Frage von maik24, 51

Muss zum MPU Vorbereitungskurs wo die Std 100,00 Euro kostet, Bringt es was wenn man zum Abnahme beim Doc muss?

Ich habe mein Führerschein wegen Alkohol verloren, und von der MPU TÜV Nord wurde ich verwiesen mich an einem Vorbereitungskurs zu beteiligen! Bringt es überhaupt was das man dann im Anschluss auch besteht ,oder ist es sinnlos und nur Geldmacherei?

Antwort
von BarbaraAndree, 38

Ich weiß von einem Verwandten, dass er ohne den Vorbereitungskurs die MPU-Prüfung nicht bestanden hätte. Der schwieirgste Teil der Prüfung ist das Gespräch mit dem Psychologen, das bis zu einer Stunde dauern kann. Wenn du diesem auf seine Fragen nicht die Antworten geben kannst, die er von einem Menschen erwartet, der seinen Führerschein wegen einer Alkoholfahrt mit seinem Pkw verloren hat, dann hast du gleich verloren. In dem Vorbereitungskurs (der insgesamt wohl 600,00 Euro kostet, wird genau darauhin gearbeitet, dass du dieses Gespräch gut meisterst. Das Geld ist gut angelegt. Du musst wahrscheinlich auch noch einen Abstinenz-Nachweis erbringen. Je nachdem wie hoch deine Promille waren, musst du evtl. sogar ein Jahr den Nachweis erbringen. Diese Abstinenz ist äußerst schwierig, weil man ja nicht nur auf Alkohol verzichtet, sondern auch in vielen Speisen Alkohol enthalten ist, was man gar nicht bedenkt. Die Abstinenzkontrolle kostet pro Blutentnahme ca. 99,00 Euro. Stimmen die Werte nicht, wird der Vertrag sofort gekündigt!

Alles Gute!

Kommentar von maik24 ,

Ok danke ziehmlich düstere Aussichten!

Kommentar von BarbaraAndree ,

So ist das. Wenn man dir über 1,6 Promille festgestellt hat (Bluttest), kommt noch ein Strafverfahren dazu. Ein guter RA lohnt sich, damit das Verfahren gegen ein Bußgeld eingestellt wird.

Kommentar von nancycotten ,

Ein Strafverfahren kann nicht mit einem Bußgeld eingestellt

werden ;-)

Kommentar von BarbaraAndree ,

Das kannst du nicht pauschal so beantworten, weil es bei unserem Verwandten so war. Er studiert noch und er wurde mit dem Fahrrad nachts von der Polizei kontrolliert und bei ihm wurden 1,6 Pomille festgestellt. Das Verfahren wurde gegen die Zahlung von einem Bußgeld eingestellt.

Kommentar von nancycotten ,

Ja Barbara, da muss ich dir vllt. erstmal den Unterschied erklären:

Eine TF auf dem Fahrrad gilt zumeist als OWI (sofern es nicht wegen Ausfallerscheinungen zu einer Straftat wird),  (darum darf auch der FS zunächst behalten werden) und wird darum idR mit einem Bußgeld geahndet. Bei einer TF mit dem Auto handelt es sich aber ab 1,1‰ immer um eine Straftat und darum gibt es dafür einen Strafbefehl und keinen Bußgeldbescheid.

Ein Strafverfahren kann darum niemals durch ein Bußgeld eingestellt werden - verständlich?

Expertenantwort
von nancycotten, Community-Experte für MPU, 22

Hallo maik24,

wenn du dich professionell auf die MPU vorbereiten möchtest, so empfehle ich dir, dich an einen unabhängigen Verkehrspsychologen zu wenden, denn dieser kann individuell auf dich eingehen. Bei einem TÜV-Kurs bist du einer von vielen und die eigene Geschichte/Problematik kommt da meist zu kurz.

Desweiteren verkauft der TÜV gerne Abstinenznachweisprogramme, da diese die beste Einnahmequelle für sie sind, obwohl der Kunde vllt. noch kontrolliert trinken kann (das kommt u.a. auf die Höhe deiner BAK und die Tiefe des Alk.problems an).

Generell ist zu sagen:

Eine Bescheinigung darüber, dass man an einem Vorbereitungskurs teilgenommen hat, ist keine Garantie dafür das man seine MPU besteht (ebensowenig wie allein die Abstinenznachweise). Die eigene Selbstreflexion steht hier im Vordergrund. Ohne eine stabile und nachvollziehbare Verhaltensänderung kann man soviele Nachweise vorzeigen wie man will, die MPU wirst man damit eher nicht bestehen...

Gruß Nancy

Kommentar von BarbaraAndree ,

Ich kann deinen Kommentar so pauschal nicht stehen lassen. Die TÜV Kurse sind durchaus seriös und die Kurse bestehen aus kleinen Gruppen, so dass der Einzelne nicht "untergeht". Der Psychologe hat bei unserem Verwandten sein Augenmerk sehr wohl auf den Abstinenznachweis gelegt, aber darüber hinaus - und da muss ich dir recht geben - natürlich auch großen Wert auf die eigene Selbstrefelxion gelegt, die auch gründlich abgeklopft wurde. Der Psychologe muss von seinem Gegenüber überzeugt werden, dass sich diese Tat nicht wiederholen.

Kommentar von nancycotten ,

Danke für deinen Kommentar. Dazu noch einige Anmerkungen:

Ich habe nicht gesagt das die Kurse unseriös sind, sondern das sie "zumeist" nicht genug auf den einzelnen Kunden eingehen können. Die Gruppengröße kann natürlich variieren - trotzdem ist man bei einer Einzelberatung, natürlicherweise, immer mehr im Fokus des Psychologen.

Was den Abstinenznachweis angeht: Gerade darum geht es, es wird sehr viel Wert auf diesen gelegt und zwar, sehr oft, unabhängig davon, ob überhaupt abstinent gelebt werden muss. Viele "Probanden" könnten ihre MPU mit "KT" bestehen, wenn sie nicht durch die MPI von Abstinenznachweisen "überzeugt" werden würden, die, zum Teil, völlig unnötig sind.

Ein unabhängiger VP, der an diesen Nachweisen nichts verdient (wie bspw. der TÜV), wird darum immer viel objektiver beurteilen, ob es einem generellen Alk.verzicht bedarf. Gruß Nancy

Antwort
von Spot1978, 25

Ohne professionelle Vorbereitung brauchst Du gar nicht erst antreten. Ich hab das schon mal hinter mir. Du musst glaubhaft belegen dass Du nie wieder auffällig wirst und deine Problematik gründlich aufgearbeitet hast. Und die Teilnahmebestätigung an einem Vorbereitungskurs ist da Gold wert.

Kommentar von BarbaraAndree ,

Genauso ist es. Unser Verwandter hat das genauso, wie du es hier beschreibst, erzählt. Das Geld für einen Vorbereitungskurs ist gut angelegt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten