Frage von DanTheMan98, 251

muss morgen zur Polizei, was kann ich tun um mich zu beruhigen?

Ich habe vor kurzer Zeit Warenbetrug im Wert von 50€+ begangen, ich bin 17 und muss morgen zur Polizei. Ich weiß das ich selber Schuld bin und ich meinen Problemen stellen muss, aber ich war noch nie bei der Polizei und weiß nicht was mich erwartet, habe Angst um meine Zukunft..

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DiplomAnwalt, 101

Erstmal chillen. Du hast keinen umgebracht, schwer verletzt oder beraubt.

Deine Tat gehört noch zu den harmloseren Straftaten. Dennoch ist sie nicht gut. Das ist keine Straftat. Du musst dir fest vor nehmen, nie wieder eine Straftat zu begehen. Das ist das Wichtigste.

50 € Warenwert ist grenzwertig. Und zwar in dem Sinne, ob es als geringfügig oder nicht geringfügig angesehen wird. Ist es geringfügig, dann stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach § 153 StPO ein.

Wenn sie anderer Auffassung ist, dann erhebt sie nach § 170, Absatz 1 StPO Anklage gegen dich.

Ganz wichtig:  geh auf keinen Fall zur Polizei. Niemand ist verpflichtet zur Polizei zu gehen und dort auszusagen. Auch wenn es eine schriftliche Vorladung gab.

Beim Nichterscheinen bekommst du keinen Ärger, keinen Haftbefehl und keinen negativen Eintrag. Die Polizei kann theoretisch vorbei kommen, um die Zeugenbefragung vor Ort durchführen zu wollen. Das kommt ab und an vor.

Dann musst du selbstbewusst sein. Du musst dann nicht aufmachen. Wenn sie sagen, dass sie mit dir wegen der und der Sache reden wollen, dann sagst du das du die Angaben verweigerst.

Lass die Polizisten nicht in deine Wohnung. Die dürfen nur bei Vorlage eines Haftbefehls, Durchsuchungsbeschluss oder bei Gefahr in Verzug in deine Wohnung rein.

Was du immer gegenüber der Polizei, der Staatsanwaltschaft und dem Gericht musst, ist deine Personalien nach § 111 OwiG anzugeben. Entweder so mündlich oder durch Vorlage deines Personalausweis.

Du musst aber keinen Personalausweis vorzeigen. Dazu ist man nicht verpflichtet. Die Pflicht besteht nur bezüglich der Angaben nach § 111 OwiG .

Nach dem du nicht zur Polizei gegangen bist, werden die Ermittlungen ohne deine Aussage abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft übermittelt. Diese entscheidet:  Anklage oder Einstellung.

Wenn es zur Anklage kommen sollte, du minderjährig, nicht vorbestraft und einsichtig bist, dann bekommst du nur eine richterliche Verwarnung. Oder maximal 30 Sozialstunden. Oder auch eine Verwarnung plus 20 Sozialstunden.

Es ist daher wichtig nicht zur Polizei zu gehen, weil es keine gesetzliche Pflicht ist, weil du unsicher bist, keine Erfahrung hast und genau das Polizisten zu deinem Ungunsten ausnutzen.

https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__111.html

http://www.jochim-schiller.de/site/32/Wer_sich_verteidigt,_klagt_sich_an_.html

http://www.helduser.de/service/was-tun-wenn/details/vorladung-zur-polizei/

https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__153.html

https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__170.html

Kommentar von DanTheMan98 ,

Wow.. 

Vielen Dank für diese Informationen..

Und Sie sind sich sicher das es von der Polizei nichts weiteres geben wird?:/

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Bitte duze mich.  :)

Zu 100 % . Wie geschrieben:  Ein Besuch ist möglich, aber harmlos. Wenn die dich besuchen ( was hier eher unwahrscheinlich ist ), dann musst du selbstbewusst auftreten.

