Frage von menz84, 207

Muss man sich selbst zerstören, um sich helfen zu können?

Hi an alle! Ich meine das so: Ich bin suchtkrank. Diese Sucht zerstört innerlich und äußerlich.

Doch ich habe es nur deshalb geschafft, wie jetzt hier, über meine Probleme zu reden oder zu schreiben.

Mir ist bewusst, dass diese Frage psychotisch klingt, aber ich habe leider auch schwerwiegende psychische Erkrankungen! Mich würde interessieren, ob jemand eine solche oder ähnliche Situation kennt!? Danke für eure Hilfe!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mignon4, 57

Deine Frage klingt überhaupt nicht psychotisch! :-)

Die Überschrift deiner Frage ist für mich widersprüchlich. Du würdest dich selbst zerstören, wenn du dir NICHT helfen lassen würdest.

Jede Hilfe durch qualifizierte und professionelle Personen wie Suchttherapeuten, bedeutet nicht Selbstzerstörung, sondern im Gegenteil: Heilung und Überwindung der Sucht - auch dann, wenn du Rückfälle erleidest.

Hilfe ist also auf jeden Fall positiv, Selbstzerstörung negativ und völlig unnötig! Allerdings ist es wichtig, dass du dich in psychologische Behandlung begibst. Alleine wirst du die Suchtbekämpfung nicht schaffen. Suchttherapeuten sind Experten! Vertraue dich ihnen an und arbeite mit ihnen (nicht gegen sie). Dann sind deine Chancen sehr groß, die Sucht erfolgreich zu bekämpfen. :-)

Alles Gute und viel Glück und Erfolg bei deiner Suchttherapie!

Kommentar von menz84 ,

Danke für deine ehrliche Antwort und deine Worte! Ja, ich beginne bald (ich weiß nicht zum wievielten mal in meinem Leben) eine Gesprächstherapie, noch keine Suchttherapie.

Glaube aber auch da, dass ich nur mithilfe der Sucht, offen und ehrlich reden kann! 

Kommentar von Mignon4 ,

Sehr gerne! :-)

Glaube aber auch da, dass ich nur mithilfe der Sucht, offen und ehrlich reden kann!

Das Problem scheint bei dir Ursache und Wirkung zu sein. Das heißt, die Sucht ist die Wirkung deiner psychischen Probleme oder anders herum: Die Ursache deiner Sucht sind psychische Probleme. Das ist übrigens bei fast allen Menschen so. Wenn das erkannt ist, kann sehr gezielt eine aussichtsreiche Therapie begonnen werden!

Traue dich auch an die Suchttherapie heran!!!! Damit hättest du bereits ein Riesenproblem bewältigt! In dieser Therapie werden auch die psychischen Probleme behandelt!!! Besprich das mit deinem Therapeuten!

Kommentar von menz84 ,

Danke nochmal! Wollte dir nur noch sagen, dass dir die hilfreichste Antwort sicher ist!!

Kommentar von Mignon4 ,

Oh, schon mal im Voraus ein Dankeschön! :-)

Antwort
von derMannohnePlan, 63

Das ist gar keine schlechte Frage.

Du Antwort lautet: "Ja".

Natürlich meine ich damit nicht dass Du Deinen Körper zerstören solltest. Sondern eher Dein "ICH", welches ständig, ununterbrochen auf der Suche nach Befriedigung Ausschau hält.

Die menschliche Psyche ist ein Denkprodukt. Sie wird einzig
durch unsere Erinnerungen und die damit gekoppelten Gedankengänge
als ICH - Betrieb am Leben erhalten. 

Real, aber ohne die sie
hervorbringenden Ideenbilder, existiert sie überhaupt nicht.Und
dieses Gebilde erzeugt in uns nun pausenlos Wirkung – fast könnte
man meinen, ein Böser Kobold habe es eigens dafür erfunden uns zu
quelen, und zu piesacken.

Nun wäre es leichtfertig, zu behaupten, bloß, wenn Du nicht mehr
daran denkst, an all die Befriedigung. An den Kick, ist der Spuk verflogen. Derjenige, nämlich Du selbst,
der ständig sich selber als ICH denkt, das von der Außenwelt
abgesondert existiert, als individuelle Einheit, ist letztlich
zugleich der Täter. Von der intelektuellen Seite oder seitens des
Willens her ist keine Hilfe oder Lösung des Konfliktes zu erwarten.

