Frage von Tragosso, 144

Muss man seine Geschwister tatsächlich mögen/lieben?

Huhu.

Nun, ehrlich gesagt ist das eher eine rhetorische Frage. Ich bin der Meinung, dass man das nicht muss, allerdings habe ich hier und auch in meinem privaten Umfeld immer wieder zu hören bekommen, dass es ja schließlich die Geschwister sind und, dass man das muss oder automatisch tut, man es sich nur nicht eingestehen würde aus unterschiedlichen Gründen. (meistens bei jungen Menschen die Pubertät oder Eifersucht als Grund).

Man könnte die Frage auch noch auf Eltern und andere nahestehende Verwandte ausweiten.

Ich würde gerne wissen, was genau den Unterschied macht bei Menschen, die denken, dass die Familie über allem steht und denen die das nicht so empfinden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Joschi2591, 142

Der Unterschied wird wohl zum Teil in der Familienstruktur und der Sozialisation der Kinder liegen. Da, wo es einen guten Zusammenhalt untereinander gibt, wo die emotionale Basis der gegenseitigen Akzeptanz gelebt wird (ich bin okay, Du bist okay), wo die Eltern sich um ihre Kinder kümmern und sie gerecht behandeln, wo Konflikte offen angesprochen und gelöst werden, ist es wohl leichter, seine Geschwister und auch seine Eltern zu mögen. 

Ich persönlich halte nichts von dem Satz: Blut ist dicker als Wasser oder wie der Spruch heißt. Nein, ich finde nicht, dass man seine Geschwister mögen/lieben muss. Ich will selbst entscheiden, ob ich es tue oder nicht.

Das Argument: "schließlich sind es Deine Geschwister" ist nicht ausreichend und eher schwach. Ich habe sie mir ja nicht ausgesucht.

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 139

Hallo :)

Man muss es nicht (das muss man höchstens nach gesellschaftlichem Konventionsdenken), aber man sollte es.. in aller Regel zumindest. So sehe ich das zumindest!

Mit meinem Bruder verbindet mich (wieder) ein sehr gutes Verhältnis, wir sind mehr wie Kumpels & haben auch den selben Freundeskreis, tlw. ähnliche Ansichten -----------> bin richtig froh drum, auch weil ich Leute kenne, die mit ihren Geschwistern echte Probleme haben & auch bei meinem Bruder und mir durch einige "Dinge", die er gedreht hat, der Haussegen einige Zeitlang schiefhing..!

Mit meiner Mutter habe ich jedoch schon immer ein eher winterliches Verhältnis.. wir verstehen uns zwar, wir streiten nicht, aber wir sind - eher wie Nachbarn als wie Mutter und Sohn zueinander. Ich liebe sie wenn überhaupt höchstens auf eine ganz eigene Art.. sie ist mehr eine Frau die zufällig meine Mutter ist & habe nur sehr sporadisch Kontakt obwohl sie im benachbarten Mehrfamilienwohnblock wohnt (kaum 10 Minuten von mir entfernt).. Sowas wie "Mutterliebe" habe ich nie erfahren & ich hatte durch dieses schwierige Verhältnis auch jahrelang Probleme im Umgang mit jüngeren Frauen. Sie ist ein komplizierter Charakter, ich kenne sie nicht wirklich muss ich sagen.. ich war damals der Grund warum sie heiraten musste, ich war nicht geplant & das bekomme ich indirekt mein ganzes Leben lang, also seit 25 Jahren, schon mehr oder weniger "anschaulich" vorgehalten. Entweder durch Gesten, Meinungen oder auch situationsgebunden auch mal in nicht sehr zimperlicher Wortwahl. Es war 'ne Zeitlang echt schlimm aber ich habe mich inzwischen dran gewöhnt.. es ist wie es ist!

Mit meinem Vater komme ich gut aus.. er ist zwar ein Mensch dem leicht die Hutschnur reißt, aber EHRLICH & man weiß bei ihm, wo man dran ist. Wenn es Probleme gibt, kann ich ihm die immer sagen was bei meiner Mutter nicht möglich ist. Wir haben aber auch nur wenig Kontakt.

Ich bin bei meinen Großeltern bzw. nach dem Tod meiner Oma bei meinem Opa & meinem Onkel großgeworden, weil meine Mutter erhebliche Probleme hatte & bei meiner Geburt kaum reif für ein Kind war... sie haben für mich die Mutterrolle ausgeübt, insbesondere mein Opa hat echt alles dafür getan um mir eine schöne Kindheit bieten zu können & die fehlende Mutterbeziehung zu ersetzen,wofür ich ihm auch ewig dankbar bin. Das hätte ich von meiner Mutter nie bekommen können.

