Frage von Liselotte1410, 85

Mutter auf Kindergeld verklagen?

Hallo, Ich bin 20Jahre alt, bin in ausbildung , wohne alleine und bin bis zu meinem 18. Lebensjahr in einer Pflegefamilie groß geworden. Seit meinem 18. Lebensjahr ist meine leibliche Mutter wieder für mich zuständig und hätte Kindergeld für mich beantragen müssen, was sie aber bis heute noch nicht Geschäft hat. Sie wohnt allerdings in Mecklenburg Vorpommern und ich in Sachsen. Was alles nicht viel einfacher macht, dazu ist unser Verhältnis sehr schlecht. Nun habe ich ihr schon gefühlte tausend mal einen Kindergeld Antrag zugeschickt, wo ich meinen teil schon ausgefüllt habe. Aber sie bekommt es einfach nicht auf die Reihe den Antrag fertig auszufüllen und abzugeben, ich bekomme immer wieder Briefe von der Familienkasse mit einer Kopie des Briefes den sie ihr geschickt haben, das sie noch einiges abzugeben hat, dem aber nicht nachkam und somit der Antrag abgelehnt wird. Und so wiederholt es sich immer und immer wieder. Nun habe ich mich mal auf Ämtern kundig gemacht was ich evtl machen kann, die meinten wenn es anders nicht geht, dann soll ich zu einem Anwalt gehen und sie verklagen. Hat jemand Erfahrung damit oder weiß ob es etwas bringen wird?!

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Kindergeld, 25

Mal vorausgesetzt die Voraussetzungen für den Kindergeldanspruch sind erfüllt,dann würde dir von beiden Eltern ggf.Barunterhalt zustehen,wenn sie leistungsfähig wären !

Erst wenn sie dir nicht min. Unterhalt in Höhe deines Kindergeldes zahlen würden,könntest du das Kindergeld für dich beanspruchen,weil deine Eltern dann ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen würden.

Aber auch dann wird es schwer für dich werden sie zur Beantragung des Kindergeldes zu zwingen,deshalb solltest du dir beim Amtsgericht einen Beratungsschein holen,wenn du dir keinen Anwalt leisten kannst,damit kannst du dir dann einen Anwalt suchen und der hat dann schon bessere Chancen das mit dementsprechenden Schreiben an deine Mutter durchzusetzen.

Antwort
von auchmama, 15

Du solltest Dich vielleicht mal an einen Sozialverband wenden. Frag mal da nach, ob die auch für diese "soziale Leistung" zuständig sind!

Wenn Deine Mutter Dir keinen Unterhalt, in Höhe des Kindergeldes zahlt, kannst Du doch das Kindergeld, gleich mit Hilfe des s.g. Abzweigungsantrages, selber stellen.

Lies Dich mal hier ein:

http://www.kindergeld.org/abzweigungsantrag-kindergeld.html

Und hier wäre der Antrag dafür:

https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/...

Wie oben erwähnt, bekommst Du keinen Cent Unterhalt von Deinen Eltern mehr, steht Dir das Kindergeld selber zu! Deine Mutter brauchst Du dafür nicht mehr!

Alles Gute wünsche ich Dir und viel Erfolg ;-)

Kommentar von isomatte ,

Der Antrag auf Abzweigung kann aber erst gestellt werden,wenn schon ein Antrag auf Kindergeld gestellt wurde und Kindergeld bezogen wird,dass ist hier nicht der Fall !

Auch wenn das dann passiert wäre,würde die Mutter / Eltern von der Familienkasse erst einmal angeschrieben,dann würde ihr / ihnen eine Frist zur Abgabe bzw.Beantwortung gesetzt.

Es müssten dann Angaben über evtl.gezahlten Unterhalt gemacht werden,erst wenn dann z.B. gar kein Unterhalt gezahlt würde,bekäme die Nachzahlung das Kind und dann das laufende Kindergeld.