Doch es gibt ein anderes Mittel: in dem Augenblick, wo der
menschliche Verstand, das Denken selbst (das schließlich nicht blöd
oder dumm ist) ganz real erkennt, wie aussichtslos jeder Versuch ist
sich von sich selber und seinen gewachsenen Irrtümern zu befreien,
wird der Spuk nach und nach besser.

Wenn Du erkennst daß Dein Gefühl ein Mensch zu sein, Dein
Gefühl, zu existieren, zu leben das Originalgefühl des Urgrundes
aller Schöpfung ist -und nicht Dein individuelles, wenn Dir klar
wird das jedes Geschöpf, die ganze Menschheit aus diesem gemeinsamen
Grundgefühl heraus ist und lebt und handelt, dann fällt der
Abschied vom Wahn, ein von allen anderen getrenntes Individuum zu
sein, gar nicht mehr schwer.

Und nach dieser Einsicht sind wir noch genauso handlungs- und
entscheidungsfähig wie vorher. Bloß haben wir eine Illusion und
einen ganzen Buckel voll krankmachender Irrtümer aufgegeben.

Woran sehr viele Menschen heutzutage leiden, sind unbekannte,
unerkannte Spätfolgen traumatischer Kindheitserlebnisse. Man sagt
kurzer Hand Neurosen dazu.

Da beeinflußt tief aus den unbewussten
kommend eine einst gemachte Erfahrung unser heutiges Leben und wirkt
wie eine Zeitbombe fort und vergällt uns die Freude am Alltag.

Analysen können mit einiger Mühe und viel Zeit solche Traumen
ins aktuelle Bewustsein förden, und nach affektivem Nacherleben der
alten Geschichte ist, ist Erleichterung möglich. Freilich auch bloß
in diesem einzigen Punkt aus der Vergangenheit.

Der Rest, unsere gesamten Lebenserfahrungen, gute und böse,
bilden zusammen den Bodensatz, aus dem das Denken unsere Psyche,
unser Ich oder Selbst pausenlos im Alltagsleben strickt und uns die
Illusion vermittelt, es gebe einen Denker, der unsere Gedanken denkt.

Den gibt es nämlich gar nicht. Darum kann niemand wirklich sein
Denken kontrollieren, wie sollte er wenn dieses Denken ihn erst
jeweils erzeugt.

Im Grunde ist die Psyche ihrer Struktur nach selber eine einzige
voluminöse Neurose. 

Es ist wichtig dies zu erkennen und zu
verstehen.

Jede Einzelreparatur von Traumen bleibt Flickwerk, angesichts der
Tatsache, daß das ganze Gebilde der Vergangenheit angehört und in
der lebendigen Gegenwart nichts als Störungen und Reaktionen
hervorruft.

Untersuche einmal Dein Innenleben daraufhin, ob es nicht stimmt,
was hier geschrieben steht. 

Sofern Dir real, nicht bloß als Idee,
als Einbildung klar wird daß dem so ist, wird der Spuk und die Suche nach Befriedigung aufhören.

Leg Dir dazu ruhig eine robustere Lebensauffassung zu. Spuck gegen
den Wind und sag den Süchten, sie mögen sich zum Teufel scheren.

Genau genommen brauchst Du nichts zu tun als Deine wirkliche
Position in der Welt und im Universum zu erkennen, real, wirklich,
ohne Vorurteile und ohne Deine gewachsenen Meinungen.

Kurzum: Du kannst nichtst tun, Du brauchst auch nichts zu tun. Wer
einfach sich komentarlos, vorurteilslos, neutral beobachtet, ohne zu
sagen, ich bin so oder ich bin so, der kommt ganz alleine hinter die
Mysterien seiner Identität. Es taucht einfach auf.

Gewöhn Dir an, daß Du merkst, wie Dein Geist aus einem Zentrum
heraus agiert und handelt. Und begreife; dieses Zentrum ist selber so
erfunden wie eine Romanfigur, bloß mit dem Unterschied dass der
Stoff für den Roman Deine Vergangenheit ist!

Kommentar von menz84 ,

Danke schonmal für deine ausführliche (untertrieben!!) Antwort! Hab sie noch nicht gelesen, werde das aber später ganz in Ruhe tun!

Möchte auf die ersten Antworten, die ich bekommen habe eingehen. In den Kommentaren! Bitte etwas Geduld, danke!

