Frage von verenavdb, 64

muss mir mein Ex- Arbeitgeber erneut Gehaltsabrechnungen ausstellen, wenn diese in der Post verloren gegangen sind und ich sie fürs elterngeld brauche(Minijob)?

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von Nightstick, 54

Neu erstellen muss er sie nicht, da sie ja bereits erstellt wurden.

Unter welchen Umständen ein Mitarbeiter ein Anrecht auf Kopien hat, bzw. wer die Kosten für die Erstellung und/oder Versendung trägt, müsste im Zweifel nach dem Verschuldensgrad der Vertragsparteien entschieden werden.

In der Praxis geht man ins Lohnbüro und fragt höflich, ob hier nicht der Einfachheit halber ein paar Fotokopien angefertigt werden können. Dabei spricht man mit den Kollegen, bringt vielleicht noch ein paar Kekse mit, und gut ist...

Was mich allerdings stutzig macht, ist die Tatsache, dass bei der Fragestellung der Plural verwendet wurde. Sollten nämlich mehrere Gehaltsabrechnungen nicht abgekommen sein, stimmt generell etwas in der Organisation nicht, was dann sofort (für die Zukunft) geklärt werden müsste.

Fazit: Immer schön miteinander sprechen - wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus ;))

Kommentar von Nightstick ,

Korrektur: ... spricht man mit den Ex-Kollegen... (ich hatte überlesen, dass es sich um den Ex-Arbeitgeber handelt).

Und dann fällt auch der Hinweis für die Zukunft weg. 

Kommentar von verenavdb ,

wenns mit höflich fragen geklappt hätte, hätte ich die Frage nicht stellen müssen... angeblich sind sie abgeschickt worden und jetzt hätte er keine zeit sich darum nochmal zu kümmern. Welche Rechte habe ich da?

Kommentar von Nightstick ,

Grundsätzlich hat der Ex-Arbeitgeber aufgrund der "nachwirkenden arbeitsvertraglichen Nebenpflichten" die Pflicht, die Kopien zu erstellen und zur Abholung bereitzustellen.

Nun ist es bei einem zerrütteten Verhältnis natürlich nicht so einfach, diesen Anspruch durchzusetzen.

Man müsste die gegnerische Partei zunächst unter Fristsetzung (z.B. 14 Tage ab heute) schriftlich auffordern, Kopien der Monate xx/xxxx bis xx/xxxx anzufertigen und einen Termin zur Abholung zu nennen. Dafür sollte man die Versendungsform "Einwurf-Einschreiben" wählen. Hat er bis zum Ablauf der gesetzten Frist nicht reagiert, kann man ihn zur Herausgabe zwingen, in dem man ihn vor dem zuständigen Arbeitsgericht auf Herausgabe verklagt.

Soviel zur arbeitsrechtlichen Situation - aber welch Aufwand und zeitliche Verzögerung!

Bevor ich diesen Weg beschreiten würde, würde ich mich vertrauensvoll an die Stelle wenden, die diese Nachweise benötigt. Der dort zuständige Sachbearbeiter hat ja auch ein Interesse daran, dass der Vorgang abgeschlossen wird. Vielleicht kann er (auf Amtswegen) den Ex-Arbeitgeber anschreiben und ihn auffordern, die erforderlichen Daten herauszugeben.

Danach sehen wir weiter.

Viel Erfolg!     

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