Mein Patenkind kann ein fieser Besen sein und bringt es nicht fertig, nachher "Entschuldigung" zu sagen. Ihre Mutter quält sie regelrecht damit, muß das sein?
Sicher sollte das Kind nicht "gequält" werden; vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, die man ihm lässt, seinen Fehler einzusehen!
Aber entschuldigen sollte sich im Ernstfall jeder Mensch können, meine ich, weil die Unfähigkeit dazu soziale Beziehungen zerstören kann.
Könntest Du denn nicht eingreifen und mit Deinem Patenkind ein Gespräch dazu führen, wenn die Vorhaltungen seiner Mutter es schon so verstockt gemacht haben?
Ja, das gehört einfach zum guten Benehmen dazu. Wenn sie es als Kind nicht lernt, wie soll sie sich später im Leben bei jemanden entschuldigen.
Sie kann ja statt Entschuldigung sagen, das es ihr leid tut, aber eine Form der Entschuldigung sollte sie schon beherrschen.

Es sollte zum Erwachsenwerden dazugehören, die Anstandsregeln zu lernen. Aber je nach Alter sollte man da nicht zu viel Druck machen. Wenn sie noch sehr jung ist, sollte man es nicht zu verbissen sehen, wenn sie sich nicht entschuldigt.

Natürlich muß ein Kind sich entschuldigen können. Aber man wird es nicht durchsetzen indem man das Kind quält. Da ist die Mutter nicht besser als das Kind.
ich habe bei meinen Kindern und Enkelkindern immer wieder erlebt, dass sie sich bereitwillig entschuldigen wenn sie es a: selbst einsehen, dass sie sich entschuldigen sollten und b: sie von den Erwachsenen gelernt haben sich zu entschuldigen. Damit meine ich, dass es auch genug Gründe gibt, dass sich Erwachsene bei den Kindern entschuldigen sollten.

Die Kinder in meinem Umkreis können sich alle entschuldigen, aber nur wenn sie davon überzeugt sind und es ihnen auch wirklich leid tut.
Zwang oder Druck hilft gar nicht, da werden sie nur verlogen und heucheln etwas vor.

Leider tun dies ja viele Erwachsene nicht, das ist ähnlich wie mit "grüßen", diese Werte scheinen irgendwie verloren zu gehen. Warum das so ist?? Wird wohl auch von vielen Erwachsenen kein Wert mehr drauf gelegt. Es geht nur noch um Recht und Recht haben, aber Höflichkeiten bleiben auf der Strecke. Diese Entwicklung kann man den Kindern nicht anlasten, sondern denen die es vorleben. LG Lotusblume
Kinder lernen mühelos durch Nachahmen. So wäre es am besten, es könnte erleben, wie der Rest der Familie und alle anderen, mit denen es zu tun hat, sich so verhalten, wie sie das von dem Kind erwarten. Es bringt überhaupt nichts, auf irgendwas "herumzureiten", das macht die meisten Kinder doch nur störrisch und trotzig und das Zusammenleben mit ihnen artet zu einem Machtkampf aus, den sowieso scheinbar die Kinder gewinnen, da sie die besseren Nerven haben. Scheinbar deshalb, weil sie natürlich in Wirklichkeit so wie alle anderen auch in so einem Fall verlieren, nämlich Lebensqualität.

Ich sehe es so, dass ein Kind sich dann entschuldigen wird, wenn ihm sein falsches Verhalten klar ist, und es ihm dann leid tut. Oftmals glauben auch wir Großen, dass es um die Sache geht, und nicht die Art und Weise, in der man gerade seinen Willen durchsetzen wollte. Sofern dem Kind dies klar gemacht wird, dass es nicht um seine Meinung geht, sondern das schlechte Benehmen, wird es ihm leichter fallen, sich zu entschuldigen.
Mein Großer hat sich oft genauso entschuldigt. Er sagte dann immer: Ich finde immer noch, dass ich Recht habe, aber ich hätte nicht so brüllen dürfen - oder Ich finde immer noch, dass du gemein zu mir warst, aber ich hätte mich trotzdem nicht so aufführen dürfen.
Gerade Kindern, die mit großem Temperament auf die Welt gekommen sind, fällt es oft nicht leicht, sich zu zügeln (merke ich gerade wieder bei meinem Kleinen seufz) Aber es tut ihnen hinterher leid, wenn sie geschlagen haben oder mit Sachen um sich geworfen haben. Wenn man sich mit ihnen zusammensetzt und darüber redet, dass sie mit ihrer Entschuldigung nicht dem anderen Recht geben und ihr Verhalten durchleuchtet, das daneben war, setzen sie sich damit besser auseinander und - wenn dann eine Entschuldigung kommt, ist sie ehrlich gemeint und das Kind versucht (zumindest eine zeitlang) sich zu bessern.