Kommentar von menz84 ,

Würde auch dir gerne die hilfreichste Antwort geben, habe diese allerdings schon einem/einer anderen User/Userin versprochen.

Warum kann man hier nur eine Antwort auszeichnen? Aber das nur nebenbei...

Danke vielmals für deine Hilfe und Ideen!!

Kommentar von derMannohnePlan ,

Gib sie dem, der sie aus deiner Sicht verdient hat. Nicht demjenigen dem du etwas versprochen hast!

Kommentar von menz84 ,

Hoffe mein Kompliment kam bei dir an!?

Antwort
von Janiela, 12

Ich will jetzt die anderen Antworten nicht lesen, habe aber ein bisschen davon überflogen. Ich denke, dass du darauf hinaus willst, ob man sich selbst erst so sehr zerstören muss, dass es unleugbar immer dringender wird, sich helfen zu lassen, bis man sich schlussendlich wirklich helfen lässt.

Ja, manchmal ist das so. Jeder Mensch hat eine gewisse Toleranz gegenüber Belastung durch Probleme. Wenn die Toleranzschwelle überschritten wird, dann kann man entweder versuchen, die Toleranzschwelle zu verschieben oder das Problem zu lösen.

Suchtkranke haben -meist wegen der Sorge, ihre Probleme nicht lösen zu können- ihre Toleranzschwelle bereits mit Hilfe des Suchtmittels verschoben und werden dadurch abhängig. Die Belastungstoleranz bzw. Problemtoleranz wird mit dem Suchtmittel künstlich erhöht und wenn die Suchtmittel wegfallen, holen die Probleme die/den Süchtige/n sofort ein. Da die Belastungen für den nüchternen Menschen bereits viel zu hoch sind, um damit klar zu kommen, wird wieder zum Suchtmittel gegriffen, um die Problemtoleranz wieder so weit wie nötig zu erhöhen.

Dummerweise bringt Sucht eigene Probleme mit sich und löst die alten nicht. Das Ausmaß von Problemen steigt und die Suchtmittelgewöhnung ebenfalls, was in Summe dazu führt, dass die Belastung und die Belastungstoleranz erneut in ein Ungleichgewicht fallen. 

Also wird irgendwann ein Punkt erreicht, an dem die Belastungs- bzw. Problemtoleranz mit den bisher eingesetzten Mitteln nicht mehr weiter erhöht werden kann. Wenn dieser Punkt erreicht ist, stellt sich für die meisten Menschen die Frage, ob man seine Toleranzschwelle verschiebt, indem man etwas tut, was man sonst nicht tun würde (zum Beispiel zu Suchtmitteln greifen), sich selbst vernichtet (=Suizid) oder ob man das Belastungslevel senkt, indem man sich Hilfe sucht. Glücklicherweise hängen Menschen an ihren Leben und suchen sich dann meistens Hilfe.

Kommentar von menz84 ,

Danke dir! Hänge aber am Leben, der Menschen die mir wichtig sind... Nicht an meinem!

Antwort
von vonGizycki, 48

Grüß Dich menz84!

An einer Sucht zu erkranken ist einerseits mit große seelischen Leid verbunden und meistens mit dem Gefühl selbst ein Versager zu sein und kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Andererseits aber kann der Suchtkranke, also Du, seelisch so tief fallen, das ein Gefühl entsteht, tiefer geht es nicht mehr. Doch darin liegt die Chance sich zu besinnen und nicht mehr so weiter zu machen.

Der Dichter Hölderlin meinte:

Wo Gefahr ist wächst das Rettende auch.

Um wirklich leben zu wollen kann dann daher nur der Weg nach oben und der Umkehr eingeschlagen werden.

Wer das nicht will, wird am Leben verzweifeln und ist möglicherweise suizidgefährdet. Doch das kann nicht im Sinne des Lebens sein, denn es will sich erhalten bis zu dem tag, in dem es sich selbst beendet. Und das sollte eher später als früher sein, oder?

Ich habe hier ein Gedicht für Dich:

Wo bist Du?

Ich laufe durch die Strassen deiner Stadt.

Ich beobachte Dich, durch die Augen jedes Deiner  Menschen.

In jedem Buch, welches Du liest, hinterlasse ich Dir

verborgene Zeichen meiner Sehnsucht.

