Frage von Anothergirl5, 150

Mutter gestorben... Wie soll ich damit umgehen?

Hallo, ich bin fast 13 und habe einen jüngeren (welcher eine leichte behinderung hat) und zwei ältere Brüder. Ich kann mit ihnen nicht über den Tod meiner Mutter vor 3 Tagen an Krebs reden. Meinen Vater will ich nicht noch mehr belasten... Ich muss schon genug meinem Bruder erklären. Ich kann mit den ganzen nicht umgehen! Meine Freundinnen wissen es nicht das ich kein Mitleid aus meiner klasse will. Nur durch Zufall weiß es eine alte Freundin aus meiner Straße mit der ich aber nicht reden will. Ich habe Angst dass wenn ich es meiner aller besten Freundin sagen sie es ihren Freunden sagt und so. Außerdem will meine Oma morgen mit mir in die Stadt um für die Beerdigung ein Kleid zu kaufen. Ich möchte aber lieber nicht in die Stadt weil ich Angst habe dass mich jemand sieht. Jeder denkt ich bin krank weil ich in den letzten Tagen nicht in der schule war. Ich weiß nicht mehr weiter... jemand Tipps wie ich wieder zu einem normalen Leben zurück komme? Mittlerweile esse ich immer weniger und schlafe oder weine sonst nur. Bitte um Tipps!

Antwort
von Windlicht2015, 48

Erstmal möchte ich dir mein herzliches Beileid aussprechen.
Einen geliebten Menschen zu verlieren, erfordert viel Kraft! Du musst Gefühle wie Trauer, Wut, Angst und Hilflosigkeit erstmal durchleben und akzeptieren. Du kannst nicht klar denken und kannst mit der Situation nicht umgehen, was auch verständlich ist. Wenn deine Freunde und Schulkollegen es erfahren, wird es natürlich für jeden eine traurige Nachricht sein und es kann auch sein, dass einige Mitleid verspüren, aber das legt sich wieder. Du brauchst dir darüber, was andere Menschen denken, keine Gedanken machen! Es geht allein darum, was du denkst und fühlst!
Versucht euch bitte Hilfe zu holen bei Psychotherapeuten, die mit Trauerarbeit vertraut sind! Auch wenn man denkt, man kommt allein klar, ist es meistens nicht der Fall! Das ist ein Verarbeitungsprozess der Jahre dauern kann, vielleicht auch ein ganzes Leben.
Ich umarme dich liebevoll und wünsche dir viel Kraft während dieser Zeit!

Kommentar von Anothergirl5 ,

Danke! Mein Problem ist nur dass alle 3 leute mit denen ich über so etwas reden (weil ich nicht mit anderen Leuten über sehr private Sachen oder Gefühle reden kann) verstorben sind. 😕😘

Kommentar von Windlicht2015 ,

Ja das kann ich verstehen, aber du hast bestimmt gute Freunde, die in dieser schweren Zeit für dich da sein werden und vor allem deine Oma! Sie hat auch gerade ihr Kind verloren! Was Schlimmeres gibt es nicht für eine Mutter! Haltet zusammen und schämt euch nicht für eure Gefühle! Es wird nichts wie es mal war, es wird anders!
Die Leere die deine Mutter in euren Herzen hinterläßt, könnt ihr mit der unendlichen Liebe zu ihr füllen.
Das ist das einzige was euch immer verbindet!
Fühle dich gedrückt von mir und denke immer daran, dass deine Mama bestimmt nicht möchte, dass es dir schlecht geht!

Antwort
von Frmtzz, 40

Hallo Anothergirl5!

Zuerst einmal möchte ich Dir sagen, dass ich Dich gut verstehen kann. Ich selber habe meinen Vater im Alter von 11 an Krebs verloren. Ich habe genauso reagiert wie Du. Bei jedem ist es anders, wie man damit umgeht. Ich kann Dir jetzt nur erzählen was mir sehr geholfen hat. Ich war auch eine Zeit lang nicht in der Schule, meiner Lehrerin habe ich das dann erzählt. Die hat das dann meinen Mitschülern erzählt (Das hatten wir so abgesprochen). Meine Mitschüler waren total nett und mitfühlend. 

Zudem habe ich oft darüber gesprochen, mit meiner Mutter und mit Psychologen. Manchmal tut es gut, zu weinen oder über Dinge zu reden, um sie besser verarbeiten zu können.

Und vielleicht tut es deinem Vater auch gut, mit dir zu reden. Ihr könntet eine Kur beantragen. Auch dort kann man mit Menschen sprechen, die das gleiche erlebt haben. Sprich doch mal mit deinem Vater über eine mögliche Therapie oder Kur.

Ich hoffe, dass ich Dir helfen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

frmtzz

Kommentar von Anothergirl5 ,

Danke erstmal für deine Antwort. Ich möchte nicht dass meine Klasse versucht zu verstehen wie ich mich fühle weil ich dann nur wieder Mitleid kriege und Mitleid schwächt mich immer mehr. Ich rede außerdem nicht gerne über solche Sachen... Eigentlich rede ich mit niemandem gerne über solche Sachen... Die einzigen zwei Leute mit denen ich reden könnte wären meine andere verstorbene Oma (vor 4 Jahren gestorben)oder meine alte leider auch gestorbenen beste Freundin (vor 3 Jahren) aber seit dem traue ich mich nicht mehr irgendwem richtig wichtig zu werden weil ich Angst habe sie zu verletzen mit meinem Tod wie die anderen mich. Ich habe Angst so etwas nochmal durchleben zu müssen. Aber danke 💋

Antwort
von Ini67, 38

Das tut mir sehr leid für dich und deine Familie.

