Frage von Niseeeeee909, 179

Mutter (50) tot wegen Aneurysma im Hirn, hat jemand das selbe schicksal?

Hallo, meine Mama (50) ist am 08.05 verstorben an einem Aneurysma im Hirn.. Sie wusste das vorher nicht und ich habe sie am 27.04 in der Duschwanne gefunden mit einem Epeleptischen Anfall und voll gekotzt.. Sie war kaum ansprechbar sie zitterte nur und sagte ihr tut das Genick weh und ihr sei schlecht.. Sie wusste nicht mehr wer sie ist oder wer ich war.. Als ich dann den Notarzt da war fuhren sie sie ins Krankenhaus dort sagten sie mir (16) und meiner Schwester (28) das sie eine Starke Hirnblutung habe wegen einem Aneurysma am Hirn das geplatzt sei.. Sie wurde in ein Künstliches Koma gelegt.. Die Ärzt haben ihr bestes gegeben und durch die leiste einen Katheter zum Kopf gelegt um das zu verschließen und ein zweites das sie gefunden haben das noch nicht geplatzt war.. Dann nach 4 Tagen rief er uns an das der Druck im Kopf gestiegen sei und sie ein Tellergroßes Stück von der Schädeldecke entfernen mussten.. Dann 3 Tage später bekam sie 2 Schlaganfälle und am 06.05 sagten sie uns das sie wenig bis garkeine Popillen reaktion hätte und sie aufjedenfall Sterben wird.. Wird konnten es nicht fassen das unsere Mama, Beste Freundin und Kummerkasten auf einmal weggehen soll.. Aber irgendwie hatten meine Schwester und ich ein erleichterndes Gefühl das sie es dort wo sie jetzt ist besser hätte.. Am 08.05 war sie dann Hirntod und kurz danach dann komplett.. Danach haben wir nur noch Funktioniert weiß garnicht wie wir es hinbekommen haben.. Immer wenn ich alleine bin muss ich weinen weil ich sie so sehr vermisse.. Sie war meine Beste Freundin.. Die Beste Mama eben.. Aber wenn ich unterwegs bin, muss ich nie weinen kann auch über sie reden usw.. Aber wieso muss ich weinen wenn ich alleine bin und kann abends nur mit Gedanken einschlafen? Hat vielleicht jemand das selbe schicksal? Würde mich interessieren wie ihr damit umgeht.. Denkt ihr sie hat was mit bekommen im künstlichen Koma was wir ihr gesagt haben?

Antwort
von NadiraUchiha, 71

erstmal sorry dass ich so viel geschrieben habe (das ist nicht mal alles, hätte viel mehr erzählen können xD). Ich bitte dich, das trotzdem durchzulesen. Ich habe ewig gebraucht um das zu schreiben und ich glaube es önnte dir helfen :)

Ich habe genau das selbe Schicksal wie du. Ich bin 12 Jahre alt und habe meinen Vater verloren. Wir waren in Paris und er meinte er hat Kopfschmerzen. Ich habe mir Sorgen gemacht und bin ins Schlafzimmer meiner Eltern gegangen. Als ich im Türramen stand hat der Anfall angefangen. Er hat mit seinen Armen und Beinen gezuckt und gab merkwürdige Geräusche von sich.. Es war irgendwie total beängstigend.. Dann rief meine Mutter meiner Schwester zu sie solle den Krankenwagen rufen. Sie konnte aber nicht so gut Französisch und die Krankenschwester wohl nicht so gut Englisch. Ich hab die ganze Zeit geweint und hatte unglaubliche Angst. Als meine Schwester nach 5min immer noch nicht den Krankenwagen rufen konnte haben wir die Nachbarn gerufen, die für uns den Krankenwagen gerufen haben und dann war er auch schon unterwegs..

Als der Krankenwagen ankam saßen meine Schwester und ich im Wohnzimmer. Wir saßen gefühlte Stunden dort und durften nicht zu Papa. Ich hab behauptet ich müsse auf Klo, damit ich beim Weg ins Bad kurz reingucken kann. Und es war wie bei dir. Überall Kotze. Dann verging wieder eine Ewigkeit und wir hörten nur die Geräte piepen. Dann gingen die Ärzte zusammen mit Papa und Mama kam zu uns ins Wohnzimmer. "Papa feht es nicht gut. Er hatte womöglich einen Schlaganfall" Ich fragte ob er das überlebt,. "Manche überleben das, manche nicht.Manche bekommen dann auch Lähmungen oder haben Sprachprobleme." Das erinnerte mich an meinen Opa. Er konnte seit ich mich an ihn erinnern konnte nicht vernünftig reden und sich bewegen. Ich wollte einfach nicht dass das Papa auch passiert. Ich erinnerte mich aber an die Worte meiner Schwester als wir gewartet haben. "Wenn es so etwas wie Gerechtigkeit gibt, dann überlebt Papa das."

Dann gingen wir schlafen. Für die Verhältnisse konnte ich sogar ganz gut schlafen. Vielleicht weil ich es noch nicht ganz realisiert habe, oder weil ich einfach viel Hoffnung hatte. Vielleicht aber auch weil ich komplett übermüdet vom weinen war.