Die Schneeflocken im Winter, zart schmelzend auf Deinen
Wimpern – einer meiner Versuche, Dich wach zu küssen.

Mit dem ersten, warmen Frühlingswind

streichle ich Dir sanft über die Haut.

Mit jedem Deiner Atemzüge liebkose ich Dich von innen.

In jeder Sekunde Deines Seins stehe ich rufend, drängend,

 bebend vor dem Haus Deiner Seele.

Ich klopfe in tausend verschiedenen Weisen an Deine Tür. Laut
wie der Schrei eines wütenden Kindes und still wie die Ewigkeit des Alls.

Wild und fordernd zerre ich an Dir, um Dich im nächsten Augenblick behutsam zu umarmen.

Ich habe keine Wahl. Ich werde nichts unversucht lassen. Bis
Du mir öffnest – weit und bedingungslos. Bis Du mir alles schenkst, was Du hast und was Du bist.

Wo bist Du?

Ich brauche Dich.

Ich will Dich!

                                                   
                             Dein Leben

 

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von vonGizycki ,

Menz84:

Wenn Du etwas lernst, dann bringt es Dich vorwärts. Lernen kann man auch mit dem Herzen! Niemand hat das Ende seines Weges erreicht. Nur mit Tod endet alles! Wenn man den Weg als Ziel sehen kann, dann ist nichts dumm :-)

Kommentar von menz84 ,

Wer das nicht will, wird am Leben verzweifeln und ist möglicherweise suizidgefährdet. Doch das kann nicht im Sinne des Lebens sein, denn es will sich erhalten bis zu dem tag, in dem es sich selbst beendet. Und das sollte eher später als früher sein, oder?

Diese Worte geben mir sehr viel Kraft! Und ich bin in der schwersten Krise meines Lebens...

Meine Antwort auf deine Frage: JA! Aber...

Habe diese Worte schon an eine Freundin gerichtet:

"Ich kann das Gute sehen. Das Problem ist das das Schlechte fast jegliches Gute auslöscht..."

Kommentar von vonGizycki ,

Jeder kann versagen und findet nicht den Weg da heraus. Und dauerndes Versagen fördert den Selbsthass. Aber es gibt auch das Gute im Menschen. Es ist da, Du siehst es nur nicht. Du musst nur hinschauen und letztlich bist Du selbst dafür vernatwortlich, es sichtbar zu machen. Um den Weg zu schaffen, musst die Kraft in Dir reaktivieren und das immer neu, jeden Tag bis ans Lebensende.

Kennst Du Geschichte von weißen und schwarzen Wolf?

Es geht in ihr zwar um Hass auf und Streit mit anderen. Du kannst die Geschichte aber genauso gut auch auf den Selbsthass und den inneren Kampf und Streit in Dir selbst anwenden.

Hier ist die Geschichte:

http://bit.ly/2cS5Z92

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von menz84 ,

"Hass ist sehr mächtig. Aber Hass schadet nicht der Person, die du hasst. Er schadet dir selbst!"

Denke das ist der Satz, den du mir mitteilen wolltest, oder?

Kommentar von vonGizycki ,

Beides! Besonders wenn es in Gewalt ausartet. Das kann auch gegen sich selbst sein. Hass zerstört die Seele, auch wenn es keine körperliche Gewalt gibt. Es ist dann psychische Gewalt.

Kommentar von vonGizycki ,

Zusatz:

Etwas vehement abzulehnen und es als zutiefst widerwärtig zu empfinden und alles zu tun, das dies nicht umsich greift, ist noch kein Hass. Hass schreit nach Rache und Rache ist immer gegen die Menschenrechte gerichtet. Darin liegt dann die Zerstörung der Seele und des Geistes.

Antwort
von heatensfrens, 28

Das ist gar keine so schlechte Frage. 

Also ich kenne das (ja jetzt kommt wieder der Teenie-Depri).

Ne Zeit lang also so in der 7. Klasse oder so, bin ich allen "coolen" hinterhergerannt, weil ich beliebt sein wollte. Ich bin den coolsten Trends gefolgt und wollte so sein wie sie alle auch. 

Dann kamen die Depressionen und ich hab vieles über mich gelernt. Ich hab mein altes Ich zerstört und bin jetzt jemand anderes. Inzwischen ist mir egal, was die anderen von mir denken. Ich hab meinen eigenen Style und bin halt anders. Ich hab noch andere Sachen über mich (Sexualität usw.) rausgefunden, die ich nicht unbedingt erzählen muss.