Gib denen deine Personalien und sag ihnen, dass du keine weitere Angaben machst. Dann müssen sie gehen.

Sollten sie dich nicht besuchen, dann kommt von der Polizei gar nichts mehr. Mach dich nicht verrückt.

Auch bei der kleinen Wahrscheinlichkeit eines Polizei Besuches musst du nur deine Personalien angeben. Lass dich ja nicht auf irgendwas von der Polizei ein. Auch wenn sie noch so nett sind.

Nimm dir es nicht so zu Herzen, wenn die Polizisten ruppig oder unfreundlich auftreten. Das hat nichts mit dem Ausgang deines Verfahrens zu tun.

Kommentar von DanTheMan98 ,

Vielen Dank erstmal dafür..

In der Vorladung steht geschrieben das ich da mit einem meiner Erziehungsberechtigten hingehen soll.

In dem Fall ist es mein Vater, wie soll ich ihm das am besten beibringen das dort nichts zu befürchten ist?

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Dan:  Wenn dein Vater nichts von der Vorladung weiß, dann sagst du ihm auch nichts davon.

Deine Post darf er übrigens nicht öffnen. Das ist nach § 202 StGB strafbar.

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__202.html

Kommentar von TheGrow ,

Hallo DiplomAnwalt,

Dir ist da ein kleiner Fehler unterlaufen als Du folgendes geschrieben hast:

50 € Warenwert ist grenzwertig. Und zwar in dem Sinne, ob es als geringfügig oder nicht geringfügig angesehen wird. Ist es geringfügig, dann stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach § 153 StPO ein.

Bei der Einstellung des Verfahrens nach § 153 StPO geht es keinesfalls darum, ob der Schaden geringfügig ist.

Die Einstellung des Verfahrens nach § 170 StPO  ist dann möglich, wenn die Schuld an der Tat als Geringfügig anzusehen ist.

Der Grenzwert von 50 Euro, der von Dir angesprochen wurde, findet Anwendung im Bezug auf Geringwertige Waren, was wiederum nur eine Rolle spielt, ob ein Strafantrag im Falle des Diebstahls und der Unterschlagung nötig ist, oder ob die Polizei von Amtswegen einschreiten muss. Siehe § 248a StGB. [http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248a.html]

Bei Betrug spielt es keine oder nur eine untergeordnete Rolle, ob der Warenwert Geringwertig (nicht Geringfügig) war.

Dann noch ein kleiner Fehler:

Du musst aber keinen Personalausweis vorzeigen. Dazu ist man nicht verpflichtet. Die Pflicht besteht nur bezüglich der Angaben nach § 111 OwiG .

Der Polizeibeamte muss sich vor Beginn der Vernehmung durch Vorlage eines amtlichen Ausweisdokumentes davon überzeugen, ob die Person die zur Vernehmung erschienen ist, auch die vorgeladene Person ist. Ohne einwandfreie Identifikationsfeststellung darf der beamte die Person nicht vernehmen.

Der § 111 OWiG sagt nur aus, dass man eine Ordnungswidrigkeit begeht, wenn man keine Angaben zur Person macht, sie sagt aber nichts darüber aus, ob mündliche Angaben zur Identitätsfeststellung reichen. Kann die Identität des zu Vernehmenden nicht festgestellt werden, ist das zwar keine Ordnungswidrigkeit, führt aber dazu, dass die Vernehmung nicht durchgeführt werden kann.

Richtig ist aber Dein Hinweis, dass man erst gar nicht zur Vernehmung erscheinen muss. Nur über den Rat nicht zur Vernehmung hinzugehen kann man streiten.

Der Staatsanwalt beurteilt, ob er das Verfahren wegen geringer Schuld einstellt, letztendlich nur  nach Aktenlage. Hat sich der Beschuldigte nicht zur Tat geäußert, kann der Staatsanwalt schlecht entscheiden, ob der Täter nur eine geringe Schuld an der Tat hatte und oftmals wird dann das Verfahren nicht eingestellt, sondern der Beschuldigte muss als Angeklagter vor Gericht erscheinen, damit sich Staatsanwaltschaft und Richter ein Bild vom Angeklagten machen können und um ein Schuld.- und Tatangemessenes Urteil zu fällen.

