oder kann man einfach loslaufen?
Ich denke, Du kannst, wenn Du "normal" trainiert bist, sofort loslaufen. Das Training kommt mit dem Weg. Wenn Du sowieso Probleme hast (schweres Übergewicht, Kreislauf, etc.) solltest Du es Dir überlegen, ansonsten.. einfach losgehen :-)
Ich denke Vorbereitung ist auf jedenfall sinnvoll. Schließlich muss man sich dann nicht auf irgendwelche Schmerzen und weh-weh-chen konzentrieren, sondern ist sofort bei der "eigentlichen Sache".

Ein guter Tipp und zur Zeit sowieso in aller Munde: Kauf Dir das Buch von Hape Kerkeling "Ich bin dann mal weg". Dort wird genau beschrieben, wie fit man sein muß um nicht gleich am Anfang des Weges zu kapitulieren. Und amüsant erzählt ist es auch noch!
Und ja - laut dem, was darin beschrieben ist sollte man schon ziemlich fit sein!
Credo74 am 19. Mai 2007 19:31 Das stimmt,das hat er ja auch gestern abend nochmal betont!
Muessen muss man nichts. Training ist nie schaedlich. Kilometer sind Kilometer. Fuer fuenf eine Stunde normale Wanderzeit. Fuenfzig, 10 Stunden, ohne Training ? Kaum...
Ich bin im April/Mai 07 von Rocesvalles nach Santiago gelaufen. 61/90Kg und relativ unsportlich. Vorbereitung : keine; lediglich Absprache mit meinem Internisten wg. den Medikamenten. Ausrüstung: Trekkingstiefel von Hr. Lidl für 19,99€ (auswechselbare Innensohlen)dünne stramm sitzende Baumwollsocken und darüber die sicksten Wollsocken die man für Geld bekommt, und dann sofort in die Stiefel sonst werden die Socken warm und lappig; das gibt Blasen. Rucksack von Hr. Aldi(60l) 14,99€ - hat den ganzen weg gut gehalten. Schlafsack ultraleicht 80€, Synthetikunterwäsche 3x, Wanderhemden synt. 3x, Windjacke (Aldi 9,99€)und 2 x kurze Hose synt. wegen schnellem trocknen. Plus ein paar kleinigkeiten wie Regencape (plastik 0,99€) wenn es kaputtist nachkaufen.
Die ersten 4-5 Tage spielen sich im Kopf ab und man muss partout über die körperlichen Erscheinungen - zu warm, zu kalt, ziehen hier, kneifen da, hinwegkommen und m.E. nicht in Saint Jean de Pie de Port mit einem über 20Km Anstieg über die Pyrenäen beginnen; das ist ausgemachter Unsinn.
Laufen von ca. 700 bis 1330, Unterkunft, Wäsche waschen, Essen gehen (in Spanien 1430/1500 gute Zeit)auch den guten Wein und das Essen in Nordwest Spanien geniessen - ich habe in 35 Tagen kein Gr. zu- oder abgenommen, aber gut gelebt. Nur keine Verbissenheit aufkommen lassen wie so viele die Ihre Scheinheiligkeit vor sich hergetragen haben. Tagesetappen hatte ich von 12 bis 47 km. Also wenn der Körper um 11 sagt Schluss für Heute, dann IST Schluss. Alles klar? Nächstes Jahr gehe ich wahrscheinlich den camino del norte (Küste)
Ich empfehle zu dem Thema unbedingt das Buch von Diakon Friedhelm Grewe aus Eicherscheidt (Eifel), der ein eigenes Pilgerbüro mit Namen Schalom aus der Taufe gehoben hatte. Dieser Diakon war 69 Mal auf einer Pilgerreise und ist leider kürzlich im Alter von 57 Jahren verstorben. Alle Fragen, die sich stellen könnten, werden über das Buch oder über Schalom beantwortbar sein.
Das Buch heisst "Der Traum vom Pilgern".