Also ja, ich hab mein altes ich zerstört um jetzt richtig zu leben 

Kommentar von menz84 ,

Danke an dich! Habe ab anfang der 8. Klasse das genau so gemacht wie du!

Unterschied: Ich hab bis heute (bin 32) nicht herausgefunden, wer ich bin!?

Es freut mich, dass du deinen eigenen Weg gegangen bist/ihn gehst!!

Kommentar von heatensfrens ,

Also ich kann dir da ja eigentlich keine richtigen Tipps geben (bin halt erst 15), aber was mir manchmal hilft, ist, wenn ich am verzweifeln bin (weil ich auch noch nicht ganz weiß wer ich bin, einfach zu sagen "ich bin halt wie ich bin und das gehört halt zu mir". Einfach das Schubladendenken wegstecken und sich denken, es ist ja egal, was es ist, es fühlt sich so an und so ist es nun mal. Das gehört zu mir

Antwort
von Emmyliyy, 65

Ich denke, dass ich deine Situation ziemlich gut nachvollziehen kann. Mein Text Verständnis  ist jetzt nicht gerade das beste, aber wenn ich dich richtig verstanden habe hatte bzw habe ich eine ähnliche Situation. Habe mehr als die hälfte meines Lebens mit meinen Süchten kämpfen müssen, problematisch war es immer dass ich mich bei einer Therapie nur dann sagen wir mal "anfangs" öffnen könnte wenn ich davor getrunken hatte, oder sonstiges. Ohne mit meinen Süchten in Kontakt zu treten bevor ich zur Therapie ging oder allgemein mit Menschen drüber reden musste. War kaum möglich. Es hat 5 Jahre gebraucht bis ich mal freiwillig in eine Klinik bin um Vorallem davon runter zu kommen.

Kommentar von menz84 ,

Geht mir ganz ähnlich! War allerdings schon in Kliniken ( unzählige male!), doch geredet habe ich nie! Aber das will ich jetzt anders (besser) machen!

Kommentar von Mignon4 ,

@ menz84

DH! Das ist die richtige Einstellung!

Du mußt beides parallel machen. Die allerbeste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist der Wille des Suchtkranken, sich helfen lassen zu wollen. Das ist bei dir gegeben! Super!

Ich drücke dir alle Daumen! Du schaffst es! :-)

Kommentar von Emmyliyy ,

Habe auch nur geredet als ich freiwillig dort war. Ich bin froh, dass du das selbst einsiehst. Viel Erfolg auf deinem Weg.

Antwort
von Ille1811, 41

Mir fallen die Anonymen Alkoholiker ein. Die sprechen über alles. Vielleicht hilft es dir, wenn du dort hingehst und einfach erstmal nur hörst, was die anderen sagen.

Mit der Zeit wirst du den Mut haben, Dinge zu sagen, für die zu sagen du dir heute noch Mut antrinken musst.

Du musst nicht trocken sein, wenn du da hingehst. Der Wunsch, nicht mehr zu trinken, ist die Eintrittskarte.

Anonyme Selbsthilfegruppen gibt es auch für Drogen: Narcotic anonymus

Antwort
von Filou2110, 56

Da wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als in eine Entzugsklinik zu gehen. Das ist ein schwerer Schritt, der mitunter viel Vorbereitung braucht, aber es ist wichtig, dass du ihn wagst. Dein Leben wird definitiv besser, wenn du deine Sucht los wirst. Hoffe du wolltest überhaupt sodass in der Richtung wissen. 

Alles Gute

Antwort
von TheTrueSherlock, 36

Man sagt ja so schön, man muss erst auf den Boden knallen bis man aufwacht. Ab und an scheint das wahr zu sein.

Bei mir naja, teilweise. Ich habe unter anderem eine PC-Sucht und Depression. Gerade bei Depression gibt es keinen "Boden". Es kann immer noch schlimmer kommen. I-wann war ich persönlich aber bei meinem "Boden" angelangt und konnte mir nicht vorstellen, so weiterleben zu können. Die Angst, weitere 5 Jahre so weiterleben zu müssen, war größer, als die Angst eine Therapie zu machen.