In meinen Augen macht es nur dann Sinn, nicht zur Vernehmung hinzugehen, wenn einem die Tat nicht nachgewiesen werden kann und man Gefahr läuft sich dann bei der Vernehmung reinzureißen.

Hat man aber keine Chance die Tat abzuleugnen, ist ein Geständnis und Angabe von Rechtfertigungsgründen und auch die glaubhafte Angabe das man die Tat bereut und nie wieder was verbotenes tut, eher förderlich und erhöht die Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens nach 153 StPO oder zumindest für eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen nach § 153a StPO und senkt das Risiko, dass es zu einer Hauptverhandlung kommt.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Wenn der Schaden gering ist, kann auch gleichzeitig die Schuld gering sein. Muss natürlich nicht sein. Das Eine bedingt das Andere nicht unbedingt. Das ist richtig.

Man kann auch durch geringe Schuld einen großen Schaden verursachen. Alles richtig. Aber hier dann doch nicht zutreffend.

Ich bezog mich hier auf dem speziellen Fall und nicht auf das Allgemeine.

Und hier ist sowohl die Schuld des Täters als auch der Schaden, ( sofern es überhaupt einen gab ) den er verursacht hat, als gering anzusehen. Also kein Fehler von mir.

Ein Ermittlungsverfahren wird nach § 170, Absatz 2 StPO eingestellt wenn es nicht genügen Beweise, mitunter zuwenig Anlass dafür gibt, dass eine Anklageerhebung erfolgversprechend sein könnte.

Mit geringer Schuld hat der § 170 StPO nichts zu tun. Auch kein Fehler von mir.

Meine Äußerungen bezüglich § 111 OwiG und Vorlage des Personalausweis bezogen sich nur auf den Besuch der Polizei beim Beschuldigten. Damit bleibt diese Auffassung richtig. Auch kein Fehler von mir.

Mit dem Rest von deinem Kommentar kann ich nichts anfangen, bzw. denke ich anders.

Kommentar von TheGrow ,

Mit geringer Schuld hat der § 170 StPO nichts zu tun. Auch kein Fehler von mir.

Du hast recht, habe den falschen Paragraphen angeführt. Bezog mich immer noch auf den § 153 StPO. Keine Ahnung wie ich auf den § 170 StPO kam.

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Länger schlafen Herr Grow.   :)

Kommentar von DanTheMan98 ,

Danke ihr beiden, das hilft mir weiter.
Aber ich möchte nicht wenn ich der Vorladung entgehe und nicht zur Polizei gehe nicht vor Gericht da die Chance gering ist aber immer noch anzunehmen..

Kommentar von TheGrow ,

Die Entscheidung, ob Du der Vorladung Folge leistest kann Dir keiner Abnehmen. 

DiplomAnwalt hat mit dem Rat so einer Vorladung keine Folge zu leisten insofern recht, als dass man sich natürlich auch mit einer unbedachten Aussage reinreisen kann.

Die Frage ist nur, ob Du Dich in Deinem Fall reinreißen kannst? Wenn Dir die Polizei sowieso nachweisen kann, dass Du den Warenbetrug begangen hast, ist es fast unmöglich Dich weiter reinzureißen.

Und wie gesagt, die Staatsanwaltschaft entscheidet anhand der Aktenlage ob sie das Verfahren gegen Dich einstellt. In den meisten Fällen erhöht man die Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens ohne Gerichtsverhandlung, wenn die Staatsanwaltschaft auch die Einlassung des Täters zur Sache vorliegen hat.

