Frage von schelm1, 124

Muß man solche Argumente verstehen?

Der Wohnungsvermittler antwortet auf die Anfrage für eine Flüchtlingsfamilie - alles sehr nette und gebiltdete Menschen! -:

Sehr geehrte Interessenten,

wäre der Träger der Sozialhilfe oder eine dritte Person mit sicherem Einkommen bereit, den Mietvertrag abzuschließen und dann an die Suchenden unterzuvermieten?

Ist dies nicht der Fall, ergeben sich für den Vermieter die folgenden Fragen:

Wer zahlt vom Sozialhifeempfänger verursachte Schäden an der Mietsache.

Woraus sollen die Mieter Nachzahlungen hinsichtlich erhöhter Verbrauchswerte eines jeweils vergangenen Jahres bezahlen.

Woraus bestreiten die Mieter die Mittel für Kleinreparaturen und die allgemein üblichen Schönheitsreparaturen in angemessenen Abständen nach Erfordernis ohne feste Fristenregelung?

Was geschieht, wenn die von der Arge oder anderer Stützungsstellen bewilligten Unterstützungsgelder aufgrund berechtigter Sanktionen gekürtzt oder gar versagt werden?

Wer kommt für evtl auftretenden Sanierungskosten der Wohnung nach dem Ende des Mietverhältnisses auf - die Kaution reicht für eine solche Sanierung erfahrungsgemäß bei weitem nicht aus!?!

Welchen Kündigungsfristen muß sich der Mieter im Falle der Abschiebung oder Rückführung ins Heimatland oder ein anderes Land unterwerfen?

Wer zahlt den Mietausfall bei einer solchen außerplanmäßigen Beendigung des Mietverhältnisses bis zur ordnungsgemäßen Neuvermietung nach Wohnungsrenovierung?

Können diese existentiell dringlichen Fragen des Vermieters nicht beantwortet werden, scheiden die Bewerber für die Anmietung der Wohnung aus.

Falls Sie noch Fragen dazu oder den Details einer durch Sie persönlich zu übernehmenden Bürgschft/Haftung für die Bewerber haben, rufen Sie uns gerne an.

Der Vermieter offeriert hier eine Wohnung im Zeitwert von € 149.000. Da möchte man schon wissen, wie sicher die dahinter befindliche Finanzierung bzw. deren Kapitaldiens aus der vereinbarten Miete ist. Im Vergleich zum bereitgetellten Wohnungswert nimmt sich eine Haftung Ihrerseits oder des Trägers der Sozialhilfe, in welcher Form auch immer, ungelich geringfügig aus, geht es doch dabei um maximal 3 Monatsmeiten und ein paar Euro für die Renovierung!?!

Für den Vermieter hingegen steht und fällt mit der finanziellen Bonität des Mieters seine eigene Existenz. Bei Mietern mit geregeltem Einkommen kann im schlimmsten Fall etwas gepfändet werden. Bei Partnern aus Mietverträgen ohne eigenes Einkommen hingegen, geht jeder Gläubiger von vorne herein leer aus.

Ihnen dürfte insoweit das hier vom Vermieter verlangte Wagnis transparent sein!?!

Ist das so? Kann man der Argumentation folgen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 55

Der Argumentation kann man ohne weiteres folgen. Private Vermieter mit einer oder nur wenigen Mietwohnungen ist das Risiko keinesfalls zu zu muten, wenn es demgegenüber genügend Bewerber um Wohnungen gibt, die ihren Kriterien entsprechen und genügend Sicherheit in Aussicht stellen können.

Grundsätzlich ist es Aufgabe des Staates und ggf. großer Wohnungsbaugesellschaften, einen gewissen Teil ihres Wohnungsbestandes an Menschen zu vermieten, die ansonsten auf dem Markt keine Chance hätten. Angenommen, eine staatliche Wohnungsgesellschaft oder auch eine private vermietet von 1000 Wohnungen 10 oder 20 an Flüchtlinge und das tun dann alle großen Wohnungsgesellschaften, dann kämen damit Tausende Wohnungen zusammen und das Risiko wäre je Wohnungsgesellschaft relativ gering. Viel geringer, als für private Vermieter mit nur wenig Wohnungen.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung.

Antwort
von JonJonas, 2

Man sollte alle Mieter nach Verlässlichkeit sortieren und dann auswählen.

Antwort
von Ysosy, 66

Objektiv betrachtet sind die Argumente doch recht eingängig.

Der Staat hat für Flüchtlinge viel Wohnraum angemietet. Und zahlt in vielen oder allen Fällen, am ende eine Sanierung. Man geht davon aus das der Wohnraum am ende der Mietzeit unbewohnbar ist.

Dem gleichen steht der Vermieter aus dieser Frage gegenüber. Mehr noch, wer zahl die aufgelisteten Ursachen? Der Staat zahlt bis der Vertrag ausgelaufen ist unabhängig davon ob sich dort noch Flüchtlinge aufhalten. Aber wer zahlt in diesem konkreten Fall.

Kommentar von schelm1 ,

Die Fragen sind folglich nicht ohne Grund gut zu verstehen!?!

Kann man danach überhaupt noch Flüchtlinge oder ARGE-Empfänger als Mieter zur Vermiitlung an Vermieter aufnehmen oder scheiden bei solcher Argumentation alle Bewerber ohne festes Einkommen von vorne herein für die Wohnungsnachfrage aus?

Damit würde sich weitere Hilfestellung für solche Betreuungsfälle als nutzlos erweisen, indem Enttäuschungen ausblieben!?!

Kommentar von Ysosy ,

Es geht hier explizit um Flüchtlinge. Bei Flüchtlingen kann es passieren das nach 1-2 Jahren der Antrag abgelehnt wird. 2 Wochen später steht die Polizei vor der Haustür und bringt diese direkt zum Flughafen. Es gibt dann aber 3 Monate Kündigungsfrist, welche durch die Kaution gedeckt ist. Offen bleiben jedoch die kosten für die Sanierung. Wenn der Vermieter die Familie im Ausland anschreibt und um eine Kostendeckung bittet, wird er wohl kaum Erfolg haben.

Bei einem Deutschen Staatsbürger, ist eine solche Entwicklung höchst unrealistisch. Über die Gesetzeslage kann ich keine Auskunft geben, aber man kann dann eventuell Verwandte haftbar machen. Oder zumindest den neuen Aufenthalten in Deutschland ermitteln.

Ideal wäre es wenn die Bürgschaft für die Flüchtlinge der Staat übernimmt. Oder anders ausgedrückt eine Staatliche Institution. Das hat bei vielen anderen Wohnräumen auch funktioniert.

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