Beim PC war es mir i-wie zu viel und es hing mir zum Hals raus. I-wie hatte ich keinen Entzug.. ich wollte selbst auf einmal weniger am PC sein und mich auch anders beschäftigen :) Da habe ich auf alle Fälle gemerkt, dass es mir eigentlich nicht gut tut.

Zu dir selbst: Sehr gut! Du hast erkannt, dass du Probleme hast. Warte nicht zu lange, sondern versuche daran etwas zu ändern. Bist du bereits in Behandlung? :)

LG :)

Kommentar von menz84 ,

Danke auch an dich! Tut mir leid, das ich erst jetzt schreibe, möchte auf viele Antworten in den Kommentaren eingehen! Das dauert...

Hab deine Antwort noch nicht ganz gelesen, aber das mache ich später in Ruhe! Vielen dank!!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ach das ist lieb :)
Es ist auch vollkommen okay, wenn du erst in paar Stunden antwortest oder erst in paar Tagen. Wichtig ist mir nur, dass die Antwort gelesen wird, man darüber nachdenkt, vielleicht etwas in seinem Leben sogar ändert und bestenfalls auf gestellte Fragen antwortet :D

Kommentar von menz84 ,

Danke für deine offenen Worte! Kann mit deiner Antwort sehr viel anfangen!! Eines meiner Probleme ist: Ich lebe schon in einer betreuten WG, habe jedoch sehr viele Freiheiten. Indem ich eine Langzeittherapie mache (Sucht + Psyche) verliere ich, mit großer Wahrscheinlichkeit dieses letzte bisschen Freiheit! Das befürchte ich...

Und ich kann (derzeit zumindest) nicht aufhören...

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Gerne :) Freut mich, wenn es dir etwas half.
Hm, ich denke da eher komplett anders. Durch Ängste und psychische Störungen verliert man eher seine Freiheit und ist eingeengt in seinem Handeln. Durch eine Therapie erkämpft man sich die Freiheit zurück, weil man freier und offner handeln kann, besser durch das Leben geht.

Vor was genau hast du denn Angst? Und was denkst du, welche Freiheit du aufgeben müsstest?

Trau dich! Du kannst es ja zumindest testen.

Kommentar von menz84 ,

Du hast recht, Ängste und Zwänge bestimmen mein Handeln...

Mit der letzten Freiheit meine ich vor allem mein Suchtproblem! Merke selbst das sich das verrückt anhört!?

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, dann bist du ja durch deine Ängste eingeschränkt und hast durch die Ängste weniger Freiheit! Wenn du diese durch eine Therapie linderst, dann bekommst du mehr Freiheit.

Tut mir leid, ich verstehe es immer noch nicht :/ Inwiefern denkst du, dass deine Freiheit eingeschränkt wird, wenn du eine Therapie machst?

Kommentar von menz84 ,

Ich befürchte, dass wenn ich mich in einer Langzeittherapie den Ärzten anvertraue, geschlossen untergebracht zu werden...

Also das letzte bisschen "Freiheit" auch noch zu verlieren!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Aso. Solange du dich bzw. andere nicht gefährdest, wirst du nicht gegen deinen Willen in die Geschlossene gesteckt.

Kommentar von menz84 ,

Ok! Muss ehrlich sagen, ich weiß nicht ob ich mich selbst oder sogar andere gefährde!? Hatte vor 13 Jahren schon einen schweren Suizidversuch... Es war mehr eine eigene Hinrichtung.

Habe bis heute niemals mit Fachärzten gesprochen... Trotzdem die schlimmsten Diagnosen erhalten (auf Verdacht). Habe auch eine gesetzliche Betreuung (mit Aufenthaltsrecht).

Was soll ich noch sagen...

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Oh krass.. hm, aber mir kommt gerade etwas in den Sinn. Wäre es so schlimm erstmal die eigene Freiheit aufzugeben, um aber in der Zukunft viel mehr Freiheit zu haben, weil man einfach gesund(er) ist und wieder leben kann? Lieber kurzfristig die Freiheit aufgeben, als das ganze Leben nur eine mittlere Freiheit zu genießen.

Kommentar von menz84 ,

Hey, biste auch schlaflos? Deine Frage ist sehr sehr gut! Habe so enorm große Angst die "jetzige Freiheit" zu verlieren. Aus dem Grund, ich war schon 7 Jahre in 2 verschiedenen Wohnheimen in Bayern (kaum Freiheiten). Bin seit letzten Sommer wieder in meiner "Heimat" und die Wohnsituation ist im Vergleich zu den 7 Jahren zuvor hervorragend... trotzdem bin ich in der schlimmsten Krise.