Antwort
von asjdkfl, 144

Ich hab da die Theorie, dass man so viel Liebe zurück gibt, wie man bekommen hat.
In den letzten Jahren interessieren sich meine Eltern kaum noch für mich, Liebe hab ich nie viel bekommen, die war für meine Schwester reserviert. Mein Vater geht zur Arbeit kurz nachdem ich morgens aufstehe und kommt heim kurz bevor ich abends zu Bett gehe. Auch am Wochenende hat er sehr viel zu tun. Er interessiert sich zwar für mich und meine Schwester, aber er hat kaum Zeit für uns.Das Interesse von meiner Mutter bezieht sich eigentlich fast nur auf die Schule. "Hast du eine Ex geschrieben? Eine Schulaufgabe? Bist du abgefragt worden? Hast du eine Ex oder Schulaufgabe rausbekommen, was für eine Note hast du in der letzten Abfrage?", das wars meistens schon. Ich würde es gut finden wenn sie mal fragen würde ob ich mir irgendwas wünsche oder wie es mir geht, aber voraussichtlich wird das niemals passieren. Sie hat sich eine Tochter gewünscht, die wie eine Puppe ist, eine Puppe die das tut was sie sagt und zu ihr aufschaut. Aber so war ich noch nie und so bin ich nicht. Schon seit ich klein war musste ich sie anbetteln wenn ich etwas wollte. Und -Überraschung!- ich liebe meine Eltern nicht. Ich akzeptiere sie, aber mehr auch nicht. Meine Schwester wird mit Liebe überhäuft, sie ist die Brave, die Nette von uns. Die Puppe. Ihr werden Wünsche von den Augen abgelesen und meine Mutter glaubt ihr alles. Mir glaubt sie nicht mal wenn sie weiß dass es die Wahrheit ist. Ich muss zugeben, manchmal bin ich ein bisschen neidisch, aber sie kann ja eigentlich nichts dafür. Außerdem liebe ich meine Schwester auch nicht, aber ich finde sie ok. Meistens kommen wir mit einander klar.

Antwort
von Flo834, 119

Ich denke, dass "muss" ist einfach eine gesellschaftliche Norm, der sich niemand zu widersetzen traut. Allerdings halte ich diese Norm für unsinnig, schließlich lässt sich Liebe nicht erzwingen- für manche ist sie eben da, für andere nicht. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, das besonders Eltern einem gerne einreden "es sind doch deine Geschwister, ihr müsst für einander da sein", was denke ich mal, vorwiegend damit zusammenhängt, dass eine stärkere Bindung weniger Streit und so auch weniger Stress für die Eltern bedeutet. Für mich steht die Familie nicht über allem und das, obwohl ich nicht misshandelt wurde oder so sondern eine schöne, behütete Kindheit hatte. Ich finde es falsch, zu behaupten, Menschen, denen ihre Geschwister/Eltern nicht wichtig sind und denen die Familie nicht über alles geht, hätten einen Psychischen Schaden (ja, dieses Vorurteil kriege ich leider öfters zu hören) viel mehr wird es irgendwann zu psychischen Problemen führen, wenn man sich dafür hasst, nicht in ein unsinniges Gesellschaftliches Muster zu passen.

Antwort
von Digarl, 128

Evolutionär hatte das einen großen Vorteil. Menschen waren ja immer in Gruppen unterwegs und diese haben sich immer gegenseitig beschützt. Der Mensch brauchte die Gruppe zum überleben, zum Jagen etc. Ohne sie wären die meisten gestorben. Die Gruppe war für den Menschen das was für die Löwen das Rudel ist. Nun kann man sagen, diese Gruppen waren damals die Familien, und deshalb noch das die Familie über alles steht. 

Ich Persönlich denke aber wie du, man muss seine Verwandten nicht lieben. Es ist zwar schön aber es geht nicht immer. Der Instinkt war ja nur da um zu überleben, da war es egal ob man sie mochte oder nicht. 

Antwort
von FranziiCookiie, 69

Es ist doch keine rethorische Frage, sondern eine theoretische, oder? O.o

Aber das tut nichts zur Sache: Ich denke nicht, dass man das unebdingt tun muss oder sollte oder sonst was. Wieso auch? Nur weil man irgendwie verwandt ist? Das ist für mich kein Grund.

