Frage von padulick, 89

Muss man studiert haben, um ein guter Schriftsteller werden zu können?

Diese Frage stellt sich mir neuerdings immer öfters. Wann ich immer eine kleine Recherche betreibe (z.B. was bedeutende Auszeichnungen für Schriftsteller angeht), stelle ich fest, dass es fast keinen Schriftsteller gibt, der nicht irgendwann einmal irgendein Studium oder zumindest das Abitur hinter sich gebracht hat. Klar, muss man als Schriftsteller über ein bestimmtes Maß an Wortgewandheit an den Tag legen und Schreibfehler sollten auch keine mitschwingen. Aber können diesen Beruf wirklich nur diejenigen ergreifen, die auf einen höhren Bildungsgrad verweisen können oder anders gefragt: hat es als Nicht-Akademiker keinen Wert, überhaupt daran zu denken, sich selbst an den Schreibtisch zu setzen und draufloszuschreiben? Wird man überhaupt als Schriftsteller ernstgenommen und aktzeptiert, wenn man allerhöchstens Mittlere Reife vorzuweisen hat und seitdem eher "gewöhnliche" Berufe ausgeübt hat?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gschyd, 35

Ich könnte mir vorstellen, es ist weniger die schulische Bildung per se als vielmehr die Zeit die man währenddessen mit Sprache, lesen & schreiben verbringt. Macht man hingegen eine Lehre und arbeitet danach muss/müsste man sich vieles nebenbei also in der Freizeit erarbeiten.

Auch scheint mir naheliegend - wenn man sich gerne mit Sprache, Formulierungen, Geschichte(n), Erzählungen etc befasst, dass man dann auch eine Aus-/Weiterbildung in diesem Bereich macht resp. eher länger zur Schule geht & studiert.

Es gibt immer wieder Schriftsteller die erst spät beginnen zu schreiben - aus den verschiedensten Gründen - über Lebenserfahrung und auch eine allenfalls eigene Ausdrucksweise verfügen.

Sicherlich am schwierigsten ist es als sehr junger Mensch, ohne akademische (Vor) Bildung - aber auch das kommt vor, selten halt - was in gewissem Sinne auch verständlich ist, denn das sind Ausnahmetalente :)

Zu jungen Autoren, das Quentchen Glück (und/oder Beziehung / Vitamin B) und die Zeiterscheinung zu verffentlichen (wollen) schrieb ich bei https://www.gutefrage.net/frage/stimmt-es-dass-minderjaehrige-autoren-bei-verlag...

Und zu Deinen Fragen - ja, auf alle Fälle hinsetzen und einfach drauf los schreiben - es in erster Linie jedoch als Freizeitbeschäftigung, Persönlichkeitsentwicklung ansehen - evt auch einen Kurs besuchen (creativ writing oder ähnl) - und nicht gleich ein grosses "Werk" schreiben ...
Allenfalls mal die eine oder andere Kurzgeschichte jmd zu lesen geben (Familie/Freunde sind da allerdings oft schlechte Ratgeber, da nicht / zuwenig kritisch, würde zB ehemaligen/pensionierten Deutschlehrer(in) oder einen Journalisten (jmd der beruflich mit Texten zu tun hat wählen)

Wie ich bei der anderen Frage schrieb - wenn es wirklich gut ist d.h. was und auch wie geschrieben es ist, Du im richtigen Moment die richtigen Leute triffst resp. es in die richtigen Hände kommt - ja, dann wird man als Autor ernst genommen unabhängig wie alt man ist.

Kommentar von gschyd ,

Merci für den Stern :)

Kommentar von gschyd ,

Entdeckte diese lesenswerte Kurzbiographie  "Wie ich Schriftstellerin wurde - Und warum man seine Träume leben sollte" von Nele Neuhaus - http://www.neleneuhaus.de/files/user\_upload/Welcomebox/Neuhaus\_Essay\_A5\_DE.p...

Bei andreasolar's Antwort zur GF Frage "Wie bringt man sein eigenes Buch in die Buchläden?" https://www.gutefrage.net/frage/wie-bringe-man-sein-eigenes-buch-in-die-buchlaed...

Antwort
von MrHilfestellung, 27

Man muss natürlich nicht. 

Schriftsteller*in ist kein Ausbildungsberuf und auch kein Studiengang und, wenn du ein sehr, sehr gutes Manuskript hast, wirst du auch damit Erfolg haben können.