Am nächsten Morgen sagte Mama zu uns: "Papa ist tod. Er liegt im Koma. Sein Gehirn arbeitet nicht mehr und ich meinte zu den Ärzten sie können bald die Geräte ausstellen. Wenn ihr wollt könnt ihr Papa nochmal im Koma besuchen" Wir besuchten ihn. Die Ärzte dort meinten er ist nicht tod, er schläft nur usw halt sachen die mich beruhigen sollten.

Ich hatte nix gegessen. Ich merkte wie leer mein Bauch (und mein Herz, auch wenns kitschig klingt) war, aber ich konnte einfach keinen Bissen runterkriegen. Mittags kam unsere Rettung. Mein Onkel. Mein Held. Er kam mit der Bahn um uns da raus zu holen. Meine Mutter wollte unter den Umständen vorallem wegen dem Verkehr in Paris nicht fahren. Mein Onkel schaffte uns sogar in so einer Lage zum lachen zu bringen, als er zu blöd war die Tür aufzubekommen xD

Abends fuhren wir dann nach Hause. Ich habe Papas Jacke mit auf die hinteren Sitze getan, weil sie so sehr nach ihm riechte. Wir hielten ein einer Tankstelle an und ich hab endlich mal was gegessen. Nur Pombären, aber immerhin etwas. Den Rst der Fahrt habe ich geschlafen. Einerseits weil ich wieder totmüde vom heulen war und weil ich ja Papas Jacke in einen Armen hielt.

Wir sind um 1 Uhr angekommen. Alle weinten. Sogar meinem Hund konnte man die Traurigkeit ansehen, auch wenns dumm klingt.

So, das war erstmal meine Geschichte. Ich weiß, es klingt alles extrem unrealistisch. In der berühmten Stadt Paris, der Anfall hat genau da begonnen wo ich im Türramen stand usw aber es ist wirklich alles so passiert.

Vielleicht glaubst du mir auch nicht oder denkst dass ich als 12-jähriges Kind dich nicht verstehen kann, aber ich verstehe dich.

Die ersten Monate ging es mir schrecklich. Ich habe mich leer und gleichzeitig voller Traurigkeit und Wut gefühlt. Ich habe oft einfach an die weiße Wand gestarrt und geweint. Ich habe in der Schule kaum noch mitgemacht, ich konnte mich eh nicht konzentrieren. Ich wurde verletzbarer, schüchterner und konnte kaum jemanden vertrauen. Ich habe auch manchmal Gott beleidigt. Ich wollte keinen meiner Freunde treffen und auch kein Basketball mehr spielen. Ich dachte schon ich hätte Depressionen. Mit 12 Jahren! Das einzige was gegen meine Depressionen gesprochen hat, war dass ich immer ein bischen Hoffnung hatte, dass das Leben krgendwann, und wenn es erst in 10 Jahren ist, schön wird.

Dann irgendwann meinte meine Mutter zu mir dass zu einem Basketballspiel nur sehr wenige Leute kommen. Ich habe mich kurzfristig entschieden mitzuspielen. Für mein Team. Dann irgendwann traf ich mich mit meiner besten Freundin. Ich hatte seit Monaten endlich mal wieder n lachflash. Ich hatte aufgehört in meinen halben Depressionen gefangen zu bleiben. Ich war aber immer noch ein armseliges, ängstliches Miststück. So habe ich mich damals genannt. Ich hatte wieder mehr Kontakt zur Außenwelt aber war extrem schüchtern und pessimistisch. Auch wenns dumm klingt: ich habe geübt optimistischer zu sein. Es hat was gebracht. Ich habe mir selbst zugesprochen dass ich kein Miststück bin, ich besonders bin wie jeder andere Mensch usw. Nach einem halben Jahr war ich wieder mein altes Ich. Selbstbewusst, optimistisch und offen. Vorallem dank meinen neuen Freunden. Ich hatte plötzlich mehr mit Jungs zu tun. In der Schule hatte ich kaum zeit zu trauern weil ich alle 10 sek von jemanden attackiert wurde xD Meine neuen Freunde haben mir extrem geholfen.

Die trauerphase dauert etwas, aber verliere nie die Hoffnung ;) Ich denke sage immer: "Papa (in deinem Fall Mama) ist nicht tod. Ich kann ihn nicht sehen, nicht hören aber er ist noch da. Nur an einem besseren Ort." Ich bin mir sicher, dass mein Papa jetzt im Himmel mit meinem Opa Basketball spielt. Ich weiß ja nicht was deine Mutter so für Hobbys hatte, und ob sie auch schon wichtige Personen in ihrem Leben verloren hat bei denen sie jetzt sein kann, aber sie ist glücklich und wird dich beschützen :)

Antwort
von XHeadshotX, 88

Phu, das ist ja mal harter Tobak - macht auch ohne die Menschen zu kennen, sehr betroffen.

