Mein Bruder hat sich selbst getötet. Etwa 1 Jahr vorher hat sich seine Frau von ihm getrennt, weil er sie ständig verprügelt hat. Ich habe ihr geholfen, den Absprung zu schaffen, und bin bis heute mit ihr befreundet.
Für meine Eltern bin ich der Verräter. Sie sprechen seit 14 Jahren nicht mit mir; auf der Straße weichen sie mir aus. Sie haben meine Existenz verdrängt. Dabei wohnen wir nur 15 km voneinander entfernt. Sie waren nicht zu meiner 2. Eheschließung, sie kennen mein Haus nicht ...
Meinem Vater geht es schlecht. Er ist 76 Jahre alt. Was mache ich, wenn er stirbt?
Ich bin gespannt, wie Ihr das seht - als objektive Ratgeber ...
Dan

Wäre nicht sein angeschlagener gesundheitlicher Zustand eine gute Möglichkeit, das Gespräch und eine Versöhnung zu versuchen? Ich würde es auf jeden Fall versuchen. Selbst, wenn es erfolglos bleiben sollte, kannst Du immer mit reinem Gewissen jeden Tag in den Spiegel schauen und Dir sagen, Du hast es zumindest mit allen Mitteln versucht.
Natürlich wärst Du nicht "verpflichtet",, an der Beerdigung teilzunehmen. Aber ich denke, auch für den eigenen inneren Frieden wäre ernsthaft zu überlegen, ob Du Deinen Vater nicht doch auf dem letzten Weg begleiten möchtest. Egal, wie er zu Dir steht/zu Dir gestanden hat: Er ist/war Dein Vater.
Geh nur, wenn du der Meinung bist, es ist wichtig für DICH!. Deinen Vater interessiert es dann sowieso nicht mehr und das einzige was zählt, bist du. Überlege dir, ob es dir etwas ausmacht, wenn du in Zukunft denkst, "ich war nicht auf seiner Beerdigung". Wenn du dir die Frage verneinen kannst, dann geh nicht. Für wen denn? Für die Leute? Das sollte man nicht tun.
krauthexe am 10. Februar 2008 12:18 DH
besuch ihn am Sterbebett wenn du noch was für Ihn übrig hast. Handel aus deinem Herzen heraus. Tu nichts unnatürliches.
gigaGurke am 10. Mai 2008 22:03 DH

mein Empfinden:
es ist nicht Deine Schuld, daß Dein Bruder tot ist.
es ist tragisch, daß er in der Trennungssituation nicht jemanden hatte, der ihn aufgefangen hat, so wie Du Deine Schwägerin. Die Verantwortung dafür kann man Dir aber nicht übertragen.
Daß Eltern, die ein Kind verlieren, in ihrer Verzweiflung versuchen, einen Verantwortlichen dafür zu finden, ist aber nachvollziehbar. Als besonders bedrückend empfinde ich aber, daß sie damit jetzt beide Kinder verloren haben.
Für mich klingt Deine Frage so, als ob Du das Bedürfnis hättest, unter das Geschehene einen Strich zu setzen. Ob Dein Leid aber mit dem Tod Deines Vaters ein Ende hat, weiß ich nicht. Ich hätte an Deiner Stelle das Bedürfnis, mich ihm zu vermitteln, bevor er stirbt. So gut es eben geht, und im Bewußtsein, daß es nichts schrecklicheres gibt, als ein Kind zu verlieren. Vielleicht von ferne, mit einem Brief.
Die Frage, ob Du auf die Beerdigung gehen sollst, muß meinem Empfinden nach aber Deine Mutter beantworten.
DH ruthchen, genau mein denken und empfinden in worte gefasst....und dir dan, ich finde es sg dein verhalten deiner schwägerin gegenüber, alle achtung, aber du solltest nicht vergessen...man sagt ein kind geht vom herzen, ein partner von der seite, trotzdem schade/traurig das verhalten deiner eltern. lb dan, deine frage hast du eigentlich schon selber beantwortet, ich wünsche dir nur noch den mut dazu. LG eva

