Gestern abend hattten die zukünftigen Vorschuleltern einen Infoabend im Kindergarten. Im Lauf des Gesprächs hat sich dann herausgestellt, daß für den "Unterricht" gerade mal eine Stunde pro Woche vorgesehen ist. Das geschrei war riesig und die Eltern wollen jetzt selbst aktiv werden. Ist das überhaupt sinnvoll und angebracht?
ich meine Nein,...weil wenn ein Kind schon schreiben,und lesen kann,wenn es in die 1.Klasse kommt,ist es unterfordert,...weil das Tempo bestimmen die Schüler die eben noch nichts können...mag sein das es in der Praxis anders ist,aber das ist meine Meinung..

Es gibt so Dinge, die sollten auch die Eltern tun-im täglichen Leben mit den Kindern: zum Beispiel auch mal ab und zu mit den Kindern basteln, schnippeln (Gemüse) und kneten (Kuchen), ihnen im Alltag Zählaufgaben stellen (z.B. Tisch decken mit der richtigen Menge an Besteck, Mülleimer zählen auf dem Weg zum KiGa,) evt. Schwimmen lernen, Auch mal auf den einen oder anderen Buchstaben hinweisen (meine Kinder lieben es z.B. Autokennzeichen zu "lesen"), etwas auseinander und wieder zusammen bauen, vorlesen und Fragen stellen ("was könnte als nächstes passieren"), in eine Ausstellung gehen...dann sind sie gut vorbereitet-der Kindergarten ist nicht für ALLES verantwortlich!
Sanja2 am 24. Juni 2009 22:54 Genau so hätte ich auch geantwortet. DH !!! Besonders solche soft skills finde ich sehr sehr wichtig und helfen die Kids in der Schule gut zu starten. Und man kann hier ganz spielerisch ansetzen.
Jeder Kindergarten arbeitet anders - das ist das gleiche Dilemma, wie in der Schule. Allerdings verstehe ich nicht ganz, was die Kollegen mit einer "Unterrichtsstunde" meinen. In einer ordentlich geführten Einrichtung beginnt die Vorbereitung auf die Schule schon mit dem 1. Tag. Alles, ob basteln, malen, singen, Sport u.s.w. ist schon Vorbereitung auf die Schule. Im letzten Kindergartenjahr werden dann die Anforderungen an die Großen etwas konkreter gefasst und die Feinmotorik und das logische Denken gezielter gefördert. Das kann mit konkreten Aufgaben geschehen, aber eine gute Erzieherin baut dies über den ganzen Tag ein. z.B. man kann Ordnungszahlen beim Spaziergang üben, ohne dass es die Kinder merken, weil es spielerisch geschieht. Zu Hause sollten die Kinder nur das machen, was ihnen Spaß macht oder was spielerisch kaschiert wird. z.B. Muster erfinden für schöne Einladungskarten, als Vorübung des Schreibens und zur Schulung der Feinmotorik. Kinder, die in diesem Alter schon überfordert sind werden die Lust auf die Schule verlieren.
Jedes Elternpaar will das Beste für ihr Kind - ganz klar! Daher auch die Reaktionen gestern. Aber ersteinmal muss ich Nudelsternchen zustimmen - der Druck kommt früh genug! Zum andern gibt es die Schule ja aus gutem Grund. Da haben sich viele schlaue Köpfe eine Menge Gedanken um Lehrpläne und Aufbauunterricht gemacht. Gerade in der Grundschule. Wichtiger und weitaus mühsamer ist der richtige Weg - man muss dem Kind sobald es in der Schule ist beiseite stehen und helfen, sobald sich Probleme zeigen. Wer im Vorfeld der Schule zuviel will, schüttet das Kind mit dem Bade aus. Doris11 hat absolut Recht und das geht sogar noch weiter - wenn das Kind in der ersten Klasse unterfordert ist, gewöhnt es sich vielleicht an den Status (er oder sie muss ja nicht so viel tun) und kann dann, wenn es schwieriger wird nicht mehr rechtzeigig umschalten und wehrt sich dann vielleicht gegen das Lernen. Pädagogen haben viel Erfahrung und schon hunderte Kinder betreut und unterrichtet. Die wissen, was wann zu tun ist!

Unsere Kinder haben auch eine Stunde Vorschule die Woche, das ist genug lass sie ihr letztes KiTa Jahr genießen, die Schule kommt früh genug!

Im Kiga gibt es täglich eine Stunde "Ohrenstunde"( ca. 20 Wochen lang), wo Buchstaben und Zahlen, Reime u.ä. "bearbeitet" werden alles andere läuft hier nur auf absolut freiwilliger Basis bzw. wenn Interesse signalisiert wird!!!
Eigentlich wollen die Lehrer gar keine Wunderkinder. Denke mal, die Kindergärtnerinnen haben da schon eine Vorschrift, wie oft sie das machen müssen und werden sich auch dran halten.