Frage von SenorBudde, 114

Muss mein Arbeitgeber mir den Lohn für meine Kranken Tage zahlen ?

Hi erst einmal ein paar Infos, ich wurde zum 10.03 eingestellt und wurde am 6.04 zum Ende des Monat (also der 30.04) gekündigt. Nun war ich vom 13 bis 20.04 krank und dementsprechend nicht arbeiten. Gestern habe ich dann anhand der Abrechnung festgestellt, dass ich keinen Lohn für die Krankheitstage bekommen habe und frage mich ob das Rechtens ist ?

Es handelt sich um einen 450 Euro job. AU wurde vo Beginn der Arbeit abgegeben und der Arbeitgeber wurde auch kontaktiert.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Parhalia, 71

Laut Deinen Angaben warst Du bereits VOR der Erkrankung ( AU ) länger als 4 Wochen in dem Betrieb angestellt. Von daher greift hier bereits die Pflicht zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Diese Entgeltfortzahlung betrifft dann allerdings nur diejenigen Tage, die Du laut Vertrag regelmässig zur Arbeit antreten musstest und die dementsprechend dann auch in den Zeitraum der AU fielen. Für diese Tage wäre dann das selbe Entgelt zu zahlen, als ob Du hier tatsächlich gearbeitet hättest.

Etwas schwieriger wird es allerdings bei von vornherein flexibel vereinbarten Arbeitszeiten im Vertrag ohne genaue Festlegung über tägliche Dauer und Verteilung / Wochentage der Arbeitszeiten. Hier könnte dann tatsächlich eine Durchschnittsberechnung im Vergleich zu Vormonaten vorgenommen werden.

Wichtig ist daher, was zu Verteilung und ( arbeits- ) täglicher Dauer der Arbeitszeiten exakt vereinbart wurde, bzw. ob es grundlegend ( in dieser kurzfristigen Beschäftigungsdauer ) regelmässige Arbeitstage gab.

Kommentar von SenorBudde ,

Dank dir :) Also da wir zu jedem Monat einen Dienstplan haben, wird das nachweisen der Arbeitszeiten kein Problem. Ich habe jetzt auf meiner neusten Abrechnung die Arbeitstage an denen ich da war bezahlt bekommen und der rest wurde "vergessen" zu bezahlen. Ich werde als nächstes erst mal eine schriftliche Frist setzen und das Geld für die vergessenen Arbeits- und Krankheitstage verlangen.

Kommentar von Parhalia ,

Den Widerspruch gegen die aktuelle Abrechnung musst Du zunächst mal genau in Deinen Arbeitsvertrag schauen unter dem Punkt "Ausschlussfristen". Denn hier wird u.U. klar definiert, in welcher Frist Du einer fehlerhaften Lohnabrechnung ab Zeitpunkt des Erhaltes noch Widersprechen kannst, bzw. Korrektur fordern kannst.

Es ist nicht unüblich, hier auch kurze Fristen von lediglich wenigen Wochen anzusetzen. Somit KÖNNTE es für März bereits zu spät dafür sein. April solltest Du daher umgehend korrigieren lassen. ( am besten persönlich vorsprechen und Vorsprachetag schriftlich bestätigen lassen )

Bei einem monatlich ausgegebenen Schichtplan dürftest Du für die Dir zugewiesenen Arbeitstage im Zeitraum der AU in der Tat dann auch Deinen Anspruch gut belegen und durchsetzen können . 

Kommentar von SenorBudde ,

Von Ausschlussfristen konnte ich jetzt nichts finden. Ich habe es umgehend meiner Vorgesetzten gemeldet gehabt und die wollte meine Abrechnung noch einmal haben. Jetzt hab ich die Abrechnung vom März + die vom April bekommen und bei beiden stimmt es nicht. Ein Arbeitskollege meinte, dass das öfters vorkommen soll (die Abrechnung von 2 anderen Mitarbeitern hatte auch nicht gestimmt). Ich werde das ganze morgen in Angriff nehmen und mich hier wieder melden, soweit es Probleme gibt ^^

Klingt jetzt vllt. habgierig, aber kann ich mir die Urlaubstage (sollte für jeden monat 1,6 Urlaubstage erhalten) ausbezahlen lassen oder so ?  Ich will mich von diesem Arbeitgeber auf garkeinen Fall klein kriegen lassen .... Hab früher leider wegen Unwissenheit zu oft vor dem AG gekuscht und dies soll nie wieder geschehen.

Kommentar von Parhalia ,

Alles in soweit o.K. und richtig in Deinem Ansinnen. Und zustehender Urlaubsanspruch muss Dir mit Datum Deiner Kündigung auch ausbezahlt werden, wenn Du innerhalb Deines Betätigungszeitraumes noch keinen bezahlten Urlaub bekamst.

Bei einer Teilzeit kommt es beim Urlaubsanspruch darauf an, wieviele Tage Du pro Monat dann laut Vertrag am Arbeitsplatz zu erscheinen hast. Bei einer vertraglich vereinbarten 5-Tage Woche beträgt der gesetzliche Mindestanspruch auf Urlaub 4 Wochen / 20 Tage pro Jahr. ( bei einer 6-Tage Woche wären es 24 Tage p.A. )

Arbeitest Du in der Teilzeit laut Vertrag aber regelmässig weniger als 5 Tage pro Woche, so reduziert sich dementsprechend im Anteil auch der zu berücksichtigende Urlaubsanspruch. ( im Bezug auf gesetzliche Mindest-Standards )

Hier müsstest Du aber zusätzlich noch berücksichtigen, dass Du nur vom 10.03 - 30.04 in diesem Betrieb beschäftigt warst.