Liegen aber nicht genügend Beweise vor, dass Du die Tat begangen hast, könnte mein Tipp zur Vernehmung hinzugehen durchaus falsch und der Rat von DiplomAnwalt durchaus richtig sein.

Aber wie gesagt, entscheiden, ob Du da hingehst oder nicht, kannst nur Du alleine. Eine Pflicht hierzu besteht jedenfalls nicht und wenn Du nicht hingehst, darf Dir das auch nicht negativ ausgelegt werden. Auch ist es so gut wie ausgeschlossen, dass die Polizei nach Dir nach Hause kommt, wenn Du der Vorladung keine Folge leistest.

Wie so eine Vernehmung abläuft, habe ich Dir ja schon in meinem Hauptthread ausführlich angeführt.

Kommentar von DanTheMan98 ,

Ich weiß nicht was Sie unter beweisen verstehen.
Ich möchte hinzufügen das ich noch nie im Leben kriminell auffällig war und somit auch nicht vorbestraft.
Die Aktion von mir war leichtsinnig und unbedacht...
Ich will weder zur Polizei noch vor Gericht erscheinen, Ihr beiden habt mir die Sachlage ganz konkret erklärt und mir die meisten Fragen beantwortet, dafür bin ich auch Dankbar.

Aber die Sache war so:
Der Käufer hat bezahlt, das Geld ist angekommen und ich habe den Verkäufer kurz daraufhin blockiert und gelöscht.
Das Geld hab ich ausgegeben und jetzt hab ich eine Anzeige am Hals.
Ne Frage ist ob ich auch ohne Erziehungsberechtigten zur Polizei gehen kann..?

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei & Recht, 69

Hallo DanTheMan98,

hier sind ja nun genügend Antworten, nur irgendwie ist keiner so richtig auf Deine Frage, das was Dich morgen erwartet eingegangen.

  1. Du meldest Dich vorne am Eingang und legst die Vorladung vor, damit die Beamten überhaupt wissen um was es geht und wer die Vernehmung durchführt
  2. Die Beamten am Eingang rufen dann den Kollegen der Dich vernehmen soll und dieser holt Dich dann ab. Wenn Du magst, kannst Du eine Person Deines Vertrauens oder Deine Eltern mitbringen.
  3. Der Beamte führt Dich dann in sein Büro, in der die Vernehmung stattfindet
  4. Der Beamte wird Dich dann auffordern, Dich per Personalausweis auszuweisen, damit er sicher sein kann, dass Du auch die vorgeladene Person bist.
  5. Der Beamte belehrt Dich über Deine Rechte und insbesondere darüber, dass Du nur Angaben zu Deiner Person machen musst, Dich aber nicht zur Sache äußern musst.
  6. Der Beamte wird die Angaben zu Deiner Person abfragen
  7. Der Beamte wird Dir noch einmal erläutern, was Dir genau vorgeworfen wird.
  8. Der Beamte wird Dich dann fragen, ob Du Dich zur Sacher äußern willst
  9. Willst Du Dich zur Sache äußern, wird er Dich Fragen, ob Du die Tat zugeben oder bestreiten willst.
  10. Dann beginnt die eigentliche Vernehmung zur Sache. Er stellt dann die Fragen auf die Du antworten sollst. Du sollst dann den Tathergang noch einmal aus Deiner Sicht schildern. Gefragt wird sicherlich auch, aus welchen Gründen Du die Tat begangen hast. Gefragt wird sicherlich auch, ob Du die 50,- Euro, um Du die andere Person betrogen hast schon zurückgezahlt hast oder wie Du den Schaden wieder gut machen willst.
  11. Nachdem die Vernehmung beendet ist, gibt der Beamte Dir das Vernehmungsprotokoll noch einmal zum durchlesen und um evtl. Korrekturen vorzunehmen. Ist alles aus Deiner Sicht richtig, sollst Du das Vernehmungsprotokoll unterschreiben.
  12. Damit bist Du auch schon durch und kannst wieder nach Hause gehen.
  13. Das Vernehmungsprotokoll wird dann an die Staatsanwaltschaft übersendet die dann entscheidet, ob
  • Das Verfahren gegen Dich eingestellt wird, weil Dir die tat nicht nachgewiesen werden kann oder ob
  • das Verfahren wegen Geringfügigkeit nach § 153 StPO eingestellt wird. Wenn das Dein erstes Vergehen ist, ist die Einstellung nicht unwahrscheinlich
  • Das Verfahren gegen Auflagen gem. § 153a StPO eingestellt wird oder ob
  • eine Hauptverhandlung vor einem Richter für Notwendig erachtet wird. Ist das der Fall musst Du vor Gericht vorm Richter erscheinen, der am Ende der Verhandlung das Urteil spricht.