Hast du mein Kompliment erhalten?

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Naja, ich habe eher keine Lust auf schlafen ^^
Oh ich komme aus Bayern :) Ja, habe es erhalten. Danke. Habe dir auch eins zurück geschickt x3

Ja, aber ich denke, irgendwann ist es so schlimm, dass deine Angst die Freiheit aufzugeben kleiner ist, als die Angst so weiterleben zu müssen. So war das bei mir jedenfalls und aus diesem Grund hatte ich eine Therapie angefangen. Ich saß eines Abends da und hatte Panik wie mein Leben verlaufen sollte.. nicht mehr so lange und ich hätte den Abschluss in der Tasche. Ja, und was dann? Eine Ausbildung beginnen als psychisches Wrack? Klang nicht so rosig. Besonders wenn man sich vorstellt, dass eine Therapie während der Schulzeit einfacher ist, als wenn man schon arbeiten geht. Ich konnte mir insgesamt einfach nicht vorstellen, wie mein Leben aussieht, wenn ich so weitergemacht hätte.

Hoffe ich stresse dich nicht, wenn ich so schnell wieder antworte :D

Kommentar von menz84 ,

Nein, es tut gut mit dir zu reden, besser gesagt zu schreiben! Hey, glaub wir hatten unsere letzten Nachrichten fast zeitgleich abgeschickt!

Kommentar von menz84 ,

Herzlichen Dank für dein Kompliment!! Das bedeutet mir sehr viel... unendlich viel sogar, es war mein 1. erhaltenes!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, und es kommt noch besser: Es ist das erste was ich verschickt habe ;) Das war mir sehr wichtig zu schreiben und ich freue mich, wenn du dich freust :)

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Oh ja, habe deine Antwort gerade suchen müssen, die ist nach oben gerutscht.

Wir können auch hier privat schreiben, wenn du willst. Dazu können wir Freunde werden. Falls du noch anderes mit mir besprechen willst oder so einfach jemanden haben willst, mit dem du schreiben kannst.

Kommentar von menz84 ,

Mehr als gerne! Schicke du mir die Anfrage, ok?

Kommentar von menz84 ,

Manchmal in den vergangenen Wochen, bin erst seit ca. 3 Wochen dabei, hab ich deinen Usernamen nachts in den Punktelisten gesehen! Bin aber erst heut auf dein Profil gegangen...

Ich hab leider richtig Angst vorm schlafen, Träume sind so brutal und real

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Echt? :o
In welcher Punkteliste?

Alpträume? Okay, krass ._. Hast du es schon mit verschiedenen Entspannungsmöglichkeiten versucht? Meditation, Autogenes Training, ASMR-Videos auf YouTube schauen, ... ?

Wenn die Themen in den Träumen wiederkehrend sind, dann sollte das für dich noch viel mehr ein Hinweis darauf sein, dass eine gute Behandlung nicht schlecht wäre.. :/

Kommentar von menz84 ,

Ja, musste grad selbst nochmal nachschaun wie die Liste heißt: Tophelfer des Tages...

Kannst mir sehr gern eine Freundschaftsanfrage schicken!!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Cool wusste ich gar nicht, dass ich da mal drin stand :)

Kommentar von menz84 ,

Oh, deine Nachricht war auch nach oben gerutscht! Bis gleich

Antwort
von Glubschy, 41

Ich würde gerne eine nützliche Antwort geben, aber was konkret willst du wissen?

Kommentar von menz84 ,

Bitte nicht falsch verstehem, ich suche hier generell keine Bestätigung, nur Rat und Hilfe! Will nur wissen ob andere, hier auf gf.net, ein ähnliches Problem haben o. kennen!?

Kommentar von Glubschy ,

Ja, habe und kenne ich, deswegen wollte ich ja helfen. ^^

Kommentar von menz84 ,

Ich bin in einer sch*** Situation! Indem ich eine Suchttherapie beginne, die unumgänglich ist, und in der auch meine psychischen Probleme behandelt werden, verliere ich das letzte bisschen Freiheit (was ich jetzt noch habe). Sprich: geschlossene Unterkunft (aus mit Drogen!)

Das befürchte ich...

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