Kommentar von SenorBudde ,

Das konnte ich jetzt zum Thema Urlaub im Arbeitsvertrag finden, falls es nützt. Beim rest bleibt mir nur das warten auf eine Antwort ^^

Der/Die Arbheitnehmer/in erhält ausgehen von einer Fünf Tage Woche zusätzlich zum gesetzlichen Mindesturlaub von 20 Arbeitstagen pro Kalenderjahr einen weitergehenden Anspruch auf Mehrurlaub nach den geltenden tariflichen Regeln.

Bei Ein- und Austritt im Laufe des Urlaubsjahres hat der/die Arbeitnehmer/in für jeden vollen Monat der Beschäftigung Anspruch auf 1/12 des Jahresulraubs, soweit der gesetzliche Mindest- bzw. Zusatzurlaub nicht unterschritten wird §5 BUrlG gillt entsprechend.

Kommentar von Parhalia ,

Bezüglich des erwähnten "tariflichen Mehrurlaubes" musst Du schauen, nach welchem Tarif Dein Vertrag gestaltet wurde. Wenn die Definition der exakten Urlaubsregelungen nicht in Deinem Arbeitsvertrag festgehalten sind, so findest Du sie im Mantel-Tarifvertrag, welcher in jeder tarifgebundenen Betriebsstätte entweder zur Einsicht aufgehängt ist, aber zumindest auf Anfrage dort bereitzuhalten ist zur Einsicht.

Weitergehend ist klar definiert, dass sich die jährlichen Urlaubsansprüche auf eine 5-Tage Woche beziehen. Wenn Deine regelmässige / durchschnittliche Arbeitszeit auf weniger auf 5 Tage pro Woche verteilt(e), so reduziert sich anteilig auch der jährliche ( gesetzliche Mindest- ) Urlaubsanspruch in Tagen. Wenn Du im Mittel / vertraglich also z.B. nur 3 Tage pro Woche arbeiten musst ( est ), so beträgt der gesetzliche jährliche ( Mindest-) Urlaubsanspruch dementsprechend nur 12 statt 20 Tagen.

Bezüglich der "vollen Beschäftigungsmonate" hast Du Dieses aktuell nur für den April 2016 vorzuweisen.

Kommentar von SenorBudde ,

ah alles klar, ja das Thema mit den Urlaubstagen lasse ich denk ich bleiben. Ich habe jetzt telefonisch mitgeteilt bekommen, dass ich, da ich 3 Monate Probezeit habe, kein Anrecht auf das Geld habe, was aber soweit ich nun weiß gegen den § 3 Abs. 1 EFZG  verstößt. Weiterhin soll dies im Arbeitsvertrag festgehalten worden sein (wovon ich aber nichts lesen konnte). Ich warte noch auf eine ofizielle Antwort vom AG und melde mich dann wieder  - Danke für den Support ^^

Kommentar von Parhalia ,

Gerne geschehen. 😉 Und wie gesagt, bei Tarifverträgen stehen einige Detailinformationen auch im Mantel-Tarifvertrag, auf den sich Dein Arbeitsvertrag beziehen wird )

§ 3 Abs. 1 EFZG bezieht sich nur auf Deine Teilanfrage zu der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Rgegelungen zum gesetzlichen Urlaubsanspruch findest Du im BUrlG ... siehe hier :

https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/

Antwort
von wurzlsepp668, 74

auch bei MiniJobs hat der Arbeitgeber, entgegen der landläufigen Meinung, Krankheitstage und Urlaubsstunden zu bezahlen.

Stunden beim Arbeitgeber anmahnen und Frist setzen, sollte der Arbeitgeber die Frist verstreichen lassen bleibt nur der Gang zum Arbeitsgericht

Kommentar von SenorBudde ,

Danke für die Antwort :) , reicht es dafür eine E-mail zu schreiben oder sollte es schriftlich sein ? Weiterhin hat mir der Arbeitgeber 2 Arbeitstage im ersten Monat nicht bezahlt, obwohl ich auf sein Verlangen meine Abrechnung abgegeben habe.

Kommentar von Nightstick ,

Zur Sicherheit beides,

1. schriftlich per Einwurf-Einschreiben

2. per E-Mail.

Und alle Forderungen genau auflisten!

Antwort
von HMilch1988, 49

Ich sehe das genauso wie wurzlsepp.

Du hast Anspruch auf Entgeltfortzahlung, weil das Arbeitsverhältnis 4 Wochen lang (10.03. - 13.04.) ununterbrochen andauerte (§ 3 Abs. 1 und 3 EntgFG).

Kommentar von SenorBudde ,

Danke das bestärkt mich :)  Ich habe das ganze auch so gerechnet gehabt, aber man will ja Sicherheit bevor man seinen alten Arbeitgeber zu Unrecht beschuldigt ^^

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