Mit 17 findet bei Dir noch das Jugendstrafrecht Anwendung, was zur Folge hat, dass Du weder zu einer Geldstrafe, noch zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden kannst.

Zur Möglichen Strafe, sagt das Gesetz folgendes:

*******************************************************************

§ 5 Jugendgerichtsgesetz  - Die Folgen der Jugendstraftat

(1) Aus Anlaß der Straftat eines Jugendlichen können Erziehungsmaßregeln angeordnet werden. 

(2) Die Straftat eines Jugendlichen wird mit Zuchtmitteln oder mit Jugendstrafe geahndet, wenn Erziehungsmaßregeln nicht ausreichen. 

(3) Von Zuchtmitteln und Jugendstrafe wird abgesehen, wenn die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einer Entziehungsanstalt die Ahndung durch den Richter entbehrlich macht.
 

*******************************************************************

Das bedeuten im Klartext, solltest Du wider Erwarten vor Gericht müssen, wirst Du im Falle einer Verurteilung max. mit einer Erziehungsmaßregel rechnen müssen, die wahrscheinlich in Form von Sozialstunden in einer sozialen Einrichtung wie beispielsweise einem Altenheim abgeleistet werden müssen.

Diese Erziehungsmaßregel wird nicht in das Führungszeugnis aufgenommen, so dass Du bei einer zukünftigen Bewerbung um eine Lehrstelle ein einwandfrei weißes Führungszeugnis vorweisen kannst.

Das heißt also, Sorgen um Deine Zukunft musst Du Dir nicht machen, zumindest dann nicht, wenn Du in Zukunft keine weitere Straftaten begehst.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Es muss auch keiner auf die Antwort konkret eingehen.

Jeder der zum Nichterscheinen bei der Polizei rät, hat zumindest in dem Teil einen guten Rat gegeben. Den Teil vermisse ich bei dir.

Erstens soll man niemals als Beschuldigter bei der Polizei aussagen. Und schon gar nicht das Vernehmungsprotokoll unterschreiben.

Einem Rechtsanwalt, der das Strafrecht vertritt, stellen sich bei deiner Antwort die Nackenhaare auf.

Den Ablauf einer polizeilichen Vernehmung hast du zwar perfekt dargestellt und auch der Rest ist spitze. Nur suggerierst du dem Fragesteller mit deiner Antwort, dass es völlig ok wäre als Beschuldigter bei der Polizei auszusagen.

Und das ist im Grundsatz absolut verkehrt.

Kommentar von TheGrow ,

Zu Deinem Rat der Vorladung keine Folge zu leisten habe ich bereits in Deinem Hauptthread was geschrieben und zwar folgendes:

Richtig ist aber Dein Hinweis, dass man erst gar nicht zur Vernehmung erscheinen muss. Nur über den Rat nicht zur Vernehmung hinzugehen kann man streiten.