Wenn dein Bruder Hitler wäre, du anders denkst als er, und er grad schön alle Leute umbringt, würdest du ihn lieben? :D

Antwort
von Schwoaze, 141

Da ich mich von Geburt an in meiner Familie immer gut aufgehoben und geliebt gefühlt habe, ist sie für mich das wichtigste auf der Welt. Dann kommt ein Lebensabschnittspartner daher, der meint, auf meiner Familie herumhacken zu müssen... das geht nicht! Nur weil er mit seiner Familie zerstritten ist, muß ich es nicht auch sein.... ist eben jeder Mensch anders!

Antwort
von Nordseefan, 106

Liebe kann man nicht erzwingen. Weder bei "echter" Liebe ( also zwischen Mann und Frau ( oder halt auch bei gleichgeschlechtlicher Liebe) noch bei der Familie. Oft ist es halt so das man sich mag und liebt. Aber eben nicht immer. Aber dann gilt: man sollte den anderen Respekt entgegen bringen, sie tolerieren und akzeptieren.

Antwort
von SteveGibtRat, 144

Guten Abend,

Müssen muss man nie. Doch von Sollten kann hier die Rede sein. Es gibt schließlich niemanden, der Dich besser und länger kennt als deine Geschwister.Es sei denn, Du bist nicht mit Ihnen aufgewachsen, doch das ist wieder eine andere Geschichte. 

Deine Eltern kannst Du als das Yin und Yan deines Herzens betrachten. Wenn ein Teil ausfällt, kann der jeweils Andere ihn nicht ersetzen.

Das Pokemon Tragosso liebt seine Mutter, bis über den Tod hinaus.

lg

SteveGibtRat

Kommentar von Tragosso ,

:P

Kommentar von Flo834 ,

Also ich bin mit meinen Geschwistern aufgewachsen und trotzdem kennen mich meine Freunde besser und eine befreundete Nachbarsfamilie genau so lang.

Kommentar von SteveGibtRat ,

Der Unterschied wird Dir sicher noch im Laufe Deines Lebens bewusst werden. Es ist nicht das Selbe.

lg

Kommentar von Flo834 ,

stimmt, für meine freunde würde ich durch Feuer gehen, für meine Geschwister nicht

Kommentar von Fuer1Antwort ,

stimmt, für meine freunde würde ich durch Feuer gehen, für meine Geschwister nicht

Dann ist im Laufe deiner Entwicklung heftig was daneben gegangen.
Blut ist dicker als Wasser. Weißt du was mit Wasser passiert, dass mit Feuer in Berührung kommt? Es verpufft einfach so.

Du wirst noch lernen dass Freundschaften immer grenzen haben.

Kommentar von SteveGibtRat ,

einfach genial

Kommentar von Flo834 ,

Was ist denn bitte "im Laufe meiner Entwicklung daneben gegangen", nur, weil ich offen zugebe, dass mir meine Freunde wichtiger sind als meine Geschwister? Klar haben Freundschaften Grenzen, das habe ich ja gar nicht abgestritten (habe ich sogar schon selbst erlebt), aber auch die Liebe zwischen Geschwistern kann enden, ob du's wahr haben willst oder nicht, Blutsverwandtschaft ändert da gar nichts.

Vom Satz "Blut ist dicker als Wasser" halte ich außerdem ziemlich wenig, denn sag mir mal ganz ehrlich: Inwiefern hat es bitte eine Auswirkung auf meine Zuneigung, dass ich mit jemandem Blutsverwandt bin, der charakterlich so furchtbar ist, dass ich ihm im Alltag auch aus dem Weg gehen würde? Soll ich jetzt zu jemandem eine Beziehung aufbauen, bei dem ich genau weiß, dass ich ihn in meinem Innern nie wirklich mögen oder gar lieben werde, sondern dass hier nur tue, weil die Gesellschaft es will, nur, weil wir zufällig in die gleiche Familie hineingeboren wurden? Bei Eltern finde ich schon, dass man ihnen wenigstens Respekt entgegenbringen sollte, aber was haben meine Geschwister bitte für mich getan?! Haben sie mich gezeugt und geboren? Haben sie mich großgezogen? Nein, sie waren einfach zufällig da, weil unsere Eltern auf die Idee kamen, mehrere Kinder zu bekommen und auch danach haben sie mein Leben nicht wirklich besser gemacht.