Interessant fände ich, zu erfahren, wie alt Dein Patenkind denn (schon) ist.
Außerdem amüsiert mich immer wieder die Vorstellung diverser Zeitgenossen, man könnte sich selbst für sein Verhalten "entschulden", indem man einfach "Entschuldigung" sagt.
Ich bemühe mich in solchen Situationen immer, sinnvollerweise "Entschuldige bitte!" zu sagen. Ich kann doch mein eigenes schlechtes Verhalten nicht einfach durch ein dahingesagtes "Entschuldigung" entschulden -- selbst wenn man voraussetzte, es sei ein verstümmelter Satz, der eigentlich "Ich bitte um Entschuldigung." heißen sollte.
Immer mehr Menschen scheinen den Sinn dahinter gar nicht (mehr?) zu verstehen. Immer öfter höre ich Sätze wie "Warum bist Du denn immer noch so nachtragend? Ich hab mich doch bei Dir entschuldigt." Das ist für mich einfach nur unlogisch.

Wenn eine gute Mutter ihrem Kind das richtig begebracht hat, dann kann ein Kind sich sehr wohl entschuldigen. Muß es das? Ja. Kann es das? Hängt meiner Meinung nach von der Erziehung ab. Vielleicht entschuldigt sich die Mutter ja auch nie.
also ein entschuldigug ist doch nicht zu viel verlangt das sollte auch ein kleines kind hinbekommen. wenn nicht wird dein patenkind nicht weit kommen.
Mir hat die Formulierung "Mein Patenkind ist ein fieser Besen" richtig Angst gemacht. Ein Kind ist immer der Spiegel seiner Vorbilder. Ich glaube, das Kind ist falschen Werten ausgesetzt und kann nich nachvollziehen, warum es sich entschuldigen soll. Ich weiß ja nun auch das Alter nicht. Aber so im Allgemeinen würd ich spontan sagen, sollten die Eltern erstmal an sich arbeiten und dem Kind andere Werte vermitteln, denn kein Kind ist ein "fieser Besen". Find ich ja schlimm.
Ein Kind sollte sich nur entschuldigen "müssen", wenn dafür ein Grund vorliegt, genauso wie sich ein Erwachsener entschuldigen "muss" bei einem Kind, wenn er Fehler macht.
"fieser Besen" find ich nicht schlecht, mußte schon schmunzeln :-)

Die Fähigkeit seine Fehler einzusehen und sich bei dem Betroffenen zu entschuldigen ist doch eine der Grundvoraussetzungen des Zusammenlebens. Ein Kind muss dies also auch wissen.

Natürlich muss ein Kind einsehen, das es, wie jeder Mensch, Fehler macht und dafür einstehen muss. Eine Entschuldigung ist nur die Form dieses Geständnisses. Wenn es nicht lernt, sich selbst und seine Handlungen in Frage zu stellen, ist die Gefahr doch sehr gross, das es sich zu einem Egoisten entwickelt. Allerdings müssen ihm die Eltern beibringen, was eine Entschuldigung ist; eine Entschuldigung um der Entschuldigung willen ist sicher nicht das Richtige. Dann wird es nur eine Absolution für Fehlverhalten; man darf Blödsinn machen, entschuldigt sich und alles ist wieder gut.

Wenn es unter Zwang gesagt wird ist es doch eh nicht viel wert. Weil irgendwann sagt sie es nur damit die Mutter Ruhe gibt.