Der Staatsanwalt beurteilt, ob er das Verfahren wegen geringer Schuld einstellt, letztendlich nur  nach Aktenlage. Hat sich der Beschuldigte nicht zur Tat geäußert, kann der Staatsanwalt schlecht entscheiden, ob der Täter nur eine geringe Schuld an der Tat hatte und oftmals wird dann das Verfahren nicht eingestellt, sondern der Beschuldigte muss als Angeklagter vor Gericht erscheinen, damit sich Staatsanwaltschaft und Richter ein Bild vom Angeklagten machen können und um ein Schuld.- und Tatangemessenes Urteil zu fällen.

In meinen Augen macht es nur dann Sinn, nicht zur Vernehmung hinzugehen, wenn einem die Tat nicht nachgewiesen werden kann und man Gefahr läuft sich dann bei der Vernehmung reinzureißen.

Hat man aber keine Chance die Tat abzuleugnen, ist ein Geständnis und Angabe von Rechtfertigungsgründen und auch die glaubhafte Angabe das man die Tat bereut und nie wieder was verbotenes tut, eher förderlich und erhöht die Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens nach 153 StPO oder zumindest für eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen nach § 153a StPO und senkt das Risiko, dass es zu einer Hauptverhandlung kommt.

 

Ich persönlich halte jedenfalls Deinen Grundsatz für völlig verkehrt.

Wenn sowieso beweissicher feststeht, dass man die Tat so wie vorgeworfen begangen hat, wie könnte an sich da bei einer Vernehmung verschlechtern?

Die Vernehmung ist der rechtlichen Vorgabe geschuldet, dass dem Beschuldigten rechtliches Gehör anzubieten ist. Warum sollte er von diesem Recht keinen Gebrauch machen?

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Weil Polizisten keine Richter sind. Ich denke, dass sollte genügen.

Antwort
von Pudelwohl3, 127

OK - das ist jetzt keine Rechtsberatung ...

Wenn Du einsichtig bist und die Sache aus der Welt schaffen willst, kannst Du freimütig Deine Schuld einräumen, dann geht das alles am geräuschlosesten seinen Gang.

Du müsstest aber einer polizeilichen Vorladung auch keine Folge leisten.

Du könntest auch - wenn Du die Kohle hast - einen Rechtsanwalt beauftragen. Der macht das dann so klein wie möglich. Außer natürlich seine Rechnung ....

PS: Schaden 50+ €, erstes mal - da passiert garantiert nix schlimmes. Vergiss Deine Zukunftsängste !!!

Kommentar von wfwbinder ,

gute Antwort.

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Deine Antwort ist ein Widerspruch in sich.

Bei einer Betrugstat von 50 € braucht niemand einen Rechtsanwalt.

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Ich habe dem offensichtlich verunsicherten Fragesteller eine Orientierung gegeben.

Du schreibst selbst in Deinem Beitrag:

_______________

"50 € Warenwert ist grenzwertig. Und zwar in dem Sinne, ob es als geringfügig oder nicht geringfügig angesehen wird. Ist es geringfügig, dann stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach § 153 StPO ein.

Wenn sie anderer Auffassung ist, dann erhebt sie nach § 170, Absatz 1 StPO Anklage gegen dich."

_______________

Falls der Fragesteller vielleicht gern einen Gerichtstermin vermeiden will, könnte es durchaus hilfreich sein, einen Anwalt einzuschalten, weil dieser eben - in diesem grenzwertigen Fall - die Erfahrung und Möglichkeit hat, auf eine Einstellung hinzuwirken. 

Im übrigen kann ich mir gut vorstellen, dass ein Anwalt dem Beschuldigten bei der Formulierung einer Einlassung behilflich sein könnte, die das Maß der Schuld - sagen wir einmal nicht so schwerwiegend aussehen lässt. 

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Siehst du auch die Verhältnismäßigkeit?

Einen Rechtsanwalt gibt es nicht umsonst. Und bei 50 € Warenwert ist die Heranziehung eines Anwalts einfach nicht wirtschaftlich, geschweige denn sinnvoll.

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Du weißt das und ich weiß das. Damit der Fragesteller auch diesen Aspekt zur Kenntnis nimmt, habe ich ihn ausdrücklich erwähnt.