Und für meine Freunde nehme ich das Verpuffen gerne in Kauf, und übrigens, schon mal Blut angezündet?

Kommentar von Spiegelschatten ,

Tragosso xD Made My Day

Antwort
von beangato, 112

Geschwister muss man nicht, Eltern sollte man schon lieben. Das vereinfacht das Zusammenleben.

Antwort
von VollzeitDenker2, 103

Ich finde nicht, dass man seine Geschwister mögen muss. Ich mag meine auch nicht wirklich (zumindest nicht alle) und hätte kein Poblem mit, wenn ich jetzt ausziehen würde und sie nur noch sehr selten sehe

Antwort
von Virginia47, 94

Nein. 

Ich wurde als Kind/Jungendliche psychisch und physisch misshandelt. Warum sollte ich da die Leute mögen/lieben, die mir das angetan haben? 

Antwort
von oxygenium, 113

ich mag meine Geschwister aber auch nicht,weil sie unzuverlässig und hinterhältig sind.

Nicht nur bei mir,sondern auch bei anderen Menschen.

Deswegen können sie mir auch gestohlen bleiben.

Antwort
von Gernspieler, 92

Meine Schwester ist total anders als ich. Sie hat mich vor über 10 Jahren beim Erben um eine sehr hohe Summe betrogen. Seither haben wir den Kontakt zu ihr abgebrochen und fühlen uns nun wohler.

Antwort
von Fuer1Antwort, 72

Ich hoffe wirklich, dass du keine Geschwister hast. 
Man sollte seine Familie lieben, auch wenn es Unstimmigkeiten oder Streit gibt. Die Familie ist ein Segen den man schätzen muss. Die Eltern und Geschwister begleiten einen durch das ganze Leben und lassen sich nicht ändern.

Menschen die behaupten ihren Bruder oder ihre Schwester nicht zu mögen sind in meinen Augen verzogene Gören denen man keine oder die falschen Werte gelehrt hat und sollten mal spüren wie es ist keine Familie zu haben.

Kommentar von Tragosso ,

Ich glaube du weißt dagegen nicht, wie viel in einer Familie eigentlich schief laufen kann. Ich habe nur einen Halbbruder, mit dem ich aber nichts zu tun habe.

Kommentar von Fuer1Antwort ,

Vielleicht solltest du jemandem dieses Thema überlassen, der auch wirklich Geschwister hat. Es gibt in vielen Familien Probleme. Ich kann davon ein Lied singen. Die Personen die einem am nächsten sind und teile der DNA mit ihnen übereinstimmen sollte man trotzdem lieben und das tun die meisten auch dann wenn die Familie dauerhafte Konflikte hat.

Du kannst nicht wissen ob man sich seinen Geschwistern verbunden fühlt. Wenn du einen Bruder oder eine Schwester hättest, mit dem/der du aufgewachsen wärst wüsstest du, dass Zusammenhalt wichtig ist und dass man sich auf jeden Fall lieben sollte.

Kommentar von Tragosso ,

Dafür habe ich aber Eltern und kann ebenso ein Lied davon singen, dass es da definitiv trotz 'zusammen aufwachsen' nicht so sein muss. Du kannst nicht deine Erfahrung über alles stellen.

Ich werde meinen Erzeuger garantiert niemals lieben und weißt du auch wieso? Weil er das genauso wenig tut und ich ihm immer egal war, schon vor meiner Zeugung, weil ich zu den 'Unfallkindern' gehöre. So jemanden muss man definitiv nicht lieben. Und glaub mir, du weißt garantiert nicht was bei uns zu Hause tagtäglich los war.

Deshalb finde ich so eine Behauptung auch so anmaßend von dir. Dass alle die das nicht tun ja bloß verzogene Gören sind. Erzähl das auch mal denen die vielleicht von ihren Eltern oder Geschwistern missbraucht wurden. Da ist kein Zusammenhalt, da ist Gewalt, Misshandlung. Jemand der mir körperlich und/oder psychisch schadet, den muss man weder respektieren, noch lieben, noch ehren. Völlig egal ob verwandt oder nicht. Um das zu wissen brauche ich keine Geschwister, da reicht einfacher Verstand.

Und ja. Da ist keine Familie auch tatsächlich besser. Oder aber man hält einfach Abstand zu denen, die sich respektlos verhalten. Das gilt ebenso für Freunde oder Partner.

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