Frage von Franzisca1999, 15

Muss man selbst bei DKZ freien Verlagen Anteile zahlen?

Hallo, ich möchte bald versuchen mein Buch zu verlffentlichen und habe schon die Bekanntschaft mit DKZ Verlagen gemacht. Ich kenne über das Internet eine Neuautorin und hatte sie aus Neugier gefragt, ob sie Geld zahlen musste. Sie meinte dass man immer Anteile zahlen muss, aber warum sind dann einige Verlage auf der DKZ freien Liste? Weiß vielleicht jemand ob das stimmt? Ihr würdet mir wirklich weiterhelfen. :)

Expertenantwort
von Rubezahl2000, Community-Experte für Buch, 14

Wenn ein Manuskript von einem seriösen Verlag angenommen wird, muss der Autor NICHTS zahlen.
Im Gegenteil - der Autor erhält Anteile aus dem Verkauf.

Kommentar von Franzisca1999 ,

Dankeschön wirklich, ich hatte wirklich Angst deswegen, aber ich habe auch eben erfahren dass die Autorin in einem kleinen Verlag veröffentlicht :)

Antwort
von Marbiherz, 10

Kleiner oder großer Verlag - jeder Verlag wird nur dann ein Buch ohne Zuzahlung veröffentlichen, wenn es realistisch ist, dass er die Vorlaufkosten (Lektorat/Korrektorat, Druckdatei, Druck, ISBN, kostenpflichtiger Eintrag Vlb, Marketing, Versandkosten an Zwischenhändler wie KNV und Umbreit, Buchhändler etc) damit erwirtschaften kann. Man bedenke dabei, dass vom Nettobuchpreis ca. 55 % beim Verkauf über Amazon bei Amazon landen und 35 % im Schnitt beim Buchhandel, hinzu kommen die Versandkosten!

Um die Kosten also im vertretbaren Rahmen zu halten, werden Großverlage (denn dort will jeder Autor unterkommen) nur Manuskripte von Autoren annehmen, die als Selfpublisher bereits in den Bestsellerlisten von Amazon & Co. auftauchen oder von hoher Qualität sind (also ein Lektorat oder Korrektorat nahezu nicht mehr nötig ist, denn das ist neben dem Druck der größte Kostenfaktor). Erfüllt eine Manuskripteinsendung diese Vorgabe nicht ... nun, was dann passiert, das kennen wohl die meisten Autoren.

Kleine Verlage würden das gern ebenso handhaben, nur leider erhalten sie kaum Manuskripte von "Promis" oder nahezu fehlerfreie Arbeiten - also ablehnen und ohne Autoren dastehen oder einen Zuschuss verlangen.

Einfach mal darüber nachdenken, bevor man verdammt.

Wenn man als Schreibneuling einen Verlag sucht und keinen Zuschuss zahlen möchte, dann ist die Voraussetzung IMMER ein stilistisch gutes und von Rechtschreib- und Grammatikfehlern freies Manuskript. Das bedeutet im Klartext: will ich Erfolg haben, benötige ich einen guten Lektor und einen guten Grundschul-Deutschlehrer. (Das gilt übrigens auch bei einer verlagsfreien Veröffentlichung, kein Manuskript ohne Lektorat oder Korrektorat wird in der Kampfarena des Buchmarktes Erfolg haben - selbst große Autoren benötigen Helfer, denn den eigenen Fehlern gegenüber ist fast jeder blind).

Außerdem sollte man bereit sein, gemeinsam mit dem Verlag an der Vermarktung zu arbeiten. An Marketingaktivitäten erkennt man übrigens ganz gut die Qualität eines Verlages - und da lässt der Aufwand mancher Großverlage sehr zu wünschen übrig. Erfolgreiche Selfpublisher müssen nach Vertragsabschluss meist noch genauso weiterackern wie vorher, um auch weiterhin zu bestehen.

Ein Buch auf den Markt zu bringen ist das eine, auch im stationären Buchhandel zu bestehen, eine ganz andere Sache. Wenn man sich auch im stationären Buchhandel etablieren möchte, dann benötigt man nach wie vor einen Verlag, der auch eine gute Logistik betreibt, also kein BoD, sondern der eine ausreichende Menge Bücher auf Lager hat, um alle Bestellungen von Buchhandel, von Zwischenhändlern und Amazon oder Buch.de etc.noch am Bestelltag ausliefern zu können. Guten Buchhandlungen ist das wichtig, denn Kunden warten nicht gern tagelang.

Ob sich die neuen Onlineshops, die Buchhandlungen auf ihre Websiten neuerdings einbauen, bewähren, bleibt abzuwarten. Kann ein Buch nicht sofort geliefert werden, weil der Verlag die Bücher nicht lagernd hat, dann wird das zu Problemen führen - wie gesagt, das bleibt abzuwarten und vielleicht werden auf diese Weise auch zwielichtige Verlage aussortiert.

Eine Wissenschaft - aber schreibt und habt Spaß! Investiert in erfahrene Lektoren, besteht auf Probelektorate, die ihr prüfen lasst. Zumindest so lange, bis ihr stilistisch sicherer seid und eure Fehler kennt und lasst euch von den Dienstleistern für Autoren, die wie Pilze aus dem Boden schießen, nicht abzocken!!!! www.autoren-ratgeber.com dort schauen die Mitstreiter - meist erfahrene Verlagsautoren - gern mal kostenlos drüber und bewahren so vor Reinfällen und Enttäuschungen.

Kommentar von Franzisca1999 ,

Guten Abend :) Ich weiß natürlich dass DKVZ im Grunde nichts Schlimmes ist, denn kleine Verkage können das Geld natürlich auch nicht selbst zahlen und müssen sich absichern falls das Projekt floppt. Ich verdamme das Alles nicht, das Problem ist nur dass ich (16 Jahre) natürlich nicht über Massen an Geld verfügen. Ich versuche das Buch so gut ich kann zu korrigieren, aber wie du schon meintest, man selbst übersieht oft seine eigenen Fehler, das ist leider immer blöd und selbst Wattpad- Leser sehen nicht alles, wofür ich denen natürlich keine Vorwürfe mache, im Gegenteil, ich bin dankbar. Vielen Dank für die wirklich ausführliche Antwort :) aber ich versuche die ganze Zeit den Link aufzurufen, aber er soll irgendwie nicht stimmen :/ Schönen Abend noch :)

Kommentar von Marbiherz ,

Der von mir angegebene Link ist falsch. Richtig heißt die Beratertgruppe www.autoren-service.com :-). @autorenratgeber heißt der Twitteraccount. Dort gibt es übrigens viele Tipps zum Marketing.

Antwort
von arcebus, 14

Wenn Du Dein Buch veröffentlichen willst, mache eine PDF Datei davon fertig und lasse Dir (ich empfehle createspace/Amazon) 20 oder 25 Exemplare drucken. Die schickst Du dann zu richtigen Verlagen - also solchen, die nicht als Bauernfänger unterwegs sind. Auf diese Weise kannst Du seriösen Verlagshäusern ein gedrucktes Ergebnis vorzeigen, ohne nennenswerte Vorkosten zu produzieren.

Und wenn Du thematisch in einer absoluten Nische unterwegs bist (so wie ich:)

http://www.amazon.com/s/ref=nb_sb_noss?url=search-alias%3Dstripbooks&field-k...

dann kannst Du über createspace/Amazon ohne besonderen Aufwand auch Dein eigener Verleger werden - allerdings musst Du Dich um den Vertrieb dann selber kümmern.

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