Kommentar von auchmama ,

Wer denkt sich denn solche sorry "bekloppten Gesetze" aus? Was passiert denn, wenn die Eltern auf stur schalten? Kein Wunder, wenn die Gerichte mit solch einem Schwachsinn überlaufen sind und für ein Kind bedeutet es ja durchaus auch eine Erniedrigung, wenn es die Eltern verklagen "muss". Wer macht denn sowas schon gerne?

Ich weiß, wir werden und können es nicht ändern, aber zumindest mal drüber meckern :-/

Danke für Deinen Nachtrag, war mir in der Form nicht bekannt :-(

Kommentar von isomatte ,

Das die Mutter auf die Anfragen von der Familienkasse nicht reagiert ist ihnen ja selber bekannt,sonst würden sie dem Kind nicht die Schreiben in Kopie zusenden,die sie der Mutter haben zukommen lassen und hätten sie schon lange darauf aufmerksam gemacht bzw.hätten es machen müssen,dass sie dann nur einen Antrag auf Abzweigung stellen müsste !

So einfach ist es eben nicht.

Das Verhältnis zur Mutter ist hier eh schon gestört,da kommt es dann auf eine Klage auf Unterhaltszahlung auch nicht mehr an,es muss ja auch gar nicht dazu kommen,wenn das Kind dann einen Anwalt einschaltet,dann kommt sie durch die Schreiben mit Androhungen weiterer Schritte ggf.zur Vernunft und kommt der Aufforderung von der Familienkasse dann nach.

Kommentar von Cr33p ,

Es ist wahrscheinlicher, dass sie sich komlett quer stellt, als zur Vernunft zu kommen

Antwort
von padalica, 35

Mach es! Dir steht das Geld zu! Deine Mutter gönnt dir einfach die Nachzahlung, die innerhalb von 2 Jahren eine beträchtliche Summe hat, nicht.

Kommentar von Liselotte1410 ,

okay, dann werde ich das mal in angriff nehmen und hoffen das es gut geht 🙈

Antwort
von TreudoofeTomate, 40

Ja, du kannst sie verklagen. Aber nicht auf das Kindergeld, denn das ist nun einmal ihr Anspruch und nicht deiner.

Du musst sie auf Unterhalt verklagen. Das setzt jedoch voraus, dass du sie erst einmal in Verzug gesetzt hast. Geh also zu einem Anwalt und mach mit dessen Unterstützung deiner Unterhaltsansprüche gegenüber deiner Mutter geltend. Notfalls dann tatsächlich gerichtlich.

Kommentar von padalica ,

Sie wohnt nicht bei Ihrer Mutter, daher hat die Fragestellerin Anspruch auf das Kindergeld. Und sie kann ihre Mutter darauf verklagen ihr das Kindergeld zu unterschlagen.

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Das ist leider falsch. Anspruch auf Kindergeld hat niemals das Kind selbst, es sei denn, es handelt sich um eine Vollwaise. Schau bitte in das Bundeskindergeldgesetz und lies das nach.

Antwort
von Biberchen, 12

egal wie das Verhältnis zu deiner Mutter ist, ich würde an deiner Stelle zu ihr fahren, gemeinsam mit ihr die fehlenden Unterlagen raussuchen und beim Amt abgeben. Das spart Zeit, das Geld für den Anwalt und ihr seht euch mal wieder!

Antwort
von Cr33p, 23

Überleg dir gut, ob sich lohnt. Du bist 20, wie lange wirst du noch Anspruch auf Kindergeld haben? Wie viel wird das sein? Wie hoch werden die Anwaltskosten die enstehen?

Lohnt sich der Zeitliche Aufwand? Lohnt sich der emotionale Aufwand? Außerdem wird das Verhältnis zwischen dir und deiner leiblichen Mutter nicht besser.

Kommentar von XC600 ,

na das lohnt sich doch wohl auf jeden Fall , schon wegen der Nachzahlung von 2 Jahren .... warum sollte die 20jährige darauf verzichten ? ... da sie sich in Ausbildung befindet und alleine wohnt wird sie auch nicht grade im Geld schwimmen ...

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