Sinnvoll kann es eben doch sein, wenn man es möglichst ohne vor einem Richter zu erscheinen über die Bühne bringen will, man selbst keine Ahnung hat und Geld vielleicht gar nicht so die Rolle spielt.

Antwort
von Spuky7, 60

Sag die Wahrheit bei der Polizei. Wegen Geringfügigkeit bekommst du vermutlich keine Strafe. Sie werden dir etwas ins Gewissen reden. Zeige Reue und Einsicht. Versprich, das nicht zu wiederholen. Angst brauchst du keine haben. Wir alle machen mal Fehler. Tu es halt nicht wieder, sonst wirst du kriminell.

Antwort
von hiimmajestic, 67

Ich denke mal wenn es das erste mal ist wo du mit dem Gesetz in Konflikt gerätst wird dass noch keine Riesen Probleme geben.

Das wichtigste ist denke mal echt das du reue zeigst das macht auf jeden Fall einen Guten Eindruck denke ich.

Und jetzt mal ganz ehrlich ich glaube nicht das es die riesigen Konsequenzen geben wird. :)

Antwort
von pingu72, 109

Die werden dir nicht den Kopf abreißen. Außerdem ist es gut dass du Angst hast, das ist dir hoffentlich eine Lehre!

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Nicht hilfreich.

Kommentar von pingu72 ,

Stimmt... Aber ihn zu beruhigen und noch Tipps zu geben wie er aus der Sache rauskommt finde ich moralisch verwerflich... Er hat eine Straftat begangen und muss nun die Konsequenzen tragen. Auch wenn das "nur" meine Meinung ist und keine konkrete Antwort auf die Frage. 

Antwort
von Bisibi, 65

Beruhigen? Das weiß ich nicht. Aber Du gehst erst mal hin. Dort werden Dir Fragen gestellt und dann wird es weiter geleitet zur Staatsanwaltschaft.

Ich vermute das Du nicht vorbestraft bist und sonst auch noch nicht aufgefallen. Das würde bedeuten, das Du lediglich Sozialstunden und/oder Bussgeld bezahlen musst.

Also Deine Zukunft wird Dir nicht versaut, denn es geht um einen geringen Betrag.

Aber merke Dir dieses Gefühl, damit Du nie wieder so etwas machst. Die nächste Verhandlung wird dann nicht so einfach an Dir vorbei gehen.

Kommentar von Bluttod20 ,

Geldstrafen sieht das JGG nicht vor.

Antwort
von Musiker18, 52

alter ... höre nicht auf Die anderen Affen hier ...pass auf du gehst da hin und die fragen dich noch par sachen und mehr ist es nicht du gibst die 50 euro ab und gut ..war auch schonmal aber wegen nen Autoschaden weil mir jemand reingefahren is ..du darfst das alles nicht so ernst sehen ;) 

wenn das dein erstes mal ist bekommst du par Sozialstunden musst Sportplatz kehren oder sowas ^^ 

Lg 

Kommentar von PatrickLassan ,

Die anderen 'Affen' hier haben zumindest insofern Recht, dass man einer polizeilichen Vorladung nicht folgen muss.

Kommentar von Musiker18 ,

kannst du lesen ? ... " Die sperren dich sofort weg " oder was ? ... wasn das fürn Knetz totaler Bullshit ! ... nein du hast vollkommen Recht das man der nicht folgen muss aber was passiert denn ? ...noch mehr Ärger haha du bist gut <3

Kommentar von DiplomAnwalt ,

Musiker:  Ich habe noch nie illegale Drogen genommen und somit auch noch nie gegen das BtmG verstoßen. Wie sieht es bei dir aus?

Kommentar von Musiker18 ,

tja was soll ich sagen ich auch nicht ? ... ich rauche meine Zigaretten trinke mein Alkohohl am Wochenende und gut :) 

Also Herr Anwalt hauste Rein :* 

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