Ich würde nicht hingehen, nur weil sich das so gehört. Wenn Du es selbst möchtest, dann geh. Du hast Dir in meinen Augen nichts vorzuwerfen und bist niemandem Rechenschaft über Dein Leben schuldig. Einem Toten ist es egal, ob Du gehst oder nicht. Ich gehe zu einer Beerdigung, weil ich dem Verstorbenen Ehre erweisen will. Deine Eltern haben das aber durch ihr Verhalten nicht verdient!
Hallo Dan, es liest sich wie ein Kriminalroman(...), doch es ist Deine Realität-es tut mir sehr leid für Dich-manchmal scheint es besser, wenn man keine Eltern hat! Sind Kinder beteidigt? Soll dieser Streit noch Generationen so weitergehen oder hast Du die Kraft diesen Teufelskreis zu durchbrechen? Es bewegt Dich sehr und wenn du könntest, würdest Du etwas verändern wollen-dazu gehören immer zwei und wenn die andere Partei nicht will, kannst Du Dein Friedensangebot stehenlassen und abwarten. Vielleicht verlangt Dein Vater bald nach Dir? Viel Kraft und alles Gute für Dich.

schalte dein gehirn aus, höhre auf dei herz
in diesem falle würde ich nicht gerne gehen, wenn du jedoch an ihm hängst besuch sein grab in ruhe.
der bessere weg wäre natürlich so lange er noch lebt frieden zu schließen.Sonst könnten dich deine gedanken ewig plagen.
Schenke viel mehr Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens!

Der Klügere gibt nach....so heißt das Sprichwort. Sei du derjenige und gehe auf deine Eltern zu, bevor er stirbt. Hast du dir vielleicht mal überlegt das es sein Wunsch wäre in Frieden zu sterben und sich vorher mit dir versöhnt zu haben?

wenn man sich im richtigen Leben nicht aussprechen kann, um Probleme zu klären, dann sollte mannach Tod eines Elternteiles doch die Stärke, den Mut und die Kraft aufbringen und am Grab seinem Vater/seiner Mutter die letze Ehre erweisen und verzeihen....

Wirklich guten Rat zu geben ist schwierig. Leider stellen viele erst fest was man falsch gemacht hat wenn man an Gräbern steht. Dann ist das Geschrei groß was man hätte alles machen können. Geh zu Deinem Vater Du hast Dir doch nichts vorzuwerfen! Wenn Du abgewiesen wirst hast Du es wenigstens versucht. Zur einer Beerdigung musst Du nicht gehen. Wer soll Dich zwingen??? Um den lieben Frieden willen solltest Du erst nach der offiziellen Beerdigung zum Grab gehen. Ein Abschied nehmen steht jedem zu. Auch wenn er von der Familie „ausgestoßen" wurde.

Nach dem Tod hat Dein Vater eh nichts mehr davon wenn Du zu der Beerdigung gehst.
Da kann man dann auch gleich zuhause bleiben.
Obwohl Du richtig gehandelt hast und Du kein Verräter bist solltest Du vielleicht den ersten Schritt machen und auf Deine Eltern zugehen.
Ich hätte auf jeden Fall auch so wie Du gehandelt.
du musst irgendwie frieden mit dir bekommen. wenn möglich versuche dich mit deinem vater auszusprechen bevor er stirbt, wenn nicht, geh auf die beerdigung. aber auch nur dann, wenn sich nicht alles in dir dagegen wehrt.

