Frage von Bumochris, 87

Muss UG aufgelöst werden, wenn sie mehrere Jahre keinen Gewinn macht?

Wenn eine UG über Jahre nur Verlust macht da sie nur ganz geringe Einnahmen hat, muss diese UG dann nach einer bestimmten Zeit aufgelöst werden? Falls ja, wie lange ist dann die maximal gedultete Zeit (3 Jahre oder mehr)?

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 64

Schon die Frage wirft Fragen auf. Verluste entstehen aus dem Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben. Betriebsausgaben müssen also finanziert werden. Eigenmittel hat die UG relativ wenige - Wegen des geringen Stammkapitals.

Können diese Ausgaben also weder durch Eigenkapital, eigene Einnahmen oder durch den Gesellschafter-Geschäftsführer (oder nahe stehende Person) gedeckt werden, dann ist sowieso vorbei. Die Gesellschaft ist überschuldet.

Die Überschuldung oder die Zahlungsunfähigkeit können verzögert eintreten. Ein Geschäftsführer hat nur eine ganz geringe Reaktionszeit um Geld zu beschaffen. Dann heißt es leider tatsächlich zum Insolvenzgericht.

Können Überschuldung bzw. Zahlungsunfähigkeit durch das Gesellschaftsverhältnis behoben werden, dann müssen die Darlehen als krisenbehaftet betrachtet werden. Es gibt verschiedene Folgen des Umgangs damit.

Übel, wenn sich daraus eine Insolvenzstraftat ergibt. Dieses bedeutet mehrjähriges Berufsverbot (siehe Gewerbeuntersagung) für den Geschäftsführer.

Antwort
von Helmuthk, 63

Eine Kapitalgesellschaft muss aufgelöst werden, wenn sie überschuldet oder zahlungsunfähig ist.

Dann ist der Geschäftsführer verpflichtet, umgehend die Insolvenz anzumelden, weil er sonst wegen Insolvenzverschleppung mit seiem Privatvermögen für die Schulden der Kapitalgesellschaft haftet.

Eine UG ist eine Kapitalgesellschaft.

Und da gelten die vorstehenden Grundsätze auch.

Eine "maximal geduldete Zeit" gibt es icht.

Antwort
von teutonix1, 74

Da ja wahrscheinlich das Finanzamt die Verluste "sponsern" muss, werden die irgendwann sagen, dass sie nicht weiter mitspielen. Spätestens dann dürfte die UG Geschichte sein. Ein direkter festgesetzter, genauer Zeitrahmen ist mir da allerdings nicht gewärtig, das kommt eher auf das FA an, bzw. dessen zuständiger Sachbearbeiter.

Kommentar von Helmuthk ,

Wie "sponsert" das Finanzamt die Verluste einer UG?

Die UG ist eine Kapitalgesellschaft, und die Verluste bleiben auch dort.

Eine Anrechnung auf die Einkünfte der Gesellschafter ist nicht möglich.

Also zahlt die UG keine Steuern, und gut ist es.

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