Frage von Honigbienlein23, 59

Mutter bekommt Harz IV und Sohn darf alles bezahlen?

Hallöchen zusammen Undzwar habe ich ein Anliegen und suche nach Antworten bin jedoch noch nicht fündig geworden. Mein Freund 18 Jahre alt lebt noch bei seiner Mutter, seine Mutter ist Alleinerziehend und bezieht Harz IV. Kindergeld bekommt sie keines mehr, da er fest arbeitet und keine Lehre macht. Er bekommt brutto 1014€ und arbeitet in der Teilzeit. Das heißt netto Ca 600-800€ (Kommt drauf an weil er Wochenende meistens Nachtschichten macht. (Nachtzuschlag 15%) Das Amt verlangt jetzt von ihm, von der Miete sprich komplett (700€) 250€ zu übernehmen, dazu noch 350€ für seine Mutter ihren Regelsatz! Und den halben Strom (100€) 50€ zu übernehmen und seiner Mutter etwas noch an Essensgeld zu geben sprich 50€ Ist das gerechtfertigt ? Schließlich bleibt ihn ja sogut wie nichts mehr übrig und ich frage mich ob das wirklich so ist das er sogar den Regelsatz seiner Mutter bezahlen soll. Dazu wohnt noch seine Schwester dort 20 ist dort aber nicht gemeldet und bekommt 277€ da sie ins BVB geht, die Mutter hat dem Amt davon aber nichts gesagt. Genauso wie sie dem Amt nicht erzählt hat das sie von ihrem Freund (ebenfalls ab nächsten Monat Hatz IV Empfänger seit Jahren jeden Monat 200€ bekommt! Meine Frage ist hierbei einfach ist das alles so gerechtfertigt oder was kann man dagegen tun? Da er noch nicht ausziehen möchte weil der Arbeitsvertrag noch auf 3monate Probezeit läuft...

Antwort
von Claud18, 5

Wenn dein Freund als erwachsenen Kind ein eigenes Einkommen hat, das seinen Lebensunterhalt deckt, zählt er nicht mehr zur Bedarfsgemeinschaft. Er müsste daher lediglich seinen Anteil an den Wohnkosten bezahlen und sich selbst verpflegen (bzw. Kostgeld abgeben). Stromkosten gehören zum Regelsatz und können vom Amt nicht extra verlangt werden (allerdings von seiner Mutter). Für seine Mutter muss er nicht aufkommen.

Bei einem Bruttoverdienst von 1014.- € wird er ca. 800.- € netto bekommen (so hoch sind die Abzüge nicht, dass er nur 600.- erhält). Sobald sein Nettoeinkommen den Regelsatz plus Wohnkosten überschreitet, ist er nicht mehr bedürftig und fällt aus der Bedarfsgemeinschaft heraus, und diesen Fall sehe ich hier. Im anderen Fall müssten ihm 280.- € Freibetrag verbleiben.

Sollte das Amt dies nicht anerkennen, legt Widerspruch ein.

Antwort
von EstherNele, 8

In deiner Beschreibung zu der Geschichte scheint einiges durcheinander zu gehen ...

Erst einmal zum Verständnis:

Dein Freund muss nicht für seine Mutter aufkommen. Aber er muss, wenn er mit ihr zusammenlebt, die Hälfte der Kosten übernehmen, die mit "Wohnen" zu tun haben, also von Bruttowarmmiete, Strom (Beleuchtung, Kochen), Telefonkosten, eventuell für Kabelfernsehen.

Das ist, wenn er einen Job hat und verdient, kein Mutter-Kind-Ding mehr, wo Mutti ihn unterhalten muss, der Bursche muss sein Geld für seinen Lebensunterhalt einsetzen. Übrigens ist Mama auch nicht alleinerziehend, als das galt sie bis zu seinem 18.Geburtstag.

Wenn sie ihn verpflegt, dann muss er auch Kostgeld abgeben - logisch.

Wenn meine erwachsenen Kinder noch bei mir wohnen und ich kann es mir leisten und verzichte auf  Kostgeld, weil meine Kids ihr Geld sparen sollen - okay, wenn ich mir das leisten kann.

Wenn die Mutter deines Freundes aber von ALG II lebt, dann bezahlt der Staat aus den Steuereinnahmen der anderen Bürger ihren Lebensunterhalt. Warum bitte sollten wir Steuerzahler denn einen arbeitenden jungen Mann finanzieren ???

Sie hat einen Anspruch auf 404 € Regelleistung zum Leben und auf die Hälfte der Miete. Er müsste ihr, wie schon beschrieben, jeweils die Hälfte der Festkosten wie Miete, Strom, Telefon usw. geben.

Wenn sie die Verpflegung beschafft - im Regelsatz eines ALG II-Empfängers sind etwa 140€ für Verpflegung vorgesehen - allerdings ohne Bier, Zigaretten und solche Dinge.

Eigentlich müsste er - denn er wird als 18-jähriger junger Mann durchschnittlich essen - diesen Betrag an seine Mutter abgeben. Für Essen wohlgemerkt.

Ob nun die Mutter die Miete komplett bezahlt und er dafür die Verpflegung für beide oder ob er ihr die halbe Miete und die Hälfte der anderen Kosten gibt + Verpflegungsgeld - wie die beiden das im Innenverhältnis miteinander ausmachen, ist letztlich deren Ding. Nur - er finanziert sie nicht, er muss nur eben seinen Anteil bezahlen.

Wenn ich mir deine Zahlen anschaue, dann denke ich, dass er sogar noch Anspruch auf aufstockendes ALG II haben könnte. Vielleicht bezieht er das sogar schon und ist eine BG mit seiner Mutter zusammen.

Wenn er noch aufstockendes ALG II erhält, dann hat er einen bestimmten Freibetrag auf sein Einkommen, der würde sich bei deinen Angaben auf mindestens 290 € belaufen. Den könnte er von seinem Netto abziehen. Den Rest, der bei der Rechnung bleibt, nennt man "anrechenbares Einkommen".

Wenn das weniger sein sollte als 360€ (sein Regelsatz) +1/2 Miete, dann könnte er aufstockendes ALG II beantragen.

Vielleicht bezahlt die Mutter aber auch einen Anteil der Miete aus ihrem Regelsatz. Denn 700€ Miete für zwei Personen ist nach meinem Wissen deutlich höher als die angemessene Miete für 2 Personen, wenn man im Leistungsbezug ist. Dann wird mann in der Regel zum Umzug in eine preiswertere Wohnung aufgefordert. Kommt man dem nicht nach, bezahlt das Amt nach einem halben Jahr nur noch die angemessene Miete und die Differenz muss man selber tragen.

Vielleicht habt ihr ja eine angemessene Miete von 500€, deshalb erlegt ihm das Amt quasi die Hälfte , also 250 € auf. Und die 200€, die der Freund dazu gibt, sind dazu da, dass sie dort wohnen bleiben kann und nicht umziehen muss.

Soweit klingt das alles okay. Nur wenn dein Freund ausziehen will, dann sind 600-800€ verdammt wenig, um eine Wohnung zu finanzieren. Da würde ich mich erst mal erkundigen, ob und wieviel er Wohngeld bekommen könnte. 

Denn Wohngeld bekommt man nur, wenn man 80% seines (sozialrechtlichen) Bedarfes schon als Einkommen hat. Reicht sein Geld dafür nicht, würde ihm das Wohngeldamt eine Wohngeldzahlung ablehnen und ihn ans Jobcenter verweisen.

Die erlauben einen Auszug erst mit 25, wenn man dann - statt bei den Eltern zu wohnen - Sozialleistungen braucht.

Würde er mit diesem Verdienst mit 18 ausziehen, würde er keine Kosten der Unterkunft (also Miete) vom Jobcenter bezahlt bekommen.

Das solltet ihr bedenken, bevor er nach Ablauf der Probezeit Hals über Kopf auszieht.

 

Antwort
von Utraris, 18

Richtig so, wenn er zu Hause wohnt dann hat er die Mutter zu unterstützen. Das ist nur gerecht, ansonsten kann er ja ausziehen.

Kommentar von EstherNele ,

Das würde man sich moralisch wünschen, aber gesetzlich muss er es eben nicht !!! Er muss nur seine Kosten bezahlen.

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