nur darauf? Hast du keine Skrupel, ohne jeden blassen Schimmer von der Materie Falschmeldungen in den Wissenskosmos zu schießen?   

Folgende Übersichtsarbeit sei nur als wissenschaftlicher "Literaturnachweis" verlinkt, denn sie belegt die immer noch unzureichende Datenlage der Forschung über Nahtodeserfahrung und den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Debatte:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22826697

Antwort
von Antje2003, 95

ich würde nicht wollen dass meine mutter für wissenschaftliche studien missbraucht wird. 

Kommentar von DummImKopf ,

Thema verfehlt!
Sie interessiert sich dafür es anderen zu erzählen, die sich damit auskennen um eventuell Lösung zu den Träumen zu finden.

Kommentar von holodeck ,

Ich möchte dich ermuntern, @Antje2001, das etwas differenzierter zu betrachten.

Dank Wissenschaft wissen wir nämlich, dass es sich bei den Nahtoderfahrungen

  • nicht um Halluzinationen und Einbildungen,
  • nicht um ein Phänomen der Massenmedien und der Neuzeit
  • sowie nicht um Panikreaktionen eines sterbenden Gehirns

handelt.

Wir wissen außerdem dank Wissenschaft viel über die psychosozialen Folgen einer tiefen Nahtoderfahrung und können daraus sinnvolle (therapeutische) Beratungskonzepte für die Betroffenen ableiten. Es kann nämlich sich selbst überlassen bis zu 7 Jahre dauern, bis die Erfahrungen vollständig integriert wurden; und das auf einem unnötig schweren Weg voller Zweifel und Ängste, bis hin zu Depressionen.  

Dieses Wissen können wir nur dann haben, wenn Menschen über ihre Erfahrungen berichten. Was einen großen und sehr mutigen Schritt bedeutet, denn in dieser Gesellschaft werden Erfahrungen dieser Art gerne vorschnell als "Spinnerei" abgetan und die Betroffenen haben große Angst davor, in die Klapsmühle eingewiesen zu werden. Daran wird sich ohne die Unterstützung durch wissenschaftliche Forschung auch wenig ändern.

Wissenschaft ist der Königsweg zu gesellschaftlicher Akzeptanz. Ist leider so.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community