Aber natürlich ist das Interesse von Leuten an dem Beruf "Schriftsteller" bei vielen Leute, die halt irgendwelche geisteswissenschaftlichen Fächer studieren höher als bei irgendwelchen Handwerksberufen, diese Interessensgruppen überschneiden sich halt schon.

Expertenantwort
von Kristall08, Community-Experte für Studium, 12

Schriftsteller ist kein Beruf, für den man einen bestimmten Ausbildungsweg vorweisen müsste.

Eine wichtige Voraussetzung wäre allerdings, nicht so gekünstelt geschwurbelt zu schreiben und dabei eklatante Grammtikfehler in den Text einzubauen, weil man die Sprache eben doch nicht so gut beherrscht, wie man denkt.

Dadurch verraten sich meistens die Leute, die nicht studiert haben. ;)


Antwort
von Schlauerfuchs, 9

Nein ,aber gut schreiben können und Geschichten / Romane so schildern können ,dass sie dem Leser authentisch erscheinen. 

Antwort
von lifefree, 20

Schriftsteller ist ein künslerisch - geistiger Beruf.Wenn man davon leben möchte, braucht man Erfolg. Das meiste was man für diesen Beruf braucht, ist Talent zum schreiben und formulieren, ein großes Interesse Literatur zu lesen und Ausdauer, das lernt man an keiner Uni.Die erfolgreichen Schriftsteller sind i.d.R. belesene Menschen, die sehr viel Literatur lesen und dadurch auch lernen wie und über was man schreiben kann.Da es sehr lange dauern kann , bis man - wenn überhaupt - Erfolg hat, mitunter Jahrzehnte , braucht man neben Können und Talent ,Ausdauer.

Antwort
von reginarumbach, 36

einen roman aufzubauen, zu gliedern und alle recherchen dazu in einen logischen, spannenden kontext zu bringen, bei dem man einen bestimmten handlungsstrang verfolgt, ist nicht nebenbei aus der tasche zu zaubern. das ist auch ganz viel handwerkliches können. und schlicht und ergreifend arbeit. um da brilliant zu sein, braucht man eine gewisse bildung, sonst wirds einfach nix.

Kommentar von padulick ,

Ich denke, das ich das gut bewältigen kann. Das einzige Hindernis dabei wäre eher die Motiviation -.-"

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ich will dir nicht absprechen, dass du kannst, aber so denken viele Menschen. Erfolgreiche Autor*innen gibt es trotzdem nicht ganz so viele.

Kommentar von padulick ,

Das ist mir klar! Nicht jedem ist es gegönnt, den Nerv der Zeit zu treffen und gleich mit Werken wie "Harry Potter" gleichzuziehen, obwohl ihre Arbeiten dennoch durchaus geschätzt werden. Da spielt wie überall auch ein gewisses Maß an Glück mit!

Antwort
von Herb3472, 30

Das Bildungsniveau hat sicherlich großen Einfluss auf den Schreibstil und die Rechtschreibung, von daher halte ich es für plausibel, dass die meisten Schriftsteller eine höhere Schulbildung haben. Aber ich denke nicht, dass ein Verlag nach dem Schulabschluss des Autors fragt, wenn er ersucht wird, sich ein Manuscript anzuschauen.

Antwort
von MetalTizi, 12

Ne, mein Onkel ist Schriftsteller und hat glaube ich, keinen Studienabschluss. Auch babbelt er den ganzen Tag viel Müll und verdient trotzdem mit Büchern sein Geld :P

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Beruf, 10

Hallo padulick,

nein, das brauchst Du nicht. Alles, was Du brauchst, sind Kreativität und Disziplin.

Antwort
von Harald2000, 26

Nein - entweder ist das interessant, was einer schreibt oder nicht. Es gibt auch andere Leute, die gut schreiben können: Journalisten, Texter aller Arten etc.

Antwort
von Wernerbirkwald, 30

Wenn du ein gutes Buch ablieferst,brauchst du kein Zeugniss dazu legen.

Antwort
von baucolo, 8

Im Prinzip nicht, aber es hilft gewaltig.

Antwort
von Ssimone, 18

die meisten haben abi und stuidierten was...

aber google mal zu GENAZINO...der machte erst mit ~40 sein abi

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