Du kannst das nicht alleine durchstehen. Du brauchst unbedingt jemanden um dich auszuquatschen und zu verarbeiten. Das schafft niemand alleine.

Geheimhaltung wird ohnehin nicht funktionieren. Das spricht sich herum, spätestens, wenn die Einladungen für die Beerdigung verschickt wurden.

Vertrau dich bitte jemandem an. Freundin, Oma, Patentante, Vertrauenslehrer. Wer auch immer dir geeignet scheint. Aber mach das nicht mit dir alleine aus.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Kommentar von Anothergirl5 ,

Danke ich werde es versuchen

Antwort
von Wernerbirkwald, 26

Wenn ich dir ernsthaft helfen könnte,ich würde es sofort tun.

Du musst versuchen,auch wenn es dir schwerfällt,den gewohnten Gang zu gehen.Wichtig ist ,dass du regelmäßig isst,dich pflegst wie du es immer gemacht hast.

Weine sooft du willst,das hilft dir bei dem Selbstheilungsprozess.Ich habe meine Mutter verloren, und verstehe dich sehr gut.

Deine Mutter hat dich bestimmt geliebt,und ich bin sicher,dass es ihr Wunsch ist,dass du mit Kraft und klarem Kopf weiterlebst,damit sie stolz auf dich sein kann.

Ich weiss nicht wie dein Leben weiter geht,aber eines weiss ich genau,dieser tiefe Schmerz,den du fühlst,der wird langsam vergehen, und irgendwann erträglich werden.

Deine Mutter ist in deiner Nähe und hält zu dir.

von ganzem Herzen wünsche ich dir alles Gute,und viel Kraft.

Werner

Kommentar von Anothergirl5 ,

Ich danke dir für deine Antwort.

Antwort
von answer2003, 42

Erstmal wünsche ich dir ganz viel Kraft. Du darfst dich nicht verstecken. Deine Mutter möchte sicher nicht, dass du so leidest und deine Familie auch nicht. Rede mit Freunden denen du vertraust und sage ihnen dass sie es nicht weitersagen sollen. Lass dir Zeit. Das wird schon wieder. Viel Glück und liebe Grüße 

Kommentar von just1olli ,

Erstmal viel Glück und Kraft.
Ich glaube wenn ich deine Mutter wäre, würde ich wollen das Ihr nicht darunter leidet. Vor einem halben Jahr ist die Mutter von einem Freund gestorben und natürlich war es schwer. Aber ich glaube das deine Freundinnen dir nicht nur Mitleid geben sondern auch Fürsorge und dir Bereitstehen. Ich würde einfach in die Stadt gehen und mir wäre egal ob mich jemand sieht. Wenn du wieder in die Schule kommst wird wahrscheinlich niemand auf die Idee kommen das du nicht krank warst.
Deine Mutter ist und wird immer Stolz auf dich sein. Viel Glück und Segen.

Kommentar von just1olli ,

Ups sorry hab hier kommentiert anstatt eine Antwort zu schreiben

Kommentar von Anothergirl5 ,

Danke an auch beide😉

Antwort
von meinerede, 36

Erstmal mein tiefes  Mitgefühl! Du nimmst sehr viel Rücksicht auf Deine Geschwister und den Vater- aber vergisss bitte nicht:

1. ist der Tod sowieso nicht zu verheimlichen, warum auch?

2. wird es Leute geben, die ganz ehrlich helfen wollen und genau versteh´n, was da gerade abgeht bei Euch! Und genau das darf man ruhigen Gewissens dankbar annehmen.

3. Deine Oma hat ihre Tochter verloren, für die ist es auch nicht einfach. Aber: Mit ihr kannst doch reden? Und sonst wird sicher noch Verwandtschaft da sein, die sich mitkümmern wird, oder?

4. Hab´keine Scheu, Hilfe anzunehmen , auch ein Gesprächmit Deinem Vertrauenslehrer, odr Pfarrer, oder gar Psychologen ist sinnvoll.

Ich wünsch´Dir viel Kraft!

Kommentar von Anothergirl5 ,

Danke erstmal 1. Ich möchte kein Mitleid... Ich hasse es bemitleiden zu weigern und so... Dann fühle ich mich noch schwächer. 2. Ich werde es versuchen 3. Ich habe nicht so eine enge Beziehung zu meiner weiteren Verwandtschaft... Auch nicht zu meiner Oma 4. Ich versuche es.

Kommentar von meinerede ,

Ok, akzeptiert. Aber halt: Mitgefühl und MItleid sind was völlig Verschiedenes! Ich habe bewusst dieses Wort gewählt und nicht Mitleid und nicht Beileid!

Die Trauer, die Hilflosigkeit vor dem Unumgänglichen, das sind alles Dinge, die am Ende gerade zur Bewältigung beitragen und man gestärkt für die Zukunft wird. Gehört dazu!!! 

Antwort
von comhb3mpqy, 9

Hallo,

ich kann verstehen, dass Du traurig bist. Wenn Du mit einem Menschen reden möchtest, den Du nicht kennst, dann habe ich einen Tipp für Dich: es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge.

Ich bin Christ und glaube an ein Leben nach dem Tod. Wenn Du Gründe/Argumente haben möchtest, warum ich daran glaube, dann kannst Du mich fragen.

Alles Gute

Antwort
von Anonymkenan, 42

Oh:( ich wunsche dir vieel kraft:(

Schämst du dich:{? Wegen deiner mum?

Kommentar von Anothergirl5 ,

Etwas... Ich weiß einfach nicht mehr was ich eigentlich denke da ich seit 3 Tagen nur noch daran denke...

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