Das Ganze ist noch relativ frisch und jeder hat so seine eigene Art mt Trauer umzugehen. Es gibt kein Zeitlimit für Trauerarbeit. Der rationale Teil deines Hirns mag vielleicht schon eher wieder im Alltag angekommen sein. So ein Trauerfall ist für die Hinterbliebenen ja doch mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden, da ist das ja auch bis zu einem gewissen Grad nötig.

Aber grade wenn es um die Eltern geht, sind da doch auch erhebliche Emotionen im Spiel. Vielleicht versuchtst du auch nur, für die anderen stark zu sein. Ein traumatisches Erlebnis war das bestimmt, weil ja noch dazu du es warst, der sie gefunden hat. Da ist es völlig normal, wenn man dann abends zur Ruhe kommt, daß sich diese zweite Ebene nach oben drängt. Du hast sie immerhin den ganzen Tag über niedergekämpft. Sowas wegzuschieben, geht da nur bedingt.

Bei Hirntod noch was mitbekommen...eher nicht. Stell dir eine weltweit operierende Firma vor, wo von einer Minute auf die andere der Chef für niemanden mehr erreichbar ist. Und niemand weiß wo er abgeblieben ist. Ohne Vorwarnung und ohne Vorkerhrungen. Die Telefonleitungen laufen heiß weil jeder wissen will wie es weitergeht, was zu tun ist, aber am anderen Ende geht niemand ran.

Normalerweise sagt das Hirn als Chef, aufgrund der Berichte die es von überall aus dem Körper erhält, was zu tun ist. Und dann ist auf einmal niemand mehr da, der Anweisungen gibt. Und was machen Angestellte, wenn der Chef außer Haus ist? Genau. Blau oder zumindest etwas ruhiger. Da aber eine Abteilung drauf angewiesen ist, daß die anderen gut arbeiten, da sie sonst die eigene Arbeit nicht bewältigen können, bricht dann nach und nach alles zusammen. In einer Firma heißt das Konkurs oder Insolvenz, im Körper Organversagen und Tod.

Mein Beileid und weiterhin viel Kraft.

Yours
XHeadshotX

Antwort
von Bengt54, 28

Hey, zwar bisschen spät aber mein herzlichstes Beileid.. Mein Onkel ist vor paar Tagen auch durch ein Aneurysma ums leben gekommen.. nur leider war er schon seit dem ersten Tag dann Hirntot. Wir saßen 4 Tage im Krankenhaus in der Hoffnung, dass er vllt doch durch ein Wunder aufsteht.. Kam leider nicht dazu.. Um ehrlich zu sein weine ich noch täglich obwohl ich allen sage dass es mir gut geht.. er war wie ein Vater für mich.. Ich versuche aufjedenfall in Gesellschaft zu sein, um langsam damit abschließen zu können. Ablenkung tut immer gut. Um deine Frage wegen dem Künstlichen Koma: Wohlmöglich ja! Ein Verwandter von mir war monatelang im Koma. Als er wieder aufstand, sagte er er habe alles mitbekommen, was wir ihm erzählt hatten :) Hoffe dir geht es schon besser

Antwort
von Ladekabelx, 65

Mein Beileid erstmal... :(
Ich denke schon das deine Mutter alles mit bekommen hat und sie ist weiterhin auch immer für euch da und ist euer Kummerkasten. Deine Mutter hat es jetzt viel leichter als sich vielleicht so dann zu quälen. Sie bekommt also jetzt auch deine und die Gedanken deiner Schwester mit. Liebe Grüße :)

Antwort
von Wonnepoppen, 64

Da der Tod deiner Mutter gerade erst  mal ca. fünf Wochen her ist, kannst du es noch gar nicht verarbeitet haben, du mußt die Trauer sogar zulassen, auf keinen Fall verdrängen, Es ist ein gutes Zeichen, wenn du mit anderen darüber reden kannst, dann bist du auch etwas abgelenkt, anders ist es, wenn du alleine bist. 

Was ist denn mit deinem Vater?

Ich hab schon öfter gehört, daß man etwas mitbekommt, wenn man im Koma liegt, nur was?????

Antwort
von Drake712, 73

Das tut mir echt leid (Ich denke du hast das jetzt schon von vielen gehört, aber trotzdem). Da es noch nicht so lange her ist , wirst du jetzt natürlich viel Schmerz und Trauer empfinden, aber lass es lieber jetzt zu als später. Denk einfach daran , wie gut es ihr jetzt geht und das sie keinen Schmerz mehr haben muss.

Diese Trauer wird natürlich immer ein bisschen bleiben, aber irgendwann hört es dann auch ein bisschen auf.

Meine Mutter hatte in übrigen fast die gleiche Situation mit ihrem Vater.

Mein Beileid!!!😔 drake712

Antwort
von NadiraUchiha, 43

Ah ja noch ein Tipp (als wenn ich dich nicht schon genug vollgetextet habe xD):

Geh zu einer Trauergruppe. Also in meiner Stadt gibt es so was für Erwachsene und für Kinder, vllt gibt es ja auch Trauergruppen oder ähnliches in deiner Stadt :)

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