eine Teilnahmepflicht ist immer nur an der eigenen Beerdigung,so mußt du dein Gewissen fragen.Ich würde hingehen,aber laut der Schilderung oben,hätte ich auch Verständnis wenn du nicht hingingest.
Normalerweise kann dir keiner diese schwere endscheidung abnehmen denn wenn einer sagt geh nicht hin dann wirst du es wahrscheinlich irgendwann einmal bereuen.verlass dich auf dich selbst und tu was du für richtig hältst das ist das beste.ich kenne diese situation von meiner mum damals sie hasste ihre eltern also meine oma und meinen opa und sie hat es auch für sich entschieden.tu du es auch
Müssen tut man garnix, nur sterben muss jeder.
Ich würde hingehen, ich war auch auf der Beerdigung meines Stiefvaters. Jeder Streit endet mit dem Tod.
Hallo Dan,
ich bin gerade erst heute von meiner Familie aus einem ähnlichen Grund ausgeschlossen worden. Nach stundenlangen Streitgesprächen, hat mir meine Mutter vorgeworfen, ich sei eine Spionin und Familienverräterin, weil ich mich mit der Exfreundin meines Bruders verstehe und sie gerne mag.
Da mein sie Bruder aber vor einem Monat beim Weggehen traf, sie in der Öffentlichkeit geschlagen hat und dafür nun eine Anzeige wegen Körperverletzung kassiert ist es eine schwierige Situation. Ich habe klar und deutlich gesagt, dass ich seine Tat nicht richtig finde und auch die Tatsache "weil sie einen Rock anhatte, hat ihn das halt provoziert" nichts rechtfertigt.
Ich bin 27 wohne schon seit 4 Jahren nicht mehr daheim, komme aber ab und zu zu Besuch zu ihm und nun meinte mein Vater (obwohl meine Eltern geschieden sind) dass ich zu ihm auch nicht mehr kommen brauche, wenn ich noch weiter mit ihr befreundet sei, weil sie ihn angezeigt hat und sich dagegen wehrt.
Insgeheim bewundere ich sie für diesen Mut und bin froh dass meinem aggressiven Bruder nun mal vom Gericht Grenzen gesetzt werden, die meine Eltern nicht setzen können, weil sie solche Taten als völlig normal sehen.
Was ich eigtl damit sagen will, ist, ich kann diese Situation gut nachvollziehen. Es gib Momente im Leben, da muss man für das Eintreten, was man für richtig hält und Rückrat beweisen. Ich habe das heute abend getsn und damit meine Eltern und alle 3 Brüder verloren, weil ich mich für meine Ideale entschieden habe. Das ist eigtl mitunter das Schwerste was man erleben kann, aber du hast moralisch richig gehandelt und es bräuchte mehr von deiner Sorte.
Wäre das früher auch so gewesen, dann hätte es zur Nazizeit nicht so viele Mitläufer gegeben. Deswegen, lass dich nicht davon beirren, was denn von den Konventionen der Gesellschaft erwartet wird oder was die Leut so denken könnten, wenn du hingehst oder nciht, sondern handle nur nach deinem eigenen Inneren.
Es ist oft so dass diese Konflikt in der Familie nur schwer zu lösen sind und manchmal auch gar nicht, ich habe dann meist versucht, wenn das Thema wieder eskaliert ist zu sagen, dass wir in diesem Gebieten eben unterschiedliche Meinungen haben und sie das bitte tolerieren oder akzeptieren sollen, dass sich da nicht ändern wird und wir eben dann versuchen sollten bei Familientreffen nicht immer wieder davon anzufangen. Leider bringt das bei solchen Menschen meist nichts, weil sie nicht eher aushören, als dass sie dich auf "Ihre Seite ziehen" oder von ihrer Meinung überzeugen....
Das ist wirklich furchtbar. Mich würde interessieren, wie das genau bei dir so war in der Familie? Und wie du gelernt hast damit umzugehn? Vll schreibst du mir ja mal eine Email an angelfbiadgmx.de Es ist manchmal sehr wohltuend, wenn man auch andere Leute kennenlernt, die Ähnliches erlebt haben.
Ich wünsch dir viel Kraft, wenn du hingehst! VLG

Ich würde hingehen. Ich kannte meinn Vater kaum da er kontakt scheu war, doch zu seiner Beerdigung bin ich gegeangen den er war mein Vater. Lieder hatte ich nicht die chanche vorher mit ihm frieden zuschließen da der tod plötzlich kam, daher würde ich an deiner stelle auch noch versuchen mit ihm vorher alles zu klären.
Grusss maria07
Guten Morgen kleiner Drache:-)
Sehe ich genauso, DH
Moin Lola, schön, dass Du da bist. LG
Dem möchte ich mich so anschliessen.